„Der Schuh des Manitu hat dieses Jahr 20. Geburtstag und auf der Musical-Bühne gibt’s die Party dazu. Besser kann man einen Runden einfach nicht feiern“, meint Michael Bully Herbig.

Nach dem gleichnamigen Kino-Blockbuster von Michael Bully Herbig bringen das Deutsche Theater München und das Salzburger Landestheater – nach einer Corona-bedingten Premieren-Verschiebung – nun die Neuinszenierung des Musicals „Der Schuh des Manitu“ auf die Bühne. Grundlage der Neuinszenierung ist die Fassung der Uraufführung des Musicals, die von 2008 bis 2010 am Stage Theater des Westens in Berlin zu sehen war.

Der Schuh des Manitu - Credits: SLT - Tobias Witzgall
Der Schuh des Manitu – Credits: SLT – Tobias Witzgall

Idee und Konzept stammen von Andreas Gergen. Die Produktion orientiert sich stark am Format der Off-Broadway-Shows und setzt die lustigsten Momente des Films kongenial in Musik um. Für die Neuinszenierung übernahm Andreas Gergen nun auch selbst die Regie und verspricht: „In meiner Neuinszenierung erwartet den Zuschauer natürlich bester Bully-Humor sowie eine große Bühnen-Show mit viel Fantasie, Charme und einer Menge Überraschungen… Großes Indianer-Ehrenwort“.

Das Buch schrieben John von Düffel und Heiko Wohlgemuth, für Musik und Liedtexte zeichnen Martin Lingnau und ebenfalls Heiko Wohlgemuth verantwortlich. „Musik hat ja auch im Film schon eine große Rolle gespielt. Natürlich sind auch im Musical Klassiker wie der „Superperferator“ und das „Lebkuchenherz-Lied“ dabei. Dazu kommen aber noch eine Menge neuer Songs“, erläutert Bully Herbig.

Der Schuh des Manitu - Hans Neblung und Martin Berger - Credits: SLT - Tobias Witzgall
Der Schuh des Manitu – Hans Neblung und Martin Berger – Credits: SLT – Tobias Witzgall

Die Handlung

Die Blutsbrüder Abahachi und Ranger leihen sich Geld beim Schoschonen-Häuptlingssohn Falscher Hase, um damit vom Ganoven Santa Maria ein (Stamm-)Lokal zu kaufen, doch dieses entpuppt sich nur als umfallende Kulisse. Der Häuptlingssohn flieht daraufhin mit dem Geld, wird aber von Santa Maria erschossen. Der Schoschonen-Häuptling hält Abahachi und Ranger für die Mörder seines Sohnes, diese können jedoch durch einen „Zufall“ dem Marterpfahl entkommen.

Um an Geld zu gelangen, suchen die Flüchtigen nach Teilen einer Schatzkarte, die ihnen den Weg zu einem versteckten Edelstein weisen soll. Banditenboss Santa Maria erfährt davon und verfolgt die Flüchtigen, ebenso wie die Schoschonen, die anstelle des nicht vorhandenen Kriegsbeils den Klappstuhl ausgegraben haben.

Nach einigen Abenteuern gelangen schließlich alle zum Schuh des Manitu, einer Felshöhle. Bevor der Schurke in einer Sumpfgrube versinkt, kommt es zum Streit und anschließender Versöhnung zwischen Abahachi und Ranger.

Der Kinofilm

Am 13. Juli 2001 begann die Erfolgsgeschichte von „Der Schuh des Manitu“ mit dem Kinostart. Michael Bully Herbig war dabei nicht nur für Regie, Drehbuch und Produktion verantwortlich, sondern übernahm auch zwei Hauptrollen. Weitere Hauptfiguren wurden von Christian Tramitz, Sky du Mont, Marie Bäumer und Rick Kavanian gespielt. Die Westernkomödie, die auch in Österreich zum erfolgreichsten Kinofilm aller Zeiten wurde, parodiert Karl-May-Verfilmungen der 1960er Jahre und ist seit 20 Jahren mit 11,7 Millionen Besuchern die unangefochtene Nummer 1 der deutschen Kinocharts.

Der Schuh des Manitu - Hans Neblung und Ensemble - Credits: SLT - Tobias Witzgall
Der Schuh des Manitu – Hans Neblung und Ensemble – Credits: SLT – Tobias Witzgall

Premiere in München: 14. Oktober 2021
Premiere in Salzburg: 22. Jänner 2022

Das Leading Team

Idee, Konzept und Inszenierung: Andreas Gergen
Buch: John von Düffel, Heiko Wohlgemuth
Musik und Liedtexte: Martin Lingnau, Heiko Wohlgemuth
Musikalische Leitung: Philipp Gras, Gabriel Venzago
Choreographie: Simon Eichenberger
Bühne: Sam Madwar
Kostüme: Conny Lüders
Lichtdesign: Michael Grundner
Tondesign: Nenad Milosavljevic
Sound-Effects Design / Coach Geräuschemacher: Max Bauer
Dramaturgie: Thomas Rufin

Der Schuh des Manitu - Deutsches Theater München - 2020 - Pressedienst
Der Schuh des Manitu – Deutsches Theater München – 2020 – Pressedienst

Über Michael Bully Herbig (Regisseur, Schauspieler, Autor und Produzent)

Michael Bully Herbig gehört seit über 25 Jahren zur deutschen Unterhaltungsbranche. Nach 800 Folgen der beliebten Hörfunk-Comedy-Serie „Die Bayern Cops“ gründete er 1997 seine Firma herbX medienproduktion gmbh.

Darüber hinaus zeichnet er sich als Darsteller, Autor, Regisseur und Produzent für sechs Staffeln der „bullyparade“ aus, die bei ProSieben ausgestrahlt wurden und sich größter Beliebtheit erfreuten. 1999 gab er sein erfolgreiches Regiedebüt mit dem Kinofilm „Erkan & Stefan“.

Im Januar 1999 rief Bully die Filmproduktionsgesellschaft herbX film gmbh ins Leben, die mit „Der Schuh des Manitu“ das erste Kinoprojekt in Angriff nahm. Für die Westernkomödie hatte er neben der Tätigkeit als Produzent und Autor auch die Regie und die Doppel-Hauptrolle übernommen. Mit fast 12 Millionen Kinobesuchern wurde „Der Schuh des Manitu“ zum erfolgreichsten deutschen Film, in Österreich sogar der erfolgreichste Kinofilm aller Zeiten! Michael Bully Herbig wurde für dieses Projekt u.a. der Bayerische und der Deutsche Filmpreis verliehen, sowie der begehrte BAMBI 2001.

Als 2004 dann „(T)Raumschiff Surprise – Periode 1“ in die Kinos kam, lieferte Bully mit über 9 Millionen Kinobesuchern gleich den zweiterfolgreichsten deutschen Kinofilm hinterher. Es folgten Projekte wie „Hui Buh – das Schloßgespenst“, „Lissi und der wilde Kaiser“, „Wickie und die starken Männer“, „Buddy“, „Bullyparade – Der Film“ oder der Thriller „Ballon“, sowie zahlreiche Auszeichnungen der deutschsprachigen Film- und Fernseh-Szene.

Andreas Gergen (Regie)

Von 2011 bis 2017 war er Operndirektor des Salzburger Landestheaters und inszenierte hier u.a. „The Sound of Music“ und „Meine Stille Nacht“. Zu seinen wichtigsten Regie-Arbeiten zählen „I am from Austria„, „Don Camillo und Peppone“ und „Der Besuch der alten Dame“ für die Vereinigten Bühnen Wien. „Carmen“ in der Felsenreitschule Salzburg sowie die Operette „Viktor und ihr Husar“ für die Seefestspiele Mörbisch (ausgezeichnet mit dem Operettenpreis 2016 von BR-Klassik).

Er inszenierte über 80 Opern, Operetten und Musicals, darunter „Die Zauberflöte“, „Hänsel und Gretel“, „West Side Story“ oder „Jonny spielt auf“, die deutschsprachigen Erstaufführungen von „The Addams Family – Das Musical“ und „Shrek – Das Musical“, sowie die Uraufführung des Nachbarschaftsmusicals „Zzaun!“.

Gergen war Geschäftsführer und künstlerischer Direktor des Berliner Schlossparktheaters und setzte dort die Europäische Erstaufführung des Broadway-Hits „Pinkelstadt“, die Kollo-Operette „Wie einst im Mai“ und „Die Drei von der Tankstelle“ von Werner Richard Heymann in Szene. Später wechselte er als Artistic Project Manager zur Stage Entertainment nach Hamburg, wo er u.a. an der Entwicklung der Musicals „Der Schuh des Manitu“ und „Ich war noch niemals in New York“ beteiligt war. Für die Vereinigten Bühnen Wien führte er bei den vielbeachteten halbszenischen Konzerten von „Das Phantom der Oper“ und „Love never dies“ Regie. Von 2011 bis 2014 war er Vorstandsvorsitzender des Bundeswettbewerbs Gesang Berlin.

Martin Lingnau (Musik)

Martin Lingnau schreibt Musicals, Film- und Bühnenmusik, Pop-Songs und Chansons. Mit weit über 5 Millionen Besuchern seiner vielfach ausgezeichneten Produktionen ist er neben seiner Tätigkeit als Filmkomponist inzwischen einer der erfolgreichsten Musiktheaterautoren und -komponisten Deutschlands.

Im November 1971 in Wilhelmshaven geboren, begann Martin 1986 bei verschiedenen Theatern, Fernsehsendungen und Synchronisationen von Musik-Filmen die musikalische Leitung zu übernehmen. Bei international renommierten Künstlern wie Klaus Ignatzek und Johannes Schmoelling lernte er sein Handwerk.

1992 absolvierte Martin den Kontaktstudiengang für Popularmusik an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. In den folgenden Jahren nahm er an internationalen Meisterklassen von Academy-Award Gewinnern Alan Menken und Stephen Schwartz, Pulitzerpreisträger James Lapine, Michael Kunze und anderen teil. Als Komponist arbeitete er u.a. mit Dieter Wedel, Michael Bully Herbig, Udo Lindenberg, Frank Ramond und Walter Moers zusammen. Martin Lingnau lebt und arbeitet in Hamburg.

John von Düffel (Buch)

John von Düffel wurde 1966 in Göttingen geboren und studierte zunächst Philosophie und Volkswirtschaft in Stirling (Schottland) und Freiburg im Breisgau, wo er 1989 über Erkenntnistheorie promovierte. Ab 1991 war er als Dramaturg und Autor an verschiedenen Theatern in Stendal, Oldenburg, Basel und Bonn tätig, von 2000 bis 2009 dann als Schauspieldramaturg am Thalia Theater Hamburg. Seit 2009 arbeitet er als Dramaturg am Deutschen Theater Berlin und ist außerdem Professor und Studiengangsleiter für den Studiengang „Szenisches Schreiben“ an der Universität der Künste.

Ebenfalls bekannt ist er als Autor zahlreicher Theaterstücke und Bühnenbearbeitungen von Romanen sowie von antiken Stoffen. Eigene Romane umfassen „Vom Wasser“ (1998), „Houwelandt“ (2004), „Goethe ruft an“ (2011) und die zuletzt erschienenen „Wassererzählungen“ (2014) und „KL – Gespräch über die Unsterblichkeit“ (2015) sowie der Digitale-Welten-Roman „Klassenbuch“ (2017). Ausgezeichnet wurde er u.a. mit dem Aspekte Literaturpreis (1998) und dem Nicolas-Born-Preis (2005).

Das Salzburger Landestheater spielte bereits mehrere Texte von ihm, zuletzt in der Spielzeit 2017/18 seine Übertragung des Prometheus-Textes im Rahmen der Dionysien, sowie seine Goldoni-Bearbeitung „Döner zweier Herren“. Am Salzburger Landestheater war von Düffel zweimal als Regisseur zu erleben, einerseits für „Caligula“ in Co-Regie mit Marike Moiteaux, andererseits für das von ihm verfasste Stück „Die schönsten Neurosen unserer Haustiere“ (beide Spielzeit 2018/19).

Heiko Wohlgemuth (Buch und Liedtexte)

Heiko Wohlgemuth, 1972 in Ostfriesland geboren, arbeitet in den letzten Jahren außer als Schauspieler, Sänger und Regisseur vor allem als Autor (u.a. für verschiedene Comedy-Fernsehformate), Liedtexter und Übersetzer.

Mit dem Komponisten Martin Lingnau entwickelte Wohlgemuth u.a. die Musicals „Swinging St. Pauli“, „Villa Sonnenschein“ sowie „Die 13 1⁄2 Leben des Käpt’n Blaubär“. Ihr Dauerbrenner „Heisse Ecke“ läuft seit 2003 mit ungebrochenem Erfolg im Schmidts Tivoli in Hamburg und begeisterte bereits 1,7 Millionen Zuschauer. Mit Lingnau entstanden auch Lieder für das Stück „Ein besserer Herr“ von Dieter Wedel und zahlreiche Songs für „Pension Schmidt“ im Hamburger Schmidt Theater. „Die 13 1⁄2 Leben des Käpt’n Blaubär“ wurde 2007 mit dem Live Entertainment Award ausgezeichnet und die Tourfassung von „Swinging St. Pauli“ erhielt den INTHEGA-Preis als beste deutsche Tourneeproduktion.

Heiko Wohlgemuth war im Auftrag der Stage Entertainment Liedtexter und Script-Consultant der Musicalfassung des Filmerfolges „Der Schuh des Manitu“. 2009 war er für die Übersetzung der Songs des Musicals „Hairspray“ verantwortlich. 2010 feierte Whoopie Goldbergs Musical „Sister Act“ in Hamburg Premiere, dessen Liedübersetzungen in Zusammenarbeit mit Kevin Schröder entstanden, ebenso wie 2011 die Neuübersetzung von „The Sound of Music“ und 2012 von „Natürlich Blond“.

Von 2010 bis 2012 lieferte Wohlgemuth die Liedtexte der bayerischen Kultsendung Nockherberg. Seit Herbst 2012 ist er wieder im Schmidt Theater in dem Stück „Cavequeen“ zu sehen, das ebenfalls mit aus seiner Feder stammt. Für das Schmidt Theater entstanden in den letzten Jahren außerdem so erfolgreiche Familienmusicals wie „Der Räuber Hotzenplotz“, „Es war einmal“ und 2014 „Der kleine Störtebeker“.

Simon Eichenberger (Choreographie)

Simon Eichenberger ist als Choreograph und Regisseur von DACH-Musical-Produktionen nicht wegzudenken. Er begleitete die Tourneen von „Die 13 1⁄2 Leben des Käpt’n Blaubär“ und „Wochenend & Sonnenschein“. Für die Thuner Seespiele choreographierte er „Dällebach Kari“, „Gotthelf“, „Titanic“ (Co-Regie) und „Der Besuch der alten Dame“, welches später ins Ronacher übernommen wurde. Die Zeitschrift musicals verlieh ihm die Auszeichnung beste Choreographie bei der Produktion von „Rebecca“ in Stuttgart. Diese erhielt er ebenso für „Catch me if you can“ bei den Wiener Kammerspielen und in der Staatsoperette Dresden.

Beim Landestheater Linz zeichnete er bei „Seven in Heaven“, „Show Boat“, „The Who’s Tommy“, „Grand Hotel“, „Into the Woods“ und „In 80 Tagen um die Welt – Oder Wie viele Opern passen in ein Musical?“ für die Choreographie verantwortlich. Mit letzterem gewann er 2017 das zweite Mal den deutschen Musicaltheaterpreis nach 2015 für „Das Wunder von Bern“ am Theater an der Elbe Hamburg.

Seitdem war er auch vermehrt als Regisseur tätig, wie zum Beispiel bei „West Side Story“ in Schwerin oder der „Rocky Horror Show“ bei den Zwingenberger Schlossfestspielen, „Songs for a new world“ am Musiktheater Linz oder „Dschungelbuch“ bei den Luisenburg Festspielen.

Aktuell übernimmt Simon Eichenberger Regie und Choreographie für die Produktionen „Die lustigen Nibelungen“ (Landesbühnen Sachsen) und „Titanic“ (Musiktheater Linz).

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Christoph Seidl