UPTEMPO e. V., die Initiative zur Förderung hochbegabter Musical-Nachwuchskünstler*innen, stellt Euch Philipp Nowicki, Teilnehmer der Musical Academy 2017, im Interview vor.

Das Interview wurde im Jahr 2019 geführt.

Du hast an der Folkwang Universität in Essen studiert. Wie beurteilst Du diese Zeit?

Ich fand das Studium eine der prägendsten Zeiten in meinem Leben bisher. Man hat so viel Zeit gehabt, sich mit sich selbst zu beschäftigen, weil man im Schauspiel ja auch erst einmal selbst an sich arbeiten und sich kennenlernen muss. Ich habe in den vier Jahren sehr viel gelernt und bin erwachsen geworden. Ich war zu Beginn des Studiums ja noch relativ jung mit 19 und da passiert einfach sehr viel. Der Unterricht war sehr gut, die Ausbildung sehr fundiert, abwechslungsreich und intensiv. An der Folkwang Uni ist das Studium sehr individuell und familiär fast schon.

Danach gab es für Dich einen fliegenden Wechsel zur UPTEMPO Musical Academy. Wie war das für Dich?

Ich fand diese Zeit sehr inspirierend. Also die Workshops fand ich cool, gerade auch mit Stefan Huber, weil er ja auch viel macht in der Musicalszene. Es war total bereichernd, mit ihm an einem Song und einem Monolog zu arbeiten. Und was mir besonders gefallen hat, dass man mal mit den anderen Absolventen Zeit verbringt und arbeitet, weil man sich ja sonst nicht kennenlernt. Denn jede Schule bildet für sich alleine aus und ich fand es toll, mal so ein Netzwerk aufzubauen, eben ohne Konkurrenz, sondern auf einer schönen, entspannten harmonischen Grundlage, weil man sich ja auch immer wieder sieht. Ein weiteres Highlight war für mich das Konzert mit den Ehemaligen, weil es ja schon etwas Besonderes ist, mit den großen Namen der Musicalszene auf der Bühne zu stehen.

Du bist anschließend zum Master Studium nach London gegangen. Wieso hast Du den Schritt gewagt und wie hast Du die Stadt erlebt?

Ich wollte immer mal im Ausland leben, im englischsprachigen Land. Ich dachte mir, dass ein Studium sich dafür anbietet, weil man einfach viele Möglichkeiten hat, und ich war nach meinem Bachelor mit 23 relativ jung. Ich hatte noch Wissensdurst und wollte mich noch besser ausbilden lassen in einem Land, wo Musical ganz anders gesehen wird als in Deutschland. Gerade London ist ja die Quelle  für ganz viele Produktionen, für ganz viel Theater und Kultur. Ich wollte einfach mal von einer englischen Seite sehen, was die mir noch an Input geben können. Essen-Werden ist als Stadt ja sehr klein und mich reizte die Großstadt.

Wie war das an der Royal Academy of Music ganz konkret für Dich?

Der erste Unterschied war, dass wir 39 Studenten waren, was sehr viele Leute sind. Das war ein großer Unterschied zur Folkwang, wo es nur 6 waren. Das ergab eine ganz andere Dynamik. Wir waren auch in kleinen Gruppen und im Einzelunterricht. Trotzdem hat man viel mehr verglichen und abgeguckt und konnte sich inspirieren lassen, sich gegenseitig helfen und voneinander lernen.  Es war sehr international. Ich war der einzige Deutsche, die anderen kamen aus Holland, Italien, Irland, Schweden und natürlich aus Großbritannien, jeder hat seinen Input mitgebracht. Das war sehr spannend, international zusammenzuarbeiten. Ich fand auch die Dozenten und die Master Classes toll, da viele Lehrende noch aktiv am West End arbeiten und inszenieren, wodurch man sehr viele wichtige Kontakte knüpfen konnte.

Welche Dozenten waren besonders angesagt?

Claude Michel Schönerg, der Komponist von Les Misérables, der war für mich ein Highlight. Von ihm selbst zu hören, wie er sein Material sieht, mit ihm daran zu arbeiten, das war schon sehr besonders. Auch Matt Ryan war sehr inspirierend, er ist ein ganz toller Regisseur

Unterschied sich die Art des Studiums von dem an der Folkwang Hochschule?

In London war es schon auch ähnlich, aber es hatte eine spezielle Handschrift. Musik, Text und Sprache gehen dort sehr ineinander über. Es gab viel Storytelling through song und nicht so eine Trennung wie in Deutschland, eher einen fließenden Übergang.

Deine nächste Station war im Oktober 2018 in Hamburg

Ja, ich habe in GHOST im Ensemble mit Cover Carl gespielt. Mein Ziel war es, in London zu bleiben, aber weil ich GHOST super gerne machen wollte, habe ich dafür vorgesprochen und dann hat es sich so ergeben. Für mich ging ein Traum in Erfüllung. Und dann kam die Audition für TINA, wieder am Stage Operettenhaus. Da war ich sehr froh, weil auch das Team vom Londoner West End hier gearbeitet hat. Ich dachte, das könnte mir vielleicht den Schritt nach London zurück leichter machen, wenn ich die mal kennenlerne. Man weiß ja nie, was als nächstes kommt. Das war auch mit ein Grund, ein Jahr länger in Hamburg zu bleiben.

Welche Rolle hast Du in TINA?

Ich bin Swing, lerne alle Männerrollen, die ich machen kann, das hängt ja von der Hautfarbe ab, z.B. Ehemann und Manager. Somit bin ich immer auf der Bühne, wenn andere ausfallen, das kann dann täglich eine andere Rolle sein. Momentan stehe ich im Schnitt 5-8 mal die Woche auf der Bühne.

Das erfordert eine hohe Flexibilität.

Genau und das macht es auch abwechslungsreich. Ich habe 4 Rollen und zusätzlich kleine Aufritte und ich muss auch alle Choreos von allen Positionen tanzen können.

Du erarbeitest Dir gerade eine richtig gute Basis, was den Beruf betrifft. Höre ich da eine gewisse Strategie heraus?

Ja, schon.

Denkst Du über die Zeit in 5 oder 10 Jahren nach?

Ja, klar, ich möchte dann immer noch auf der Bühne sein und tolle Rollen spielen. Aber ich habe auch gelernt, mit dem Fluss zu gehen. Man kann es eh nie planen, deswegen gucke ich, was sich so ergibt. Lass einfach meine Laufbahn in den Händen des Schicksals sozusagen.

Da könnte man ja nervös werden. Wie behältst Du da die Ruhe?

Gerade habe ich den Luxus, dass ich für ein weiteres Jahr fest angestellt bin und mir keine Gedanken machen muss. Aber natürlich ist man gegen Ende schon nervös, aber daran denke ich noch nicht.

Suchst Du Dir Menschen, die Dich prägen, an die Du dich hältst?

Keine speziellen. Ich lasse mich inspirieren von Leuten, die ich im Theater sehe.

Gibt es etwas, das Du unbedingt mal spielen möchtest?

Nein, da bin ich auch eh er offen. Es gibt Stücke wie NEXT TO NORMAL oder THE LAST FIVE YEARS, die mich sehr ansprechen.

… weil sie weiter in die Tiefe bohren?

Ja, weil sie eine Geschichte erzählen, die berührt, und weil die Musik sehr stimmungsvoll ist. Ich finde es immer schön, wenn Musik auch eine Ernsthaftigkeit hat und eine Geschichte erzählt. Aber die großen Shows sind auch toll.

Welche Eigenschaften sind für Dich in Deinem Beruf relevant?

Ganz weit oben stehen Disziplin und Fleiß. Ich merke das jetzt auch. Man muss trotzdem noch für sich einen Weg finden, immer weiter zu üben und sich fortzubilden. Man muss am Ball bleiben. Bei TINA muss ich einfach nebenher für mich viel mehr üben. Aber auch Pünktlichkeit und der Umgang mit Kollegen sind sehr wichtig. Man muss einfach selber viel Energie reinstecken und darf sich nicht ausruhen. Das war am Anfang schwierig, den Tag neben den Vorstellungen zu nutzen und nicht nur für die Show zu leben. Das bedeutet für mich auch Selbstständig sein und Erwachsen werden, dem Tag, der Woche, dem eigenen Leben Struktur zu geben und sich dennoch frei zu bewegen. Das fand ich die größte Herausforderung. Man muss für sich herausfinden, wie teile ich meine Zeit ein und was für eine Struktur gebe ich dem Ganzen?

Hast Du das für Dich geschafft?

Ich arbeite noch daran. Es ist noch ausbaufähig.

Welche anderen Herausforderungen siehst Du in Deinem Beruf?

Bei 8 Shows die Woche ist es eine Herausforderung, das Stück immer wieder neu zu entdecken, nicht nur abzuspulen, sondern auf der Bühne alles zu geben.

Du stehst ja als Künstler in der Öffentlichkeit? Wie gehst Du mit den sozialen Netzwerken um?

Ich investiere nicht super viel Zeit, sehe aber trotzdem, dass es heutzutage hilft, wenn man in den sozialen Netzwerken aktiv ist. Instagram und Facebook helfen aufzuzeigen, was man macht. Man bleibt auf dem Radar der Leute, auch von Regisseuren. Aber man kann dadurch auch Familie und Freunden, aber auch Fans Einblicke in die Arbeit geben. Das ist ja auch schön, wenn man sich für die Show interessiert. Ich fand das vor dem Studium auch immer interessant, mal hinter die Kulissen zu gucken und Darsteller von der persönlichen Seite zu sehen. Ich hatte schon mal so ein paar unangenehme Beiträge. Aber das gehört leider auch dazu. Kritik ist OK, aber man sollte keine gemeinen Nachrichten hinterlassen.

Welchen großen Wunsch hast Du für Deine Karriere?

Ich fände es toll, wenn ich durch meinen Beruf noch viel herumkommen würde, wenn ich noch viele Orte entdecke, London oder Polen, wo meine Familie herkommt, oder mal ein Kreuzfahrtschiff, weil ich halt Reisen spannend finde. Ich finde es aber auch schön, irgendwo eine Basis zu haben, um immer wieder “nach Hause” kommen zu können, da das Umziehen und Reisen auf Dauer auch anstrengend werden kann.

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Das Interview führte Andrea Beumer, Mitbegründerin von UPTEMPO e. V.

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Wir Musical-Fans haben der Musicaldarstellerin Melanie Gebhard ein paar Fragen gestellt.

Melanie Gebhard wurde in Albstadt auf der Schwäbischen Alb geboren.

Nach ihrem Abitur und einer Ausbildung im Marketing- und Eventbereich beim Radio, übersiedelte Melanie nach Hamburg, um ihre Ausbildung an der Stage School Hamburg zu starten.

Schon bald nach ihrem Abschluss an der Stage School Hamburg als „Diplom Bühnendarstellerin in Gesang, Schauspiel und Tanz“, war Melanie als Elphaba, die grüne Hexe, im Musical „WICKED – Die Hexen von Oz“ zu sehen.

Danach folgten eine Reihe von Rollen in bekannten und beliebten Musicals wie Ghost, Ich war noch niemals in New York, Sister Act, Mozart!, Titanic oder My Fair Lady.

Neben Musicalproduktionen ist Melanie auch in TV-Werbespots (z.B. Salamander Schuhe) und als Solistin bei Galas, Konzerten und TV-Sendungen (z.B. SWR Sonntagstour) zu erleben.

2016 feierte sie ihr Regiedebüt mit dem Wiener-Mundart-Musical „UNSCHULDIG – Der Häfn rockt“.

Zuletzt war Melanie in ROBIN HOOD – DAS MUSICAL (Chris de Burgh  / Dennis Martin) im Schlosstheater Fulda und als Morticia Addams in „THE ADDAMS FAMILY“ im Theater Plauen-Zwickau zu sehen.

Melanie Gebhard - Credits: Philipp Dietrich Photography

Melanie Gebhard – Credits: Philipp Dietrich Photography

Das Interview wurde im September 2020 geführt.

War es immer dein Ziel auf der Bühne zu stehen oder hattet du einen anderen Berufswunsch?

Als Kind habe ich schon Nachrichten und das Wetter auf Kassette aufgesprochen. Als Teenager wollte ich immer singen und auf jeden Fall Schauspielerin werden. Als ich dann gesehen habe, dass man das verbinden kann, war klar: es wird Musical! Das Wetter spreche ich jetzt eben manchmal meinen Freunden als Sprachnachricht auf. ;-D Floristin war aber auch eine Zeit lang ein Wunsch und der Medienbereich hat mich auch interessiert, worin ich ja auch zuerst eine Ausbildung gemacht habe.

Melanie Gebhard - Credits: Philipp Dietrich Photography

Melanie Gebhard – Credits: Philipp Dietrich Photography

Du hast an der Stage School Hamburg studiert. Was nimmst du aus deiner Ausbildung mit?

Mich in meiner persönlichen Einzigartigkeit wahrzunehmen.

In der Ausbildung habe ich nicht nur die Kunst des Singens, Tanzens und Schauspiels von Grund auf gelernt und perfektioniert, sondern auch, dass man nicht ständig nach rechts und links schauen und sich vergleichen darf, sondern reinfühlen sollte, was für einen selbst das Richtige ist, wo der eigene Weg hingehen soll. Wenn man das nicht macht, verliert man leicht an Authentizität und/oder Selbstbewusstsein.

Was waren für dich die größten Herausforderungen in deiner ersten Zeit als Darstellerin?

Trotz vieler Absagen dran zu bleiben. Nicht aufzugeben und nicht zu denken „Ich kann nichts“, bloß weil ich vielleicht den Geschmack der Jury nicht getroffen habe oder ich zu groß war.

Ich habe kleinere Produktionen gespielt und immer weiter Auditions gemacht für Großproduktionen, zu denen ich unbedingt wollte, bis ich 2008 sogar meine absolute Traumrolle „Elphaba“ bekommen habe. Da wusste ich: es lohnt sich nicht aufzugeben. Und auch viele Freunde und Kollegen haben sich sehr für mich gefreut, weil sie beobachtet haben, wie hartnäckig ich drangeblieben bin.

Was würdest du jemanden raten, der Musicaldarsteller/-in werden möchte? Eine gute Entscheidung oder lieber nochmals durchdenken?

Ich rate immer erst mal „Hör auf dein Herz.“ Wenn du es unbedingt möchtest und dein Herz bei dem Gedanken tanzt, dann schau, dass du irgendetwas in diese Richtung machst.

Der Markt hat sich verändert. Es war schon immer ein großer Konkurrenzkampf und man kann in dem Business nicht immer mit Kompetenz punkten, denn es gibt viele Aspekte, die mitspielen können, ob man am Ende den Job bekommt. Dinge, die du nicht unbedingt beeinflussen kannst oder willst, wie Größe, Aussehen, Stimmklang etc. Aber das soll nicht abschreckend sein. Es gibt ja auch mittlerweile so viele Möglichkeiten auf einer Bühne zu stehen. Dennoch ist der Markt an Darsteller/innen auch mittlerweile etwas überlaufen. Und es wird schwerer sich durchzusetzen.

Wenn es möglich ist versuche dir auch immer noch ein weiteres berufliches Standbein zu bauen. Es gibt nur wenige Musicaldarsteller/innen, die bis ins Rentenalter mit diesem Job ausreichend Geld verdienen. Durch Corona ist es ja auch nochmal deutlich geworden, dass es nicht leichter wird in der Veranstaltungsbranche.

Was braucht man aus deiner Sicht, um im Musicalbusiness erfolgreich zu sein?

Was man auf jeden Fall mitbringen sollte sind Durchhaltevermögen, Flexibilität, mentale Stärke, Authentizität, Lust am Standortwechsel und Passion für die darstellende Kunst und Musik.

Wie ist es so in Rollen zu schlüpfen? Wie viel Melanie steckt in jeder Rolle?

Ich habe noch in jeder Rolle etwas gefunden, das auch in Melanie steckt. Manchmal merkt man das eben erst, wenn man sich mit der Rolle beschäftigt.

In jedem stecken alle möglichen Anteile, die man entweder entscheidet zu zeigen oder nicht. Oft macht es ja gerade Spaß sich in einen Charakter zu verwandeln, der man im Privaten nicht ist. Daher kommt, denke ich, ja auch die Faszination sich zu verkleiden zu Fasching, bei Partys oder an Halloween.

Es macht einfach Spaß weitere Anteile in sich zu entdecken. Dass in mir eine kleine Hexe steckt hätte ich auch nicht gedacht, wo ich doch immer so lieb bin ;-), aber durchaus habe ich mich in „Elphaba“ und ihrer „Andersartigkeit“ auch wiedergefunden und in dem inneren Kampf, den sie führt.

Aber dann ist es auch mal schön eine „Molly“ bei GHOST zu spielen, die näher am echten Leben und der sichtbaren Melanie ist. Nonne, Dinosaurier, Lichtgestalt, Baronin, karrieregeile Fernsehmoderatorin … alles steckt in mir. Und da gibt es sicherlich noch Einiges zu entdecken.

Melanie Gebhard - Credits: Philipp Dietrich Photography

Melanie Gebhard – Credits: Philipp Dietrich Photography

Welche Rollen würden dich zukünftig besonders interessieren und warum?

Ehrlich gesagt habe ich im Moment nicht DIE Traumrolle.

„Elphaba“ hat ja schon den Haken dahinter und sie wird immer in meinem Herzen bleiben.

Aber ich hätte mal wieder Lust auf eine sehr tragische Rolle und dann auch wieder auf eine totale Comedynummer. Die tragische Rolle wird sich vielleicht nächsten Sommer dann wieder ergeben. Stay tuned!

Du sprichst sowohl „Schwäbisch“ als auch „Schwedisch“ – hast du diese Sprachkenntnisse schon einmal auf der Bühne nutzen können?

Nein, leider nicht. Aber Wienerisch! Das habe ich für „Frau Grabsteindl“ in ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK in Wien extra lernen müssen. Die Audition dafür habe ich aber in Stuttgart gemacht und hier auf Schwäbisch gesprochen, denn dort hieß die Rolle ja „Frau Sargnägele“.

Ich fände es schon mal toll im Heimatdialekt zu spielen. Und gegen ein Engagement in Schweden hätte ich auch nichts einzuwenden. 😉

Was hältst du von Social Media? Zwingend notwendig für eine/n Künstler/in?

Ich sage einfach mal: Nein. Auch wenn fast alles gegen diese Antwort spricht. Aber ich bin einfach der Meinung,

Social Media sollte nie zwingend notwendig sein, da es einfach im Großen und Ganzen einen zu großen Einfluss auf uns Menschen hat und wir sehr anfällig für Beeinflussungen sind. Aber ich muss zugeben, dass es heute fast nicht mehr zu vermeiden ist sich als Person der Öffentlichkeit dort zu präsentieren. Man ist einfach sichtbarer und kann mehr Menschen erreichen. Und es macht ja auch irgendwie Spaß zu Posten. Allerdings, solange ich niemanden bezahlen möchte, der für mich regelmäßig und ausgeklügelt meine Posts erstellt, wird mein Account immer vor allem für mich authentisch bleiben. Das bedeutet, dass man mal was Privates, mal was Berufliches, mal irgendeinen Quatsch, mal was ganz Ernstes, zeitweise mal viel oder dann wieder weniger von mir zu sehen oder lesen bekommt. Denn das bin ich in meiner Vielfalt. Und ich möchte, dass meine Follower die Melanie sehen und nicht die Möchtegern-Melanie.

Melanie Gebhard - Credits: Philipp Dietrich Photography

Melanie Gebhard – Credits: Philipp Dietrich Photography

Wie stehst du generell zum Thema „Vermarktung“ deiner Person? Wie wichtig ist Marketing und Kommunikation für dich als Musicaldarstellerin?

Kommunikation ist für mich ein ganz großes und wichtiges Thema allgemein im Leben. Und ein großer Bestandteil der „Vermarktung“.

Ich denke es ist schon wichtig sich zu vermarkten als Künstler/in. Denn schließlich ist man hier sein eigenes Produkt und ohne Marketing oder Kommunikation nach außen wäre wahrscheinlich kein Produkt, das es heute zu kaufen gibt, je gekauft worden. Denn man muss ja erst mal wissen, dass dieses jetzt am Markt ist.

Also sollten die Menschen auch wissen, dass es mich gibt, als Künstlerin, und was mich ausmacht, was das Besondere an mir ist, was ich alles kann, welchen Vorteil es hat, wenn man mich engagiert oder etwas anschaut, wenn ich mitwirke. Und da kommt man mittlerweile an Social Media eben auch nicht mehr vorbei.

Marketing beeinflusst eben Menschen, was der Sinn und Zweck ist. Soll die Leute aber nicht für dumm verkaufen. Das ist mir wichtig. Ich komme ja auch aus dem Bereich Marketing mit der Ausbildung beim Radio.

Wie wichtig sind „Fans“ im Musicalbusiness und wie sind deine bisherigen Erfahrungen mit Fans?

Fans sind unglaublich wichtig, denn sie unterstützen uns meist so liebevoll und mit ihnen haben wir treue Musicalbesucher, auch an sonst schlecht besuchten Tagen. Und es tut natürlich auch der Künstlerseele gut, wenn man weiß, da gibt es Menschen, denen gefällt, was ich tue und sie kommen speziell wegen mir.

Ich habe bisher nur gute Erfahrungen gemacht mit meinen Fans. Es sind nicht so viele, dass es gleich für einen großen Fanclub reicht, aber das muss auch nicht sein. Ein paar begeisterte Seelen, ein freundlicher und konstruktiver Austausch ist einfach sehr schön. Daher mal ein ganz großes Dankeschön an meine Fans da draußen! <3

Warst du früher auch mal Fan von einer/m Musicaldarsteller/-in?

Also ich fand viele Darsteller/innen toll bzw. einfach alle, die z.B. bei TANZ DER VAMPIRE mitgemacht haben, als es Anfang der 2000er in Stuttgart spielte. Da war ich sehr oft, denn es war zu dieser Zeit mein absolutes Lieblingsmusical. Und ich fand Thomas Müllner als „Herbert“ faszinierend. Umso spezieller war es dann, später mit dem einen oder anderen Kollegen, wie Stefan Poslovski, Fritz Schmid, Norbert Kohler uvm. zusammen zu arbeiten.

Was ist dein Lebensmotto und warum?

Hör auf dein Herz, strahle wie die Sonne in deinem Leben und sei du selbst, denn all die anderen gibt es ja schon.

Wir Musical-Fans sagen „Danke fürs Gespräch“.

Mehr zu Melanie Gebhard auf www.melaniegebhard.com und Instagram.

Agentur: die Kulturbrüder

Melanie Gebhard - Credits: Conny Wenk

Melanie Gebhard – Credits: Conny Wenk

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Wir Musical-Fans haben der Musicaldarstellerin Jennifer van Brenk ein paar Fragen gestellt.

Jennifer van Brenk wurde in den Niederlanden geboren und studierte am Fontys Conservatorium in Tilburg/ NL.

Vor Ende ihrer Ausbildung erhielt sie den „Jacques de Leeuw Jong Top Talent Preis“ als meist vielversprechende Abschlussstudentin des Jahres.

Ihr Repertoire umfasst u.a. MARY POPPINS (Winifred Banks), SOLDAAT VAN ORANJE (Tessa), KRUIMELTJE (Juf Jacobs), CISKE DE RAT (Suus), DISNEY´S BEAUTY AND THE BEAST (Belle), ROMEO & JULIA – VAN HAAT TOT LIEFDE (Julia), CARO (Mrs. Time) u.v.m.

Jennifer war u.a. am Stage Apollo Theater in Stuttgart, an der Stadsschouwburg Antwerpen, am Theaterhangaar Katwijk, am Circustheater Scheveningen, am Theater Carré Amsterdam, am Theater Nieuwe Luxor Rotterdam, am Efteling Theater und an vielen Tournee Theatern in Holland und Belgien zu sehen.

Neben ihren Theaterproduktionen arbeitet Jennifer auch als Übersetzerin und Synchronsprecherin.

Seit Herbst 2022 steht Jennifer van Brenk in MAMMA MIA! in Hamburg als Tanja auf der Bühne.

Das Interview wurde im Februar 2021 geführt.

War es immer dein Ziel auf der Bühne zu stehen oder hattet du einen anderen Berufswunsch?

JA! Haha, als ich zwei Jahre alt war, hatte ich schon „Song und Dance“ im Wohnzimmer gemacht. Und das Theater und die Bühne waren immer eine große Liebe von mir. Ich glaube, dass ich mit 16 Jahren noch versucht habe mich für etwas anderes zu interessieren, ich glaube es war Journalismus, aber das hat leider nicht geklappt …. hahaha.

Du hast deine Ausbildung am Fontys Conservatorium in Tilburg abgeschlossen. Was nimmst du aus deiner Ausbildung mit?

Ganz viele tolle Sachen, muss ich sagen … aber was mir als erstes einfällt ist: Ausdauer! Musical kann man vergleichen mit Spitzensport. Jede Woche 8 Shows spielen ist keine Kleinigkeit. Mein Gesangslehrer war damals Edward Hoepelman und er hat wirklich „die Muskeln“ meiner Stimmbänder kultiviert. Deswegen habe ich mit meiner Stimme auf der Bühne in den letzten 20 Jahren auch nie Probleme gehabt.

Was waren für dich die größten Herausforderungen in deiner ersten Zeit als Darstellerin?

Mein erster Job war Cover von „Julia“ in „Romeo und Julia – das Musical“. Das war eine große Produktion in Antwerpen und ich war damals im letzten Jahr am Fontys Conservatorium. Die Probezeit war sehr anstrengend, wir haben jeden Tag von 10 bis 22 Uhr geprobt und waren alle völlig erschöpft.

Was wirklich passiert ist, weiß ich noch immer nicht, aber der Regisseur hat sich im letzten Moment entschieden nicht die First Cast sondern mich die Premiere spielen zu lassen. Natürlich war das eine tolle Chance, aber es war nicht ganz „fair“ – weder für das Mädchen, das damals First Cast war, noch für mich, weil ich keine einzige Preview gespielt hatte. Nur ein paar Szenen und Songs hatte ich damals geprobt.

Die Premiere habe ich damals geschafft, aber es war mir alles viel zu schnell und unvorbereitet. Mein erstes großes Engagement nach „Romeo und Julia“ war im Ensemble von „Beauty and the Beast“. Und das hat sich alles ein bisschen besser angefühlt. Von da an bin ich Schritt für Schritt auf der „Musical-Leiter“ weitergeklettert.

Jennifer van Brenk - Hummelinck Stuurman Theaterproducties - Hera - Alkmene - Credits - Ben van Duin

Jennifer van Brenk – Hummelinck Stuurman Theaterproducties – Hera – Alkmene – Credits – Ben van Duin

Was braucht man aus deiner Sicht, um im Musicalbusiness erfolgreich zu sein?

Immer offen bleiben für die Veränderung in der Welt und in dir selbst. Wenn man als Darstellerin wirklich akzeptiert, dass man sich im Laufe der Zeit verändert und sich selbst erlaubt auch Neues zu lernen oder Dinge aus einem anderen Augenwinkel zu sehen – dann kann man für viele Jahre die schönsten Rollen spielen.

Es ist logisch, dass man sich an einer erfolgreichen Rolle und Phase auf der Bühne festhält, aber da kommt ein Moment, in dem diese Phase für die Zukunft nichts mehr bringt.

Wie ist es so in Rollen zu schlüpfen? Wie viel Jennifer steckt in jeder Rolle?

Am Anfang versuche ich mich immer in die jeweilige Person hineinzuversetzen und da steht die Person oft weiter weg von mir. Aber nach 800 Vorstellungen fühlt es sich immer an ob „ich“ auf der Bühne stehe … hahaha. Aber das hat wohl mehr damit zu tun, das die Worte und Noten nach so einer langen Zeit ein Teil meines Körper werden.

Welche Rollen würden dich zukünftig besonders interessieren und warum?

Ich möchte so gerne einmal ein Teil eines „Ensemblestücks“ wie z.B. „Come From Away“ sein. Die Rolle ist mir eigentlich egal, aber mit der ganzen Cast die ganze Zeit auf der Bühne sein, jedes Cast-Mitglied spielt mehrere Rollen, es gibt kaum ein Bühnenbild, die Band spielt „on stage“ mit toller Folkrock-Musik … der Hammer!

Eines deiner Hobbys ist Reiten. Hast du diese sportliche Fähigkeit auch schon einmal in einer Rolle verwenden können?

Nein! Leider noch nicht! Aber eine tolle Idee: „Black Beauty – das Musical“ oder „My Little Pony“ vielleicht 😉

Was hältst du von Social Media? Zwingend notwendig für eine/n Künstler/in?

Als ich in der Branche begonnen habe, gab es noch kaum Social Media, deswegen habe ich immer das Gefühl, dass ich noch nicht völlig verstehe wie wichtig „Social Media“ in unserer Branche eigentlich ist. Auch weil ich immer gedacht habe, dass z.B. Facebook nur eine tolle Plattform ist, um ganz einfach mit Leuten aus deiner Mittelschule oder vom tollen Urlaub damals in Griechenland 2002 in Kontakt zu bleiben.

Aber jetzt versteh ich mehr und mehr wie cool es ist auf diese Art ganz einfach verbunden zu sein – mit Leuten aus unserer Branche. Und dass es auch eine schöne „Visitenkarte“ als Darstellerin sein kann. Aber es muss immer in eine gesunde Balance sein zwischen Business und Privat.

Jennifer van Brenk - Soldaat van Oranje - Tessa - Credits - Joris van Bennekom

Jennifer van Brenk – Soldaat van Oranje – Tessa – Credits – Joris van Bennekom

Wie wichtig sind „Fans“ im Musicalbusiness und wie sind deine bisherigen Erfahrungen mit Fans?

Immer gut muss ich sagen und sie sind sehr sehr wichtig für das Musicalbusiness.

Ich finde es noch immer unglaublich, dass so viele Leute mehrere Male eine Vorstellung besuchen und dann noch immer begeistert sind.

Es ist ein großes Kompliment, dass wir etwas zusammen gestaltet haben, das so vielen Menschen so gut gefällt.

Welche Musikstile hörst du privat gerne?

Singer-Songwriter, Country, aber ich höre auch sehr gerne Musicalsongs.

Und welcher Song ist dein Lieblingssong?

Es gibt sooo viele schöne Songs, aber einer meiner Favorites ist „And So it Goes“ von Billy Joel.

Hast du einen Lieblingsfilm oder gibt´s mehrere Filme oder Genres, die du besonders magst?

Auch das ist eine unmögliche Frage für mich, weil ich Filme liebe. Aber was mich als Kind sehr beeindruckt hat ist die Verfilmung von „West Side Story“. Jahre später war ich auch unglaublich begeistert von „Das Leben der Anderen“. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich so viel geweint habe am Ende eines Film als bei diesen beiden Filmen.

Der Wir Musical-Fans – Wordrap

  • Hund oder Katze: Hund
  • Urlaub am Berg oder am Meer: Berg
  • Facebook oder Instagram: Instagram
  • Tag oder Nacht: Tag
  • Modetrends oder eigener Style: beides
  • Schwarz oder weiß: Weiss
  • Fantasyfilm oder Komödie: Komödie
  • Buch oder Zeitung: Buch
  • Kraftsport oder Ausdauertraining: Kraftsport
  • WhatsApp oder Signal: Whatsapp
  • Wirtschaft oder Politik: Wirtschaft
  • Tee oder Kaffee: Tee (aber ich trinke viel zu viel Kaffee)
  • Diese Persönlichkeit fasziniert mich: Lin-Manuel Miranda
  • Meine wertvollste Erfahrung in meinem Leben war: die Geburt meines Sohns
  • Diese Eigenschaften sind mir bei anderen Menschen wichtig: Humor und zuhören können
  • Energie tanke ich durch: Spazieren, Kochen, Zeit mit Freunden
  • Zum Frühstück esse ich gerne: gekochtes Ei oder Haferflocken (Porridge) mit Heidelbeeren, Nüssen, Zimt, Erdnussbutter und Ahornsirup.
  • Meine Lieblingsfächer in der Schule: Englisch und Kunstgeschichte
  • Im Kühlschrank habe ich immer: Eier und Gemüse
  • Lernen möchte ich noch: Malen
  • Wenn ich 10 Mio Euro im Lotto gewinne, würde ich: ein Haus in den Bergen mit Blick übers Meer kaufen.
  • Meine 3 Lieblingsmarken sind: Lidl, La Roche Posay und Chanel
  • Dafür lohnt es sich zu kämpfen: meine Familie
  • Das größte Abenteuer meines Lebens: mein Sohn
  • Erfolg ist für mich: eine richtig gute Balance zwischen Arbeit und Privat haben

Wir Musical-Fans sagen „Danke fürs Gespräch“.

Mehr zu Jennifer van Brenk auf Instagram.

Jennifer van Brenk - Credits: David Hardenberg

Jennifer van Brenk – Credits: David Hardenberg

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UPTEMPO e. V., die Initiative zur Förderung hochbegabter Musical-Nachwuchskünstler/-innen, stellt Euch Laura Pfister, Teilnehmerin der Musical Academy 2017, im Interview vor.

Wie hast Du die Zeit während der UPTEMPO Musical Academy in Düsseldorf erlebt?
Die Zeit war auf jeden Fall super intensiv, also ich erinnere mich, dass wir sehr gut beschäftigt waren. Ich fand vor allem die Leute, mit denen wir arbeiten durften, Stefan Huber, Christian Stadlhofer, Michael Staringer, Lior Kretzer, großartig. Jeder hatte einen ganz eigenen Hintergrund und konnte uns Teilnehmern dadurch ganz unterschiedliche Dinge mitgeben. Man hat in dieser kurzen Zeit wirklich nochmal viel gelernt. Außerdem war natürlich auch das Abschlusskonzert mit den erfahrenen Darstellern super spannend. Darunter waren auch einige Leute, die ich schon oft auf der Bühne gesehen habe, und dann mit denjenigen zusammen ein Konzert zu machen und zu sehen, OK, das sind letztendlich auch nur Menschen, war schon toll. Ich mochte die Zeit wirklich wahnsinnig gerne.

Was waren für Dich die größten Herausforderungen in Deiner ersten Berufszeit?

Jeder Job bringt natürlich unterschiedliche Herausforderungen mit sich. Ein Long-Run-Stück für ein Jahr acht Mal die Woche zu spielen hat ganz andere Dinge von mir gefordert, als innerhalb von sechs Wochen eine Uraufführung auf die Beine stellen. Beides waren große Herausforderungen, aber die waren natürlich ganz unterschiedlicher Art.

Was mich allerdings durchgehend herausfordert – ich glaube, da geht es vielen meiner Kollegen, die gerade erst anfangen, ähnlich – ist, dass ich ständig aufpassen muss, mein Selbstwertgefühl nicht abhängig von meinem beruflichen Erfolg zu machen. Man sollte sowieso Erfolg für sich selbst definieren und nicht das Gefühl haben man ist schlechter oder weniger wert als andere, bei denen es vermeidlich besser läuft, nur weil man vielleicht gerade keinen Job hat oder einen, der von anderen nicht so hoch angesehen wird. Auch wenn man gerade ein berufliches Tief hat, ist es wichtig seine positiven Gefühle auch noch aus anderen Quellen zu ziehen und nicht sein ganzes persönliches Glück auf den Job und die Karriere zu projizieren. Das ist auf jeden Fall etwas, das ich bei vielen meiner Kollegen beobachte, vor allem aber auch bei mir selbst. Ist ja auch irgendwie verständlich, wir lieben, das was wir tun so sehr und wollen natürlich auch arbeiten und erfolgreich und glücklich in unserem Job sein. Aber es gibt im Leben so viel mehr als nur den Beruf und das vergisst man leider viel zu oft. Dieser Tendenz gegenzusteuern ist meine größte Herausforderung.

Was würdest Du jemandem mitgeben, der sich für das Musicalstudium interessiert?

Das würde ich zweigleisig betrachten. Das Studium an sich würde ich jedem empfehlen. Ganz davon abgesehen, dass es natürlich gar nicht so leicht ist an einer Uni angenommen zu werden, man muss sich ja gegenüber einer großen Bewerberanzahl behaupten, aber hat man diese Hürde gemeistert, ist dieses Studium etwas ganz Besonderes. Man hat drei Jahre Zeit sich nur mit sich selbst zu beschäftigen. Man lernt so viel über sich und andere, ist umgeben von vielen inspirierenden Menschen, tollen Dozenten, Leute, die gleich denken wie man selbst, man darf an spannenden Projekten arbeiten und so weiter.

Aber wenn man mich fragt, was ich jemandem raten würde, der wirklich Musicaldarsteller werden möchte, würde ich auf jeden Fall sagen, dass man unbedingt die schönen Seiten des Berufs so sehr lieben muss, dass man freiwillig auch die schlechten erträgt. Denn egal wie viel man schimpft oder wenn man mal wieder nicht weiß, wie die nächsten Monate aussehen werden, muss man sich daran erinnern: OK, es wird auch wieder ein Sommer kommen und ich deshalb ertrage jetzt diesen Winter. Man geht durch wahnsinnig viele Ups and Downs und man muss irgendwie seinen Frieden damit schließen und wissen, dass das einfach dazu gehört. Zu mir hat mal jemand gesagt, wenn Du etwas anderes genauso sehr liebst, wie auf der Bühne zu stehen, dann mach das andere!

Und das würde ich genauso unterschreiben. Aber wenn man furchtlos auch die Schattenseiten akzeptiert und sich bewusst dafür entscheidet, dann ist es der schönste Beruf der Welt.

Du gehst ab September 2019 für ein einjähriges Masterstudium nach London, an die Guildford School of Acting. Was waren Deine Beweggründe für diesen Schritt?

Das ist tatsächlich entstanden, als ich Kinky Boots in Hamburg, das Long-Run Stück, gespielt habe. Es war eine sehr internationale Cast und ich war ständig umgeben von wahnsinnig talentierten, hart arbeitenden Leuten von überall aus der Welt. Ich habe gemerkt, dass dieser Long-Run-Prozess wirklich noch einmal etwas ganz Eigenes ist. Ich bin irgendwann schlicht und ergreifend mit meinen Fähigkeiten an Grenzen gestoßen und habe gemerkt, die anderen stecken das irgendwie leichter weg. Der Gedanke, einen Master zu machen, war eigentlich immer da. Ich habe ja in München studiert, wo man auch den Master machen kann. Ich habe damals gesagt, ich würde mir gerne die Möglichkeit offen lassen, nach ein paar Jahren Berufserfahrung für den Master zurückzukommen, um dann genau zu wissen, woran ich noch arbeiten möchte. Ich war damals nicht sicher, ob das überhaupt passieren wird, weil der Schritt, nach ein paar Jahren im Beruf noch einmal zur Schule zu gehen, natürlich schon groß ist. Jetzt ist es aber doch eingetreten, dass mir sozusagen das Schicksal einen Wink gegeben hat, OK, Du stößt gerade an Grenzen, Du bist Dir dessen bewusst und Du willst es nicht hinnehmen. Ich habe einen großen Anspruch an die Leute um mich herum und deshalb auch an mich selbst. Ich möchte einfach besser werden und daher habe ich mich für ein Masterstudium im Ausland entschieden.

Was erwartest Du von Deinem Masterstudium?

Ich möchte einfach weiter an meinen Fähigkeiten arbeiten, meine Grenzen ausweiten, mein Selbstbewusstsein stärken, eine bessere Darstellerin werden. Tatsächlich ist mir auch der Auslandsaspekt sehr wichtig. Ich möchte gerne nochmal in einem Land studieren, in dem das Genre Musical einen ganz anderen Stellenwert hat, als hier in Deutschland. Ich glaube auch, dass sich die Unterrichtsweisen und der Studienaufbau deutlich zu den deutschen Unis unterscheiden und das würde ich sehr gerne untersuchen und kennen lernen.

Wo siehst Du Dich in fünf Jahren (oder in zehn Jahren)?

Ja, also, in fünf Jahren würde ich schon noch gerne arbeiten (lacht), hoffentlich auch in zehn Jahren. Fünf Jahre sind ja relativ schnell da. Viele fragen mich, ob ich nach dem Masterstudium in England bleiben möchte. Ich schließe das nicht aus, aber ich bin mir bewusst, dass wir in Deutschland privilegiert sind, was das Künstlerdasein angeht. Also wir haben hier schon mehr Möglichkeiten, haben einen besseren Background, was Sozialversicherung und alles angeht, solche Dinge. Man hat es hier als Künstler auf jeden Fall leichter als in England oder Amerika. Man wird vom System leichter aufgefangen, auch wenn es gerade mal nicht so läuft, ganz davon abgesehen, dass in England auch nochmal ein ganz anderer Konkurrenzdruck herrscht. Deswegen bin ich da auch ganz realistisch. Klar, wenn es sich ergibt, würde ich auch einen Job in England machen. Aber die Chancen sind relativ gering. Deshalb sehe ich mich in fünf Jahren nach wie vor in Deutschland als Musicaldarstellerin.

Aber in zehn Jahren… Also, mein Wunsch wäre, vielleicht schon immer noch auf der Bühne zu stehen, aber ich schließe auch etwas anders nicht aus. Man weiß ja nie, ich würde trotzdem gerne irgendwann auch mal hinter die Bühne. Mir liegt einfach das Genre Musical sehr am Herzen und ich würde total gerne dazu beitragen, dass die Szene in Deutschland wächst, dass interessante Stücke auf den Markt gebracht, mehr eigene Stücke entwickelt werden, eine richtige „Off-Szene“ entsteht etc. Ich sehe mich dort weniger als Regisseurin, Choreografin, sondern eher in einem organisatorischen Sektor.

So eine Art Botschafterin?

Ja, wer weiß, ich muss da selber noch suchen, welche Möglichkeiten es gibt. Aber ich hoffe, dass sich das in diesen zehn Jahren dahin entwickelt, dass der Übergang von auf der Bühne zu irgendwas anderem „smooth“ verläuft.

Welche drei Eigenschaften machen erfolgreiche Musicaldarstellerinnen aus?

Essenziell für eine/n Musicaldarsteller/in ist für mich Professionalität. Das beinhaltet Pünktlichkeit, respektvolles Umgehen mit allen Menschen um Dich herum, vorbereitet sein etc. Das ist ganz einfach unerlässlich!

Außerdem finde ich, dass man eine starke, künstlerische Persönlichkeit mitbringen muss. Viele sehen Musical ja als etwas sehr Oberflächliches, Unbedeutsames an. Aber wenn wir als Darsteller genauso denken und nichts dagegen tun, ist es schwierig. Ich finde, man muss unbedingt eigenständig, künstlerisch, dramaturgisch, theatralisch denken können und selber eine Sichtweise, eine Meinung haben, Dinge hinterfragen, sich selber einbringen und nicht nur darauf warten gesagt zu bekommen, mit welchem Gesicht man auftreten und abgehen muss. Es ist wichtig ein aktiver Teil des Prozesses zu sein und etwas zu sagen zu haben.

Und zuletzt finde ich es wichtig, ganz kitschig gesagt, das Bedürfnis oder die Gabe zu haben, Liebe zu geben. Wenn ich auf der Bühne jemanden sehe, der nur für sich spielt, aber nicht für das Publikum, dann interessiert mich das nicht. Ein richtig guter Darsteller liebt das Publikum, denn sonst könnten wir alle auch alleine daheim eine Show spielen, aber wozu? Wir Darsteller sind nichts ohne das Publikum. Wir geben und gleichzeitig bekommen wir. Dieser energetische Austausch ist magisch und das bewusste Wertschätzen dieser Verbindung macht für mich einen guten Darsteller aus.

Wenn Du einen Wunsch in Bezug auf Deine Karriere frei hättest, welcher wäre das?

Das Beste, was einem meiner Meinung nach passieren kann, ist, dass man irgendwann in die Position kommt sich auszusuchen, welche Projekte man mit welchen Leuten mache möchte. Mir geht es oft gar nicht um die Häuser, um die Rollen, um die Stücke, sondern vor allem mit welchen Leuten ich zusammenarbeite, denn es geht schließlich Lebenszeit, die man zusammen verbringt. Was bringt mir, die tollste Rolle, wenn das Team und ich nicht auf derselben Wellenlänge sind, künstlerisch, sowie privat? Das ist letztendlich für niemanden eine schöne Situation und abgesehen von einem guten Endergebnis, will man ja auch eine gute Zeit zusammen haben. Deswegen wäre mein Wunsch, irgendwann selbst entscheiden zu können, was mit meiner Karriere passiert und mit wem ich arbeite. Sei es auch, von mir aus zu sagen, OK, jetzt höre ich auf. Ich würde gerne selbst beschließen, wie mein Leben aussehen soll, und nicht, weil mich bestimmte Umstände zu etwas zwingen. Das wäre mein größter Wunsch: Unabhängigkeit!

Mehr zu Laura Pfister

Laura Pfister – Credits: Lenja Schultze

Im Rahmen ihres Studiums an der Theaterakademie August Everding spielte die gebürtige Nürnbergerin Laura Pfister im Ensemble von Big Fish im Prinzregententheater und diverse Rollen in I love you, you’re perfect, now change im Silbersaal des Deutschen Theaters München. Danach war sie unter anderem als Swing, Zweitbesetzung Lauren und Nicola in Kinky Boots im Stage Operettenhaus und als Tangolita in der Operette Ball im Savoy am Theater an der Rott zu sehen. Sie ist außerdem Preisträgerin des 3. Förderpreises in der Juniorkategorie des Bundeswettbewerbs Gesang Berlin und trat im Rahmen des UPTEMPO Förderprogrammes für Nachwuchskünstler im Capitol Theater Düsseldorf auf. Im Moment spielt sie Dortchen Wild im Musical Jacob und Wilhelm – Weltenwandler bei den Brüder Grimm Festspielen in Hanau.

Du findest Laura Pfister auch auf Facebook und Instagram

Das Interview führte Andrea Beumer, Mitbegründerin von UPTEMPO e. V.

Wenn auch Du die gemeinnützige Initiative bei der Entwicklung junger Künstlerpersönlichkeiten unterstützen möchtest, sende Deine Nachricht an info@up-tempo.de oder spende an Förderkonto UPTEMPO e. V. / IBAN: DE59 3005 0110 1005 572738 / BIC: DUSSDEDDXXX Bank: Stadtsparkasse Düsseldorf / Stichwort: Nachwuchsförderung

Du findest UPTEMPO auch auf Youtube, Facebook und Instagram.

Fotocredits: Lenja Schultze

Wir Musical-Fans im Interview mit der Schauspielerin Angelina Delano.

Angelina Delano wurde in Marburg geboren und ist in einem kleinen Dorf in Süddeutschland aufgewachsen.

Nach einigen Schauspielkursen in Deutschland und dem Abitur startete sie 2017 ihre Ausbildung an der „The Acting Corps North Hollywood“ in Los Angeles.

Nach ihrem Abschluss kehrte Angelina nach Deutschland zurück und verbrachte ein Jahr lang an einer deutschen Universität.

Ihre Liebe zur USA ließ sie allerdings nicht los und so startete Angelina das Method Acting – Studium am „The Lee Strasberg Film and Theater Institute West Hollywood“.

Dort wurde sie von Lees Sohn David, seiner ehemaligen Schülerin Hedy Sontag und vielen anderen tollen Lehrern unterrichtet und hatte auch die Chance mit Studenten vieler Filmschulen wie NYFA, CSUN und USC an Projekten zu arbeiten. Außerdem nahm sie an Filmfestivals wie der Collaboration Filmmakers Challenge teil.

Seit Anfang 2020 lebt und arbeitet Angelina nun wieder in Deutschland.

Das Interview wurde im April 2021 geführt.

Wolltest du immer Schauspielerin werden oder hattet du auch andere Berufswünsche?

Berufswünsche hatte ich als Kind viele. Nachdem ich aber dann die Schauspielerei entdeckt hatte, wurde es zunehmend schwierig, sich mit irgendeinem anderen Beruf anzufreunden…

Du hast deine Ausbildungen am „The Acting Corps North Hollywood“ und am „The Lee Strasberg Film and Theater Institute West Hollywood“ in Los Angeles abgeschlossen. Was nimmst du aus deinen Ausbildungen mit?

Unglaublich viel.

Zum einen hatte ich die Möglichkeit von tollen Lehrern wie Lee Strabergs Sohn David oder Vincent D’Onofrio authentisches Method Acting zu lernen. Andererseits hat Los Angeles mir aber auch sehr dabei geholfen, mich als Mensch weiterzuentwickeln. Die Zeit dort hat mich sehr geprägt, was wahrscheinlich auch daran liegt, dass ich bereits als Teenager das erste Mal dorthin gezogen bin und es neben Schauspiel viele andere Herausforderungen gab.

Ich würde aber jedem, der sich dafür interessiert und die Möglichkeit hat, empfehlen einmal ein paar Schauspielkurse oder Workshops in den USA zu besuchen.

Was waren für dich die größten Herausforderungen in deiner ersten Zeit als Darstellerin?

Die Industrie zu verstehen und Möglichkeiten zu finden, regelmäßig zu spielen.

Was würdest du jemanden raten, der Schauspieler/-in werden möchte? Eine gute Entscheidung oder lieber nochmals durchdenken?

Allgemein würde ich niemandem davon abraten, Schauspieler/-in zu werden.

Ich kenne dieses Gefühl, nicht anders zu können, ja von mir selbst. Es gibt aber viele Dinge, denen man sich vorher bewusst sein sollte (unsicheres Einkommen, viel Ablehnung, etc.). Wenn man verrückt genug ist, diesen Beruf dann immer noch ausüben zu wollen, würde ich empfehlen, es auf jeden Fall zu versuchen. Viele trauen sich nie und bereuen es später, was ich sehr schade finde.

Was braucht man aus deiner Sicht, um im Schauspiel-Business erfolgreich zu sein?

Disziplin und Durchhaltevermögen. „Hard work beats talent, if talent doesn’t work hard.“ Diese Denkweise hat mich immer motiviert, weil das für mich bedeutet, dass jeder in diesem Business erfolgreich sein kann.

Wie ist es so in Rollen zu schlüpfen? Wie viel Angelina steckt in jeder Rolle?

In unterschiedliche Rollen zu schlüpfen macht unfassbar viel Spaß!

Wie viel Angelina da dann noch drin steckt, ist schwierig zu definieren. Auf der einen Seite verwendet man vor allem im Method Acting Erfahrungen aus seinem echten Leben und man sollte sich nie vollkommen in der Rolle verlieren, alleine schon um die Situation unter Kontrolle zu haben. Auf der anderen Seite haben wir an meiner Schule trainiert sich selbst so weit zurückzunehmen, dass man nach 20 Minuten von der Bühne geht und nur sich nur wage an das was gerade auf der Bühne passiert ist erinnern kann.

Ich liebe es an dem Punkt zu sein, wo man eigentlich der Figur nur den eigenen Körper leiht und sie einfach machen lässt. Aber selbst dann ist man trotzdem anwesend und die eigene Persönlichkeit beeinflusst das Geschehen.

Wahrscheinlich kommt es alles in allem immer sehr auf die Rolle und die Situation an.

Willst du als Schauspielerin deinen Fokus auf Theater setzen oder lieber vor die Kamera für Film oder TV-Rollen? Oder vielleicht auch beides?

Beides hat seinen Reiz. Aus ganz unterschiedlichen Gründen. Aktuell zieht es mich mehr vor die Kamera, aber ich würde nie nein zum Theater sagen.

Du hast in den USA ja eine vielschichtige Ausbildung abgeschlossen und dabei neben Schauspiel auch Gesang und Tanz studiert. Könntest du dir vorstellen mal in Musicals auf der Bühne zu stehen? Und wenn ja, welche Musicals würden dich da besonders interessieren?

Auf jeden Fall! Mein absolutes Lieblingsmusical ist Chicago. Aber ich gehe selten aus einer gut produzierten Show ohne danach mindestens die Hälfte der Rollen einmal spielen zu wollen.

Angelina Delano - Credits: Carla Wehner

Angelina Delano – Credits: Carla Wehner

Welche Art von Rollen möchtest du zukünftig spielen und warum?

Ich liebe vielschichtige, komplexe Rollen. Generell faszinieren mich Figuren mit einer komplizierten und etwas speziellen Hintergrundgeschichte, bei denen man zunächst nicht zuordnen kann, ob sie gut oder böse sind.

Außerdem finde ich alle Figuren, die „anders“ sind oder missverstanden werden, spannend. Zu dieser Art von Figur ist es mir schon immer am leichtesten gefallen, eine Verbindung aufzubauen.

Du sprichst neben Deutsch und Englisch auch Französisch und möchte ja auch noch weitere Sprachen lernen. Was ist für dich an Sprachen so faszinierend?

Meine Liebe zu Fremdsprachen hat damit begonnen, dass ich Englisch gelernt habe, um Schauspiel in den USA studieren zu können.

Mit der Zeit ist mein Freundeskreis aber immer internationaler geworden und habe ich habe angefangen, mich immer mehr für andere Länder und Kulturen zu interessieren.

So ist der Wunsch, noch ein paar weitere Sprachen zu lernen, entstanden.

Was hältst du von Social Media? Zwingend notwendig für eine/n Künstler/in?

Ich denke ja, auf jeden Fall, da ich bereits wiederholt die Erfahrung gemacht habe, dass man mich über Social Media gefunden und sogar auch schon direkt gecastet hat. Allgemein ist mehr Sichtbarkeit zu haben immer gut und Caster und Produzenten können sich schneller und besser ein Bild von einem machen.

Außerdem sind Plattformen wie Instagram und Facebook super zum networken und sich gegenseitig austauschen.

Wie stehst du generell zum Thema „Vermarktung“ deiner Person? Wie wichtig ist Marketing und Kommunikation für dich als Darstellerin?

Marketing und Kommunikation sind für mich sehr wichtig. Als Schauspieler/-in verbringt man viel Zeit damit, mit Leuten zu kommunizieren, also lohnt es sich auf jeden Fall, gut darin zu werden. Marketing sollte man auch nicht unterschätzen. Ich habe bei mir selbst gemerkt, wie anders Leute auf mich reagiert haben, nachdem ich meine Online-Präsenz überarbeitet hatte. Plötzlich bestand viel häufiger, viel größeres Interesse an mir als Person oder meinem Videomaterial, einfach weil der erste Eindruck in Form von meiner Webseite, Fotos oder einem Social Media Profil gestimmt hat.

Wie wichtig sind „Fans“ im Schauspiel-Business?

Ich habe das Gefühl, dass es im Schauspiel-Business vor allem wichtig ist „Fans“ in der Industrie zu haben. Als Musiker brauchst du Leute, die deine Musik streamen und dich live sehen wollen, als Schauspieler brauchst du eher Menschen, die viel von deiner Arbeit halten und mit dir zusammenarbeiten wollen. Umso schöner ist es dann natürlich, wenn man durch eine Weiterempfehlung für sein nächstes Projekt gecastet wird.

Hast du einen Lieblingsfilm oder gibt´s mehrere Filme oder Genres, die du besonders magst?

Es ist super schwierig, sich für einen Film zu entscheiden! Aber generell faszinieren mich Filme, die gut durchdacht sind, kinematographische Mittel gekonnt einsetzen und den Zuschauer zum Nachdenken bringen.

Was ist dein Lebensmotto?

„My aspiration in life is to be happy.“ – Beyoncé

„Wir Musical-Fans“ sagen „Danke fürs Gespräch“.

Mehr zu Angelina Delano auf ihrer Website, auf Instagram und KÜNSTLERFAMILIE.

Angelina Delano - Credits: Dennis König

Angelina Delano – Credits: Dennis König

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UPTEMPO e. V., die Initiative zur Förderung hochbegabter Musical-Nachwuchskünstler*innen, stellt Euch Romina Markmann, Teilnehmerin der Musical Academy 2018, im Interview vor.

Wie beurteilst Du Dein Studium am Institut für Musik der Hochschule Osnabrück mit einem Jahr Abstand?

Das waren die vier intensivsten Jahre, die ich bisher so verbracht habe. Die Zeit hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin, da ich mich sowohl künstlerisch, als auch persönlich sehr entwickelt habe. Die Jahre, die kriegt man nie wieder zurück. Das war auch ein Geschenk. Es gab viele Höhen, aber auch genauso viele Tiefen – ich habe so viele Emotionen durchlebt! Ich bin dankbar dafür, dass ich einen tollen Jahrgang hatte und wir uns sehr gut verstanden haben und all das irgendwie zusammen durchleben konnten. Ich habe mich nie alleine gefühlt und das war schön.

Welche Bedeutung hatte die UPTEMPO Musical Academy in Düsseldorf für Dich?

Das Projekt war für mich auch wahnsinnig wertvoll und inspirierend. Bei UPTEMPO kam ich nach dem Studium das erste Mal mit ganz anderen Menschen zusammen, die von anderen Schulen kommen und andere Dinge mitbringen. Das war dann völlig neuer Input, den ich im Studium selbst gar nicht mehr bekommen hätte. Das war etwas ganz Neues und sehr Wertvolles, auch als es darum ging: „Wie sehen mich die anderen?“

Da hast Du nochmal viel gespiegelt bekommen.

Genau, das hat mir auch die Chance gegeben mich nochmal neu zu hinterfragen.

Was war das Spannendste, das Dich am meisten in Deiner ersten Berufszeit gefordert hat?

Es ist halt krass, weil da ist ja erst mal nichts. So. Und man muss ja irgendwie dranbleiben, kämpfen, sich gewissenhaft vorbereiten und Auditions machen, aber man hat keinen Background mehr. Nicht mal eben so eine Gesangsstunde, in der man das Auditionmaterial vorbereiten kann, man muss es eben selbst machen und sich die Dinge, die man braucht selbst holen. Also, das finde ich schon eine Herausforderung, da dranzubleiben und sich selbst zu motivieren, ganz alleine aus sich heraus.

Dieses Selbstmanagement, dass man nicht mehr in einer festen Struktur ist.

Ja genau, aber dadurch gewinnt man natürlich auch jede Menge Freiheit. All das, was man gelernt hat darf man nun anwenden und ausprobieren und sich selbstständig seinen Platz suchen. Es wird definitiv nie langweilig, weil man sich immer neuen Dingen stellen muss!

Was hast Du schon gespielt?

Nach dem Studium, GREASE die Frenchy. Das war mein erster Job im „richtigen Leben“. Dann kam BIG FISH im Ensemble und jetzt bin ich an der Comödie Fürth und spiele die Dodo in DIE LUSTIGE WITWE. Ich habe die DIE LUSTIGE WITWE schon mal im Studium in Osnabrück gespielt in einer klassischen Inszenierung. Und das ist spannend, denn hier spiele ich in einer komplett neuen Fassung. Die Handlung wurde in die 60er Jahre gepackt, es wurde alles umarrangiert, die Lieder sind jetzt „swingig“. Wenn man den Vergleich sieht, wie die Produktion eigentlich ist und wie sie jetzt hier ist, ist das wirklich interessant.

Und das kommt gut an beim Publikum?

Ja, es kommt gut an, die Vorstellungen sind voll und die Leute haben Spaß. Und das sechsmal in der Woche.

Wie erlebst Du das Genre Musical?

Vor meinem Studium war ich recht naiv. Da habe ich nur die ganzen schönen Seiten gesehen, die Kostüme, den Glitzer – das wollte ich auch. Und natürlich sehe ich jetzt auch die Seiten, die nicht so schön sind und jetzt sitze ich auch anders im Theater und achte auf andere Dinge. Trotzdem lasse ich mich immer noch gerne verzaubern und mitreißen. Es ist auch immer noch genau das wofür ich brenne. Mit allen Ecken und Kanten.

Gibt es Fragen, die Dich als Künstlerin besonders bewegen?

Ja auf jeden Fall! Eine Frage ist: Würde man es hinbekommen, dass der Beruf Musical-Darsteller*in fair ist? Das ist, glaube ich, ein großes Thema, das jeden von uns beschäftigt. Früher dachte ich, wenn ich mich anstrenge, hart arbeite und eine gewisse Portion an Talent mitbringe, dann muss es doch möglich sein, dass ich den Job auch machen darf. Doch das ist nicht zwingend so. Es gehört immer so viel Glück dazu. Es muss jemand in der Jury sitzen, der genau Dich in genau diesem Moment gut findet. Das hat auch immer viel mit Äußerlichkeiten zu tun…

Da ist auch eine Abhängigkeit?

Total. Da sind ja andere Menschen, die darüber bestimmen, ob ich die nächsten Monate mit meinem Job Geld verdiene. Teilweise muss man sich auch viel gefallen lassen.

Das heißt, Du musst Dich außerhalb Deiner Rolle auch so geben, dass es für den Job günstig ist?

Ja, das ist auch etwas, das ich eigentlich nicht möchte.

Bei schlechten Angeboten habe ich mir schon die Frage gestellt, sage ich das jetzt zu, weil ich Anfängerin bin und den Job für meine Vita brauche? Oder gehe ich die Gefahr ein, dass ich dann dastehe und letztendlich gar nichts habe. Ich glaube es ist wichtig, dass man immer für sich einsteht und sich über seinen Wert bewusst ist! Es darf nicht sein, dass ich mir einen Job „nicht leisten kann“, weil ich drauf zahlen müsste…

Romina Markmann - Credits: Hagen Schnauss

Romina Markmann – Credits: Hagen Schnauss

Wie ist Deine Idee, wo Du mal hinmöchtest?

Eine absolute Wunschvorstellung ist, irgendwann an den Punkt zu kommen, an dem ich mich nicht mehr mit 500 anderen in einen Tanzsaal stellen muss und so viele Auditions machen muss (lacht). Es wäre schön, wenn es irgendwann leichter werden würde. Wenn ich vielleicht mal angefragt werde, weil jemand genau mich und das was ich mache gut findet oder weil ihm die Arbeit mit mir gefallen hat. Dass man sich eine Art Netzwerk aufbaut. Mein Wunsch wäre auch, dass ich davon leben kann, ohne dass ich jeden Cent umdrehen muss.

Gibt es Personen, von denen Du besonders viel lernst?

Ja, ich glaube es gibt immer Menschen, von denen man lernen kann. Ich hatte in jeder Produktion bisher Personen, von denen ich gedacht habe, wow, die Einstellung ist inspirierend, von dir kann ich mir etwas abgucken.

Also spricht dich eher die Haltung an?

Ja, das ist etwas, das mich sehr beeindrucken kann. Natürlich gibt es Kollegen, von denen ich denke, wow, beeindruckend, wie die sechsmal die Woche diesen Ton so singen. Ich habe mir abgewöhnt zu denken, ich möchte den Job so machen wie jemand anders. Natürlich bewundere ich andere Leute für ihr Können und kann mich dafür absolut begeistern, aber ich bin ja ich. Ich versuche immer das Beste aus mir herauszuholen, und das ist auch mein ständiger Anspruch an mich selbst. Ich bewundere eher die Haltung und die Herangehens- und Denkweisen, vor allem über das Musical-Leben. Mir hilft auch der Austausch um für mich herauszufinden wie ich das Ganze angehen möchte.

Gibt es für Dich ein Lieblingsmusical?

Ich finde ganz viele Stücke wirklich toll. Aber es gibt ein Stück, das mich zu diesem Beruf gebracht hat. Und zwar ist das WICKED. Ich war damals 14 Jahre alt und saß vor dem Fernseher mit meinen Eltern und habe „Wetten Dass..?!“ geschaut. In der Sendung hatte das Ensemble von Wicked einen Auftritt und ich dachte: „Wow, was machen die da?!“ Ich war bis dahin noch nicht mit Musical in Berührung gekommen. Das war für mich so beeindruckend, dass es etwas gibt, das alles, was ich liebe, so vereint. Weihnachten darauf habe ich Karten für WICKED bekommen und wir haben uns die Show in Stuttgart angesehen. Ich habe wirklich da gesessen und nur geweint, weil es so bewegend für mich war.

Was macht für Dich eine gute Musicaldarstellerin aus?

Der Wille, dass man nie aufhört, an sich zu arbeiten. Ein gesundes Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl. Das trägt man nach außen. Das sieht man.

Ich z.B. finde das nicht schlimm, wenn mal ein Ton daneben geht. Das finde ich menschlich. Ich schaue mir gerne Leute an, bei denen ich das Gefühl habe, da ist noch mehr dahinter. Die Person steht nicht nur da und singt perfekte Töne, das ist nicht das, was mich berührt. Ein Darsteller muss was zu sagen haben. Bekomme ich Gänsehaut oder nicht? Die Gänsehautmomente sind für mich besonders.

Also suchst Du da Wahrhaftigkeit? So eine Tiefe?

Total. Ich finde man sieht häufig Darsteller, die sehen toll aus, die tanzen toll, die singen toll und das ist auch alles toll, aber da fehlt mir manchmal die Durchlässigkeit. Also, da stehen ja Menschen auf der Bühne, die haben Gefühle, die interessieren mich.

Was möchtest Du noch von Dir den Lesern mitgeben?

Das Wichtigste ist, dass man sich nicht verbiegen lässt. Ich glaube, nur dann findet man zu seinem persönlichen Glück. Nicht nur in Bezug auf Musical, sondern in allen Lebensbereichen. Es ist so wichtig, dass man sich selbst treu bleibt, dass man nur Dinge tut, die man mit sich vereinbaren kann und nicht, weil man glaubt, das muss so sein oder weil andere es auch so machen.

Dass man sich selber auch die Wertschätzung entgegenbringt.

Ja. Genau so.

Mehr zu Romina Markmann auf Instagram.

Romina Markmann - Credits: Hagen Schnauss

Romina Markmann – Credits: Hagen Schnauss

Das Interview führte Andrea Beumer, Mitbegründerin von UPTEMPO e. V.

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„Wir Musical-Fans“ haben dem vielseitigen Künstler John Alexander Garner III ein paar Fragen gestellt.

John Alexander Garner III absolvierte sein Bachelor-Studium in Classical Vocal Performance am New England Conservatory in Boston, MA. Seine bisherige Bühnenlaufbahn führte ihn schon in eine Vielzahl an Länder – von USA über Südamerika bis nach Europa.

Er spielte u.a. in JOSEPH AND THE AMAZING TECHNICOLOR DREAMCOAT, LITTLE SHOP OF HORRORS, THE BLUES BROTHERS, DIE FLEDERMAUS, LA TRAVIATA, DON GIOVANNI und trat als Solist bei der EUROPEAN TOUR der ANDREW LLOYD WEBBER MUSICAL GALA 2020 auf.

John war Teilnehmer bei „The Voice of Germany 2018 (Team Mark Forster)“, trat in TV Shows wie Bambi Awards, Good Morning America oder Oprah Winfrey Show auf und stand als Sänger u.a. mit Mariah Carey, Sarah Connor und Nico Santos auf der Bühne.

Das Interview mit John Alexander Garner III wurde im Mai 2021 geführt.

John Alexander Garner III - Credits: First Floor Studios Aalen DE

John Alexander Garner III – Credits: First Floor Studios Aalen DE

War es immer dein Ziel auf der Bühne zu stehen oder hattet du einen anderen Berufswunsch?

Als Kind konnte ich noch nicht gut singen. Deswegen wollte ich eigentlich Pastor werden.

Du hast ein Bachelor-Studium in Classical Vocal Performance abgeschlossen. Was nimmst du aus deiner Ausbildung mit?

Meine Technik ist einfach. Ich hatte Unterricht bei dynamischen Gesangslehrern. Die haben mir alles beigebracht, was ich benötige. Was ich auch mitgenommen habe, sind fantastische Freunde, die ich da kennengelernt habe.

Du kommst ursprünglich aus dem Gospel. Was fasziniert dich daran auch in Musicals, Operetten und Opern auf der Bühne zu stehen?

Gospel bedeutet für mich „Home“. Ich weiß, dass Gospel in Europa etwas Besonderes ist, aber in Amerika singen viele Gospel und die meisten dazu sehr gut. Musicals und Opern waren anfangs fremd für mich, aber sehr spektakulär. Ich konnte damit Etwas machen, was nicht alle in meiner Heimat konnten. Ching Ching Baby. Dann wusste ich, in welche Richtung es gehen sollte.

Und möchtest du dich nun verstärkt auf Musical-Produktionen konzentrieren?

Ich sage immer über mich selbst, ich bin ein Mann dieser Welt. Ich singe Alles und liebe Alles und konzentriere mich auf die Musik, ganz egal welches Genre es ist.

Was waren für dich die größten Herausforderungen in deiner ersten Zeit als Künstler?

Die Zeiten, die wir jetzt gerade mit Corona haben, sind am schlimmsten. Ich hätte niemals gedacht, dass so etwas passieren könnte. Aber wir leben jetzt in dieser Zeit und wir halten alle durch!

Wie ist es so in Rollen zu schlüpfen? Wie viel John steckt in jeder Rolle?

Ich versuche, jede Rolle authentisch zu spielen … natürlich immer gemixt mit einer wohl dossierten Prise „John“.

Welche Rollen würden dich zukünftig besonders interessieren und warum?

Ich finde Hamilton ganz cool. Lafayette wäre prima. Ich hätte nicht gedacht, dass ich deutschen Rap machen kann, aber jetzt wo ich ein paar Songs gesungen habe merke ich, wieviel Spaß mir das macht. Ich will die Rolle wirklich gerne spielen, weil ich Herausforderungen und Weiterentwicklung liebe.

Du warst bei „Voice of Germany 2018“ im Team von Mark Forster – wie war diese Show-Erfahrung für dich?

Wow … „The Voice of Germany“!!!!! Was für eine Erfahrung…. die beste, die bis jetzt mit Musik gemacht habe. Das Publikum war toll. Mark war super nett und hat mir sehr viel geholfen. Am liebsten erinnere ich mich an meine Backstage Coaches und was ich von ihnen gelernt habe. Just saying, that ain’t bad!

Was hältst du von Social Media? Zwingend notwendig für eine/n Künstler/in?

Eigentlich mag ich Social Media nicht ganz so gerne, wobei ich natürlich weiß, dass es sehr wichtig für unsere Karriere und die Fans ist. Ich bin deswegen auch bei Twitter, You Tube, Facebook und Instagram … Snapchat ist noch etwas zu viel … lol.

Wie stehst du generell zum Thema „Vermarktung“ deiner Person? Wie wichtig ist Marketing und Kommunikation für dich als Künstler?

Marketing ist sehr wichtig für mich als Künstler. Wir müssen Online immer präsent sein. Die Kommunikation muss immer offen sein – mit allen: Publikum, Kunden, Managern etc. Das führt zu einem besseren Verständnis zu dem wer ich bin und was mein Ziel ist.

Wie wichtig sind dir „Fans“ und wie sind deine bisherigen Erfahrungen mit Fans?

Fans…. ich liebe meine Fans! Nicht nur, weil sie meine Performances mögen oder zu meinen Auftritten kommen, sondern auch weil es neue Beziehungen schafft. Sie sind dann nicht nur Fans, sondern auch Familie. Ohne sie wäre ich während Corona „gestorben“, aber nicht wirklich, Du weiß schon, was ich meine – sie haben mir durch die schwere Zeit hindurch geholfen und mich immer unterstützt.

Welche Musikstile hörst du privat gerne?

Am liebsten höre ich eigentlich Opern und Gospel.

Und welcher Song ist dein Lieblingssong?

Es gibt keine. Komisch, aber es stimmt, ja.

Hast du einen Lieblingsfilm oder gibt´s mehrere Filme oder Genres, die du besonders magst?

Ich liebeeeeee The Little Mermaid. Punkt. Ich weiß zwar gerade nicht, wie das auf Deutsch heißt … lol, aber die Musik ist fantastisch!

US-Amerikaner sind ja oft auch Sportfans. Magst du denn American Football, Baseball, Basketball oder Eishockey? Oder bist du nicht so der Sportfan?

Ich bin größter Fan von den Bills: REAL FOOTBALL BABY! Ich schaue alle Spiele der NFL (American Football) an. ALLE.

Was ist dein Lebensmotto und warum?

„Changing the World one Note at a Time“ … weil Musik die Welt verändert.

Wordrap

  • Hund oder Katze: Beide nicht, ich bin allergisch.
  • Urlaub am Berg oder am Meer: Meer
  • Facebook oder Instagram: Facebook
  • Tag oder Nacht: Tag
  • Modetrends oder eigener Style: Modetrends
  • Schwarz oder weiß: Schwarz natürlich … lol
  • Fantasyfilm oder Komödie: Fantasyfilm
  • Buch oder Zeitung: Buch
  • Kraftsport oder Ausdauertraining: Kraftsport
  • WhatsApp oder Signal: WhatsApp
  • Wirtschaft oder Politik: Politik
  • Tee oder Kaffee: Kaffee
  • Diese Persönlichkeit fasziniert mich: Pavarotti
  • Meine wertvollste Erfahrung in meinem Leben war: The Voice of Germany
  • Mein bestes unnützes Talent: Ich kann gut Popcorn machen
  • Diese Schlagzeile möchte ich über mich lesen: I was there!
  • Diese Eigenschaften sind mir bei anderen Menschen wichtig: Alle
  • Energie tanke ich durch: Yoga
  • Zum Frühstück esse ich gerne: Eier
  • Meine Lieblingsfächer in der Schule: Geschichte
  • Im Kühlschrank habe ich immer: Bier
  • Lernen möchte ich noch: Klavier spielen
  • Wenn ich 10 Mio Euro im Lotto gewinne, würde ich: ein großes Haus kaufen und investieren
  • Meine 3 Lieblingsmarken sind: Gucci, Prada, Salvatore Ferragamo
  • Dafür lohnt es sich zu kämpfen: wenn jemand etwas Böses über meine Mama sagt … lol
  • Das größte Abenteuer meines Lebens: Hiking in Neuseeland
  • Das möchte ich noch erreichen: Eine Welttournee nur als John Alexander zu machen
  • Erfolg ist für mich: Erfolg heißt für mich Familie, die ich liebe … und Ihr habt Glück, ich liebe Euch Alle! Muahhhh darling.

WIR MUSICAL-FANS sagen „Danke für das Gespräch“.

Mehr zu John Alexander Garner III auf www.johnalexander.bizFacebook und Instagram.

Das Interview wurde im Mai 2021 geführt.

John Alexander Garner III - Credits: First Floor Studios Aalen DE

John Alexander Garner III – Credits: First Floor Studios Aalen DE

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Wir Musical-Fans haben der Musical- und Operettendarstellerin Iris Zengerer ein paar Fragen gestellt.

Iris Zengerer ist eine junge Künstlerin, die u.a. schon im Inklusionstheater „Delphin“, in den teatro-Produktionen „Der kleine Prinz“ und „Alice im Wunderland“ und in „Kiss me Kate“ auf der Bühne stand.

Iris nimmt Unterricht in Musical- und klassischen Gesang, Ballett, Jazz-Dance, Swing, Schauspiel und Sprechtechnik. Im Sommer 2019 besuchte sie einen zweiwöchigen Intensiv-Tanzworkshop des „Trinity Laban Conservatoire of Music and Dance“ in London. Zusätzlich absolviert Iris eine Ausbildung zur Kinder- und Erwachsenen-Tanzpädagogin.

In Zukunft plant Iris ihren Fokus auf klassisches Musical, Oper und Operette zu legen. Für die Saison 2019/20 hat sie schon Engagements in den Opern „Il Segreto di Susanna“ als tanzendes Stubenmädchen und in „Don Giovanni“ als Ensemblemitglied.

Das Interview wurde im September 2019 geführt.

War es immer dein Ziel auf der Bühne zu stehen oder hattet du einen anderen Berufswunsch? Du machst ja auch eine Ausbildung zur Kinder- und Erwachsenen-Tanzpädagogin.

Erst kürzlich zeigte mir eine Freundin ihr Freundschaftsbuch aus der Volksschule, weil ich schon damals als Traumberuf „Schauspielerin“ ausgefüllt hatte. In meiner Jugendzeit wollte ich Lebensmitteltechnologin werden oder Geschichte studieren, doch mein innerer Kompass führte mich zurück zu meinem Kindheitstraum. Unterrichten konnte ich mir lange Zeit überhaupt nicht vorstellen. Durch das Vorbild verschiedener guter Lehrer bekam ich Lust, meine Freude am Tanzen ebenfalls weiterzugeben. Mittlerweile macht es mir richtig Spaß. Auch wenn ich eine sehr genaue Lehrerin bin, liegt mir die Freude der Tanzschüler am Tanzen sehr am Herz.

Im Sommer 2019 hast du einen Tanzworkshop des „Trinity Laban Conservatoire of Music and Dance“ in London absolviert. Ist Tanz deine wahre Liebe auf der Bühne?

Ich tanze für mein Leben gerne, aber ich singe auch für mein Leben gerne! Ich glaube, dass es nicht immer Worte braucht, um etwas zu erzählen. In der kommenden Saison werde ich 20 Stunden Tanzunterricht nehmen, wöchentlich! Das natürlich zusätzlich zu sämtlichen Proben für meine Engagements. Trotzdem würde ich nur teilweise zustimmen, dass Tanzen meine wahre Liebe auf der Bühne ist, denn ich könnte mich niemals nur auf eine Ausdrucksform beschränken, weshalb ich mich auch für Musical und Operette entschieden habe und nicht nur fürs Tanzen. Dafür rede ich dann doch zu gerne! 😉

Viel getanzt wird ja auch bei CATS, das im Herbst 2019 in Wien startet. Würdest du in CATS gerne mal als Darstellerin mitmachen? Das wäre ja mit deinem Tanzfokus durchaus ein Thema, oder?

Auf jeden Fall würde ich sehr gerne in CATS mitspielen! Natürlich habe ich auch eine Traumkatze: Jemima, weil sie lieb und jung und trotzdem klug ist. Ich habe schon Teile der Original-Choreographie von einer Wiener „Originalkatze“ gelernt und die sind einfach wunderbar zu tanzen. Auch Jemimas kurzes Solostück passt zu meiner Stimmlage und singe ich sehr gerne.

Iris Zengerer - Credits: Manfred Moormann

Iris Zengerer – Credits: Manfred Moormann

Was sind für dich die größten Herausforderungen jetzt am Beginn deiner Karriere als Künstlerin?

Mir fehlen noch die Referenzen und dadurch ist es schwer zu Auditions eingeladen zu werden. Deshalb bin ich sehr froh, dass nicht jeder so denkt und auch jungen Künstlern ohne berühmten Namen eine Chance gibt zu zeigen, was sie können.

Was braucht man aus deiner Sicht, um im Künstlerbusiness erfolgreich zu sein?

Aus meiner bisherigen Erfahrung würde ich sagen, man braucht Ehrgeiz, ganz viel Freude an dem, was man macht, auch wenn´s mal besonders anstrengend ist und Durchhaltevermögen. Natürlich darf ein bisschen Glück nicht fehlen und Menschen, die einen unterstützen, fördern und an einen glauben.

Wie ist es so in Rollen zu schlüpfen? Wie viel Iris steckt in jeder Rolle?

Es macht unglaublich viel Spaß in unterschiedliche Rollen zu schlüpfen, denn man kann unterschiedliche Seiten von sich ausleben, auch die, die man vielleicht sonst nicht zeigen kann oder sollte. Wann kann man schon z.B. eine verrückte Raupe in einem Schlafsack sein? 😊 Die Rollen haben ganz unterschiedlich viel „Iris“ in sich und auch unterschiedlich dargestellt: mal mehr meine Körperlichkeit, mal mehr Eigenschaften von mir.

Iris Zengerer - Credits: Iris Zengerer

Iris Zengerer – Credits: Iris Zengerer

Welche Rollen würden dich zukünftig besonders interessieren und warum?

Durch meine Gesangsstimme interessiere ich mich vor allem für Rollen in klassischen Musicals: Eine freche “Eliza” in „My Fair Lady“, eine unschuldige “Christine” oder tänzerische “Meg” in „Das Phantom der Oper“ oder die naive „Liesl“ in „Sound of Music“, aber auch eine extrovertierte “Glinda” in Wicked wären momentan meine Traumrollen, weil sie alle schön hoch gesungen werden und die Rollen meinem Typ sehr entsprechen.

Was möchtest du in 10 Jahren gerne machen? Bist du dann noch auf der Bühne oder machst du vielleicht einen komplett anderen Job?

Natürlich möchte ich in 10 Jahren auf der Bühne stehen, eigentlich auch in 20 Jahren, aber vielleicht auch vor der Kamera für Film oder Fernsehen und als Tanzpädagogin im Tanzsaal stehen. Aber das eine schließt das andere nicht aus.

Was hältst du von Social Media? Zwingend notwendig für eine/n Künstler/in?

Ich halte Social Media für sehr wichtig um Leute zu erreichen. Man muss das Publikum dort abholen, wo sie unterwegs sind – also auch auf den diversen Social Media Plattformen. In gewissem Sinn ist es daher zwingend notwendig für Künstler/innen diesen Kanal geschickt zu bespielen. Mit geschickt meine ich auch so, dass man trotzdem noch eine Privatsphäre behält.

Iris Zengerer - Credits: Manfred Moormann

Iris Zengerer – Credits: Manfred Moormann

Wie stehst du generell zum Thema „Vermarktung“ deiner Person? Wie wichtig ist Marketing und Kommunikation für dich als Künstlerin?

Scherzhaft geantwortet: Gibt es ein Leben ohne Marketing? Jeder vermarktet sich auf seine Weise, zum Beispiel wenn man sich für die Aufnahme bei einer Schule oder für einen Job bewirbt. Noch viel wichtiger ist also Marketing und Kommunikation, wenn es um eine/n Künstler/in geht. Die Konkurrenz ist groß und die Jobs nicht so zahlreich – also muss man sehr daran arbeiten, dass ein „Markt“ für seine „Marke“ entsteht.

Wie wichtig sind „Fans“ im Musicalbusiness und wie sind deine bisherigen Erfahrungen mit Fans?

Mir sind meine Fans sehr wichtig! Ich freue mich immer, wenn ich bekannte Gesichter und auch neue Fans bei der Stagedoor sehe und ich unterhalte mich auch gerne mit ihnen. Mein großes Vorbild wie ich mich Fans gegenüber verhalten möchte, ist Alexander Goebel: Nach „Natürlich Blond“ stand ich beim Bühneneingang und wartete auf Barbara Obermeier. Wir warteten ziemlich lange. Nach einiger Zeit kam Alexander Goebel aus dem Haus und sah die wartenden Fans und meine Mutter und mich, kam auf mich zu, entschuldigte sich – eigentlich völlig grundlos – dass er uns so lange warten ließ. Er war so professionell, liebenswürdig und unkompliziert – so möchte ich auch sein.

Bist du auch Fan von einer/m Musicaldarsteller/-in?

Ja, ich bin ein Fan von Pia Douwes, Marjan Shaki, Barbara Czar, Rachel Tucker und Julie Andrews. Alle fünf sind für mich einzigartige Darstellerinnen!

„Wir Musical-Fans“ sagen „Danke fürs Gespräch“.

Mehr zu Iris Zengerer auf Instagram.

Iris Zengerer - Credits: Martin Draxler

Iris Zengerer – Credits: Martin Draxler

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Steven Armin Novak wurde in Wien geboren und absolvierte seine Ausbildung an der Stage School Hamburg (als erster österreichischer Vollstipendiat), mit Auszeichnung.

Steven war u.a. im Stadttheater Wiener Neustadt, im Stadttheater Klagenfurt, im Landestheater Innsbruck, an der Oper Graz, im First Stage Hamburg, im Staatstheater Schwerin und bei Tourproduktionen aktiv.

Unsere Musical-Freundinnen von „Judy‘s und Ena‘s Musicalchallenge“ haben den Sänger, Tänzer und Schauspieler Steven Armin Novak interviewt. Hier ein kleiner Auszug daraus. Das gesamte Interview findet ihr auf der Website von „Judy‘s und Ena‘s Musicalchallenge

Wie bist du dazu gekommen Musicaldarsteller zu werden? Gab es einen Plan B?

Ich stand seit dem ich zurückdenken kann immer irgendwo auf einer Bühne und habe Blödsinn vor anderen Leuten gemacht. Im Rampenlicht fühlte ich mich wohl. Und mein Umfeld hatte mich unterstützt, wo es nur ging. Einen konkreten Plan B gab es nicht, aber in mir schlummerte immer ein kleiner Akademiker. Ich hatte stets gute Noten und lernte gern und wollte daher auch unbedingt studieren.

Wie kam es dazu, dass du als gebürtiger Österreicher, in Hamburg deine Ausbildung gemacht hast?

Ich habe im Sommer 2013 einen Intensiv-Workshop an der Stage School Hamburg gemacht. Im Zuge dessen wurde ich im Herbst desselben Jahres zur Stipendiumsprüfung eingeladen, welche ich dann schlussendlich gewonnen habe. Somit wurde ich der erste österreichische Vollstipendiat.

Du spielst in West Side Story den „Action“. Warum sollte man das Musical deiner Meinung nach unbedingt gesehen haben und was denkst du warum ist es noch immer aktuell?

West Side Story gehört zu den Klassikern des Musicals. Das Stück, komponiert von Leonard Bernstein, ist meiner Meinung nach eines der größten musikalischen Meisterwerke im Musical Genre. Der Inhalt ist und bleibt bis heute aktuell, weil Themen wie Rassentrennung, Rassismus und Gruppenzwang, nie von den Schlagzielen der Medien verschwinden werden.

In Kiss me Kate stehst du als „Bill Calhoun“ auf der Bühne. Wie viel Bill steckt in Stevie und umgekehrt?

„Bill“ ist ein Charmeur und lebt sein Leben, ohne sich viel Gedanken über die Zukunft zu machen. Er versucht stets im Hier und Jetzt zu leben, auch wenn mir persönlich das manchmal schwer fällt.

Derzeit spielst du an ganz verschiedenen Spielstätten und bist eigentlich ständig unterwegs. Wo liegt die Schwierigkeit dauernd an verschiedenen Orten zu sein und wo ist deine Heimat?

Meine Heimat ist Hamburg im Moment. Ich habe in der Stadt studiert und bin auch in dieser hängen geblieben. Für mich lag die größte Schwierigkeit darin, immer 100% fit zu sein. Man bekommt oft nicht genug Schlaf, wenn man am Vorabend in Innsbruck spielt und am nächsten Abend in Berlin sein soll und dann auch noch ohne Probleme acht Stunden Schlaf bekommen soll. Der Körper regeneriert sich am besten im Schlaf, so auch die Stimme.

Gibt es ein Theater das du besonders schön findest oder eines in dem du unbedingt mal spielen möchtest?

Als gebürtiger Wiener wäre es für mich natürlich ein Traum einmal im Ronacher oder Raimund Theater spielen zu können.

Was sind deine Pläne für die Zukunft, darfst du schon über neue Engagements reden?

Im Sommer bin ich erst einmal 3 Monate bei den Thunerseespielen 2019 in der Schweiz.

Ab Mitte September werde ich noch einmal mit West Side Story an die Komische Oper Berlin zurückkehren und diese bis zum Jahreswechsel dort spielen.

Wenn ihr mehr zu Steven erfahren wollt, dann empfehlen „Wir Musical-Fans“ euch das Interview von „Judy‘s und Ena‘s Musicalchallenge“.

www.steven-armin-novak.at
www.facebook.com/StevenArminNovak
www.instagram.com/steviesdiary

Melanie Kastaun wurde in Basel geboren und schloss 2017 ihre Ausbildung zur Musicaldarstellerin an der Stage School Hamburg mit Stipendium und Bestnote ab.

In ihrer bisherigen Bühnenlaufbahn spielte sie u.a. in HELLO, DOLLY!, MONA LISA, FAME, ZWEIMAL UM DIE WELT – ODER WOHIN WILL OMA, DREI HASELNÜSSE FÜR ASCHENBRÖDEL (Deutschland Arenatournee) oder DIE KATZE LÄSST DAS MAUSEN NICHT.

Melanie war u.a. am First Stage Theater Hamburg, am Kultur Gut Hasselburg und am Ohnsorg Theater Hamburg zu sehen.

Außerdem lieh sie ihre Stimme verschiedenen Rollen In Hörspielen wie DIE DREI FRAGEZEICHEN, TKKG und HEXE LILLI.

Zuletzt stand Melanie in SISTER ACT (MAAG Halle Zürich) und in ROMEO & JULIA – Liebe ist alles in Berlin als Swing und Cover Amme auf der Bühne.

2024 ist Melanie Kastaun als „Paulette Buonufonté“ in NATÜRLICH BLOND an der Comödie Dresden zu sehen.

Das Interview wurde im November 2020 geführt.

War es immer dein Ziel auf der Bühne zu stehen oder hattet du einen anderen Berufswunsch?

Mit 4 Jahren wollte ich Flugbegleiterin werden, mit 12 Jahren Grundschullehrerin und mit 15 Jahren Anwältin.

Als wir dann aber auf dem Gymnasium (ich war 17) „Anatevka“ spielten, wusste ich, dass ich auf die Bühne MUSS.

Du hast 2017 die Stage School Hamburg abgeschlossen. Was nimmst du aus deiner Ausbildung mit?

Dass ich definitiv auf mich und meine innere Stimme hören muss. Es wird immer jemanden geben, dem man nicht gefällt, das heißt aber noch lange nicht, dass es niemandem gefällt.

Das Gute an der Stage School war, dass wir so viele in einem Jahrgang waren. So lernte ich, dass einem nicht alles geschenkt wird und man hart für seinen Traum arbeiten und kämpfen muss.

Was sind für dich die größten Herausforderungen in deiner ersten Zeit als Darstellerin?

Den Mut nicht zu verlieren. Gerade in der jetzigen Zeit ist es sehr schwierig, jedoch habe ich großartige Freunde und eine wundervolle Familie, die mich in jeder Lebenslage unterstützen.

Melanie Kastaun - Mona Lisa – Kulturgut Hasselburg

Melanie Kastaun – Mona Lisa – Kulturgut Hasselburg

Was würdest du jemanden raten, der Musicaldarsteller/-in werden möchte? Eine gute Entscheidung oder lieber nochmals durchdenken?

Das ist eine sehr gute Frage.

Ich denke, wenn man dafür brennt – und damit meine ich nicht, wenn man nur gerne singt, tanzt und schauspielert – sondern wenn man wirklich alles dafür in Kauf nimmt, sich jeden Tag mit sich selbst auseinander zu setzen, mit vielen Rückschlägen umzugehen, sich nicht zu schade dafür ist, auch mal eine Zeit lang im Supermarkt an der Kasse zu sitzen und mit Arbeitslosigkeit zurecht kommt, dann steht dem meiner Meinung nach nichts im Wege.

Sollten aber Zweifel aufkommen und man es „einfach nur gerne macht“, dann sollte man das lieber nochmals durchdenken.

Was braucht man aus deiner Sicht, um im Musicalbusiness erfolgreich zu sein?

Liebe und Hingabe zum Beruf, keine Zweifel, Ehrgeiz, Biss, Selbstbewusstsein und -vertrauen, die richtigen Freunde und ganz viel Mut.

Musicaldarsteller vereinen ja den Mix aus Gesang, Schauspiel und Tanz. In welchem dieser drei Bereiche fühlst du dich am wohlsten?

Definitiv Gesang und Schauspiel. Ich bin zwar eine gute Moverin, aber für „Cats“ oder „Starlight Express“ reicht es denke ich noch nicht aus.* lacht *

Melanie Kastaun - Mona Lisa – Kulturgut Hasselburg

Melanie Kastaun – Mona Lisa – Kulturgut Hasselburg

Wie ist es so in Rollen zu schlüpfen? Wie viel Melanie steckt in jeder Rolle?

Dieses Gefühl ist unbeschreiblich.

Ich lerne mit jeder Rolle ganz viele verschiedene Facetten von mir selbst kennen, denn in jeder Rolle, die ich ausfüllen darf, steckt auch etwas von mir selbst.

Welche Rollen würden dich zukünftig besonders interessieren und warum?

Ich fände es wahnsinnig toll, eine „Rosie“ in MAMMA MIA! oder die „Killer Queen“ in WE WILL ROCK YOU verkörpern zu dürfen.

Diese beiden Charaktere sind super spannend.

„Rosie“ auf ihre charmant drollige Art, die „Killer Queen“ auf ihre düster antagonistische Weise.

Wie entwickelst du dich als Musicaldarstellerin weiter? Nimmst du Gesangs-, Schauspiel- und Tanzunterricht oder besuchst du Workshops?

Um Gesangsunterricht kommt man als Darsteller nicht drum herum. Selbst die „alten Hasen“ nehmen noch Unterricht. Ich gehe regelmäßig ins Fitness-Studio und trainiere zusätzlich mit einer Personal Trainerin an meinem Stretching. Außerdem werden zur Zeit einige Online-Workshops zu unterschiedlichsten Themen wie z.B. Marketing, Auditiontraining, Personality und Typing angeboten, die ich wahrnehme. Als Schauspieltraining nehme ich meinen momentanen Job als Verkäuferin an der Käsetheke * lacht *

Melanie Kastaun - Credits: Alex Bach

Melanie Kastaun – Credits: Alex Bach

Du sprichst neben Deutsch, Englisch und Französisch auch Schweizerdeutsch, Alemannisch und Plattdeutsch. Hast du alle diese „Sprachkenntnisse“ schon auf der Bühne nutzen können? Und welche Sprachen und Dialekte magst du noch lernen?

Tatsächlich durfte ich bereits Plattdeutsch auf der Bühne im Ohnsorg Theater anwenden. Auch Schweizerdeutsch war mal bei einem Stück im Gespräch und wir haben damit ziemlich lange geprobt, bis der Regisseur ca. 1 Woche vor der Premiere meinte „Das wird keiner verstehen, wir müssen das wieder raus nehmen“. Wienerisch ist einer der Dialekte, die ich sehr gerne lernen würde. Er ist wahnsinnig charmant und hat eine wundervolle Klanggestaltung. Aber auch die deutschen Dialekte finde ich super spannend – bayerisch, berlinerisch, der Kölner Dialekt. Am liebsten würde ich alle lernen! * lacht *

Was hältst du von Social Media? Zwingend notwendig für eine/n Künstler/in?

In der heutigen Zeit finde ich Social Media für Darsteller ziemlich wichtig. Viele Caster gehen danach, wie viele Follower man hat, wie oft man was postet und wie man sich präsentiert. Mittlerweile sind soziale Medien zu einer kostenlosen Visitenkarte bzw. Website geworden, ohne die man wahrscheinlich weniger wahrgenommen würde.

Wie stehst du generell zum Thema „Vermarktung“ deiner Person? Wie wichtig ist Marketing und Kommunikation für dich als Musicaldarstellerin?

Es ist definitiv wichtig, dass man in ständiger Kommunikation mit den „Fans“ ist und dass man sich positiv vermarktet. Aber wir sind auch Privatpersonen und regen uns vielleicht über Dinge auf, die im beruflichen Sinne keinen Platz finden. Da ist es manchmal schwierig, den ausgeglichenen Mix zwischen Beruf und Privatem zu finden.

Wie wichtig sind „Fans“ im Musicalbusiness und wie sind deine bisherigen Erfahrungen mit Fans?

Ich finde Fans super wichtig. Sie supporten uns Darsteller und fühlen mit uns, wenn etwas nicht geklappt hat, freuen sich aber auch mit uns, wenn uns etwas gelungen ist.

Naja, so bekannt, dass ich Fans haben könnte, bin ich denke ich noch nicht, aber ich freue mich jedes Mal unendlich, wenn mir jemand schreibt, wie toll er oder sie meinen Auftritt fand, oder wenn ein Foto / Video geliked oder kommentiert wird.

Da fällt mir gerade ein, als ich mit dem Ohnsorg Theater auf Tournee war, warteten einmal mehrere Fans vor dem Bühneneingang auf uns und hatten Fotos, die ich bei Instagram oder Facebook gepostet hatte, ausgedruckt und wollten Autogramme haben – das war schon sehr schmeichelhaft.

Melanie Kastaun - Chicago - Stage School Hamburg - First Stage Theater

Melanie Kastaun – Chicago – Stage School Hamburg – First Stage Theater

Was machst du gerne in deiner Freizeit, was nicht mit Musik zu tun hat?

Ich koche und backe für mein Leben gern.

Außerdem zocke ich total gerne „Assassins Creed“ auf dem PC oder der Play Station. * lacht *

Hörst du privat auch gerne Musicals oder gibt´s da andere Musikstile, die dir gefallen?

Wenn ich ganz ehrlich bin, höre ich privat eher wenig Musicals, da bin ich dann doch auf einer ganz anderen Schiene.

Ich bin ein absoluter Metal-Fan.

Und welcher Song ist dein Lieblingssong?

Im Metal-Bereich stehe ich total auf „Ohne Dich“ von Rammstein, auf der Musical-Ebene geht für mich nichts über „Someone Else’s Story“ aus CHESS.

Hast du einen Lieblingsfilm oder gibt´s mehrere Filme oder Genres, die du besonders magst?

Ich habe viele Lieblingsfilme, aber einer sticht definitiv heraus: TITANIC! Außerdem stehe ich total auf Horrorfilme! Leider gibt es mittlerweile keine Filme dieser Art mehr, die mich wirklich shocken…

Was ist dein Lebensmotto und warum?

„Das Schicksal wird schon seine Gründe haben“ und „Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich woanders ein Fenster“

Tatsächlich hatte ich schon sehr oft die Situation, dass ich Jobs oder Auditioneinladungen nicht bekommen habe, die ich unbedingt wollte, doch daraufhin haben sich viel interessantere und mittlerweile für mich wichtigere Dinge aufgetan, ohne die ich nicht da stünde, wo ich heute bin.Ich bin wirklich fest davon überzeugt, dass das Schicksal einen Weg für mich bereit hält.

WIR MUSICAL-FANS sagen „Danke fürs Gespräch“.

Mehr zu Melanie Kastaun auf Instagram.

Agentur: die Kulturbrüder

Melanie Kastaun - Credits: Alex Bach

Melanie Kastaun – Credits: Alex Bach

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