Birgit Busse absolvierte ihr Musicalstudium an der „Joop van den Ende Academy“ in Hamburg. Nach ihrem Abschluss war sie u.a. engagiert im Altonaer Theaters Hamburg, im Musical „Buddy – Die Buddy Holly Story“ im Colosseum Theater in Essen, im Aalto Theater Essen und im Musiktheater im Revier Gelsenkirchen.

2016 schloss sie zusätzlich Ihr Bachelor-Studium des klassischen Gesang und der Gesangspädagogik an der Folkwang Universität der Künste in Essen ab und studiert seit 2016 nun den 2-fach Master „Musikwissenschaft – Konzert- und Musiktheaterdramaturgie“ und „Vokalausbildung“.

Birgit ist immer wieder bei Konzerten und Shows zu erleben, war einige Zeit mit dem „Original Krimidinner“ und verschiedenen „Musical-Dinnern“ deutschlandweit unterwegs und ging 2018 als Gesangssolistin auf die „Mein Schiff 5“ von Tui Cruises.

Zum Übergang ins Jahr 2020 war sie im Ensemble von „My fair lady“ in der Elbphilharmonie Hamburg zu sehen.

Das Interview wurde im Jänner 2020 geführt.

War es immer dein Ziel auf der Bühne zu stehen oder hattet du einen anderen Berufswunsch?

Eine lange Zeit dachte ich, ich würde Querflöte studieren und habe mich vor allem damit beschäftigt. Kurz bevor es dann aber soweit war sich zu bewerben, ist mir das Musical dazwischen gekommen und es war um mich geschehen. Ich hatte lange Zeit vorher zwar „Cats“ in Hamburg gesehen und fand großartig was die Menschen auf der Bühne so konnten. Aber so etwas auch zu machen war eher ein Traum wie man sagt: „ich werde mal Prinzessin wenn ich groß bin“. Als dann bei uns auf dem Gymnasium „Joseph“ aufgeführt wurde, habe ich erfahren, dass man das tatsächlich studieren kann und habe dann auch alles daran gesetzt das zu tun. Ich war also recht spät dran mich tatsächlich mit Gesang, Tanz und Schauspiel zu beschäftigen.

Du hast zusätzlich zur „Joop van den Ende Academy“ auch ein Gesangsstudium an der Folkwang Universität der Künste in Essen abgeschlossen und studierst aktuell auch noch Musikwissenschaft, Dramaturgie und Vokalausbildung. Was nimmst du aus dieser Fülle an Ausbildungen mit?

Ich habe einfach ein großes Interesse an allem was mit Theater & Musik zu tun hat. Und ich würde sagen alles was man gehört oder gelesen hat, erweitert den Horizont. Man hat eine größere Bandbreite und kann anders auf Stücke oder Rollen im Spezifischen schauen – andere Dinge und Hintergründe erkennen oder deuten, weil man vielleicht schon etwas über die Zeit oder den Komponisten gehört hat.

Rein stimmlich hat mich die klassische Ausbildung enorm weiter gebracht – auch für die Aufgaben die es im Musicaltheater zu bewältigen gibt. Das hat sowohl meine stimmtechnischen, aber natürlich auch stilistischen Möglichkeiten einfach enorm erweitert.

Ich finde es für mich grundsätzlich sehr wichtig immer weiter zu lernen und neue Impulse zu bekommen. So bleibt man offen für Neues und flexibel im Kopf.

Außerdem kann einem alles was man weiß nur weiterhelfen.

Und man weiß ja nie wann man etwas irgendwie, irgendwo, irgendwann einbringen kann. Und da ich ja auch Gesangspädagogin bin ist es für meine Schüler natürlich auch von Vorteil wenn ich alle Genres anbieten kann. So kann ich ganz flexibel auf die Wünsche der Schüler eingehen.

Durch das Masterstudium hatte ich auch die Chance hinter der Bühne zu arbeiten. Die Assistentin der Technischen Leitung in Schwäbisch Hall in den letzten drei Spielzeiten, war natürlich eine ordentliche, aber auch sehr spannende und definitiv lohnenden Herausforderung. Da hab noch einmal einen ganz anderen Blick auf das „Theatermachen“ bekommen.

Ehrlich gesagt bin ich auch schon wieder auf der Suche was ich als nächstes Lernen möchte. Ein paar Ideen gibt es schon.

Birgit Busse - Credits: Anne Brüssel

Birgit Busse – Credits: Anne Brüssel

Was waren für dich die größten Herausforderungen in deiner ersten Zeit als Darstellerin?

Absagen waren und sind eine große Herausforderung. Klar weiß man vorher, dass das Business hart ist, und dass es jede Menge Absagen geben wird, aber man ist trotzdem nicht wirklich darauf vorbereitet wie es sich dann in der Realität anfühlt.

Es gibt eben immer mal wieder die Zeiten, in denen es weniger läuft und man sich zwischenzeitlich vielleicht auch mal anders orientieren muss, um über die Runden zu kommen. Da dann nicht aufzugeben ist nicht einfach, gehört aber ebenso zum Job.

Hinfallen, Krone richten und weiter machen.

Was würdest du jemanden raten, der Musicaldarsteller/-in werden möchte? Eine gute Entscheidung oder lieber nochmals durchdenken?

Ja, eine gute Entscheidung. Wenn man wirklich bereit ist hart an sich zu arbeiten und das nicht nur vor und während der Ausbildung sondern eigentlich das ganze Berufsleben lang. Dann ist das eine tolle Ausbildung mit der man unglaublich vielseitig arbeiten kann.

Nehmt schon vor dem Studium Unterricht in allen Disziplinen und lasst euch Tipps geben. Und vor allem hört auf euch selbst. Wenn du dir sicher bist, dass das dein Job ist und du alles auf dich nehmen möchtest, um das zu erreichen dann mach das. Egal was andere dir sagen. Ich habe so vielen KollegInnen getroffen denen gesagt wurde das wird nichts. Jetzt stehen sie hauptberuflich als Darsteller auf der Bühne oder arbeiten vor der Kamera.

Was braucht man aus deiner Sicht, um im Musicalbusiness erfolgreich zu sein?

Ich glaube der Antwort zu dieser Frage bin ich gerade erst wieder auf der Spur. Nachdem ich längere Zeit ja nicht im Musical gearbeitet habe, stecke ich erst langsam meine Fühler wieder so richtig in das Business aus.

Ich glaube aber, dass vor allem harte Arbeit an der eigenen Künstlerpersönlichkeit sehr wichtig ist. Talent natürlich auch, aber das ist meiner Meinung nach eher ein kleinerer Teil.

Und manchmal hilft natürlich auch ein wenig Glück – zur richtigen Zeit am richtigen Ort und für genau diese Situation gut vorbereitet zu sein.

Birgit Busse - Credits: Anne Brüssel

Birgit Busse – Credits: Anne Brüssel

Musicaldarsteller vereinen ja den Mix aus Gesang, Schauspiel und Tanz. In welchem dieser drei Bereiche fühlst du dich am wohlsten?

Definitiv in Schauspiel und Gesang. Zwar hab ich mit beidem erst während meines Abiturs angefangen, aber ich finde beides unglaublich spannend.

Es gibt so viele Genres und Möglichkeiten die Stimme einzusetzen und die Stimme verändert sich ja auch ständig – auch hier hört das Lernen, Entdecken und Ausprobieren nie auf.

Trotzdem schaue ich aber auch immer, dass ich mich gut bewegen kann und ich mich tänzerisch auf jeden Fall fit halte.

Ich probiere viele Sportarten aus und nehme natürlich immer wieder Tanzunterricht.

Wie ist es so in Rollen zu schlüpfen? Wie viel Birgit steckt in jeder Rolle?

Es ist super spannend in verschiedene Rollen zu schlüpfen und dann vor allem im Zusammenspiel mit Kollegen heraus zu finden wo die Reise hingeht.

Natürlich mache ich mir im Vorhinein Gedanken was die Figur bewegt, wo sie herkommt, wo sie hinwill und all das. Daher ist in der Anlage klar auch immer etwas Birgit dabei.

Aber im Probenprozess versuche ich dann offen zu sein und zu schauen ob sich nicht vielleicht doch noch etwas ganz anderes entwickelt als ich vorher gedacht habe.

Welche Rollen würden dich zukünftig besonders interessieren und warum?

Elphaba steht ganz oben auf der Liste.

Die Rolle ist super spannend, die junge Frau die auf der Suche nach ihrem Weg ist und nicht so recht dazu gehört. Auch gesanglich ist das natürlich auch eine richtige Herausforderung.

Sonst würde ich sehr gern mal was von Sondheim oder Weill machen. Das zieht mich musikalisch sehr an und meine beiden Studiengänge würden sich da ganz gut ergänzen.

Natürlich gibt es noch Einges mehr was ich gerne spielen möchte oder wo ich gern arbeiten möchte.

Mal sehen was die Zukunft so bringt…

Was möchtest du in 10 Jahren gerne machen? Bist du dann eher auf der Bühne oder hinter der Bühne oder machst du vielleicht einen komplett anderen Job?

Ich entschiede mich ganz klar für Beides! Ich denke Theater wird auf jeden Fall immer aktuell für mich bleiben. Bei allem Suchen, das ich den letzten Jahren unternommen habe war das immer schon klar. Und tatsächlich glaube ich, dass ich sowohl auf der Bühne als auch dahinter arbeiten werde. Ich brauche viel Abwechslung und genieße das.

Und es gibt so viele spannende Berufe am Theater, da gibt es noch viel zu lernen und auszuprobieren.

Was hältst du von Social Media? Zwingend notwendig für eine/n Künstler/in?

Ich bin ehrlich gesagt eher schüchtern was Social Media angeht. Mir persönlich fällt es nicht so leicht Dinge zu posten, vor allem Privates. Aber wie ich gerade erst neulich auf einem wunderbaren Künstlerentwicklungs-Workshop in Düsseldorf erfahren habe, wird es tatsächlich immer wichtiger besonders für uns Künstler. Deshalb bin ich gerade auf der Suche nach meinen Weg und meinen Umgang mit Social Media.

Birgit Busse - Credits: Anne Brüssel

Birgit Busse – Credits: Anne Brüssel

Wie stehst du generell zum Thema „Vermarktung“ deiner Person? Wie wichtig ist Marketing und Kommunikation für dich als Musicaldarstellerin?

Ich glaube, wie gesagt, dass das immer wichtiger wird und man sich da schon auch beteiligen muss. Allerdings tu ich mich da ein bisschen schwer. Ich hab endlich eine Homepage und einen Instagram-Account aber viel mehr an Vermarktung hab ich bisher noch nicht in Angriff genommen. Mal sehen wo da die Reise noch hingeht.

Wie wichtig sind „Fans“ im Musicalbusiness und wie sind deine bisherigen Erfahrungen mit Fans?

Fans sind super wichtig für unser Business. Sie füllen die Theater und supporten uns Darsteller. Ohne das müssten wir ja gar nicht auf der Bühne stehen.

Ich habe bisher noch nicht so viele Erfahrungen mit Fans gesammelt – nur bei Buddy Holly damals in Essen am Colloseum gab es ein paar Fans. Es ist natürlich schön, wenn schon am Morgen vor einer Doppelshow liebe Menschen auf einen warten und man super schöne Briefe bekommt und so nette Worte hört. Das motiviert dann gleich noch mehr.

Warst du früher auch mal Fan von einer/m Musicaldarsteller/-in?

Ich war leider nie ein richtiger Fan. Bei uns in der Gegend gab es keine Musicals und ich bin tatsächlich eher auf den Beruf gestoßen, weil ich die Kombination von Gesang, Schauspiel und Tanz einfach großartig fand und mich nicht entscheiden wollte oder konnte.

Was ist dein Lebensmotto und warum?

Das ist eine schwierige Frage. Ich glaube das variiert.

Ich weiß, dass ich mein Leben lang gern Lernen und so offen wie möglich für alles Neue und Andere bleiben möchte. Das ist auf jeden Fall ein Ziel und bestimmt gibt es da schon ein tolles Zitat dazu.

Aber ein Motto? Zur Zeit vielleicht:

„Never give up on something you really want. It’s difficult to wait but more difficult to regret…“ Oder das mit der Krone von weiter oben …

„Wir Musical-Fans“ sagen „Danke fürs Gespräch“.

Mehr zu Birgit Busse auf www.birgitbusse.de und Instagram.

Birgit Busse - Credits: Anne Brüssel

Birgit Busse – Credits: Anne Brüssel

Bist du Künstler:in oder willst mit Künstler:innen zusammenarbeiten?

Dann registriere dich jetzt auf KÜNSTLERFAMILIE – das Community-Portal für Künstler:innen, Künstleragenturen und Netzwerkpartner.

Kostenlose Registrierung.

„Wir Musical-Fans“ haben dem Musicaldarsteller Jakob Wirnsperger ein paar Fragen gestellt.

Jakob Wirnsperger wurde in Dornbirn geboren und startete 2017 nach seiner Reifeprüfung am BORG Dornbirn Schoren sein Musicalstudium an der AMP – International Academy of Music and Performing Arts Vienna, das er 2020 mit Auszeichnung abschloss.

Er spielte u.a. in ABENTEUER IM SPIELZEUGLAND, LUCKY STIFF, SCHÖN, DASS ES OPA GIBT und war u.a. am Theater Plauen-Zwickau, an der Lustenauer Bühne und bei der ORF-Show „Die große Chance“ zu sehen. Außerdem war er immer wieder bei Musical Galas auf der Bühne – u.a. mit Ohana Music (Magdalena Paunger, Theresa Wollnitzke, Timna Engelmayer, Helena Lenn) und bei der Tanzshow „MOVING STARS“.

2020 übernahm er die Rolle des Henry in der „Kulturverein DEMASKIERT“ Produktion von NEXT TO NORMAL, die aufgrund der COVID-19 Pandemie verschoben werden musste, und war in der österreichischen Werbekampagne von SIEMENS zu sehen.

2021 stand er in der Rolle des Brad Majors im Kult-Musical THE ROCKY HORROR SHWO in der Waggonhalle in Marburg auf der Bühne und war in der Uraufführung von NACHTIGALL TAUSENDTRILLER als „Erzähler“, „Gärtner“ und „Schwarzer Dew“ mit dabei. Er war Teil des Ensembles der Cast-CD des Broadway Hit-Musicals MEMPHIS, welche 2021 erstmalig in deutscher Sprache aufgenommen und veröffentlicht wurde – und durfte auch beim Album für die Tournee von FLASHDANCE im Ensemble mitzusingen.

2022 war Jakob in der Rolle des Magaldi im Musical „EVITA“ beim Operettensommer Kufstein zu sehen und stand 2023-2025 in ABENTEUERLAND – Das Musical mit den Hits von PUR im Capitol Theater Düsseldorf auf der Bühne.

Auf der ABENTEUERLAND Tour 2025/2026 durch Deutschland und Schweiz ist er als Cover Alex und im Ensemble zu sehen.

Seit mehreren Jahren kümmert sich Jakob außerdem um Kursleitung, Regie und Organisation beim „MuKu – Musical Kurs für Kids“ in Lustenau.

Das Interview wurde im August 2020 geführt.

War es immer dein Ziel auf der Bühne zu stehen oder hattest du einen anderen Berufswunsch?

Nein. Ich habe mich immer für die menschliche Psyche interessiert und wollte darum eigentlich etwas in diese Richtung machen. Am liebsten wäre ich Profiler beim FBI geworden 😉

Als ich dann aber rausgefunden habe, dass man Musical studieren kann, war das sofort meine erste Wahl.

Du hast 2020 deine Ausbildung an der AMP – International Academy of Music and Performing Arts Vienna abgeschlossen. Was nimmst du aus deiner Ausbildung mit?

Es war eine sehr schöne Zeit, die viel zu schnell vorbei ging. Ich habe wahnsinnig tolle und talentierte Menschen kennengelernt, von denen ich nicht nur für den Beruf, sondern auch fürs Leben sehr viel lernen durfte.

Wenn ich an die Zeit zurück denke, fühlt sich alles wie eine große Familie an.

Jakob Wirnsperger - Credits: privat

Jakob Wirnsperger – Credits: privat

Was sind für dich die größten Herausforderungen in deiner ersten Zeit als Darsteller?

Eine der Herausforderungen ist es, sich immer aufs Neue vorstellen zu müssen.

Castings machen meistens echt viel Spaß, trotzdem ist es immer wieder nervenaufreibend, sich darauf vorzubereiten, um sich dann zu präsentieren.

Und dann kommt auch noch dieses lange Warten auf eine Antwort.

Daran gewöhnt man sich glaub ich nie! Aber auch das gehört dazu und macht wie gesagt auch irgendwie Spaß!

Was braucht man aus deiner Sicht, um im Musicalbusiness erfolgreich zu sein?

Durchhaltevermögen. Ich steh zwar noch am Anfang meiner Kariere und hab noch nicht so viel Erfahrung wie manch andere, aber ich habe gemerkt, dass man einfach immer dran bleiben muss und nie aufgeben darf.

Aber das aller wichtigste ist, authentisch und man selbst zu bleiben. Man verstellt sich nämlich schon genug, wenn man in eine andere Rolle schlüpft.

Musicaldarsteller vereinen ja den Mix aus Gesang, Schauspiel und Tanz. In welchem dieser drei Bereiche fühlst du dich am wohlsten?

Also wohl fühl ich mich mittlerweile in allen drei Sparten. Aber wenn ich mich entscheiden müsste, wäre das wohl Gesang, da ich eigentlich erst durch den Gesang zum Musical gekommen bin. Ich hatte nämlich schon vor dem Studium lange Gesangsunterricht.

Jakob Wirnsperger - Credits: privat

Jakob Wirnsperger – Credits: privat

Wie ist es so in Rollen zu schlüpfen? Wie viel Jakob steckt in jeder Rolle?

Ich liebe es!

Es ist, wie eine neue Person kennenzulernen, die zum Teil vielleicht auch schon tief in einem steckte.

Jeder bringt sein eigenes Flair in einer Rolle ein. Jeder Darsteller spielt eine Rolle minimal anders, was das Ganze sowohl für die Darsteller als auch für die Zuschauer spannender macht.

Welche Rollen würden dich zukünftig besonders interessieren und warum?

Evan Hansen aus „Dear Evan Hansen“.

Ein Traum würde in Erfüllung gehen, wenn ich diese Rolle einmal verkörpern dürfte.

Es ist ein fantastisches Stück mit toller Musik und einer Story, die einen mitnimmt und wirklich zum Nachdenken anregt.

Aber auch in Musicals wie „Waitress“ oder „Book Of Mormon“ würde ich gerne mal mitspielen.

Wie entwickelst du dich als Musicaldarsteller weiter? Nimmst du Gesangs-, Schauspiel- und Tanzunterricht oder besuchst du Workshops?

Da man als Musicaldarsteller nie „fertig“ ist und man nie auslernt, find ich es wichtig auch nach der Ausbildung weiterhin regelmäßig Gesangs-, Schauspiel- und Tanzunterricht zu nehmen.

Außerdem besuche ich auch immer wieder mal Workshops, um nicht aus der Übung zu kommen.

Was hältst du von Social Media? Zwingend notwendig für eine/n Künstler/in?

Heutzutage ist Social Media schon sehr wichtig. Ja, es ginge auch ohne, aber mit ist es eindeutig einfacher, sich zu vernetzen, Werbung zu machen und so weiter. Also ich find es schon sehr hilfreich.

Wie stehst du generell zum Thema „Vermarktung“ deiner Person? Wie wichtig ist Marketing und Kommunikation für dich als Musicaldarsteller?

Sich selbst zu vermarkten ist in diesem Business schon sehr wichtig. Schließlich muss man sich als Darsteller auch in gewisser Art und Weise selber verkaufen. Ich glaube das die eigene Online-Präsenz dabei immer eine größere Rolle spielt. Ein Experte darin bin ich trotzdem nicht… 😉

Wie wichtig sind „Fans“ im Musicalbusiness und wie sind deine bisherigen Erfahrungen mit Fans?

Ein Künstler lebt von Fans! Mein Deutschlehrer hat mir mal gesagt, dass Geld für den Schauspieler keine Rolle spielt, wenn er ein Publikum hat, das ihm zujubelt. Damit hatte er vollkommen recht. Applaus ist eines der schönsten Gefühle!

Wenn man positives Feedback von Fans bekommt, weiß man, dass man seinen Job richtig gemacht hat und die Zuschauer mitnehmen konnte. Die Fans gehören also genauso zum Musicalbusiness, wie die Darsteller selbst.

Jakob Wirnsperger - Credits: privat

Jakob Wirnsperger – Credits: privat

Du sprichst neben Deutsch, Englisch und Französisch auch Vorarlberger bzw Schweizer Dialekt. Hast du deine Dialekt-Sprachkenntnisse auch schon mal auf der Bühne nutzen können?

Hahaha… Ja der schönste Dialekt der Welt (finde zumindest ich)!

Bevor ich nach Wien zog, um Musical zu studieren, war ich in einem Theaterverein, bei dem einige Mundart-Stücke im Dialekt aufgeführt wurden.

Sonst war es auf der Bühne leider noch nicht gefragt – aber ich hoffe, dass das noch kommt!

Hast du einen Lieblingsfilm oder gibt´s mehrere Filme oder Genres, die du besonders magst?

Ich liebe Horrorfilme!

Mein erster war „House Of Wachs“ – den hab ich mit 5 Jahren heimlich bei meiner Nachbarin gesehen. Seither liebe ich alle Filme, bei denen man sich erschreckt oder sich gruselt.

Am liebsten schau ich den anderen Leuten zu, wie sie sich erschrecken, wenn ich den Film schon kenne!

Und welcher Song ist dein Lieblingssong?

Puh… das ist eine schwere Frage. Ich würde sagen, zur Zeit höre ich sehr viele Ben Platt. Aber auch Weihnachtslieder gehen bei mir immer – auch im Hochsommer 😉

Was ist dein Lebensmotto und warum?

Der einzige Fehler ist, es nicht zu versuchen!

„Wir Musical-Fans“ sagen „Danke fürs Gespräch“.
Mehr zu Jakob Wirnsperger auf Instagram.

Jakob Wirnsperger - Credits: privat

Jakob Wirnsperger – Credits: privat

Bist du Künstler:in oder willst mit Künstler:innen zusammenarbeiten?

Dann registriere dich jetzt auf KÜNSTLERFAMILIE – das Community-Portal für Künstler:innen, Künstleragenturen und Netzwerkpartner.

Kostenlose Registrierung.

„Wir Musical-Fans“ haben dem Musicaldarsteller René Rumpold ein paar Fragen gestellt.

Rene Rumpold - Credits: privat

Rene Rumpold – Credits: privat

René Rumpold wurde (per Zufall) in Klagenfurt geboren und verbrachte seine Kindheit in Triest bis zu seinem 10ten Lebensjahr.

Er beschäftigte sich schon sehr früh mit Musik – u.a. war er Mitglied im ORF-Knabenchor, sang kurz bei den Wiener Sängerknaben (war zu rebellisch) und hatte als zehnjähriger Chorsänger sein Operndebüt in der Oper „Carmen“ als „Straßenjunge“ am Stadttheater Klagenfurt.

René machte seine Matura an der Handelsakademie Klagenfurt und promovierte in Theaterwissenschaft und Musikwissenschaft (schloss mit zwei Doktoraten und drei Magistern ab) und studierte Schauspiel bei Fritz Muliar in Wien und Gesang in New York, Zürich, Sydney und Wien (Carol Mayo, Joan Sutherland etc.).

Er war in unzähligen Rollen zu sehen, an internationalen Theatern, Opernhäusern, bei diversen Festivals, in Film & TV-Produktionen – als Tenor, Schauspieler und auch Regisseur.

Außerdem unterrichtet René, als privater Pädagoge, Schauspiel, Rollengestaltung und Rhetorik, als auch Gesang – Oper, Operette, Lied, Musical, Rock und Jazz in seinem Studio in Wien – Schönbrunnerstrasse 87/23, 1050 Wien.

In seiner langjährigen Karriere arbeitete er mit zahlreichen bedeutenden KünstlerInnen zusammen – u.a. Agnes Baltsa, Leonard Bernstein, Gerhard Bronner, Jerry Bock, Anthony Davies, Plácido Domingo, Edita Gruberová, Philip Glass, Sheldon Harnick, Hans Werner Henze, Tamar Iveri, Hilde Krahl, Heinz Marecek, Zubin Mehta, Ernst Meister, Melina Mercouri, Fritz Muliar, Nigel Osborne, Elfriede Ott, Harold Prince, Walther Reyer, Maximilian Schell, Neil Shicoff, George Tabori, Mikis Theodorakis, Guido Wieland, Peter Zadek und viele mehr.

Das Interview wurde im März 2020 geführt.

War es immer dein Ziel auf der Bühne zu stehen oder hattest du einen anderen Berufswunsch?

Natürlich wollte ich ursprünglich einmal Astronaut und dann Priester werden, aber die Kirche und das Weltall dankt es mir, dass ich mich doch endgültig für das Theater entschieden habe. Ich bin glücklich und dankbar meinem Schicksal dafür, dass ich Zeit meiner Karriere immer in beiden Fächern zu Hause blieb – Schauspiel und Gesang.

Du hast Theaterwissenschaft, Musikwissenschaft, Germanistik, Psychologie, Schauspiel und Gesang studiert. Was nimmst du aus deinen Ausbildungen mit?

Meine Studien an der Uni Wien wählte ich vorab, um nicht als „Berufstrottel“ zu enden – Theater- und Musikwissenschaft, Germanistik und Psychologie.

Ich war immer sehr wissbegierig und wollte alles über alles wissen.

Zum Unterrichten helfen mir meine oben genannten Studien ebenso, neben Schauspiel oder Gesang kommt vor allem die Psychologie sehr oft zum Einsatz.

Rene Rumpold - Credits: privat

Rene Rumpold – Credits: privat

Was waren für dich die größten Herausforderungen in deiner ersten Zeit als Darsteller?

Meine Nervosität in den Griff zu bekommen. Kurz danach verlor ich allerdings diese Angst. Mein Schauspiellehrer, Fritz Muliar, sagte mir einmal: stell dir vor, da unten sitzen lauter Krautköpfe – ich musste lachen und damit verlor ich die Angst und seitdem freue ich mich nur noch auf der Bühne zu stehen.

Als ich „DIE LIEBE FAMILIE“ 8 Jahre lang im ORF spielte, mit wunderbaren Künstlern, wie Ott, Meister, Krahl, Wieland etc. und erkannte, dass auch diese nur „auf Feuer kochten“, blieb nur noch die Freude am Spiel. Joan Sutherland sagte mir einmal: „We all do mistakes, the audience just should not detect it“ (Wir machen alle Fehler, das Publikum sollte sie nur nicht erkennen). Sie hatte so Recht.

Was würdest du jemanden raten, der Musicaldarsteller/-in werden möchte? Eine gute Entscheidung oder lieber nochmals durchdenken?

Man soll seinem Bauchgefühl folgen. Allerdings sollte jede Studentin, jeder Student von Anfang an wissen, dass dieser wunderbare Beruf aber auch sehr viel Verzicht mit sich bringt.

Rene Rumpold - Credits: privat

Rene Rumpold – Credits: privat

Was braucht man aus deiner Sicht, um im Musicalbusiness erfolgreich zu sein?

Können und Wissen!!!!

Wie ist es so in Rollen zu schlüpfen? Wie viel René steckt in jeder Rolle?

Ein wenig ist immer von uns Bühnenleuten in den Rollen zu spüren, allerdings sollte es auch nicht zu viel sein.

Man muss in diesem Beruf kein „Einstein“ sein, aber ein wenig Intelligenz ist trotzdem von Nöten.

Was möchtest du in 10 Jahren gerne machen? Bist du dann noch als Sänger, Schauspieler und Regisseur tätig oder machst du vielleicht einen komplett anderen Job?

Nein, keinen komplett anderen Job.

Mal sehen, wie meine Stimme dann noch mitmacht, ob ich noch will?

Allerdings schreibe ich seit etwa 20 Jahren Theaterstücke (musikalischer oder nur schauspielerischer, sehr oft biografischer Natur), welche alle mit großem Erfolg in Europa als auch in den USA gespielt werden.
Apropos USA: ich bin der erste österreichische Schauspieler/Sänger, welcher am Broadway eine Hauptrolle sang: TONY in WEST SIDE STORY. (16 Jahre Phantom oft the Opera in der Titelrolle in London/Her Majesty´s Theatre ist auch nicht von schlechten Eltern).

Was hältst du von Social Media? Zwingend notwendig für eine/n Künstler/in?

Social Media mag zwar behilflich sein, kann aber Talent und Freude am Beruf nicht ersetzen – jeder wie er will. Ich bin altmodisch!

Rene Rumpold - Credits: privat

Rene Rumpold – Credits: privat

Wie stehst du generell zum Thema „Vermarktung“ deiner Person? Wie wichtig ist Marketing und Kommunikation für dich als Darsteller, aber auch als Regisseur?

Marketing!?

Als guter Bühnenkünstler wirst du „weitergereicht“, so war es wenigstens bei mir immer. Danke!!!!!!!!!

Wie wichtig sind „Fans“ im Musicalbusiness und wie sind deine bisherigen Erfahrungen mit Fans?

Ich liebe meine Fans, ich kenne nur reizende Personen, unaufdringlich und lieb. Ich wünsche allen ebensolche Fans, welche ich über die Jahre bekam.

Wichtig? Es ist schön, sie zu haben. Können dir aber auch beruflich nicht helfen.

Warst du früher auch mal Fan von einer/m Musicaldarsteller/-in?

Nein, war ich nie!

Was ist dein Lebensmotto und warum?

Mein Lebensmotto seit Anbeginn meiner Karriere: Leben und leben lassen, gerne arbeiten statt nur zu klagen, und die Freude NIE verlieren.

Meine berufliche Zukunft: bei Interesse bitte einfach www.rene-rumpold.at öffnen und sich schlau machen. Ganz besonders freue ich mich auf eine Wiederaufnahme des Sprechstückes EIN KÄFIG VOLLER NARREN von Jean Poiret, nach einer Inszenierung von Marcus Strahl in Bad Ischl (4.4. bis 19.4.2020), und UNTER DER TREPPE (Staircase – im Film mit Richard Burton und Rex Harrison) an der Komödie am Kai unter der Regie von Erich Wolf, beide Produktionen gemeinsam mit meinem Kollegen und Freund Johannes Terne.

Danke für das sympathische Interview!

„Wir Musical-Fans“ sagen „Danke fürs Gespräch“.
Mehr zu René Rumpold auf Facebook und Instagram.

Rene Rumpold - Credits: privat

Rene Rumpold – Credits: privat

Bist du Künstler:in oder willst mit Künstler:innen zusammenarbeiten?

Dann registriere dich jetzt auf KÜNSTLERFAMILIE – das Community-Portal für Künstler:innen, Künstleragenturen und Netzwerkpartner.

Kostenlose Registrierung.

Der Musicaldarsteller, Sänger und Komponisten Rory Six wurde in Belgien geboren und begann 1998 seine Gesangsausbildung.

Er nahm Unterricht bei Pascale de Turck am Royal Ballet of Flanders und bei Edward Hoepelman und Antoinette Kouwenberg an der Fontys Stageschool / Brabantse Conservatorium Musiktheater in Tilburg.

Nach seinem Studium spielte Rory in der belgischen und niederländischen Tournee von „Romeo und Julia“ und war Solist in verschiedenen Musicalshows.

Es folgten Engagements u.a. in „Les Misérables“ im Theater des Westens in Berlin und in der Schweizer Uraufführung in St. Gallen, in „Elisabeth“ im Apollo Theater in Stuttgart und im Raimundtheater in Wien, in Frank Wildhorns „Dracula“ beim Musical-Festival in Graz, in „Jekyll & Hyde“ bei den Festspielen Bad Hersfeld, in der deutschsprachigen Erstaufführung von „Rudolf – Affaire Mayerling“ im Raimundtheater in Wien oder in „The Full Monty“ bei den Festspielen Amstetten und am Deutschen Theater München. Von 2019 bis 2022 war Rory drei Saisonen lang in der VBW-Produktion von CATS im Ronacher als „Alt Deuteronimus“ zu sehen.

Rory ist Leiter des Vereins Theatercouch – ein Verein von Künstler:innen für Künstler:innen & Kunstliebende – der bis Anfang 2022 auch eine fixe Spielstätte in Wien Meidling hatte. Einige namhafte Musicaldarsteller:innen wie Pia Douwes, Wietske van Tongeren, Annemieke van Dam, Katja Berg, Ann Mandrela oder Drew Sarich waren dabei auf der Theatercouch-Bühne zu sehen.

Außerdem ist Rory auch Komponist – u.a. der Musicals: Wenn Rosenblätter fallen, Luna, Ein wenig Farbe, Die Mädchen. Von Oostende oder Weihnachtsengel küsst man nicht, die alle erfolgreich in der Theatercouch in Wien gespielt wurden. Zu seinem 40. Geburtstag am 3. September 2023 präsentiert Rory Six bei MELODIENREISE die Musik aus seinen, teilweise preisgekrönten, Musicals auf der Burg Perchtoldsdorf.

„Wir Musical-Fans“ haben Rory Six ein paar Fragen gestellt (das Interview wurde im Dezember 2019 geführt).

War es immer dein Ziel auf der Bühne zu stehen oder hattet du einen anderen Berufswunsch?

Ich habe mit 10 Jahren Cats gesehen und das wusste ich: das möchte ich auch irgendwann mal machen. Also ja.

Du hast in Belgien und den Niederlanden deine musikalische Ausbildung gestartet. Was nimmst du aus diesen „Lehrjahren“ mit?

Ich glaube, dass ich in der Zeit viel gelernt habe über mich selbst und das mitnehme. Natürlich die Ausbildung habe ich dort gemacht – also meine Technik etc. habe ich auch mitgenommen.

Welchen Stellenwert hat das Musicalgenre in Belgien und den Niederlanden im Vergleich zu Deutschland oder Österreich?

Da ich fast nur im deutschsprachigem Raum gearbeitet habe, kann ich da nicht so viel dazu sagen. Da ich aus Belgien komme, kann ich es am besten vergleichen mit Belgien. In Belgien gibt es nicht wirklich einen Markt für Musicals. Wenn ein Musical spielt dann meistens nur für maximal 2 Monate und das war es dann. Viele meiner Kollegen aus Belgien müssen dann auf andere Berufe ausweichen, um überhaupt zu leben, so etwas ist im deutschsprachigen Raum nicht der Fall. Dadurch, dass es in Deutschland und Österreich so viele subventionierte Theater gibt, die Musicals machen, ist das Genre einfach viel präsenter als z.B. in Belgien.

Rory Six - Credits: Andrea Peller

Rory Six – Credits: Andrea Peller

Was waren für dich die größten Herausforderungen in deiner ersten Zeit als Darsteller?

Für mich war es am Anfang sehr schwierig so weit weg von der Familie und meinen Freunden zu sein. Da ich jetzt schon fast 15 Jahre im Ausland wohne, habe ich mich inzwischen daran gewöhnt.

Die Sprache war am Anfang auch eine Herausforderung (da Deutsch nicht meine Muttersprache ist). Einen Rhythmus zu finden wie ich meine Energie einteile, um die Shows spielen zu können. Also eigentlich nicht wirklich die Arbeit als Darsteller, sondern alles was drum herum passiert.

Was würdest du jemanden raten, der Musicaldarsteller/-in werden möchte? Eine gute Entscheidung oder lieber nochmals durchdenken?

Ich sage immer: Nur wenn du aus voller Überzeugung und von ganzem Herzen weißt, dass du Musicaldarsteller/-in werden möchtest, dann tue es. Es warten mehr Enttäuschungen und Niederlagen auf dich als du jemals denken könntest, aber dafür sind die Erfahrungen die du machst mit keinem anderen Beruf zu vergleichen.

Du wirst Auditions machen und vielleicht kriegst du bei 100 Auditions 1 Job.

Versuche erst bei einer staatlichen Schule aufgenommen zu werden. Diese Schulen haben den besten Ruf und sorgen dafür, dass du die richtigen Leute kennen lernst.

Was braucht man aus deiner Sicht, um im Musicalbusiness erfolgreich zu sein?

Glück. Talent. Durchhaltevermögen. Leidenschaft. Kraft.

Musicaldarsteller vereinen ja den Mix aus Gesang, Schauspiel und Tanz. In welchem dieser drei Bereiche fühlst du dich am wohlsten?

Ich fühle mich am wohlsten beim Gesang und Schauspiel. Tanzen ist nicht meine Stärke aber schau, trotzdem mache ich jetzt bei Cats mit …

Wie ist es so in Rollen zu schlüpfen? Wie viel Rory steckt in jeder Rolle?

Ich glaube es steckt sehr viel Rory in den Rollen, die ich spiele, da ich immer noch ich bin und die Emotionen, die ich spielen muss, aus mir holen und finden muss. Daher glaube ich schon, dass sehr viel von mir zu sehen ist. Natürlich versucht man jede Rolle anders ein zu färben, aber das sind Farben und Emotionen, die sowieso in mir drinnen stecken. Ab und zu sind die Rollen näher an mir dran, und ab und zu weiter weg. Bis jetzt habe ich es aber immer so erlebt: immer, wenn ich eine Ausschreibung gelesen habe und gedacht habe: „das bin ich“, dann habe ich komischerweise die Rolle auch bekommen. Also muss doch einiges von mir drinnen stecken.

Du bist seit Herbst 2019 in der Wiener Produktion von CATS im Ronacher als „Alt Deuteronimus“ zu sehen. Was ist so faszinierend an CATS und was fasziniert dich an deiner Rolle des Alt Deuteronimus besonders?

Wie gesagt, Cats war mein erstes Musical. Cats ist der Grund warum ich Musicaldarsteller geworden bin. Es hat halt für mich noch immer einen besonderen Wert. In dieses Musical werden auch Tanz, Gesang und Schauspiel mit einander verbunden wie in fast keinem anderen Musical. Die Rolle von Alt Deuteronimus fasziniert mich wegen seiner Güte, seiner Wärme. Das ist was sehr Schönes zum spielen. Er ist deren Oberhaupt, aber er ist trotzdem nicht überheblich und sehr spirituell. Das finde ich sehr schön an dieser Rolle. Auch gesanglich ist die Rolle eine große Herausforderung, da man alle Facetten seiner Stimme benutzen muss.

Rory Six - Credits: Andrea Peller

Rory Six – Credits: Andrea Peller

Welche Rollen würden dich zukünftig besonders interessieren und warum?

Ich glaube, dass ich „endlich“ im Alter bin, wo ich in Frage komme für die Rollen die ich immer gerne spielen wollte. Wie z.b. Jean Valjean, Javert, Phantom, … – also doch die eher klassischen Rollen.

Als junger Darsteller bist du meistens dort für die „Liebhaber“-Rollen. Die sind zwar auch schön zum spielen aber ich finde die älteren Rollen haben etwas mehr Tiefe und das fasziniert mich daran.

Du bist ja nicht nur Darsteller, sondern auch Komponist und Theaterdirektor der Wiener Bühne „Theatercouch“. Welche dieser Rollen ist dir dabei am liebsten oder ist gerade die Mischung das spannende?

Ich würde sagen meine größte Leidenschaft ist das Schreiben von neuen Stücken. Das ist das, was mich künstlerisch am meisten erfüllt. Nicht, dass ich nicht gerne auf der Bühne stehe, aber ich mag den Prozess wie ein Stück entsteht. Eine Rolle ist vergänglich, ein Stück bleibt. Wenn man ein Stück schreibt, ist es wie ein Baby. Sie sind alle was besonderes. Auch wenn das eine vielleicht mehr Erfolg hat als das andere.

Aber das bedeutet nicht, dass ich nicht gerne auf der Bühne stehe. Das erfüllt mich auch, aber auf eine andere Art und Weise. Als Darsteller führe ich das auf, was der Regisseur/Choreograf von mir verlangt, als Autor kann ich selbst kreativ sein.

Was möchtest du in 10 Jahren gerne machen? Bist du dann noch auf der Bühne oder machst du vielleicht einen komplett anderen Job?

Das was ich jetzt mache wäre das Idealste. Eine Kombination aus Darsteller, Autor, Produzent.

Rory Six - Credits: Andrea Peller

Rory Six – Credits: Andrea Peller

Was hältst du von Social Media? Zwingend notwendig für eine/n Künstler/in?

Ich persönlich finde es schade, dass man sich als Darsteller damit auch beschäftigen muss. Ich bin kein großer Fan von Social Media, weil es nur noch darum geht: Wie kann ich ein Foto machen? Welches Foto? Warum dieses Posting?

Aber es ist ein Teil von unserem Beruf geworden und irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich als Darsteller da noch eine Menge zu „lernen“ habe.

Ich bin ein sehr introvertierter Mensch, der halt auf der Bühne steht. Und deshalb ist es für mich persönlich immer schwierig welchen Teil meines Lebens ich der Öffentlichkeit zeigen möchte.

Wie stehst du generell zum Thema „Vermarktung“ deiner Person? Wie wichtig ist Marketing und Kommunikation für dich als Musicaldarsteller, aber auch als Komponist und Theaterdirektor?

Das ist wie gesagt ein Lernprozess für mich. Aber ich bin dran. Weil es ist wichtig.

Für mich persönlich ist es wichtiger mich als Person zu vermarkten. Da ich ja nicht nur Darsteller bin, sondern all die anderen Dinge auch.

Wie wichtig sind „Fans“ im Musicalbusiness und wie sind deine bisherigen Erfahrungen mit Fans?

Das finde ich eine schwierige Frage, die ich aber versuche ehrlich zu beantworten. Fans sind für die Shows wichtig, weil sie immer für eine gute Stimmung sorgen.

Jedoch muss ich sagen, dass ich es öfters schade finde, dass Fans meistens Fans von Personen sind und nicht von dem Genre Musicals. Ich sehe es sehr gut bei mir in der Theatercouch. Da gibt es Stücke, die nur verkaufen, weil bekannte Leute mitspielen. Wenn ich das gleiche Stück mit unbekannten Darstellern spielen würde, müsste ich extrem viel Geld in Werbung und Marketing stecken, um überhaupt einen Bruchteil des Publikums zu erreichen. Das ist etwas, was ich sehr schade finde.

Warst du früher auch mal Fan von einer/m Musicaldarsteller/-in?

Nein. Ich würde sagen dass ich „Musical“ mag. Ich liebe das Genre. Aber ich bin kein Fan von Darstellern. Ich bin bis jetzt einmal in ein Musical gegangen, weil ich eine Darstellerin sehen wollte (Patti Lupone in Company, London). Aber das war auch, weil ich diese neue Version des Stückes sehen wollte… Wie gesagt, mich interessieren die Stücke und nicht wer spielt.

WIR MUSICAL-FANS sagen „Danke für das Gespräch“.

Mehr zu Rory Six auf Facebook, Instagram und LinkedIn.

Rory Six auf KÜNSTLERFAMILIE

Theatercouch auf KÜNSTLERFAMILIE

Jonas Tonnhofer erhielt seit seinem 6. Lebensjahr Gesangs- und Instrumentalunterricht in Klavier und Trompete. Er maturierte am ORG der Wiener Sängerknaben mit Schwerpunkt VOCAL

Jonas besucht regelmäßig Workshops und macht seit jungen Jahren Aus- und Weiterbildungen in Gesang, Tanz und Schauspiel – u.a. bei Young Acting Talents, im Performing Center Austria, bei teatro (Musical-Ausbildung), in der Volksoper (Operettenworkshop) und im Burgtheater (Bühnenworkshop).

Von 2014-2019 war er Mitglied im Kinderchor der Volksoper Wien – und dabei zu sehen in GYPSY, LA BOHÈME, ZAUBERER VON OZ, IM WEISSEN RÖSSL, HOFFMANNS ERZÄHLUNGEN, CARMINA BURANA, PINOCCHIO, CAROUSEL, ZAR UND ZIMMERMANN und DER TEUFEL AUF ERDEN. Seine Lieblingsrolle war Friedrich Trapp in SOUND OF MUSIC.

Neben der Volksoper Wien war Jonas u.a. zu sehen an der Bühne Baden (2019 mit seinem Debüt in SHOWBOAT und 2020 als Kronprinz Chulalongkorn in DER KÖNIG UND ICH), im Theater an der Wien: LIBERTÉ-Schiller (2019), NEUN x LEBEN-Beethoven (2020 online), im Theater Akzent: THIRTEEN (2017), THINK (2018), X- MAS GUARDIAN (2018) und X- MAS NEWS (2019), im Stadttheater Mödling: PINOCCHIO SUPERSTAR (2016), WEHNACHTSGESCHICHTE NEU (2016), DER KLEINE PRINZ (2017), in DIE 3 MUSKETIERE beim Musicalsommer Winzendorf (2018), THYESTES BRÜDER Theatercombinat (2018), OEDIPE im Mozarteum Salzburg (2019), im Kasino am Kempelenpark (eine Produktion des Volkstheaters Wien), in der Expedithalle Wien (mit der Theatercouch / Rory Six), STIMMEN GEGEN KREBS im MQ – MuseumsQuartier Wien (2017, 2018 und 2019), in ORACLE and SACRIFICE Tanzquartier Wien und Düsseldorf (2020-2022), in der Stadtgalerie Mödling und bei der GROSSEN CHANCE DER CHÖRE 2016 im ORF.

Seit 2021 ist Jonas im Jugendchor der Volksoper Wien (ZAUBERER VON OZ, DER TEUFEL AUF ERDEN, DIE REISE ZUM MOND), feierte 2022 sein Solodebüt bei THE DEAD CLASS (toxic dreams) im WUK Wien und war 2023 und 2024 auch als SOLIST an der Volksoper Wien zu sehen: Etienne LA CAGE AUX FOLLE (2023), DIE REISE ZUM MOND (2023,2024) und Rolf Gruber SOUND OF MUSIC (2024).

Für den ORF stand er vor der Kamera in SOKO DONAU „ENDLICH RUHE“ (2019), KNALL GENIAL (2018), OKIDOKI (2016, 2017), VORSTADTWEIBER (2015), NARZISS UND GOLDMUND Ruzowitzky (2018), BALANCEAKT (2017), DER ZAUBERER (2017) und EUER EHREN (2021).

Seit 2023 ist Jonas auch als Regieassistent und Abendspielleiter tätig: DIDO UND AENEAS Muth (2023), DON CARLO operklosterneuburg (2023, 2024), EINE NACHT IN VENEDIG Herbsttage Blindenmarkt (2023), DORNRÖSCHEN Muth (2024), DON CARLO und NORMA operklosterneuburg (2024), COSÌ FAN TUTTE Volksoper Wien (2024).

Wenn Jonas nicht künstlerisch tätig ist, macht er auch gerne Sport – u.a. Reiten, Schifahren, Radfahren, Schwimmen und Golf.

Das Interview wurde im Februar 2020 geführt.

Du hast als junger Künstler schon einiges an Erfahrung – v.a. auf der Bühne und bei Live-Auftritten, aber auch beim Film. Ist es dein Berufsziel „Sänger und Schauspieler“ zu werden oder hast du andere Berufswünsche?

Mein Traum ist es auf jeden Fall Sänger und Schauspieler zu werden. Dabei liebe ich nicht nur das Schauspielen und Singen an sich, sondern auch die Zusammenarbeit mit anderen DarstellerInnen macht mir große Freude. Allerdings ist mir dabei bewusst, dass es nicht immer einfach ist diesen Job auszuführen.

Du besuchst aktuell das Oberstufenrealgymnasium der Wiener Sängerknaben. Was schätzt du an dieser schulischen und künstlerischen Ausbildung besonders?

Die Individualität und persönlichen Interessen könnten in einer größeren Schule als meiner nicht berücksichtigt werden. In meinen Augen hilft die familiäre Art dabei, unsere eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu erfüllen. Nicht nur die Lehrer helfen gerade im Bereich Musik, dass jeder Schüler alles versteht, sondern auch wir Schüler unterstützen uns gegenseitig. Die Einzelstimmbildung hat mir gerade nach dem Stimmbruch sehr geholfen meine „neue“ Stimme zu finden.

Und wie bringst du Schule, künstlerische Tätigkeit, Freizeit und Freunde unter einen Hut? Ist das manchmal nicht auch recht stressig?

Es ist natürlich oft sehr stressig alles unter einen Hut zu bringen, aber igendwie klappt es immer. Die meisten Freunde habe ich im Bereich Musical und diese sehe ich dann auch oft bei Proben, Vorstellungen etc. Diejenigen die nichts damit zu tun haben, treffe ich meist am Wochenende oder in den Ferien. Gerade am Ende des Schuljahres wird es meistens sehr viel in der Schule. Aber Gott sei Dank lerne ich relativ viel beim Zuhören und in der Praxis, weswegen mir das meist nicht schwerfällt.

Was sind für dich die größten Herausforderungen als junger Darsteller?

Ich finde, es ist auf jeden Fall nicht einfach als junger Darsteller respektiert zu werden. Natürlich haben wir junge Menschen noch nicht so viel Erfahrung wie unsere älteren, bereits ausgebildeten Kollegen, aber ich glaube wir lernen sehr schnell und können uns Texte und Choreografien ausgezeichnet gut merken.

Zweitens habe ich noch Schulfplicht und möchte auf jeden Fall Matura machen. Aber wir arbeiten genauso hart wie die Profis nur müssen wir auch noch nach der Probe bzw. der Show lernen und Hausübung machen. Wir jungen Darsteller müssen unsere Texte auch außerhalb der Probenzeiten üben und lernen, was oft unbemerkt bleibt.

Da habe ich weniger Zeit Freunde zu treffen oder aus zu gehen. Aber das macht mir nichts aus.

Jonas Tonnhofer - Credits: Silke Bernhardt

Jonas Tonnhofer – Credits: Silke Bernhardt

Möchtest du dich auf Musical konzentrieren oder deine künstlerische Karriere lieber Richtung Theater, Oper oder Film ausrichten?

Ich weiß noch nicht genau in welche Richtung ich später gehen möchte, aber auf jeden Fall soll es eine Mischung aus Schauspiel und Gesang werden.

Allerdings sehe ich mich nicht wirklich auf einer Opernbühne, sondern eher beim Musical.

Aber welcher 15 Jährige sieht sich schon als Don Carlos oder Kalaf. (lacht) Film würde ich auch gerne mehr machen!

Wie ist es so in Rollen zu schlüpfen? Wie viel Jonas steckt in jeder Rolle?

Natürlich steckt ein bisschen Jonas darin, aber es kommt ganz auf die Rollen an.
Für mich gehört es einfach dazu mich auch schon vor, aber besonders während der Probenphase auf die Rolle oder Person zu konzentrieren. Dazu gehört Recherche aber auch der Vergleich zu mir selbst. Für die aktuelle Rolle als Kronprinz in „Der König und ich“ habe ich z.B. den alten Kinofilm aus 1956 angesehen,

Was hältst du von Social Media? Zwingend notwendig für eine/n Künstler/in?

Ich denke auf jeden Fall, das es wichtig ist auf Social Media aktiv zu sein. Heutzutage braucht man Instagram oder Facebook nicht nur um dort etwas zu posten, sondern auch um mit den Fans oder Kollegen zu kommunizieren.

Außerdem kommt es oft vor, dass man Casting Aufrufe auf Facebook findet und so darauf aufmerksam gemacht wird.

Jonas Tonnhofer - Credits: Silke Bernhardt

Jonas Tonnhofer – Credits: Silke Bernhardt

Wie stehst du generell zum Thema „Vermarktung“ deiner Person? Wie wichtig ist Marketing und Kommunikation für dich als Künstler, aber auch als Privatperson?

Als Künstler ist es sehr wichtig zu kommunizieren. Nicht nur mit Fans, sondern speziell mit Kollegen, Regisseuren und anderen wichtigen Leuten in der Branche.

Ich habe von einigen Erwachsenen Kollegen gehört, dass bei großen Castings auch Wert auf die eigene Follower-Zahl gelegt wird. Das fällt für mich schon unter „Vermarktung“. Speziell auf Instagram scheint das wichtig zu sein.

Wie wichtig sind dir „Fans“ und wie sind deine bisherigen Erfahrungen mit Fans?

Natürlich ist es ein cooles Gefühl, wenn du beim Bühnenausgang rauskommst und da stehen deine Fans, denen wirklich etwas an dir liegt.

Ich habe jetzt noch nicht wirkliche „Fans“ die mir bei jedem Stück nachziehen, aber es gibt trotzdem einige die Autogramme oder Fotos machen wollen, was mir schon gut gefällt.

Außerdem finde ich es „mega cute“ wenn man kleine Geschenke bekommt. Haha.

Bist du auch Fan von einer/m Musicaldarsteller/-in?

Ich habe nicht wirklich „einen“ Musicaldarsteller, den ich am besten finde, aber es gibt schon einige Vorbilder. Allerdings ist es etwas andere, wenn du mit den Stars selbst auf der Bühne stehst. Manchmal merkst du gar nicht was es für eine Ehre ist mit demjenigen zu arbeiten.

Was ist dein Lebensmotto und warum?

„Gib niemals auf, denn du weißt nie, wie nah du schon am Ziel bist!“

Dieses Motto wurde mir vor einigen Jahren mitgegeben, als ich ein für mich sehr wichtiges Casting nicht geschafft habe.
Es hat mir sehr geholfen darüber hinwegzukommen und nach vorne zu sehen.

„Wir Musical-Fans“ sagen „Danke fürs Gespräch“.
Mehr zu Jonas auf Instagram.

Jonas Tonnhofer - Credits: Silke Bernhardt

Jonas Tonnhofer – Credits: Silke Bernhardt

Bist du Künstler:in oder willst mit Künstler:innen zusammenarbeiten?

Dann registriere dich jetzt auf KÜNSTLERFAMILIE – das Community-Portal für Künstler:innen, Künstleragenturen und Netzwerkpartner.

Kostenlose Registrierung.

UPTEMPO e. V., die Initiative zur Förderung hochbegabter Musical-Nachwuchskünstler/-innen, stellt Euch Adrian Burri, Teilnehmer der Musical Academy 2017, im Interview vor.

Wie siehst Du Dein Studium an der UdK Berlin  aus heutiger Sicht?

Im Studium erlernt man vor allem die Technik (Gesang, Schauspiel, Tanz). Das Schöne an der UdK ist, dass alles gut ausbalanciert ist. Was aber auch total wichtig ist, ist die Techniken zu verfeinern, im Alltag und in Stresssituationen damit umzugehen. Was ebenso wichtig ist, ist eine eigene Personality zu entwickeln.

Die eigene Personality – wie bekommt man die?

Meiner Meinung nach kommt das durch die Berufserfahrung. Bei mir ist es so, dass ich mittlerweile viel differenzierter singe, spiele und tanze, u.a. auch weil ich eine Managerin habe, die mit mir gezielt daran arbeitet und ich zudem in verschiedensten Stilrichtungen von Musicals spiele. Das heißt nicht, dass ich damit fertig bin. Das ist ja ein andauernder Prozess. Du bist zunächst in einer Blase in diesen vier Jahren im Studium, vom wirklichen Leben abgeschnitten. Es kriegt erst dann alles so eine Festigkeit, einen Boden, wenn Du damit rausgehst. Das bewirkt auch die Besinnungszeit, die Erfahrung, die man sammelt, mit verschiedensten Leuten, verschiedensten Konzepten zu arbeiten.

Wie hast Du die Zeit während der UPTEMPO Musical Academy in Düsseldorf erlebt?

Jetzt im Nachhinein muss ich sagen, hat mir die Zeit extrem viel gebracht. Einerseits den Kontakt natürlich zu den erfahrenen Künstlern zu bekommen, die da waren. Z.B. habe ich da Hardy Rudolz kennengelernt und wir haben uns sehr gut verstanden. Wir haben daraufhin zusammengearbeitet, ich habe für ihn gespielt und Regieassistenz gemacht. Dieser Kontakt ist tatsächlich durch UPTEMPO entstanden.

Zudem kam die Schauspielarbeit mit Stefan Huber, auf die ich gerne zurückschaue. Er hat mir ein paar Tipps gegeben, an die ich immer wieder denke. Auch in einer Woche mit Christian Stadlhofer eine Show mal schnell auf die Beine zu stellen, die dann auch gut ist, ist eine schöne Herausforderung gewesen. Grundsätzlich war es einfach mega cool, neue und wichtige Leute kennenzulernen und mit denen heute noch Kontakt zu pflegen. Kontakte zu knüpfen und pflegen ist von Anfang an der Karriere sehr wichtig! Diese Menschen konnten mir für die Zukunft sehr viel mitgeben.

Was waren für Dich die größten Herausforderungen in Deiner ersten Berufszeit?

Ich hatte das Glück, dass ich von Produktion zu Produktion verschiedene Erfahrungen sammeln konnte. So konnte ich in der ersten Produktion zwei Hauptrollencovers spielen und musste dann – weil es eine Tournee war – jeden Abend „zack“ auf einer neuen Bühne spielen, mit verschiedensten Umständen. Das förderte sehr die Spontaneität. BACH DER REBELL, wo ich Johann Sebastian Bach spielte, war bis heute die größte Herausforderung für mich. Da war ich zwei Stunden permanent als Titelfigur auf der Bühne und habe eine Figur gespielt, die jeder kennt. Ich musste mich sehr mit Bachs Persönlichkeit und Biographie auseinandersetzen, um mir ein eigenes Bild von ihm zu schaffen. Besonders von seinen ersten 25 Lebensjahren, von denen wiederum nicht so viel bekannt ist. Dies war eine schöne und lehrreiche Herausforderung!

Überhaupt große und charismatische Rollen zu spielen bereichert mich sehr und ist das was ich vor allem tun möchte. Denn da kann ich meine ganze Leidenschaft zum Theater ausbreiten.

Was würdest Du jemandem mitgeben, der sich für das Musicalstudium interessiert?

Man sollte sich für die Bewerbung vor allem Repertoire aussuchen, mit dem man sich total wohl und sicher fühlt. Sehr ehrlich zu sich selber sein, das ist immer wichtig im Beruf. Sich wirklich einzugestehen, das kann ich, das kann ich nicht. Man muss etwas haben, mit dem man brillieren kann. Sachen, die einem liegen, die einem Spaß machen. Vor allem die Dinge, in denen Du Deine Personality reinbringen kannst. Ich finde bei der Aufnahme geht es sehr darum, ob der Bewerber eine spannende Persönlichkeit für die Bühne mitbringt. Ist er im Reinen mit sich? Weiß er, wo seine Stärken, seine Schwächen liegen? Weiß er, wie er sich spannend verkaufen kann? Technik kann man lernen, aber Persönlichkeit, Charakter zu lernen, das ist schwierig.

Was machen das Studium und der Beruf mit einem?

Man muss ein sehr großer Freund von Reisen sein. Man muss immer wieder bereit sein, sich zu bewerben. Es ist überhaupt kein sicheres Berufsfeld. Alle drei bis vier Monte wechselt meistens der Job. Man muss sich bewusst sein, dass man auch mal nichts hat. Man muss immer wieder von vorne anfangen, bei jeder Bewerbung, bei jeder Audition. Man ist immer überall, aber nie zuhause. Das muss man mögen. Einerseits hat es sein Schönes: man kommt herum, lernt viele neue Leute kennen. Andererseits gerade im Thema Beziehung, muss man sich gut arrangieren. Ich habe eine ganz tolle Freundin, mit der das klappt, aber man muss dem gewachsen sein. Daher schlage ich auch jedem vor, vorher einen Erstberuf erlernt zu haben, auf den man zurückgreifen kann. Ich habe u.a. Restaurationsfachmann gelernt und habe gewisse Hotels in Berlin, auf die ich immer wieder zurückgreifen könnte. Ergo, ich muss nie ins Arbeitsamt rennen. Psychologisch vereinfacht Dir das auch vieles.

Wo siehst Du Dich in 5 Jahren (oder in 10 Jahren)? Hast Du eine Vision?

Mein oberstes Ziel ist wirklich, in dem Beruf zu arbeiten und so verschiedenst wie möglich aufgestellt zu sein; Konzerte, Film, Operette …. Wo ich mich auch mal sehe, wäre Schauspiellehrer, weil ich sehr an diesem psychologischen Moment interessiert bin und dem Erarbeiten von verschiedensten Figuren. Da habe ich wirklich Lust drauf, Menschen etwas mitzugeben und mit Ihnen gemeinsam Rollen zu entwickeln. Aber dazu muss ich selbst noch Erfahrung sammeln, bevor ich mir ein eigens Konzept erarbeite und anderen was auf den Weg mitgebe.

Von welchen Personen lernst Du heute noch am meisten?

Mit wem ich natürlich intensiv an mir arbeite, ist meine Managerin Alina Gause. Sie ist selbst Darstellerin, dazu Gesangslehrerin, Psychologin usw. Mit ihr erarbeite ich u.a. das Material für Auditions und nehme Unterricht bei Ihr.

Welche Rolle möchtest du unbedingt mal spielen?

Es gibt für mich nicht die Rolle, aber ein bestimmtes Fach: die ganzen Musicals, die aus den 30/40er Jahren stammen oder in dieser Zeit spielen. Kurz gesagt: alles was Steppen und Jazzmusik beinhaltet!

…mit denen du auch schon öfter aufgetreten bist in Konzerten.

Ja, genau! (lacht)

Welches ist dein Lieblingsmusical und warum?

Es gibt tatsächlich eins: FOLLIES. Ich hab´s gerade erst frisch in London gesehen. Ich finde es sehr beeindruckend. Natürlich die Musik, Story, Tänze. Aber was ich ganz toll finde ist, dass die Hauptrollen (ca. 10 Darsteller) grundsätzlich alle älteren Semesters sind, 60 +, die eine Energie und Präsenz auf die Bühne bringen, die sauber schwierige Choreos tanzen und großartig singen und spielen und das meist acht Mal die Woche. Es ist unglaublich, wie viel Du als Zuschauer von diesen Darstellern an Leidenschaft und Professionalität kriegst.

Was hältst du von Social Media? Zwingend notwendig für eine/n Künstler/in?

Ob´s zwingend notwendig ist, kann ich nicht sagen.

Ich habe Insta und FB und ich benutze das wirklich rein aus beruflichen Gründen. Den ein oder anderen Job habe ich wirklich über FB oder Instagram bekommen, z.B. für Konzerte oder Anfragen für Produktionen.

Hast Du ein großes Vorbild?

Nein, also Fan von jemandem Bestimmten bin ich nicht. Ich bewundere Leute, die mich als Zuschauer total abholen und bei denen ich wirklich mit dem Darsteller/der Rolle mitlachen oder mitweinen kann.

Wenn Du einen Wunsch in Bezug auf Deine Karriere frei hättest, welcher wäre das?

Eine bestimmte Zeit reisefrei leben! (lacht) Mein Wunsch wäre, endlich mal in Berlin zu arbeiten, dass ich eine Zeit lang mal wieder zuhause sein könnte. Ich nehme jetzt auch nur noch Sachen an, die ab Oktober/November starten. Ich war jetzt eineinhalb Jahre nicht wirklich in Berlin. Ich will jetzt einfach mal wieder zuhause sein, mache einfach mal eineinhalb Monate freiwilligen Urlaub.

Das wird sicher nicht ganz tatenlos sein.

Um ganz ehrlich zu sein, nein (lacht). Ich bin bei ein paar Konzerten dabei, aber es ist alles in Berlin, so kleine Sachen. Natürlich werde ich nicht nur herumliegen, aber mal da sein, sich Zeit für Freunde nehmen, einfach entspannen. Ich glaube, das ist es, das man oft vergisst in dem Beruf, wenn es gut läuft: sich frei zu nehmen.

Mehr Infos zu Adrian Burri

Adrian Burri – Credit: Sabine Hillbrand

Adrian Burri ist gebürtiger Schweizer und Wahlberliner. Nach dem Abschluss seines Studiums Musical/Show an der Universität der Künste in Berlin im letzten Jahr war der junge Schauspieler, Baritenor und Stepptänzer bereits als Johann Sebastian Bach in BACH DER REBELL am Theater Arnstadt und als Piccolo in IM WEISSEN RÖSSL in Malentes Theaterpalast in Bonn zu erleben.
Aber auch als Cover Biest und Gustav in DIE SCHÖNE UND DAS BIEST stand er bereits in Walenstadt (CH) auf der Walenseebühne sowie in der letztjährigen deutschsprachigen Tourneefassung. Neben dem Musical gilt seine Leidenschaft dem Jazz in der Zeit der großen Big Bands und so ist er immer wieder auch als Solist beim “Ronny Heinrich Orchester” zu hören.

Zur Zeit gastiert er bei den Luisenburg Festspielen Wunsiedel in GREASE und in MADAGASCAR.

Du findest Adrian Burri auch auf Facebook und Instagram.

Fotocredit: alle Portraits von Sabine Hillbrand

Das Interview führte Andrea Beumer, Mitbegründerin von UPTEMPO e. V.

Wenn auch Du die gemeinnützige Initiative bei der Entwicklung junger Künstlerpersönlichkeiten unterstützen möchtest, sende Deine Nachricht an info@up-tempo.de oder spende an Förderkonto UPTEMPO e. V. / IBAN: DE59 3005 0110 1005 572738 / BIC: DUSSDEDDXXX Bank: Stadtsparkasse Düsseldorf / Stichwort: Nachwuchsförderung

Du findest UPTEMPO auch auf  Youtube, Facebook und Instagram.

Nick Körber absolvierte sein Studium in Schauspiel und Gesang an der Akademie für darstellende Kunst Ulm.  Schauspielunterricht nahm Nick unter Dr. Manfred Jahnke und Yvonne Racine. Gesangsunterricht bei Tom Croél, Emanuel Pichler und Jason-Nandor Tomory. Noch während seines Studiums spielte er Hauptrollen in Stücken wie „Tschick“ oder „Running Man“.

Nach Abschluss seines Studiums führte es ihn zuerst zu den Birsteiner Festspielen, bei welchen er in der Uraufführung des Musicals DER WILDE GRIMM die Titelrolle übernahm, für welche Jochen Flach (Trailermusik für HUNGER GAMES MOCKINGJAY, NO TIME TO DIE, STAR WARS ROUGE ONE) die Musik eigens auf Nicks Stimme komponierte.

Nick war von 2017-2022 als Musicaldarsteller am Eduard-von-Winterstein-Theater engagiert. Mit Rollen, wie u. a. als jüngste:r Darsteller:in des Conférenciers im Musical CABARET wurde Nick überregional bekannt. Nicks Vita umfasst seither Rollen wie Georg Nowack in SHE LOVES ME, Grimm in GRIMM!, Harold in der Schauspielfassung des Kultklassikers HAROLD UND MAUDE oder auch Louis Stevenson in DIE SCHATZINSEL.

2019 hat Nick seine erste Solo-CD MY MUSICAL SONGBOOK veröffentlicht und war in der Spielzeit 2019/20 am Winterstein-Theater als Frank’N’Furter in Richard O’Briens Kultmusical THE ROCKY HORROR SHOW zu erleben. In den Sommern 2021/22 stand er als Gomez Addams in THE ADDAMS FAMILY auf der Bühne. Seit Mai 2022 spielt Nick die Kultfigur der Hedwig im Rock-Musical HEDWIG AND THE ANGRY INCH, in der neuen Übersetzung von Roman Hinze und Johannes von Matuschka, die dadurch erstmals in Deutschland zu hören ist.

Seit Oktober 2023 ist Nick als Leo Bloom im Broadway-Hit „The Producers“ in der Musikalischen Komödie Leipzig und im November 2023 in HEDWIG AND THE ANGRY INCH in der Moritzbastei Leipzig zu sehen.

Das Interview wurde im September 2019 geführt.

War es immer dein Ziel auf der Bühne zu stehen oder hattet du einen anderen Berufswunsch?

Für mich gab es nie eine andere Option. Als Kind habe ich schon immer gerne die großen Disney-Klassiker in meinem Kinderzimmer nachgespielt und gesungen. Da habe ich schon immer gesagt: „So etwas möchte ich machen!“ Und zum Glück ist es auch so gekommen.

Du hast im Jahr 2017 deine Ausbildung an der Akademie für darstellende Kunst Ulm abgeschlossen. Was nimmst du aus deiner Ausbildung mit?

Vor allem Selbstständigkeit und Vielfältigkeit. Ich habe in der Ausbildung sehr schnell gelernt, was man für eine Rolle aus sich selbst schöpfen muss, was manchmal wirklich sehr viel sein kann/sein muss. Wir hatten im Studium die Chance schon recht früh für die Öffentlichkeit zu spielen und uns auch auszuprobieren. So konnte ich mich z.B. während des Studiums auch im Bereich Regie ausprobieren und habe dann MEISTERKLASSE von Terrence McNally inszeniert, was mir große Freude bereitet hat.

Was waren für dich die größten Herausforderungen in deiner ersten Zeit als Darsteller?

Meine erste richtig große Rolle kam direkt nach dem Studium. Ich durfte am Eduard-von-Winterstein-Theater bis vor kurzem, über zwei Spielzeiten, den Conférencier im Musical CABARET spielen. Eine riesengroße Partie und ich glaube auch eine Partie, die jeder Musicaldarsteller irgendwann mal gerne machen möchte. So ist für mich dieser Traum schlagartig wahr geworden.

Die Herausforderung dabei war erstmal, dass diese Rolle nie mit Darstellern in meiner Altersklasse besetzt wird. Dadurch bin ich der jüngste Conférencier in einer Profiproduktion dieses Stückes aller Zeiten. Was mich ungemein glücklich macht.

Diese Figur fordert enorm viel von einem ab. Nicht nur gesanglich, man stemmt quasi fast die komplette Show, sondern auch schauspielerisch. Man ist immer nur mit den Kit Kat-Girls oder allein auf der Bühne und spielt quasi niemals jemanden an, außer das Publikum, denn für alle anderen bist du nicht sichtbar. Das ist erstmal nicht so einfach, vor allem wenn man in der Probenphase zu seinen Kollegen relativ wenig Spielkontakt hat. Der kam dann erst zu den Endproben auf.

Dann bin ich eigentlich ein Mover, so nennen wir bewegliche Darsteller im Musicalbusiness, die aber nicht unbedingt in der ersten Reihe stehen und dann die WEST SIDE STORY vertanzen. Und für den Conférencier musste ich dann wirklich mal ran, und zwar wirklich in der ersten Reihe. Da stehst du dann wirklich vor einer Herausforderung. Aber wir hatten mit Gesine Sand eine großartige Choreographin, die mir sehr geholfen hat!

Was würdest du jemanden raten, der Musicaldarsteller/-in werden möchte? Eine gute Entscheidung oder lieber nochmals durchdenken?

Man sollte sich auf jeden Fall im Klaren darüber sein, dass es ein sehr sehr unsicherer Beruf ist. Nicht jeder hat das Glück über ein Festengagement oder nahtlose Übergange zwischen den einzelnen Jobs. Es ist ein Beruf der sehr viel Privatleben kostet, Kraft  und Durchhaltevermögen abverlangt und Leidenschaft braucht. Wenn man allerdings dafür brennt, Menschen glücklich machen, sie für eine bestimmte Zeit aus ihrem Alltag entfliehen lassen will, dann ist es der schönste Beruf den es gibt. Ich möchte es keinen einzigen Tag missen.

Was braucht man aus deiner Sicht, um im Musicalbusiness erfolgreich zu sein?

In erster Linie sollte man die Sparten beherrschen, die wir abdecken müssen. Also Gesang, Schauspiel und Bewegung. Wenn man zusätzlich noch Tänzer ist, ist es natürlich noch besser. Leidenschaft ist sehr wichtig, Durchhaltekraft und Liebe zum Beruf!

Wie ist es so in Rollen zu schlüpfen? Wie viel Nick steckt in jeder Rolle?

Ich liebe es in andere Rollen zu schlüpfen. Das ist doch gerade der besondere Part an unserem Beruf, findet ihr nicht? Wir dürfen alles aus- und erleben auf der Bühne. Am schönsten sind natürlich Figuren, die relativ weit weg von einem selbst sind, die exzentrischen Figuren. Ich liebe es Figuren wie Frank’N’Furter zu verkörpern oder den Conférencier. Man darf mal richtig frech auf die Kacke hauen, das macht unheimlich viel Spaß.

Ich versuche bei meinen Rollen immer etwas aus mir zu schöpfen, anders geht es gar nicht, oder besser gesagt, anders wird es nicht glaubwürdig. Jede Figur, egal wie exzentrisch und entfernt von einem selbst sie ist, hat irgendwo etwas, was man in sich selbst trägt. Und genau da muss man anfangen zu suchen.

Welche Rollen würden dich zukünftig besonders interessieren und warum?

Ich habe große Lust mal einen Wildhorn zu machen. JEKYLL & HYDE würde mich schauspielerisch und gesanglich total reizen. Zwei Figuren in einer zu verkörpern ist eine große Herausforderung, und ich liebe solche Herausforderungen. Auch musikalisch ist es ein tolles Werk. Ich bin großer Wildhorn-Fan!

Aber auch der Esel in SHREK wäre etwas, worauf ich richtig Lust hätte.

Jetzt freue ich mich aber erst mal auf THE ROCKY HORROR SHOW! Das ist eine absolute Traumrolle! Und ich darf abrocken, das wird toll!

Auf deiner Website steht bei Haarfarbe „momentan schwarz“ – änderst du gerne auch mal dein Aussehen?

Naja, sagen wir es mal so, ich MUSS manchmal mein Aussehen verändern. Ich bin naturblond. Aber für den Conférencier hatte sich unser Regisseur, Urs-Alexander Schleiff, schwarze Haare gewünscht. Die haben wir dann auch gleich für Grimm in GRIMM! übernommen. Ich mag es eine äußerliche Veränderung für manche Rollen vorzunehmen. Das macht Spaß und man kommt seiner Figur viel näher.

Wie entwickelst du dich als Musicaldarsteller weiter? Nimmst du Gesangs-, Schauspiel- und Tanzunterricht oder besuchst du Workshops?

Da ich momentan in einem Festengagement bin, das heißt fest an einem Haus arbeite und dort mehrere Stücke pro Spielzeit mache, ist es natürlich schwer mal für einen Workshop nach Hamburg zu fahren oder so. Ich nehme allerdings regelmäßig Gesangsunterricht um stimmlich fit zu bleiben oder um Fehlern vorzubeugen.

Da wir in fast jeder Produktion wechselnde Regisseure und Choreographen haben, fordert das immer wieder etwas Neues von uns ab. Man lernt immer etwas neues dazu! Ich lese auch sehr viel und versuche mich somit auch weiterzubilden.

Du bringst im Herbst dein Album „My Musical Songbook“ heraus. Wie wichtig ist es für dich auch eigene Produktionen zu machen und „nicht nur“ Musicaldarsteller und Schauspieler zu sein?

Das Tolle ist, dass man in unserem Beruf nicht immer auf etwas fix festgelegt ist. Wir dürfen spielen, singen und tanzen, aber auch Konzerte spielen, manche gehen irgendwann in die Regie, zum Film, einige schreiben neue Stücke. Das ist toll. Ich liebe es auf der Bühne zu stehen, aber ich bin auch offen für alles andere was in meinem Beruf rundherum stattfindet.

Mit dem Album erfülle ich mir ein wenig selber einen Traum. In erster Linie bin ich Sänger oder Musiker, wie man es sehen mag. Und auf diesem Album werden ganze viele großartige Songs aus Musicals zu hören sein, die ich schon machen durfte. So darf man sich z. B. auf CABARET freuen, THE ROCKY HORROR SHOW, oder auch GRIMM!. Aber auch viele Musicalnummern, die mir sehr am Herzen liegen. Besonders an „My Musical Songbook“ ist, dass neben den ganzen Musicalcoversongs auch zwei eigens für mich komponierte Lieder dabei sein werden. Thomas Neuwerth und Turid Müller haben ganz tolle Lyrics geschrieben, die sich mit wahnsinnig aktuellen Themen befassen. Lidia Kalendareva und Frizz Fischer zaubern die großartige Musik dazu. Ich freue mich sehr auf den Release!

Was möchtest du in 10 Jahren gerne machen? Bist du dann noch auf der Bühne oder machst du vielleicht einen komplett anderen Job?

Auf der Bühne! Wo, womit und als was, das weiß ich nicht. Aber ich werde auf der Bühne zu finden sein.

Was hältst du von Social Media? Zwingend notwendig für eine/n Künstler/in?

Social Media ist sehr sehr wichtig. Was früher Facebook war, ist heute Instagram. Wir können somit sehr schnell eine ganze Menge an Leuten erreichen, Werbung machen, uns austauschen und man kann uns Künstlern natürlich sehr nahe sein. Ich für meinen Teil poste sehr Dinge aus dem Bereich „Hinter den Kulissen“, Live-Streams, Fragenrunden. Das macht mir Spaß und meiner Community hoffentlich auch.

Wie stehst du generell zum Thema „Vermarktung“ deiner Person? Wie wichtig ist Marketing und Kommunikation für dich als Musicaldarsteller?

Ich finde das sehr wichtig. Fotos / Videos / Homepage / Social Media, das ist alles unablässig heutzutage. Vor allem weil so unsere Werbung und Bewerbungen für Produktionen funktionieren.

Oft werden wir Darsteller auch als „Produkt“ verkauft, was sehr schade ist, aber leider immer wieder passiert.

Ich vermarkte mich selbst auf meinen Kanälen als das was ich bin: ein Mensch, der seinen Beruf gerne ausübt und alle Freunde meiner Kunst gern daran teil haben lassen möchte.

Wie wichtig sind „Fans“ im Musicalbusiness und wie sind deine bisherigen Erfahrungen mit Fans?

Fans sind sehr wichtig. Das sind die Menschen, die für uns ins Theater kommen. Manchmal sogar von sehr weit her – dafür haben sie meinen größten Respekt und es freut mich auch total. Schön sind natürlich auch die Momente, wenn man liebe Nachrichten, Geschenke oder Briefe bekommt. Das macht uns als Darsteller natürlich immer sehr glücklich. Ich nehme mir auch sehr gerne Zeit für meine Fans, auch nach einer Vorstellung.

Ich habe tatsächlich durchweg nur positive Erfahrungen mit Fans gemacht. Ich weiß, so mancher Kollege würde da auch das Gegenteil behaupten. Aber das ist mir bisher zum Glück nicht passiert. Den Menschen, denen ich bisher begegnet bin, sind mir immer sehr freundlich und glücklich entgegen gekommen. Der Applaus ist unser tägliches Brot und es ist einfach schön, wenn die Leute im Zuschauerraum sitzen, es ihnen gefällt, und es mir nach einer Vorstellung an der Stage Door, dem Foyer oder auf meine Social Media Kanälen mitteilen. Ich fühle mich immer sehr geehrt!

Warst du früher auch mal Fan von einer/m Musicaldarsteller/-in?

Ja natürlich. Alles andere wäre gelogen. Bevor ich anfing und auch während der Ausbildung war ich ein großer Fan von Pia Douwes. Heute würde ich mich nicht mehr als „Fan“ bezeichnen, sondern als großer Bewunderer ihrer Kunst, ihrer Leistung und Energie. Sie ist nicht ohne Grund eine der großartigsten Kolleginnen, die wir im deutschsprachigen Raum haben. Ich verfolge stets das was sie macht und bin immer wieder begeistert!

WIR MUSICAL-FANS sagen „Danke für das Gespräch“.

Mehr zu Nick Körber auf Facebook und Instagram.

Nick Körber - Credits: Kerstin Muth

Nick Körber – Credits: Kerstin Muth

Bist du Künstler:in oder willst mit Künstler:innen zusammenarbeiten?

Dann registriere dich jetzt auf KÜNSTLERFAMILIE – das Community-Portal für Künstler:innen, Künstleragenturen und Netzwerkpartner.

Kostenlose Registrierung.

UPTEMPO e. V., die Initiative zur Förderung hochbegabter Musical-Nachwuchskünstler*innen, stellt Euch Philipp Nowicki, Teilnehmer der Musical Academy 2017, im Interview vor.

Das Interview wurde im Jahr 2019 geführt.

Du hast an der Folkwang Universität in Essen studiert. Wie beurteilst Du diese Zeit?

Ich fand das Studium eine der prägendsten Zeiten in meinem Leben bisher. Man hat so viel Zeit gehabt, sich mit sich selbst zu beschäftigen, weil man im Schauspiel ja auch erst einmal selbst an sich arbeiten und sich kennenlernen muss. Ich habe in den vier Jahren sehr viel gelernt und bin erwachsen geworden. Ich war zu Beginn des Studiums ja noch relativ jung mit 19 und da passiert einfach sehr viel. Der Unterricht war sehr gut, die Ausbildung sehr fundiert, abwechslungsreich und intensiv. An der Folkwang Uni ist das Studium sehr individuell und familiär fast schon.

Danach gab es für Dich einen fliegenden Wechsel zur UPTEMPO Musical Academy. Wie war das für Dich?

Ich fand diese Zeit sehr inspirierend. Also die Workshops fand ich cool, gerade auch mit Stefan Huber, weil er ja auch viel macht in der Musicalszene. Es war total bereichernd, mit ihm an einem Song und einem Monolog zu arbeiten. Und was mir besonders gefallen hat, dass man mal mit den anderen Absolventen Zeit verbringt und arbeitet, weil man sich ja sonst nicht kennenlernt. Denn jede Schule bildet für sich alleine aus und ich fand es toll, mal so ein Netzwerk aufzubauen, eben ohne Konkurrenz, sondern auf einer schönen, entspannten harmonischen Grundlage, weil man sich ja auch immer wieder sieht. Ein weiteres Highlight war für mich das Konzert mit den Ehemaligen, weil es ja schon etwas Besonderes ist, mit den großen Namen der Musicalszene auf der Bühne zu stehen.

Du bist anschließend zum Master Studium nach London gegangen. Wieso hast Du den Schritt gewagt und wie hast Du die Stadt erlebt?

Ich wollte immer mal im Ausland leben, im englischsprachigen Land. Ich dachte mir, dass ein Studium sich dafür anbietet, weil man einfach viele Möglichkeiten hat, und ich war nach meinem Bachelor mit 23 relativ jung. Ich hatte noch Wissensdurst und wollte mich noch besser ausbilden lassen in einem Land, wo Musical ganz anders gesehen wird als in Deutschland. Gerade London ist ja die Quelle  für ganz viele Produktionen, für ganz viel Theater und Kultur. Ich wollte einfach mal von einer englischen Seite sehen, was die mir noch an Input geben können. Essen-Werden ist als Stadt ja sehr klein und mich reizte die Großstadt.

Wie war das an der Royal Academy of Music ganz konkret für Dich?

Der erste Unterschied war, dass wir 39 Studenten waren, was sehr viele Leute sind. Das war ein großer Unterschied zur Folkwang, wo es nur 6 waren. Das ergab eine ganz andere Dynamik. Wir waren auch in kleinen Gruppen und im Einzelunterricht. Trotzdem hat man viel mehr verglichen und abgeguckt und konnte sich inspirieren lassen, sich gegenseitig helfen und voneinander lernen.  Es war sehr international. Ich war der einzige Deutsche, die anderen kamen aus Holland, Italien, Irland, Schweden und natürlich aus Großbritannien, jeder hat seinen Input mitgebracht. Das war sehr spannend, international zusammenzuarbeiten. Ich fand auch die Dozenten und die Master Classes toll, da viele Lehrende noch aktiv am West End arbeiten und inszenieren, wodurch man sehr viele wichtige Kontakte knüpfen konnte.

Welche Dozenten waren besonders angesagt?

Claude Michel Schönerg, der Komponist von Les Misérables, der war für mich ein Highlight. Von ihm selbst zu hören, wie er sein Material sieht, mit ihm daran zu arbeiten, das war schon sehr besonders. Auch Matt Ryan war sehr inspirierend, er ist ein ganz toller Regisseur

Unterschied sich die Art des Studiums von dem an der Folkwang Hochschule?

In London war es schon auch ähnlich, aber es hatte eine spezielle Handschrift. Musik, Text und Sprache gehen dort sehr ineinander über. Es gab viel Storytelling through song und nicht so eine Trennung wie in Deutschland, eher einen fließenden Übergang.

Deine nächste Station war im Oktober 2018 in Hamburg

Ja, ich habe in GHOST im Ensemble mit Cover Carl gespielt. Mein Ziel war es, in London zu bleiben, aber weil ich GHOST super gerne machen wollte, habe ich dafür vorgesprochen und dann hat es sich so ergeben. Für mich ging ein Traum in Erfüllung. Und dann kam die Audition für TINA, wieder am Stage Operettenhaus. Da war ich sehr froh, weil auch das Team vom Londoner West End hier gearbeitet hat. Ich dachte, das könnte mir vielleicht den Schritt nach London zurück leichter machen, wenn ich die mal kennenlerne. Man weiß ja nie, was als nächstes kommt. Das war auch mit ein Grund, ein Jahr länger in Hamburg zu bleiben.

Welche Rolle hast Du in TINA?

Ich bin Swing, lerne alle Männerrollen, die ich machen kann, das hängt ja von der Hautfarbe ab, z.B. Ehemann und Manager. Somit bin ich immer auf der Bühne, wenn andere ausfallen, das kann dann täglich eine andere Rolle sein. Momentan stehe ich im Schnitt 5-8 mal die Woche auf der Bühne.

Das erfordert eine hohe Flexibilität.

Genau und das macht es auch abwechslungsreich. Ich habe 4 Rollen und zusätzlich kleine Aufritte und ich muss auch alle Choreos von allen Positionen tanzen können.

Du erarbeitest Dir gerade eine richtig gute Basis, was den Beruf betrifft. Höre ich da eine gewisse Strategie heraus?

Ja, schon.

Denkst Du über die Zeit in 5 oder 10 Jahren nach?

Ja, klar, ich möchte dann immer noch auf der Bühne sein und tolle Rollen spielen. Aber ich habe auch gelernt, mit dem Fluss zu gehen. Man kann es eh nie planen, deswegen gucke ich, was sich so ergibt. Lass einfach meine Laufbahn in den Händen des Schicksals sozusagen.

Da könnte man ja nervös werden. Wie behältst Du da die Ruhe?

Gerade habe ich den Luxus, dass ich für ein weiteres Jahr fest angestellt bin und mir keine Gedanken machen muss. Aber natürlich ist man gegen Ende schon nervös, aber daran denke ich noch nicht.

Suchst Du Dir Menschen, die Dich prägen, an die Du dich hältst?

Keine speziellen. Ich lasse mich inspirieren von Leuten, die ich im Theater sehe.

Gibt es etwas, das Du unbedingt mal spielen möchtest?

Nein, da bin ich auch eh er offen. Es gibt Stücke wie NEXT TO NORMAL oder THE LAST FIVE YEARS, die mich sehr ansprechen.

… weil sie weiter in die Tiefe bohren?

Ja, weil sie eine Geschichte erzählen, die berührt, und weil die Musik sehr stimmungsvoll ist. Ich finde es immer schön, wenn Musik auch eine Ernsthaftigkeit hat und eine Geschichte erzählt. Aber die großen Shows sind auch toll.

Welche Eigenschaften sind für Dich in Deinem Beruf relevant?

Ganz weit oben stehen Disziplin und Fleiß. Ich merke das jetzt auch. Man muss trotzdem noch für sich einen Weg finden, immer weiter zu üben und sich fortzubilden. Man muss am Ball bleiben. Bei TINA muss ich einfach nebenher für mich viel mehr üben. Aber auch Pünktlichkeit und der Umgang mit Kollegen sind sehr wichtig. Man muss einfach selber viel Energie reinstecken und darf sich nicht ausruhen. Das war am Anfang schwierig, den Tag neben den Vorstellungen zu nutzen und nicht nur für die Show zu leben. Das bedeutet für mich auch Selbstständig sein und Erwachsen werden, dem Tag, der Woche, dem eigenen Leben Struktur zu geben und sich dennoch frei zu bewegen. Das fand ich die größte Herausforderung. Man muss für sich herausfinden, wie teile ich meine Zeit ein und was für eine Struktur gebe ich dem Ganzen?

Hast Du das für Dich geschafft?

Ich arbeite noch daran. Es ist noch ausbaufähig.

Welche anderen Herausforderungen siehst Du in Deinem Beruf?

Bei 8 Shows die Woche ist es eine Herausforderung, das Stück immer wieder neu zu entdecken, nicht nur abzuspulen, sondern auf der Bühne alles zu geben.

Du stehst ja als Künstler in der Öffentlichkeit? Wie gehst Du mit den sozialen Netzwerken um?

Ich investiere nicht super viel Zeit, sehe aber trotzdem, dass es heutzutage hilft, wenn man in den sozialen Netzwerken aktiv ist. Instagram und Facebook helfen aufzuzeigen, was man macht. Man bleibt auf dem Radar der Leute, auch von Regisseuren. Aber man kann dadurch auch Familie und Freunden, aber auch Fans Einblicke in die Arbeit geben. Das ist ja auch schön, wenn man sich für die Show interessiert. Ich fand das vor dem Studium auch immer interessant, mal hinter die Kulissen zu gucken und Darsteller von der persönlichen Seite zu sehen. Ich hatte schon mal so ein paar unangenehme Beiträge. Aber das gehört leider auch dazu. Kritik ist OK, aber man sollte keine gemeinen Nachrichten hinterlassen.

Welchen großen Wunsch hast Du für Deine Karriere?

Ich fände es toll, wenn ich durch meinen Beruf noch viel herumkommen würde, wenn ich noch viele Orte entdecke, London oder Polen, wo meine Familie herkommt, oder mal ein Kreuzfahrtschiff, weil ich halt Reisen spannend finde. Ich finde es aber auch schön, irgendwo eine Basis zu haben, um immer wieder “nach Hause” kommen zu können, da das Umziehen und Reisen auf Dauer auch anstrengend werden kann.

Mehr zu Philipp Nowicki

Du findest Philipp Nowicki auch auf Facebook und Instagram

Das Interview führte Andrea Beumer, Mitbegründerin von UPTEMPO e. V.

Wenn auch Du die gemeinnützige Initiative bei der Entwicklung junger Künstlerpersönlichkeiten unterstützen möchtest, sende Deine Nachricht an info@up-tempo.de oder spende an Förderkonto UPTEMPO e. V. / IBAN: DE59 3005 0110 1005 572738 / BIC: DUSSDEDDXXX Bank: Stadtsparkasse Düsseldorf / Stichwort: Nachwuchsförderung

Du findest UPTEMPO auch auf Youtube, Facebook und Instagram.

Wir Musical-Fans haben der Musicaldarstellerin Melanie Gebhard ein paar Fragen gestellt.

Melanie Gebhard wurde in Albstadt auf der Schwäbischen Alb geboren.

Nach ihrem Abitur und einer Ausbildung im Marketing- und Eventbereich beim Radio, übersiedelte Melanie nach Hamburg, um ihre Ausbildung an der Stage School Hamburg zu starten.

Schon bald nach ihrem Abschluss an der Stage School Hamburg als „Diplom Bühnendarstellerin in Gesang, Schauspiel und Tanz“, war Melanie als Elphaba, die grüne Hexe, im Musical „WICKED – Die Hexen von Oz“ zu sehen.

Danach folgten eine Reihe von Rollen in bekannten und beliebten Musicals wie Ghost, Ich war noch niemals in New York, Sister Act, Mozart!, Titanic oder My Fair Lady.

Neben Musicalproduktionen ist Melanie auch in TV-Werbespots (z.B. Salamander Schuhe) und als Solistin bei Galas, Konzerten und TV-Sendungen (z.B. SWR Sonntagstour) zu erleben.

2016 feierte sie ihr Regiedebüt mit dem Wiener-Mundart-Musical „UNSCHULDIG – Der Häfn rockt“.

Zuletzt war Melanie in ROBIN HOOD – DAS MUSICAL (Chris de Burgh  / Dennis Martin) im Schlosstheater Fulda und als Morticia Addams in „THE ADDAMS FAMILY“ im Theater Plauen-Zwickau zu sehen.

Melanie Gebhard - Credits: Philipp Dietrich Photography

Melanie Gebhard – Credits: Philipp Dietrich Photography

Das Interview wurde im September 2020 geführt.

War es immer dein Ziel auf der Bühne zu stehen oder hattet du einen anderen Berufswunsch?

Als Kind habe ich schon Nachrichten und das Wetter auf Kassette aufgesprochen. Als Teenager wollte ich immer singen und auf jeden Fall Schauspielerin werden. Als ich dann gesehen habe, dass man das verbinden kann, war klar: es wird Musical! Das Wetter spreche ich jetzt eben manchmal meinen Freunden als Sprachnachricht auf. ;-D Floristin war aber auch eine Zeit lang ein Wunsch und der Medienbereich hat mich auch interessiert, worin ich ja auch zuerst eine Ausbildung gemacht habe.

Melanie Gebhard - Credits: Philipp Dietrich Photography

Melanie Gebhard – Credits: Philipp Dietrich Photography

Du hast an der Stage School Hamburg studiert. Was nimmst du aus deiner Ausbildung mit?

Mich in meiner persönlichen Einzigartigkeit wahrzunehmen.

In der Ausbildung habe ich nicht nur die Kunst des Singens, Tanzens und Schauspiels von Grund auf gelernt und perfektioniert, sondern auch, dass man nicht ständig nach rechts und links schauen und sich vergleichen darf, sondern reinfühlen sollte, was für einen selbst das Richtige ist, wo der eigene Weg hingehen soll. Wenn man das nicht macht, verliert man leicht an Authentizität und/oder Selbstbewusstsein.

Was waren für dich die größten Herausforderungen in deiner ersten Zeit als Darstellerin?

Trotz vieler Absagen dran zu bleiben. Nicht aufzugeben und nicht zu denken „Ich kann nichts“, bloß weil ich vielleicht den Geschmack der Jury nicht getroffen habe oder ich zu groß war.

Ich habe kleinere Produktionen gespielt und immer weiter Auditions gemacht für Großproduktionen, zu denen ich unbedingt wollte, bis ich 2008 sogar meine absolute Traumrolle „Elphaba“ bekommen habe. Da wusste ich: es lohnt sich nicht aufzugeben. Und auch viele Freunde und Kollegen haben sich sehr für mich gefreut, weil sie beobachtet haben, wie hartnäckig ich drangeblieben bin.

Was würdest du jemanden raten, der Musicaldarsteller/-in werden möchte? Eine gute Entscheidung oder lieber nochmals durchdenken?

Ich rate immer erst mal „Hör auf dein Herz.“ Wenn du es unbedingt möchtest und dein Herz bei dem Gedanken tanzt, dann schau, dass du irgendetwas in diese Richtung machst.

Der Markt hat sich verändert. Es war schon immer ein großer Konkurrenzkampf und man kann in dem Business nicht immer mit Kompetenz punkten, denn es gibt viele Aspekte, die mitspielen können, ob man am Ende den Job bekommt. Dinge, die du nicht unbedingt beeinflussen kannst oder willst, wie Größe, Aussehen, Stimmklang etc. Aber das soll nicht abschreckend sein. Es gibt ja auch mittlerweile so viele Möglichkeiten auf einer Bühne zu stehen. Dennoch ist der Markt an Darsteller/innen auch mittlerweile etwas überlaufen. Und es wird schwerer sich durchzusetzen.

Wenn es möglich ist versuche dir auch immer noch ein weiteres berufliches Standbein zu bauen. Es gibt nur wenige Musicaldarsteller/innen, die bis ins Rentenalter mit diesem Job ausreichend Geld verdienen. Durch Corona ist es ja auch nochmal deutlich geworden, dass es nicht leichter wird in der Veranstaltungsbranche.

Was braucht man aus deiner Sicht, um im Musicalbusiness erfolgreich zu sein?

Was man auf jeden Fall mitbringen sollte sind Durchhaltevermögen, Flexibilität, mentale Stärke, Authentizität, Lust am Standortwechsel und Passion für die darstellende Kunst und Musik.

Wie ist es so in Rollen zu schlüpfen? Wie viel Melanie steckt in jeder Rolle?

Ich habe noch in jeder Rolle etwas gefunden, das auch in Melanie steckt. Manchmal merkt man das eben erst, wenn man sich mit der Rolle beschäftigt.

In jedem stecken alle möglichen Anteile, die man entweder entscheidet zu zeigen oder nicht. Oft macht es ja gerade Spaß sich in einen Charakter zu verwandeln, der man im Privaten nicht ist. Daher kommt, denke ich, ja auch die Faszination sich zu verkleiden zu Fasching, bei Partys oder an Halloween.

Es macht einfach Spaß weitere Anteile in sich zu entdecken. Dass in mir eine kleine Hexe steckt hätte ich auch nicht gedacht, wo ich doch immer so lieb bin ;-), aber durchaus habe ich mich in „Elphaba“ und ihrer „Andersartigkeit“ auch wiedergefunden und in dem inneren Kampf, den sie führt.

Aber dann ist es auch mal schön eine „Molly“ bei GHOST zu spielen, die näher am echten Leben und der sichtbaren Melanie ist. Nonne, Dinosaurier, Lichtgestalt, Baronin, karrieregeile Fernsehmoderatorin … alles steckt in mir. Und da gibt es sicherlich noch Einiges zu entdecken.

Melanie Gebhard - Credits: Philipp Dietrich Photography

Melanie Gebhard – Credits: Philipp Dietrich Photography

Welche Rollen würden dich zukünftig besonders interessieren und warum?

Ehrlich gesagt habe ich im Moment nicht DIE Traumrolle.

„Elphaba“ hat ja schon den Haken dahinter und sie wird immer in meinem Herzen bleiben.

Aber ich hätte mal wieder Lust auf eine sehr tragische Rolle und dann auch wieder auf eine totale Comedynummer. Die tragische Rolle wird sich vielleicht nächsten Sommer dann wieder ergeben. Stay tuned!

Du sprichst sowohl „Schwäbisch“ als auch „Schwedisch“ – hast du diese Sprachkenntnisse schon einmal auf der Bühne nutzen können?

Nein, leider nicht. Aber Wienerisch! Das habe ich für „Frau Grabsteindl“ in ICH WAR NOCH NIEMALS IN NEW YORK in Wien extra lernen müssen. Die Audition dafür habe ich aber in Stuttgart gemacht und hier auf Schwäbisch gesprochen, denn dort hieß die Rolle ja „Frau Sargnägele“.

Ich fände es schon mal toll im Heimatdialekt zu spielen. Und gegen ein Engagement in Schweden hätte ich auch nichts einzuwenden. 😉

Was hältst du von Social Media? Zwingend notwendig für eine/n Künstler/in?

Ich sage einfach mal: Nein. Auch wenn fast alles gegen diese Antwort spricht. Aber ich bin einfach der Meinung,

Social Media sollte nie zwingend notwendig sein, da es einfach im Großen und Ganzen einen zu großen Einfluss auf uns Menschen hat und wir sehr anfällig für Beeinflussungen sind. Aber ich muss zugeben, dass es heute fast nicht mehr zu vermeiden ist sich als Person der Öffentlichkeit dort zu präsentieren. Man ist einfach sichtbarer und kann mehr Menschen erreichen. Und es macht ja auch irgendwie Spaß zu Posten. Allerdings, solange ich niemanden bezahlen möchte, der für mich regelmäßig und ausgeklügelt meine Posts erstellt, wird mein Account immer vor allem für mich authentisch bleiben. Das bedeutet, dass man mal was Privates, mal was Berufliches, mal irgendeinen Quatsch, mal was ganz Ernstes, zeitweise mal viel oder dann wieder weniger von mir zu sehen oder lesen bekommt. Denn das bin ich in meiner Vielfalt. Und ich möchte, dass meine Follower die Melanie sehen und nicht die Möchtegern-Melanie.

Melanie Gebhard - Credits: Philipp Dietrich Photography

Melanie Gebhard – Credits: Philipp Dietrich Photography

Wie stehst du generell zum Thema „Vermarktung“ deiner Person? Wie wichtig ist Marketing und Kommunikation für dich als Musicaldarstellerin?

Kommunikation ist für mich ein ganz großes und wichtiges Thema allgemein im Leben. Und ein großer Bestandteil der „Vermarktung“.

Ich denke es ist schon wichtig sich zu vermarkten als Künstler/in. Denn schließlich ist man hier sein eigenes Produkt und ohne Marketing oder Kommunikation nach außen wäre wahrscheinlich kein Produkt, das es heute zu kaufen gibt, je gekauft worden. Denn man muss ja erst mal wissen, dass dieses jetzt am Markt ist.

Also sollten die Menschen auch wissen, dass es mich gibt, als Künstlerin, und was mich ausmacht, was das Besondere an mir ist, was ich alles kann, welchen Vorteil es hat, wenn man mich engagiert oder etwas anschaut, wenn ich mitwirke. Und da kommt man mittlerweile an Social Media eben auch nicht mehr vorbei.

Marketing beeinflusst eben Menschen, was der Sinn und Zweck ist. Soll die Leute aber nicht für dumm verkaufen. Das ist mir wichtig. Ich komme ja auch aus dem Bereich Marketing mit der Ausbildung beim Radio.

Wie wichtig sind „Fans“ im Musicalbusiness und wie sind deine bisherigen Erfahrungen mit Fans?

Fans sind unglaublich wichtig, denn sie unterstützen uns meist so liebevoll und mit ihnen haben wir treue Musicalbesucher, auch an sonst schlecht besuchten Tagen. Und es tut natürlich auch der Künstlerseele gut, wenn man weiß, da gibt es Menschen, denen gefällt, was ich tue und sie kommen speziell wegen mir.

Ich habe bisher nur gute Erfahrungen gemacht mit meinen Fans. Es sind nicht so viele, dass es gleich für einen großen Fanclub reicht, aber das muss auch nicht sein. Ein paar begeisterte Seelen, ein freundlicher und konstruktiver Austausch ist einfach sehr schön. Daher mal ein ganz großes Dankeschön an meine Fans da draußen! <3

Warst du früher auch mal Fan von einer/m Musicaldarsteller/-in?

Also ich fand viele Darsteller/innen toll bzw. einfach alle, die z.B. bei TANZ DER VAMPIRE mitgemacht haben, als es Anfang der 2000er in Stuttgart spielte. Da war ich sehr oft, denn es war zu dieser Zeit mein absolutes Lieblingsmusical. Und ich fand Thomas Müllner als „Herbert“ faszinierend. Umso spezieller war es dann, später mit dem einen oder anderen Kollegen, wie Stefan Poslovski, Fritz Schmid, Norbert Kohler uvm. zusammen zu arbeiten.

Was ist dein Lebensmotto und warum?

Hör auf dein Herz, strahle wie die Sonne in deinem Leben und sei du selbst, denn all die anderen gibt es ja schon.

Wir Musical-Fans sagen „Danke fürs Gespräch“.

Mehr zu Melanie Gebhard auf www.melaniegebhard.com und Instagram.

Agentur: die Kulturbrüder

Melanie Gebhard - Credits: Conny Wenk

Melanie Gebhard – Credits: Conny Wenk

Bist du Künstler:in oder willst mit Künstler:innen zusammenarbeiten?

Dann registriere dich jetzt auf KÜNSTLERFAMILIE – das Community-Portal für Künstler:innen, Künstleragenturen und Netzwerkpartner.

Kostenlose Registrierung.

Wir Musical-Fans haben der Musicaldarstellerin Jennifer van Brenk ein paar Fragen gestellt.

Jennifer van Brenk wurde in den Niederlanden geboren und studierte am Fontys Conservatorium in Tilburg/ NL.

Vor Ende ihrer Ausbildung erhielt sie den „Jacques de Leeuw Jong Top Talent Preis“ als meist vielversprechende Abschlussstudentin des Jahres.

Ihr Repertoire umfasst u.a. MARY POPPINS (Winifred Banks), SOLDAAT VAN ORANJE (Tessa), KRUIMELTJE (Juf Jacobs), CISKE DE RAT (Suus), DISNEY´S BEAUTY AND THE BEAST (Belle), ROMEO & JULIA – VAN HAAT TOT LIEFDE (Julia), CARO (Mrs. Time) u.v.m.

Jennifer war u.a. am Stage Apollo Theater in Stuttgart, an der Stadsschouwburg Antwerpen, am Theaterhangaar Katwijk, am Circustheater Scheveningen, am Theater Carré Amsterdam, am Theater Nieuwe Luxor Rotterdam, am Efteling Theater und an vielen Tournee Theatern in Holland und Belgien zu sehen.

Neben ihren Theaterproduktionen arbeitet Jennifer auch als Übersetzerin und Synchronsprecherin.

Seit Herbst 2022 steht Jennifer van Brenk in MAMMA MIA! in Hamburg als Tanja auf der Bühne.

Das Interview wurde im Februar 2021 geführt.

War es immer dein Ziel auf der Bühne zu stehen oder hattet du einen anderen Berufswunsch?

JA! Haha, als ich zwei Jahre alt war, hatte ich schon „Song und Dance“ im Wohnzimmer gemacht. Und das Theater und die Bühne waren immer eine große Liebe von mir. Ich glaube, dass ich mit 16 Jahren noch versucht habe mich für etwas anderes zu interessieren, ich glaube es war Journalismus, aber das hat leider nicht geklappt …. hahaha.

Du hast deine Ausbildung am Fontys Conservatorium in Tilburg abgeschlossen. Was nimmst du aus deiner Ausbildung mit?

Ganz viele tolle Sachen, muss ich sagen … aber was mir als erstes einfällt ist: Ausdauer! Musical kann man vergleichen mit Spitzensport. Jede Woche 8 Shows spielen ist keine Kleinigkeit. Mein Gesangslehrer war damals Edward Hoepelman und er hat wirklich „die Muskeln“ meiner Stimmbänder kultiviert. Deswegen habe ich mit meiner Stimme auf der Bühne in den letzten 20 Jahren auch nie Probleme gehabt.

Was waren für dich die größten Herausforderungen in deiner ersten Zeit als Darstellerin?

Mein erster Job war Cover von „Julia“ in „Romeo und Julia – das Musical“. Das war eine große Produktion in Antwerpen und ich war damals im letzten Jahr am Fontys Conservatorium. Die Probezeit war sehr anstrengend, wir haben jeden Tag von 10 bis 22 Uhr geprobt und waren alle völlig erschöpft.

Was wirklich passiert ist, weiß ich noch immer nicht, aber der Regisseur hat sich im letzten Moment entschieden nicht die First Cast sondern mich die Premiere spielen zu lassen. Natürlich war das eine tolle Chance, aber es war nicht ganz „fair“ – weder für das Mädchen, das damals First Cast war, noch für mich, weil ich keine einzige Preview gespielt hatte. Nur ein paar Szenen und Songs hatte ich damals geprobt.

Die Premiere habe ich damals geschafft, aber es war mir alles viel zu schnell und unvorbereitet. Mein erstes großes Engagement nach „Romeo und Julia“ war im Ensemble von „Beauty and the Beast“. Und das hat sich alles ein bisschen besser angefühlt. Von da an bin ich Schritt für Schritt auf der „Musical-Leiter“ weitergeklettert.

Jennifer van Brenk - Hummelinck Stuurman Theaterproducties - Hera - Alkmene - Credits - Ben van Duin

Jennifer van Brenk – Hummelinck Stuurman Theaterproducties – Hera – Alkmene – Credits – Ben van Duin

Was braucht man aus deiner Sicht, um im Musicalbusiness erfolgreich zu sein?

Immer offen bleiben für die Veränderung in der Welt und in dir selbst. Wenn man als Darstellerin wirklich akzeptiert, dass man sich im Laufe der Zeit verändert und sich selbst erlaubt auch Neues zu lernen oder Dinge aus einem anderen Augenwinkel zu sehen – dann kann man für viele Jahre die schönsten Rollen spielen.

Es ist logisch, dass man sich an einer erfolgreichen Rolle und Phase auf der Bühne festhält, aber da kommt ein Moment, in dem diese Phase für die Zukunft nichts mehr bringt.

Wie ist es so in Rollen zu schlüpfen? Wie viel Jennifer steckt in jeder Rolle?

Am Anfang versuche ich mich immer in die jeweilige Person hineinzuversetzen und da steht die Person oft weiter weg von mir. Aber nach 800 Vorstellungen fühlt es sich immer an ob „ich“ auf der Bühne stehe … hahaha. Aber das hat wohl mehr damit zu tun, das die Worte und Noten nach so einer langen Zeit ein Teil meines Körper werden.

Welche Rollen würden dich zukünftig besonders interessieren und warum?

Ich möchte so gerne einmal ein Teil eines „Ensemblestücks“ wie z.B. „Come From Away“ sein. Die Rolle ist mir eigentlich egal, aber mit der ganzen Cast die ganze Zeit auf der Bühne sein, jedes Cast-Mitglied spielt mehrere Rollen, es gibt kaum ein Bühnenbild, die Band spielt „on stage“ mit toller Folkrock-Musik … der Hammer!

Eines deiner Hobbys ist Reiten. Hast du diese sportliche Fähigkeit auch schon einmal in einer Rolle verwenden können?

Nein! Leider noch nicht! Aber eine tolle Idee: „Black Beauty – das Musical“ oder „My Little Pony“ vielleicht 😉

Was hältst du von Social Media? Zwingend notwendig für eine/n Künstler/in?

Als ich in der Branche begonnen habe, gab es noch kaum Social Media, deswegen habe ich immer das Gefühl, dass ich noch nicht völlig verstehe wie wichtig „Social Media“ in unserer Branche eigentlich ist. Auch weil ich immer gedacht habe, dass z.B. Facebook nur eine tolle Plattform ist, um ganz einfach mit Leuten aus deiner Mittelschule oder vom tollen Urlaub damals in Griechenland 2002 in Kontakt zu bleiben.

Aber jetzt versteh ich mehr und mehr wie cool es ist auf diese Art ganz einfach verbunden zu sein – mit Leuten aus unserer Branche. Und dass es auch eine schöne „Visitenkarte“ als Darstellerin sein kann. Aber es muss immer in eine gesunde Balance sein zwischen Business und Privat.

Jennifer van Brenk - Soldaat van Oranje - Tessa - Credits - Joris van Bennekom

Jennifer van Brenk – Soldaat van Oranje – Tessa – Credits – Joris van Bennekom

Wie wichtig sind „Fans“ im Musicalbusiness und wie sind deine bisherigen Erfahrungen mit Fans?

Immer gut muss ich sagen und sie sind sehr sehr wichtig für das Musicalbusiness.

Ich finde es noch immer unglaublich, dass so viele Leute mehrere Male eine Vorstellung besuchen und dann noch immer begeistert sind.

Es ist ein großes Kompliment, dass wir etwas zusammen gestaltet haben, das so vielen Menschen so gut gefällt.

Welche Musikstile hörst du privat gerne?

Singer-Songwriter, Country, aber ich höre auch sehr gerne Musicalsongs.

Und welcher Song ist dein Lieblingssong?

Es gibt sooo viele schöne Songs, aber einer meiner Favorites ist „And So it Goes“ von Billy Joel.

Hast du einen Lieblingsfilm oder gibt´s mehrere Filme oder Genres, die du besonders magst?

Auch das ist eine unmögliche Frage für mich, weil ich Filme liebe. Aber was mich als Kind sehr beeindruckt hat ist die Verfilmung von „West Side Story“. Jahre später war ich auch unglaublich begeistert von „Das Leben der Anderen“. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich so viel geweint habe am Ende eines Film als bei diesen beiden Filmen.

Der Wir Musical-Fans – Wordrap

  • Hund oder Katze: Hund
  • Urlaub am Berg oder am Meer: Berg
  • Facebook oder Instagram: Instagram
  • Tag oder Nacht: Tag
  • Modetrends oder eigener Style: beides
  • Schwarz oder weiß: Weiss
  • Fantasyfilm oder Komödie: Komödie
  • Buch oder Zeitung: Buch
  • Kraftsport oder Ausdauertraining: Kraftsport
  • WhatsApp oder Signal: Whatsapp
  • Wirtschaft oder Politik: Wirtschaft
  • Tee oder Kaffee: Tee (aber ich trinke viel zu viel Kaffee)
  • Diese Persönlichkeit fasziniert mich: Lin-Manuel Miranda
  • Meine wertvollste Erfahrung in meinem Leben war: die Geburt meines Sohns
  • Diese Eigenschaften sind mir bei anderen Menschen wichtig: Humor und zuhören können
  • Energie tanke ich durch: Spazieren, Kochen, Zeit mit Freunden
  • Zum Frühstück esse ich gerne: gekochtes Ei oder Haferflocken (Porridge) mit Heidelbeeren, Nüssen, Zimt, Erdnussbutter und Ahornsirup.
  • Meine Lieblingsfächer in der Schule: Englisch und Kunstgeschichte
  • Im Kühlschrank habe ich immer: Eier und Gemüse
  • Lernen möchte ich noch: Malen
  • Wenn ich 10 Mio Euro im Lotto gewinne, würde ich: ein Haus in den Bergen mit Blick übers Meer kaufen.
  • Meine 3 Lieblingsmarken sind: Lidl, La Roche Posay und Chanel
  • Dafür lohnt es sich zu kämpfen: meine Familie
  • Das größte Abenteuer meines Lebens: mein Sohn
  • Erfolg ist für mich: eine richtig gute Balance zwischen Arbeit und Privat haben

Wir Musical-Fans sagen „Danke fürs Gespräch“.

Mehr zu Jennifer van Brenk auf Instagram.

Jennifer van Brenk - Credits: David Hardenberg

Jennifer van Brenk – Credits: David Hardenberg

Bist du Künstler:in oder willst mit Künstler:innen zusammenarbeiten?

Dann registriere dich jetzt auf KÜNSTLERFAMILIE – das Community-Portal für Künstler:innen, Künstleragenturen und Netzwerkpartner.

Kostenlose Registrierung.