Wir Musical-Fans haben der Musicaldarstellerin Shireen Nikolic ein paar Fragen gestellt.

Shireen Nikolic wurde in Wien geboren und studierte nach mehrjährigem Gesangsunterricht bei Claudia-Riedel Peter am Vienna Conservatory und am Jam Music Lab Conservatory for Jazz & Popular Music Vienna (Friedrich Gulda School of Music Wien)

Während ihres Musical-Studiums war Shireen sowohl als Darstellerin, aber auch als Regieassistentin tätig, wie zum Beispiel in A VERY POTTER MUSICAL, TWISTED und THE TRAIL TO OREGON. Auf der TUI Mein Schiff Flotte performte Shireen als Solistin des Entertainment Departments. In ihrem Abschlussjahr 2018 qualifizierte sich Shireen für Voice of Germany und sang sich im „Team Yvonne Catterfeld“ bis in die Battles.

In DAS ORANGENMÄDCHEN stand sie als Isabell auf der Bühne und war bei einigen CD Produktionen wie MEMPHIS oder FLASHDANCE dabei.

In FACK JU GÖHTE – DAS MUSICAL war Shireen Nikolic 2023/2024 als Zeynep auf Tour.

Das Interview wurde im November 2019 geführt.

War es immer dein Ziel auf der Bühne zu stehen oder hattet du einen anderen Berufswunsch?

Nicht immer. Als kleines Mädchen wollte ich Flugsaurier-Pilotin werden, allerdings musste ich schon früh erkennen, dass dieser Wunsch leider nur ein Wunsch bleiben würde.

Daraufhin wollte ich sehr lange Pilotin werden, doch dafür waren meine Augen zu schlecht. In der Oberstufe durfte ich schließlich das erste Mal in einem Musical mitspielen und seither war es für mich klar, dass ich Musicaldarstellerin werden möchte.

Das Interview wurde im November 2019 geführt.

Du hast 2018 deine Ausbildung am Jam Music Lab Conservatory abgeschlossen. Was nimmst du aus deiner Ausbildung mit?

In erster Linie Menschen, die ich glücklicherweise Freunde und Kollegen nennen darf. Wie auch unheimlich schöne Erinnerungen, wie zum Beispiel die Gründung des Vereins Kangaroo Entertainment, welche ich heute nicht mehr missen wollen würde.

Was sind für dich – ein Jahr nach deinem Musicalabschluss – die größten Herausforderungen?

Meine persönliche Herausforderung ist es Geduld zu bewahren. Ich bin von Natur aus ein sehr ungeduldiger Mensch, der sehr gerne und schnell seine Ziele erreichen möchte. Allerdings muss man als Musicaldarsteller eine Menge an Geduld mitbringen, weil man nicht immer sofort ein Engagement bekommt.

Shireen Nikolic - Credits: Matheo Radeck

Shireen Nikolic – Credits: Matheo Radeck

Was würdest du jemanden raten, der Musicaldarsteller/-in werden möchte? Eine gute Entscheidung oder lieber nochmals durchdenken?

Wichtig ist es zu wissen, worauf man sich bei einem Musicalstudium und beim Beruf eines Darstellers einlässt.

Solange man weiß, dass man sehr viel Zeit und Arbeit investieren muss und auch danach alles kein absolutes Zuckerschlecken wird, würde ich niemals dazu raten, es noch einmal zu überdenken.

Es ist wichtig, sein Ziel genau vor den Augen zu behalten und sich nicht von möglichen Misserfolgen entmutigen zu lassen.

Was braucht man aus deiner Sicht, um im Musicalbusiness erfolgreich zu sein?

Meiner Meinung nach muss es eine Mischung aus vielerlei Dingen sein.

Zu einem wäre da die Bühnenpräsenz. Ich persönlich liebe es, wenn mich ein Darsteller, der vielleicht nicht die größte Rolle hat und „nur“ in Reihe 4 ganz links außen tanzt, mit seiner Präsenz begeistern und/oder meine Aufmerksamkeit auf sich lenken kann.

Dann ist es meiner Meinung nach auch wichtig, einen gewissen Funken Talent und musikalisches Feingefühl zu besitzen.

Und natürlich darf die kleine Prise reines Glück und Wortgewandtheit nicht fehlen. Es gibt logischerweise noch viele weitere Aspekte, aber diese wären für mich die Wichtigsten.

Wie ist es so in Rollen zu schlüpfen? Wie viel Shireen steckt in jeder Rolle?

Es ist ein herrliches Gefühl, welches mir immer wieder einen kleinen Kick gibt. Besonders liebe ich daran, dass es nicht immer unbedingt einfach ist, sich in eine Rolle einzufühlen oder sich anzupassen. Manche sind leichter und funktionieren von Beginn an, andere benötigen einige Wochen Vorbereitungszeit und sind auch dann auch noch etwas schwer umsetzbar. Aber genau das ist das Tolle daran. Und wieviel Shireen in den Rollen steckt? Sagen wir es so: Wenn ich ein wenig Freiheit habe, dann füge ich gerne ein paar Kleinigkeiten hinzu, die Familie und Freunde gut als mein eigenes Ding erkennen können, wenn sie sich die Show ansehen. Tatsächlich konnte ich bis jetzt in jeder meiner gespielten Rollen einen Hauch meiner Charakterzüge einfließen lassen, ohne dass es großartig gestört hätte.

Welche Rollen würden dich zukünftig besonders interessieren und warum?

Bis jetzt durfte ich immer gutherzige und witzige Charaktere spielen, weshalb mich die Rolle eines Bösewichts sehr reizen würde. Ich wäre sehr gerne einmal diejenige, die letztlich stirbt oder abgeführt wird. Auch eine ernste Rolle würde mir garantiert Spaß machen. Wenn ich nun aber bestimmte Rollennamen nennen müsste, dann würden mir sofort „Catherine Howard“ aus dem neuen Musical „Six“, Alana Beck“ oder „Zoe Murphy“ aus „Dear Evan Hansen“ und „Cathy“ aus dem Stück „The last five years“ einfallen. Sonstige Musicals, in denen ich gerne einmal mitwirken wollen würde, wären: Elisabeth, Tanz der Vampire und Aladdin.

Wie entwickelst du dich als Musicaldarstellerin weiter? Nimmst du Gesangs-, Schauspiel- und Tanzunterricht oder besuchst du Workshops?

Nach dem Trubel bei „The Voice of Germany“ habe ich beschlossen eine kleine Pause einzulegen, weshalb ich eine Zeit lang nichts dergleichen getan habe. Seit wenigen Wochen nehme ich nun wieder Gesangsunterricht und gehe regelmäßig zum Sport, um nicht aus der Übung zu kommen.

Shireen Nikolic - Credits: Matheo Radeck

Shireen Nikolic – Credits: Matheo Radeck

Du bist auch Teil von Kangaroo Entertainment – ein Zusammenschluss von Darstellern, Musikern, Regisseuren, Medientechnikern und Kostümdesignern. Was macht ihr genau und sind schon neue Projekte geplant?

Der Verein Kangaroo Entertainment spezialisiert sich hauptsächlich darauf unbekannte Stücke in deutschsprachiger Erstaufführung auf die Bühne zu bringen. Bei jedem neuen Projekt stecken wir allesamt unser Herzblut hinein und versuchen dem Publikum eine unvergessliche Performance und viele Lacher zu schenken. Es gibt einige Stücke, die wir in Zukunft gerne verwirklichen wollen und für die auch schon die Rechte angefragt wurden, aber genauere Informationen darf und kann ich noch nicht preisgeben.

Du hast 2018 die Regie für „Sister Act“ übernommen? Sehen wir dich bald öfters als Regisseurin?

Sister Act war mein bisher größtes Projekt, bei dem ich als Regisseurin mitwirken durfte und ich muss sagen, dass es mir wirklich unheimlichen Spaß gemacht hat. Ich wäre absolut nicht abgeneigt auch in Zukunft öfter Stücke zu inszenieren und ihnen Leben einzuhauchen und wie oben schon einmal erwähnt: ein kleines bisschen Shireen. Geplant ist vorerst nichts, doch wer weiß welches Projekt hinter der nächsten Ecke lauert.

Was möchtest du in 10 Jahren gerne machen? Bist du dann noch auf der Bühne oder machst du vielleicht einen komplett anderen Job?

Mein Traum wäre es natürlich auch noch in 10 Jahren auf einer Bühne zu stehen, um das zu tun, was ich liebe. Allerdings bin ich auch jemand, der gerne neu dazu lernt, weshalb ein anderer bzw. weiterer Beruf nicht komplett auszuschließen wäre. Ich könnte mir auch gut vorstellen, eines Tages ein Buch zu schreiben und als Autorin mein Glück zu versuchen. Oder aber ich werde Lehrerin für Bühnenspiel und Gesang. Man weiß ja nie.

Was hältst du von Social Media? Zwingend notwendig für eine/n Künstler/in?

Heutzutage glaube ich, dass es wirklich wichtig ist auf Social Media vertreten zu sein. Ich selbst greife zum Handy oder Laptop, wenn ich einen Künstler performen sehe und gerne wissen möchte wie er heißt, oder bisher erreicht hat. Leider ist es in der heutigen Zeit unumgänglich, wenn man als Person der Öffentlichkeit im Gedächtnis bleiben oder noch mehr Bekanntheitsgrad erreichen möchte. Natürlich ist es nicht zwingend notwendig, allerdings sehr von Vorteil.

Shireen Nikolic - Credits: Matheo Radeck

Shireen Nikolic – Credits: Matheo Radeck

Wie stehst du generell zum Thema „Vermarktung“ deiner Person? Wie wichtig ist Marketing und Kommunikation für dich als Musicaldarstellerin?

Für mich persönlich ist es sehr wichtig. Letztlich geht es um „sehen und gesehen werden“ und da hilft eine gute Vermarktung weiter. Allerdings muss man auch gut bedenken, was man die Öffentlichkeit wissen lassen möchte und was genau besser nicht preisgegeben werden sollte.

Wie wichtig sind „Fans“ im Musicalbusiness und wie sind deine bisherigen Erfahrungen mit Fans?

Fans sind unglaublich wichtig und bringen mein kleines Herzchen immer zum Strahlen. Schon bei Kangaroo Entertainment gab es einige Menschen, die immer kamen und uns bzw. mich mit Blumen und Komplimenten überschütteten. Nach meiner Teilnahme bei The Voice durfte ich dann aber erst so richtig erleben, wie es ist Fans zu haben. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl Fanart geschenkt zu bekommen oder Videos, die extra für einen geschnitten wurden oder wie gesagt Blumen. Ich lege sehr viel Wert auf die Personen, die mich auf meinem Weg begleiten und mich mit unglaublichen Worten und Glücksgefühlen begleiten. Ich nehme mir für jeden einzelnen Zeit und beantworte jede Frage und Nachricht, auch wenn es manchmal länger dauert.

Warst du früher auch mal Fan von einer/m Musicaldarsteller/-in?

Na und ob. Das erste Musical, dass ich jemals lieben gelernt habe war „Wicked“. Willemijn Verkaik und Mathias Edenborn waren von da an Vorbilder, die ich am liebsten den ganzen Tag rauf und runter gehört hätte. Mathias Edenborn war mit unter ein Grund, warum ich Musicaldarstellerin werden wollte, weil ich gerne einmal mit ihm ein Duett performen wollte. Mittlerweile zählen Carin Filipčić, Ben Platt und Ana Milva Gomes zu meinen Lieblingsdarstellern.

Zum Abschluss eine ganz persönliche Frage: Du bist ja am 23.12. geboren. Wie ist das so knapp vor Weihnachten auch Geburtstag zu haben? Entgehen einem da Geschenke?

Geschenke waren ehrlich gesagt niemals wirklich Thema für mich. Natürlich freut man sich sehr über sie, allerdings war es schon immer wichtiger diesen Tag mit Freunden und Familie zu verbringen. Die Wahrheit ist, dass ich meist auf einen anderen Tag ausweichen muss, um mit den wichtigsten Menschen zu feiern, aber das stört mich nicht. So bekomme ich ein paar Tage vor meinem eigentlichen Geburtstag ein schönes Abendessen mit Freunden und am 23. Dezember dann einen tollen Tag mit meiner Mama. Ich kann mich wirklich nicht beklagen.

Wir WIR MUSICAL-FANS sagen „Danke fürs Gespräch“.

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Shireen Nikolic - Credits: Matheo Radeck

Shireen Nikolic – Credits: Matheo Radeck

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Kathrin Schreier wurde in Hall in Tirol geboren. Ihre erste Bühnenerfahrung machte sie am Landesjugendtheater Innsbruck und war 2014 Europameisterin und Vize-Staatsmeisterin bei ASDU Sparte „Song & Dance“.

2016 begann sie – nach ihrer Matura am BORG in Innsbruck – ein Studium am Konservatorium für Jazz und improvisierte Musik Tirol und startete 2017 an der MUK – Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien ihr Musicalstudium, das sie 2023 abschloss.

Neben Produktionen am MUK Theater Wien (Bagatelle, Daphnis & Chloe, Be More Chill) bei denen Kathrin mit Isabella Gregor und Werner Sobotka zusammengearbeitet hat, wirkte sie 2018 bei „Mass“ (Leonhard Bernstein) im Musikverein Wien mit. 2019 feierte Kathrin als Cover Katharina in „Carmen – das Musical“ ihr Debüt beim Musicalsommer Winzendorf.

2021 erreichte sie beim Walter Jurmann Gesangs- und Interpreationswettbewerb den 3. Platz und veröffentlichte unter ihrem Künstlernamen KIRAYA ihre erste Single „Alone“. 2024 folgte ihr Album „Love me (too)“. Musikalisch ist sie dabei quer durch verschiedene Genres wie Jazz, Pop, Soul, RnB, Lo-Fi und Funk unterwegs.

In der Saison 2023/2024 war Kathrin in SUNSET BOULEVARD am Tiroler Landestheater in Innsbruck zu sehen.

Das Interview wurde im Jänner 2020 geführt.

War es immer dein Ziel auf der Bühne zu stehen oder hattest du einen anderen Berufswunsch?

Ich glaube, bei mir hat eines zum anderen geführt. Dadurch, dass ich aus einer Musikerfamilie komme, stand ich schon früh mit meinen Instrumenten auf der Bühne. Es hat mir damals schon so Spaß gemacht, dass für mich ein Beruf ohne Musik nie in Frage kam. Ich wusste also immer, dass es etwas mit Musik und Singen sein soll, aber dass man Musical studieren kann habe ich erst mit 16 entdeckt.

Du studierst seit 2017 an der MUK – Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien. Was nimmst du aus deiner Ausbildung mit?

Auf jeden Fall Authentizität und Vertrauen in mich selbst.

Man findet in der Ausbildung langsam zu sich selbst und das ist nicht immer einfach. In der Uni passiert täglich so viel, dass man kaum Zeit hat, alles zu verarbeiten. Deswegen habe ich mir ein kleines Ritual angewöhnt. Ich nehme mir jeden Tag kurz Zeit für mich, schalte Handy und andere Störfaktoren aus und denke ganz bewusst an das, was an diesem Tag passiert ist. Was habe ich gut gemacht? Was hat mich besonders geärgert und was kann ich daraus lernen?… Damit fühle ich mich jeden Tag frisch und kann mit freiem Kopf neue Dinge aufnehmen.

Was ich noch gelernt habe ist Disziplin. Denn wie man so sagt: Von nix kommt nix.

Es gibt so viel zu lernen und so viel zu erzählen, aber im Endeffekt bin ich auch einfach wahnsinnig froh, mit so tollen Menschen zu studieren. Durch meine Kollegen und Freunde bin ich unglaublich gewachsen.

Kathrin Schreier - Credits: Marco Sommer

Kathrin Schreier – Credits: Marco Sommer

Was sind für dich die größten Herausforderungen in deiner noch jungen Karriere als Darstellerin?

Ich glaube, ich kenne viele davon noch nicht.

Momentan gibt es viele kleine, aber ich denke, die großen Aufgaben und Herausforderungen kommen erst nach der Ausbildung.

Bekomme ich einen Job und kann ich davon leben? An welchem Ort werde ich dann sein? Welche Zu- und Absagen werde ich bekommen und wie gehe ich damit um? Wie mache ich mich überhaupt bemerkbar, wenn es gefühlt 1000 junge Frauen gibt, die alle so aussehen, wie ich?

Das alles sind Fragen, über die ich mir natürlich Gedanken mache, aber das gehört nun mal zu meinem Beruf.

Mir ist wichtig, authentisch zu bleiben. Ich weiß jetzt, man kann nicht jedem gefallen. Geschmäcker sind verschieden und ob du den Job bekommst oder nicht ist nun mal eine subjektive Entscheidung. Wenn sich was ergibt ist es toll! Und wenn nicht, dann war es nicht das richtige für mich.

Musicaldarsteller vereinen ja den Mix aus Gesang, Schauspiel und Tanz. In welchem dieser drei Bereiche fühlst du dich am wohlsten?

In Allem. Ich liebe es einfach eine Geschichte zu erzählen und möchte Menschen damit berühren. Ob diese Geschichte durch Singen, Tanzen oder Schauspiel (was sowieso irgendwie in allem enthalten ist) erzählt wird, ist mir egal. Ich liebe den Mix aus allen drei Sparten und könnte nicht auf eine verzichten. Klar muss man manchmal Prioritäten setzen, was gerade wichtiger ist, aber ich werde immer versuchen in allen drei Bereichen mein Bestes zu geben und zu wachsen.

Kathrin Schreier - Credits: Marco Sommer

Kathrin Schreier – Credits: Marco Sommer

Du bist musikalisch ja sehr vielseitig, spielst Harfe und Klavier, bist Songwriterin und singst neben Musical auch Jazz und Pop.

Ist dir diese Vielseitigkeit auch für deine Weiterentwicklung als Musicaldarstellerin wichtig oder willst du zukünftig deinen Fokus vielleicht gar nicht auf Musical setzen?

Ich war immer schon sehr vielseitig und durch Musical habe ich endlich das gefunden, was Singen, Tanzen und Schauspiel vereint. Mein Fokus liegt auf jeden Fall darauf. Trotzdem bin ich sehr neugierig und habe gerne Einblicke in verschiedene Bereiche. Es gibt so viel zu lernen!

Und falls ich mal arbeitslos sein sollte (was ja in diesem Beruf oftmals vorkommt) hilft es mir, meine eigene Musik und Projekte zu machen. Ich fand es auch toll, dass ich in unserer letzten Produktion an der Uni Harfe gespielt habe, warum nicht mehrere Dinge vereinen?

Wie gesagt, es gibt so viel, um sich weiter zu entwickeln. Nur nicht stehenbleiben und in Langeweile versinken.

Wie ist es so in Rollen zu schlüpfen? Wie viel Kathrin steckt in jeder Rolle?

Vor allem interessant ist für mich, manchmal gegen meinen Typ zu spielen. Natürlich steckt in jeder Rolle ein bisschen was von mir, das lässt sich nicht vermeiden. Trotzdem versuche ich, meine Person großteils aus der Rolle rauszunehmen. Ich liebe es, wenn die Rolle aus dem Nichts, aus etwas Freiem entsteht und sich vielleicht in eine Richtung entwickelt, die ich als Kathrin vielleicht gar nicht kenne. Das ist wahnsinnig spannend. Ich entdecke bei jeder Rolle etwas Neues über mich und wahrscheinlich finde ich dadurch noch ein Stücken mehr zu mir selbst.

Jeder Mensch interpretiert eine Rolle anders und das gibt der Figur dann eine einzigartige Persönlichkeit. Und das macht es interessant. Wäre ja langweilig, wenn alle gleich spielen.

Welche Rollen würden dich zukünftig besonders interessieren und warum?

Es gibt so viele spannende Figuren zu entdecken! Bei mir geht‘s echt quer durch die Bank. Ich mag total schräge Figuren genauso gern wie Disney Prinzessinnen. Ein paar davon sind zB.: Anna und Elsa (Frozen), Scaramouche (We Will Rock You), Mabel (Mack and Mabel), Johanna (Sweeny Todd), … und noch ganz viele mehr!

Kathrin Schreier - Credits: Marco Sommer

Kathrin Schreier – Credits: Marco Sommer

Was hältst du von Social Media? Zwingend notwendig für eine/n Künstler/in?

Meiner Meinung nach ist Social Media ein großartiges Tool, womit man viele Menschen erreichen kann. Für mich ist es aber vor allem interessant zu sehen, was meine KollegInnen so machen und in welche Richtungen sie sich weiterentwickeln. Das ist super spannend! Außerdem entdeckt man eben viele neue Künstler und Veranstaltungen. Trotzdem glaube ich, dass es nicht zwingend notwendig ist. Man muss selbst entscheiden, wie viel man von seinem Leben preisgeben möchte.

Wie stehst du generell zum Thema „Vermarktung“ deiner Person? Wie wichtig ist Marketing und Kommunikation für dich als Musicaldarstellerin?

Ich glaube, es passiert ganz viel über Beziehungen und Kontakte. Ich finde es manchmal noch schwer, mich selbst zu vermarkten, weil sich das oft so aufdringlich anfühlt. Ich glaube dann immer, die denken jetzt, dass ich nur mit denen rede, damit sie mir einen Job organisieren. Und ich möchte das nicht. Ich rede gerne mit Leuten, weil ich sie spannend finde oder ich interessiert an ihrem Thema bin. Also, wie ich mich gut selbst vermarkte… da kann ich definitiv noch was lernen. 😀

Wie wichtig sind „Fans“ im Musicalbusiness und wie sind deine bisherigen Erfahrungen mit Fans?

Ich war erst mal ganz überrascht, als mich im Sommer bei „Carmen – Das Musical“ das erste Mal fremde Leute angesprochen haben oder nach einem Autogramm gefragt haben. Das ist ganz neu für mich. Und ich fand es toll. Ich fand es toll, weil mir bewusst wurde, dass ich diese Leute anscheinend mit meiner Rolle berührt habe. Und das heißt, ich habe mein Hauptziel erreicht. Ich wusste dann, dass es sich schlussendlich gelohnt hat, so lange und hart auf etwas hingearbeitet zu haben. Also, danke an euch Musicalfans, dass ihr immer wieder von überall anreist und unsere Plätze füllt.

Bist du auch Fan von einer/m Musicaldarsteller/-in?

Ich kann nicht Fan von einer Person sein. Dafür gibt es viel zu viele großartige und bewundernswerte KünstlerInnen!

Was ist dein Lebensmotto und warum?

Energie folgt der Aufmerksamkeit. Ich glaube eine positive Einstellung und positive Gedanken können Wunder wirken. Lächle das Leben an und es lächelt dir zurück.

Ich sage an Geburtstagswünschen auch nie: „Bleib so wie du bist“.
Ich sage: „Verändere dich, lerne und entwickle dich weiter, hab Spaß am Leben und sei einfach du selbst!“

Das möchte ich allen mitgeben.

WIR MUSICAL-FANS sagen „Danke für das Gespräch“.

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Kathrin Schreier - Credits: Marco Sommer

Kathrin Schreier – Credits: Marco Sommer

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Wir Musical-Fans im Interview mit der Musicaldarstellerin Nele Neugebauer.

Nele Neugebauer wurde in Leipzig geboren und absolvierte ihre Musicalausbildung an der Performing Academy in Wien und ein Masterstudium an der Royal Academy of Music in London.

U.a. spielte sie in FAME am Landestheater Eisenach, in GRIMM! am Theater Erfurt, in DER NAME DER ROSE bei den Domstufenfestspielen, in CABARET im Tipi am Kanzleramt Berlin, in WIENER BLUT am Wiener Bronski&Grünberg Theater, in MY FAIR LADY beim Operettensommer Kufstein, in der DREIGROSCHENOPER am Theater an der Wien, in THE ADDAMS FAMILY (Tour –  Deutschland und Österreich), in THE DROWSY CHAPERONE am Theater Chemnitz, in TINDER am Kammertheater Karlsruhe, in NORWAY.TODAY im Theater Forum Schwechat und an der Neuen Werkbühne München und in den deutschsprachigen Uraufführungen der Disney-Musicals ALADDIN und ALICE IM WUNDERLAND in der Stadthalle in Wien.

In KU’DAMM 56 am Theater des Westens war sie als Cover Monika zu sehen und ist 2023 mit FACK JU GÖHTE auf Tour.

Das Interview mit Nele Neugebauer wurde im August 2021 geführt.

War es immer dein Ziel auf der Bühne zu stehen oder hattet du einen anderen Berufswunsch?

Ich wollte tatsächlich immer zur Bühne.

Als ich gerade mal 3 Jahre alt war, hab ich „Schwanensee“ gesehen und beschlossen, dass ich Ballerina werden will. Ein paar Jahre später, bin ich zur Schauspielerei umgeschwenkt.

Du hast deine Ausbildungen an der Performing Academy in Wien und an der Royal Academy of Music abgeschlossen. Was nimmst du aus deinen bisherigen Ausbildungen mit?

An der Performing Academy ist die Ausbildung sehr tanzfokussiert und meine tänzerischen Fähigkeiten habe ich definitv dort erlernt. Ich hatte aber auch das Glück eine wunderbare Schauspiellehrerin zu haben. Ruth Brauer-Kvam ist bis heute eine große Inspiration für mich und hat mir definitiv das Selbstbewusstsein gegeben, mich auch für reine Sprechtheaterrollen zu bewerben. Im Allgemeinen würde ich sagen, dass meine Ausbildung an der Performing Academy sehr umfassend war und mich definitiv gut auf meine ersten Berufserfahrungen vorbereitet hat.

Ich hatte schon lange den Wunsch im Ausland zu arbeiten. Musical Theatre als Kunstform kommt ja aus dem englischsprachigen Raum und es war immer ein Traum von mir am West End zu arbeiten.Darum habe ich mich für ein Masterstudium an der Royal Academy beworben und hatte das große Glück es an die Academy zu schaffen. Mein Studium hier ist sehr auf Gesang ausgelegt und es ist unfassbar von wieviel Talent ich tagtäglich umgeben bin.

Was waren für dich die größten Herausforderungen in deiner ersten Zeit als Darstellerin?

Ich denke, dass meine größten Herausforderungen noch immer die gleichen sind wie zu Beginn meiner Karriere. Es hat mich einige Zeit gekostet und teilweise fällt es mir immer noch sehr schwer, Ablehnungen nicht persönlich zu nehmen. Ich arbeite in einem Beruf in dem ich hauptsächlich mich selbst vermarkte und wenn ich zu einer Audition nicht eingeladen werde oder einen Job nicht bekomme, kommt natürlich immer der Gedanke „Ich war nicht gut genug.“ In der Realität gibt es so viele unterschiedliche Gründe warum man einen Job nicht bekommt und in den meisten Fällen hat es nicht viel mit dem eigentlichen Können zu tun. Ein zweiter Punkt, der mir zu schaffen gemacht hat ist das sogenannten Typecasting, also das Casting, dass sich rein auf den Typ und damit aufs Äußere bezieht. Ich denke, dass sich Musical in diesem Bereich, besonders in London, sehr viel weiterentwickelt hat und dass es Gott sei Dank immer diverser wird. Ich denke auch, dass gerade der deutschsprachige Raum in diesem Bereich noch nachziehen muss. Ich war immer der Meinung, dass die Person, die den besten Job macht, auch den Job bekommen sollte und leider ist das relativ häufig nicht der Fall. Ich möchte natürlich nicht verallgemeinern, aber ich habe sehr häufig Absagen mit der Begründung, dein Typ passt nicht, bekommen. Mit diesen Absagen kann ich am schwierigsten umgehen, da ich meinen Typ ja nur sehr bedingt ändern kann. Ich würde mir sehr wünschen, dass sich Theater und Musical, da in den nächsten Jahren noch weiter öffnet. Dass Frauen Männerpartien spielen können und dass es egal wird wie groß, klein oder welche Haarfarbe man hat, solange man die Figur glaubhaft verkörpern kann.

Nele Neugebauer - Tinder

Nele Neugebauer – Tinder

Was braucht man aus deiner Sicht, um im Musicalbusiness erfolgreich zu sein?

Durchhaltevermögen, Leidenschaft, gute Laune und eine Portion Glück.

Wie ist es so in Rollen zu schlüpfen? Wie viel Nele steckt in jeder Rolle?

Es klingt nach einem Klischee, aber es ist auf jeden Fall der Teil des Berufes, der mir am meisten Spaß macht. Und je verrückter und weiter weg von mir die Rolle ist, desto besser.

Ich versuche immer Aspekte in der Figur zu finden mit denen ich mich identifizieren kann. Manchmal geht das sehr leicht und schnell und in anderen Fällen kann es sehr lange dauern, bis es Klick macht und ich einen Anhaltspunkt finde. Ich weiß nicht wieviel Nele in jeder Rolle steckt, ich habe aber defintiv beobachten können, dass ich in den allermeisten Fällen etwas von den Rollen mitnehme. Zumeist ist es die Charaktereigenschaft die ich selbst gerne hätte.

Welche Rollen würden dich zukünftig besonders interessieren und warum?

Da gibt es einige … Fanny Brice in „Funny Girl“ wird immer auf meiner Wunschliste stehen, genauso wie Sally Bowles in „Cabaret“. Ich würde auch wahnsinnig gerne Mephisto in „Faust“ spielen. Außerdem interessieren mich neue Musicals sehr, also das kreieren von Parts, die es noch gar nicht gibt.

Was hältst du von Social Media? Zwingend notwendig für eine/n Künstler/in?

Ich bin nicht der größte Social Media Fan. Aber ich denke ja, es ist notwendig für Darsteller/innen heutzutage. Gerade in Großbritannien kommen viele Auditionausschreibungen zuerst bei Twitter heraus. Wenn man da nicht up-to-date ist verpasst man sie einfach. Was ich an Social Media mag ist das man seine eigenen Meinungen und Ansichten teilen kann.

Wie stehst du generell zum Thema „Vermarktung“ deiner Person? Wie wichtig ist Marketing und Kommunikation für dich als Musicaldarstellerin?

Marketing ist auf jeden Fall wichtig in meinem Beruf. Man muss präsent und offen sein, ganz genau wissen, wer man selbst ist und was man anzubieten hat. Gerade zu Beginn fiel es mir sehr schwer, mich selbst anzubieten, aber in unserem Berufsfeld läuft soviel über Kontakte, da kann man der Selbstvermarktung nicht entgehen. Ich habe gerade in meinem Jahr hier in London, die positiven Seiten des Marketings entdeckt. Ich kann selbst entscheiden wie ich mich darstellen möchte und über die Royal Academy bin ich in Berührung mit vielen unterschiedlichen interessanten Künstler/innen gekommen. Social Media ist ein super Weg um mit Kreativen in Kontakt zu treten.

Nele Neugebauer - Der Name der Rose - Credits: Lutz Edelhoff

Nele Neugebauer – Der Name der Rose – Credits: Lutz Edelhoff

Wie wichtig sind „Fans“ im Musicalbusiness und wie sind deine bisherigen Erfahrungen mit Fans?

Ich habe nicht sehr viele Erfahrungen mit Fans gemacht.

Prinzipiell freue ich mich über jeden der in eine Show kommt und Leidenschaft fürs Theater hat. Das Publikum ist genauso Teil der Vorstellung wie die Schauspieler auf der Bühne, und das liebe ich am Theater.

Hörst du privat auch gerne Musicals oder gibt´s da andere Musikstile, die dir gefallen?

Ich höre privat eher weniger Musicals, es kommt sehr auf meine Stimmung an.

Ich höre sehr gerne Jazz, aber auch RnB und Popmusik. Prinzipiell kann man mich für jede Musikrichtung gewinnen, wenn es ein gutes Lied ist.

Und welcher Song ist dein Lieblingssong?

Ich könnte mich niemals für einen entscheiden, momentan höre ich viel Lizzo und Barbara Streisand, eine wilde Mischung. Eines meiner ewigen Lieblingslieder ist tatsächlich ein Showtune: „My Man“.

Hast du einen Lieblingsfilm oder gibt´s mehrere Filme oder Genres, die du besonders magst?

Ich komme aus einer großen Filmliebhaberfamilie und mag Filme fast genauso gern wie Theater. Die Liste meiner Lieblingsfilme ist lang und geht quer durch alle Genres.

Was ist dein Lebensmotto und warum?

Es ist nicht direkt ein Motto aber die Einstellung, dass man Dinge mit Leidenschaft und Freude tun sollte, finde ich sehr wichtig. Und dass man liebevoll und ehrlich miteinander umgeht.

Nele Neugebauer - Cabaret - Credits: Andreas Kind

Nele Neugebauer – Cabaret – Credits: Andreas Kind

Wordrap

  • Hund oder Katze: Katze
  • Urlaub am Berg oder am Meer: Meer
  • Facebook oder Instagram: Instagram
  • Tag oder Nacht: Beides
  • Modetrends oder eigener Style: Eigener Style
  • Schwarz oder weiß: Beides
  • Fantasyfilm oder Komödie: Fantasy
  • Buch oder Zeitung: Buch
  • Kraftsport oder Ausdauertraining: Kraftsport
  • WhatsApp oder Signal: WhatsApp
  • Wirtschaft oder Politik: Politik
  • Tee oder Kaffee: Kaffee
  • Diese Persönlichkeit fasziniert mich: Meine Mama, Edith Piaf
  • Mein bestes unnützes Talent: es gibt keine unnützen Talente!
  • Diese Eigenschaften sind mir bei anderen Menschen wichtig: Ehrlichkeit, Humor
  • Energie tanke ich durch: Kaffee … sehr viel Kaffee
  • Zum Frühstück esse ich gerne: was ich in meinem Kühlschrank finde
  • Meine Lieblingsfächer in der Schule: Latein (ja in der Tat)
  • Im Kühlschrank habe ich immer: Äpfel und Wein
  • Lernen möchte ich noch: Soviele Sprachen wie möglich, Tumbling
  • Wenn ich 10 Mio Euro im Lotto gewinne, würde ich: Meiner Mama eine Buchhandlung und meinem Papa einen Helikopter kaufen. Mit dem Rest unterstütze ich die Rettung der Ozeane
  • Meine 3 Lieblingsmarken sind: Vivienne Westwood, Alexander McQueen, The Ragged Priest
  • Dafür lohnt es sich zu kämpfen: Gleichberechtigung von Frauen und Männern, und die LGBTQIA+ Community!

Wir Musical-Fans sagen „Danke fürs Gespräch“.

Mehr zu Nele Neugebauer auf www.neleneugebauer.com und Instagram.

Nele Neugebauer - Credits: Alan Ovaska

Nele Neugebauer – Credits: Alan Ovaska

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Wir Musical-Fans haben der Sängerin und Musicaldarstellerin Misha Kovar ein paar Fragen gestellt.

Misha Kovar wurde in Opava (Tschechien) geboren und wuchs in Wien auf. Schon mit 13 Jahren spielte Misha in „Der kleine Horrorladen“ und entschloss sich ihre Musicalausbildung am Konservatorium der Stadt Wien zu starten. Kurz nach ihrem Abschluss 1998 bekam Misha die Rolle der „Sarah“ in „Tanz der Vampire“ und es folgten eine Reihe an Engagements in bekannten und beliebten Musicals wie Jekyll & Hyde, We will rock you (in der deutschen Uraufführung), Evita oder Ludwig2.

Nach ihrem Engagement als Kaiserin Elisabeth in „Ludwig 2“ im Festspielhaus Füssen,  spielte Misha ab November 2019 die Päpstin Johanna in „Die Päpstin“.

Misha begeisterte auch als Frontsängerin bei der Girlgroup T.KAY.OH., war mit der US-Rapperin Lumidee auf Tour, spielte im ZDF Krimi „Schimanski“ mit Götz George, sang bei der „ZDF Silvestergala“ am Brandenburger Tor und bei der „Miss Earth Wahl“ vor 200 Millionen TV Zusehern. Außerdem performte Misha mit Queen und Cast WWRY im Rhein Energie Stadion in Köln bei der Tour Queen & Paul Rodgers.

2015 veröffentlichte sie die Single „You can’t bring me down“ und 2016 folgte ihr erster deutschsprachiger Titel „Kann das Liebe sein“ (Produzent: Gary Lux), der Platz 2 der deutschen iTunes Schlager Charts erreichte. Mit der Club Single „Cry“ schaffte es Misha gemeinsam mit dem DJ Duo Dirty Impact auf Platz 1 der DJ Charts Österreich. Im Sommer 2018 erschien die Single „Hey Hey Süßer“  (iTunes Schlager Charts Österreich Platz 5) und 2019 war Misha mit „Abschiedsküsse schmecken bitter“ (Produzent: Hannes Marold) erfolgreich.

2022 und 2023 stand Misha Kovar u.a. als Solistin in THIS IS THE GREATEST SHOW (Sound of Music), als Kaiserin Elisabeth in LUDWIG² im Festspielhaus Neuschwanstein (Füssen), als Johanna in DIE PÄPSTIN im Festspielhaus Neuschwanstein und im Deutschen Theater München, als Eileen in WONDERFUL TOWN in Schwäbisch Gmünd und als Emmy Berg in ZEPPELIN MUSICAL, als Kaiserin Elisabeth im Fantasy-Musical DREAM KING – LEBE DEINEN TRAUM und als Engel in VOM GEIST DER WEIHNACHT im Festspielhaus Neuschwanstein auf der Bühne.

2024 ist Misha als Pamina in der Welturaufführung von ZAUBERFLÖTE – DAS MUSICAL im Deutschen Theater München zu erleben.

Misha Kovar - Credits: Oliver Topf

Misha Kovar – Credits: Oliver Topf

Das Interview wurde im Oktober 2019 geführt.

War es immer dein Ziel auf der Bühne zu stehen oder hattet du einen anderen Berufswunsch?

Es gab für mich nur die Musik. Musik war mein ein und alles. Ich habe schon von klein auf immer und überall gesungen und geschauspielert. Dass ich diese Leidenschaft zum Beruf machen kann war für mich anfangs gar nicht greifbar.

Du hast 1998 deine Ausbildung am Konservatorium der Stadt Wien abgeschlossen. Was nimmst du aus deiner Ausbildung mit und was waren für dich die größten Herausforderungen in deiner ersten Zeit als Darstellerin?

In meiner Ausbildung habe ich das Handwerk eines Darstellers gelernt. In der ersten Zeit gab es eigentlich keine Herausforderung – es war eher eine andauernde Euphorie. Die einzige Herausforderung daran war vielleicht zu begreifen, dass das alles wahr ist und kein Traum! 🙂

Wie ist es so in Rollen zu schlüpfen? Wie viel Misha steckt in jeder Rolle?

Als Schauspieler verleiht man der Rolle seinen Körper und seine Gefühle. Das sind dann natürlich Gefühle wie sie Misha ausdrücken würde. Trotzdem muss man da unterscheiden. Nur weil z.B. eine Liebesszene richtig überzeugend gespielt auf der Bühne ist, heisst es nicht, dass das echt ist. Ja, diese Gefühle werden dann von den Darstellern erzeugt, aber haben dann nichts mit dem Gegenüber auf der Bühne zu tun!

Du hast gleich nach deiner Musicalausbildung am Konservatorium der Stadt Wien die Rolle der Sarah „Tanz der Vampire“ gespielt. „Tanz der Vampire“ ist ein Musical, das viele Menschen zu tiefst fasziniert. Welche Faszination hat dieses Musical oder mögen Menschen einfach Vampire so gerne?

Ganz ehrlich – ich weiss es nicht! 🙂 Tanz der Vampire wird für mich immer etwas ganz besonderes bleiben. Es war mein erstes Engagement – und dann gleich die Hauptrolle zu spielen war für mich der Wahnsinn. Zusätzlich hatte ich damals die Ehre mit Steve Barton als Krolock zu spielen. Es war einfach unbeschreiblich.

Du bist 2019 als Kaiserin Elisabeth in „Ludwig 2“ und als Päpstin Johanna in „Die Päpstin“ auf der Bühne – zwei historische Figuren. Magst du historische Geschichten oder einfach nur Zufall?

Das ist eine interessante Frage! Naja ich habe schon sehr viele Rollen gespielt … und die einzigen, die es in der Geschichte gab sind tatsächlich Evita, Elisabeth und Johanna. Obwohl es ja fraglich ist ob es Johanna wirklich gegeben hat. Ich persönlich kann es mir schon sehr gut vorstellen – aber das ist nur Zufall.

Welche Rollen würden dich zukünftig besonders interessieren und warum?

Es gibt natürlich Rollen für die mein Interesse größer ist als für andere. Aber direkt eine konkrete Rolle, die ich unbedingt spielen möchte, gibt es nicht! Ich lasse mich überraschen was da noch kommt! 🙂

Was würdest du jemanden raten, der Musicaldarsteller/-in werden möchte? Eine gute Entscheidung oder lieber nochmals durchdenken?

Prinzipiell ist das Musikbusiness kein Zuckerschlecken. Wenn ich so zurückdenke an das was ich schon erlebt habe ob im Musical, mit dem Major Plattenvertrag in den USA oder als freiberuflicher Künstler! ABER liebe Leute die ihr unbedingt singen wollt, weil eurer Herz euch dazu treibt: Macht es! Rechnet nicht mit Lob und Erfolg – macht es, weil jede Faser eures Seins danach schreit – dann werdet ihr Erfolg haben und es wird euch erfüllen!

Was braucht man aus deiner Sicht, um im Musicalbusiness erfolgreich zu sein?

Viel Durchhaltevermögen 🙂

Du hast vor ein paar Jahren die Liebe zum Schlager entdeckt. Was fasziniert dich an diesem Genre und wie weit weg ist es vom Musical?

Für mich hat sich der Begriff Schlager in den letzen Jahren sehr verändert. Ich finde ja, dass heutzutage fast alles, das Deutsch im Business ist, Schlager genannt wird! Was ich daran richtig gut finde ist, dass die Texte meistens sehr positiv sind. Das ist auch das, was ich hinaustragen möchte.

Was möchtest du in 10 Jahren gerne machen? Bist du dann noch auf der Bühne oder machst du vielleicht einen komplett anderen Job?

Ich bin ein absoluter Bühnenmensch. Ein Leben ohne Musik gibt es für mich nicht!

Was hältst du von Social Media? Zwingend notwendig für eine/n Künstler/in?

Social Media ist in unserer Zeit als Künstler ein absolutes Muss.

Wie stehst du generell zum Thema „Vermarktung“ deiner Person? Wie wichtig ist Marketing und Kommunikation für dich als Künstlerin?

Die Welt ist durch das Internet so zusammengewachsen. Es gibt unglaublich Angebot an Musik. Wie soll man denn gehört werden, wenn Niemand weiss was man tut.

Wie wichtig sind „Fans“ im Musicalbusiness und wie sind deine bisherigen Erfahrungen mit Fans?

Fans sind das A & O im Business. Egal ob im Musical oder Schlager! Ich habe bisher immer sehr gute Erfahrungen mit Fans gemacht und freue mich immer, wenn Menschen sich nach einer Show mit mir unterhalten und Autogramme haben wollen. Das zeigt mir, dass die Leute mögen was ich auf der Bühne mache! Eine schöne Bestätigung …

Warst du früher auch mal Fan von einer/m Musicaldarsteller/-in?

Ich selbst war nie ein Fan von irgendwas oder irgendwem. Es gibt und gab aber natürlich auch für mich Sänger oder Sängerinnen die ich besonders gut finde!

WIR MUSICAL-FANS sagen „Danke für das Gespräch“.

Mehr zu Misha Kovar auf Facebook und Instagram.

Misha Kovar - Credits: Oliver Topf

Misha Kovar – Credits: Oliver Topf

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Wir Musical-Fans haben der Musicaldarstellerin Judith Caspari ein paar Fragen gestellt.

Judith Caspari wurde in Kassel geboren und schloss die Folkwang Universität der Künste in Essen ab.

Nach ihrem Engagement im Jungen Ensemble des Musiktheaters im Revier Gelsenkirchen, wo sie u.a. in ANATEVKA und der ZAUBERFLÖTE zu sehen war, stand Judith in THE SOUND OF MUSIC und WEST SIDE STORY am Staatstheater Kassel auf der Bühne.

Nach ihrer Titelrolle in der Deutschlandpremiere von ANASTASIA im Stage Palladium Theater in Stuttgart „übersiedelte“ sie anschließend bis März 2020 zu CIRQUE DU SOLEIL PARAMOUR in der Neuen Flora in Hamburg. Bis August 2022 war Judith als Glinda und Nessarose in WICKED am Stage Theater Neue Flora zu sehen.

Seit März 2024 steht Judith Caspari im Stage Palladium Theater in Stuttgart als Jane im Disney Musical TARZAN auf der Bühne.Tarzan auf der Bühne.

Das Interview mit Judith Caspari wurde im Dezember 2020 geführt.

War es immer dein Ziel auf der Bühne zu stehen oder hattet du einen anderen Berufswunsch?

Als kleines Kind hatte ich tatsächlich eine Phase, in der ich sagte, ich wolle als Opernsängerin auf einer Bühne stehen. Allerdings damals nur wegen der pompösen Kleider und Kostüme. Singen und Schauspiel hatte ich damals noch nicht für mich entdeckt und dass dieser nicht wirklich ernst gemeinte Wunsch einmal wahr wird, konnte ich zu dieser Zeit nicht ahnen. Ansonsten habe ich neben der Musik zwar viele Interessen und Hobbies, für mich ist aber ganz klar und eindeutig, dass der Beruf der Sängerin und Schauspielerin mein absoluter Traumjob ist und ich mir nichts Anderes vorstellen kann.

Du hast deine Ausbildung an der Folkwang Universität der Künste in Essen abgeschlossen. Was nimmst du aus deiner Ausbildung mit?

Ich habe meinen Bachelor- sowie mein Masterstudium im klassischen Gesang an der Folkwang Uni absolvieren dürfen. Unsere Abteilung war sehr übersichtlich, teilweise gab es pro Jahrgang nur 2 SängerInnen und wir hatten meistens Einzelunterricht. Dieses Studium war ein großes Privileg, hat mir jedoch auch sofort gezeigt, wie einsam dieser Beruf oft sein kann.

Natürlich hatten wir immer liebe KommilitonInnen um uns herum, aber am Ende des Tages ging es immer nur um deine persönliche Leistung deiner Stimme und deines eigenen Erfolgs. Zudem war das Lernen der klassischen Belcanto Technik eine anstrengende, aber großartige Reise. Teilweise dauerte die Erarbeitung einer Arie mehrere Monate, da die technische Arbeitsweise so viel detaillierter, als bei dem Musicalrepertoire ist. Das war faszinierend und kräftezehrend zugleich.

Auch das Singen ohne Mikrofon in großen Theatersälen hat mich für meinen späteren Marathon, in den ich so spontan bei Anastasia reingeworfen wurde, sehr gestärkt und ich denke, dass ich sehr viel Gesangstechnik auf den Musicalgesang übertragen kann.

Judith Caspari - Credits - Cina Uicker

Judith Caspari – Credits – Cina Uicker

Was waren für dich die größten Herausforderungen in deiner ersten Zeit als Darstellerin?

Wie schon erwähnt, ist man in dem Beruf als Bühnendarstellerin am Ende des Tages immer auf sich allein gestellt. Da fiel es mir besonders zu Beginn meines Jobs schwer, mir selbst und meinem Talent zu vertrauen und sicher zu sein, dass ich meinen Job gut mache.

Ich bin meistens meine größte Kritikerin und arbeite noch immer intensiv daran, mich selbst zu loben und geduldig mit mir zu sein, besonders in diesen schwierigen Zeiten …

Was würdest du jemanden raten, der Musicaldarsteller/-in werden möchte? Eine gute Entscheidung oder lieber nochmals durchdenken?

Grundsätzlich ist es ein sehr besonderer und intensiver Beruf.

Wenn du die Entscheidung triffst, musst du dazu bereit sein, dein komplettes Leben dem Beruf auszurichten und für deinen Traum zu leben. Oft hört sich dieser Beruf glamouröser an als er ist, denn der Job bedeutet extreme Disziplin, Durchhaltevermögen, Selbstbewusstsein und bedingungslose Liebe für die Bühne.

Wenn diese Eigenschaften nicht gegeben sind, wird es sehr schwierig den Sprung auf die Bühne zu schaffen.

Andererseits denke ich, dass dieser Beruf für manche Menschen vorherbestimmt wurde und man sich trotz eventueller Zweifel trauen muss, es einfach wagen. Wenn es nicht klappen sollte, gibt es immer einen anderen Weg.

Was braucht man aus deiner Sicht, um im Musicalbusiness erfolgreich zu sein?

So pauschal lässt es sich glaube ich gar nicht sagen. Ein sehr wichtiger Aspekt für mich persönlich ist auf jeden Fall ein gewisses Maß an Authenzität. Ich glaube, dass sich Menschen nach Herzlichkeit und ehrlichen Menschen sehnen und sich somit mit den Figuren auf der Musicalbühne identifizieren und wiederfinden können.

Wie ist es so in Rollen zu schlüpfen? Wie viel Judith steckt in jeder Rolle?

Beruflich in verschiedene Rollen schlüpfen zu dürfen, sich zu verwandeln und sich psychologisch in die unterschiedlichsten Szenarien einfühlen zu dürfen ist für mich das größte Geschenk und der Grund, warum ich meinen Job so sehr liebe. Ich versuche grundsätzlich immer so viel „Judith“ wie möglich in die Rolle zu bringen, da so die Person auf der Bühne einzigartig und lebendig wird. Besonders während der intensiven Anastasia-Zeit, konnte ich Woche für Woche merken, wie sehr Judith und Anya zusammengeschmolzen sind und einen Charakter ergeben haben.

Im Dezember letzten Jahres durfte ich zumindest ein paar Wochen in die Rolle der Nathalie in „Next to Normal“ schlüpfen. Dieses Musical ist ein sehr emotionales und tragisches Stück über Bipolarität und das Zerbrechen einer Familie. In dieser Arbeit musste ich zum ersten mal in meiner bisherigen Karriere darauf achten, mich von der Rolle, sowie von den dort ausgelebten Emotionen zu distanzieren, da ich gemerkt habe, dass die Rolle zwar sehr nah an einigen meiner privaten Erfahrungen angelehnt ist, es in diesem Fall aber zu schmerzhaft wäre, die Rolle zu nah an sich heran zu lassen. Dies ist oft ein schwieriger und schmaler Grad, den man sich als DarstellerIn jedes Mal aufs Neue erarbeiten muss.

Judith Caspari - Credits - Nils Klinge

Judith Caspari – Credits – Nils Klinge

Du hast ja Operngesang studiert, warst als Papagena in der ZAUBERFLÖTE auf der Bühne und bist jetzt vor allem in Musicals zu sehen. Auf welches Genre möchtest du zukünftig deinen Fokus setzen? Musical, Oper oder doch beides?

Das ist schwer zu sagen. Tendenziell schlägt mein Herz momentan etwas mehr für Musicals.

Das schnelllebige Leben, von Engagement zu Engagement, die aufregende Welt bei „Stage Entertainment“ und die wundervolle Fanbase, die mir Tag für Tag zur Seite steht ist einfach wundervoll und bestärkt mich gerade sehr, in meinem bisherigen Weg. Doch auch zu einer Opernproduktion würde ich nicht nein sagen.

Allerdings würde es mich dabei reizen, eine etwas neuere und modernere Form von Oper zu finden.

Mich hat es oft sehr gestört, dass ich mich so sehr darauf konzentrieren musste, dass meine Stimme unverstärkt gut über das Orchester kommt, dass ich mich nie wirklich frei gefühlt habe.

Eine moderne Oper, eventuell mit Mikrofonierung, in der man verrückte Dinge spielen und singen muss, das würde mich sehr interessieren.

Welche Rollen würden dich zukünftig besonders interessieren und warum?

So genau möchte ich mich mit meinen Wünschen nicht festlegen. Es kommt immer anders als man denkt und Situationen, oder Rollen, die man nicht erwartet und vom Schicksal geschenkt wurden, sind oft viel besser, als konkrete Vorstellungen. Ich lasse mich überraschen, bin für Alles offen und hoffe, dass ich noch lange auf der Bühne stehen darf. Trotzdem wünsche ich mir jedoch interessante und starke Frauenrollen.

Was hältst du von Social Media? Zwingend notwendig für eine/n Künstler/in?

Meiner Ansicht nach ist Social Media ein Fluch und Segen zugleich. Mir macht es sehr viel Spaß meinen Fans und UnterstützerInnen durch Instagram sehr nah zu sein und sie mit Songs, Stories und Bildern zu versorgen. Das ist etwas ganz Tolles, was mir besonders in der Zeit der Pandemie sehr hilft und das Gefühl gibt, dass wir noch alle miteinander verbunden sind und unsere Liebe für das Theater und die Musik miteinander teilen können.

Andererseits ist es oft auch ein sehr oberflächliches Medium. Der Kampf um mehr Follower, das schönste Bild, den skurrilsten Filter … das finde ich albern und übt auf uns alle gegenseitig Druck aus, immer schöner, fleißiger und toller als die andere Person zu sein. Davon versuche ich mich zwar zu distanzieren, aber das klappt natürlich nicht immer.

Judith Caspari - Credits - Julian Freyberg

Judith Caspari – Credits – Julian Freyberg

Wie stehst du generell zum Thema „Vermarktung“ deiner Person? Wie wichtig ist Marketing und Kommunikation für dich als Musicaldarstellerin?

Die „Vermarktung“ meiner Person ist extrem wichtig. Vor ca. 2 Jahren hätte ich es albern gefunden, mit einer Fotografin einen „Fine Art Photography“ Kalender mit meinem Gesicht darauf rauszubringen. Heute feiere ich die Idee, die Menschen freuen sich und wir konnten mehrere hundert Euro Spenden für ein Kinderhospiz sammeln. Ich bin mittlerweile sehr stolz auf mich und meine Karriere. Und das möchte ich auch in die Welt tragen, dass wir alle stolz auf uns sein können und uns nicht verstecken sollten.

Wie wichtig sind „Fans“ im Musicalbusiness und wie sind deine bisherigen Erfahrungen mit Fans?

Bis jetzt habe ich so viele wundervolle Geschichten und Momente mit Musicalfans erleben dürfen. Am schönsten ist es für mich, wenn ich mitbekomme, dass ich durch meinen Gesang oder meine Darstellung Menschen berühren konnte und sie glücklich machen konnte. Das ist ein wundervolles Geschenk, wofür ich so unfassbar dankbar bin.

Warst du früher auch mal Fan von einer/m Musicaldarsteller/-in?

Ehrlich gesagt, habe ich die Welt des Musicals erst so richtig ab meiner Zeit bei Anastasia kennen gelernt. Ich habe zwar einige Musicals in Stadttheatern, oder am Westend und Broadway gesehen, aber war noch kein wirklicher Fan. Das kam alles erst in den letzten Jahren dazu.

Du machst ja regelmäßig Yoga. Ist dies deine primäre „Entspannungsquelle“ oder gibt ́s auch andere Beschäftigungen und Hobbies, die dir für deine Gesundheit und Entspannung wichtig sind?

Seit einigen Monaten gehe ich jeden Abend ein paar Kilometer joggen. Ich liebe es, durch die dunkle, leere Stadt zu laufen, dabei gute Musik zu hören und fühle mich seitdem viel fitter und vitaler.

Da wir momentan so viel zu Hause bleiben müssen, versuche ich das zudem sehr mit langen Spaziergängen auszugleichen, denn schon nach ein paar Minuten an der frischen Luft sieht die Welt doch gleich immer ein bisschen besser aus 🙂

Hörst du privat auch gerne Musicals oder gibt ́s da andere Musikstile, die dir gefallen?

Ich höre wirklich viele verschiedene Musikstile, von Musical über Klassik, bis hin zu elektronischer Musik. Da kommt es für mich nicht wirklich auf einen bestimmten Stil an, sonders eher auf das Gefühl, was der Song übermittelt.

Und welcher Song ist dein Lieblingssong?

Aktuell liebe ich den Song „I`ll be seeing you“ von Billy Holiday. Der Song ist so nostalgisch und schön. Ich liebe es den Song zu hören, während ich mit meinem Fahrrad durch das wunderschöne Hamburg fahre und die ersten Frühlings- Sonnenstrahlen durch die Bäume scheinen.

Hast du einen Lieblingsfilm oder gibt ́s mehrere Filme oder Genres, die du besonders magst?

Auch in diesem Bereich bin ich sehr offen und es kommt mir darauf an, wie interessant die Story oder die DarstellerInnen des Filmes sind.

Mich hat der Thriller „Joker“ sehr fasziniert, oder auch der Film „Victoria“, der von einem Bankraub berichtet und in einer einzigen Sequenz gefilmt wurde.

Ein ganz anderer Film, der mich sehr berührt hat im letzten Jahr und den ich wirklich wundervoll finde, ist der Disney Film „Coco“. Da musste ich vor Rührung sehr Weinen …

Was ist dein Lebensmotto und warum?

Mein Lebensmotto wechselt oft, aber vor einigen Wochen habe ich diesen Satz von Mark Twain entdeckt: „Das Leben ist kurz, brich die Regeln, vergib schnell, liebe wahrhaftig, lach unkontrolliert und bereue nichts, was dir ein Lächeln geschenkt hat.“

In der heutigen Zeit sind wir oft zu kontrolliert und nachdenklich, daran versuche ich gerade sehr intensiv zu arbeiten und mein Leben trotz aller Hürden und Schwierigkeiten mit einer Leichtigkeit und Leidenschaft zu leben. Deshalb habe ich mir sehr in dieses Zitat verliebt und wünsche dies uns allen von ganzem Herzen.

„Wir Musical-Fans“ sagen „Danke fürs Gespräch“.

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Judith Caspari - Credits - Andi Atherton

Judith Caspari – Credits – Andi Atherton

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Wir Musical-Fan haben der Musicaldarstellerin Dawn Bullock ein paar Fragen gestellt.

Dawn Bullock wurde in den Niederlanden geboren und nahm während ihrem MA Studium der englischen Sprache und Kultur an der Reichsuniversität Groningen und ihrer Tätigkeit als Englischlehrerin an einer Fachhochschule auch Gesangs-, Tanz- und Schauspielunterricht.

In ihrer bisherigen Bühnenlaufbahn war sie u.a. als “Rebecca” in TANZ DER VAMPIRE (Ronacher Wien (VBW) und Theater des Westens), SISTER ACT (Landestheater Linz), THE YOUNG MATTHEW PASSION und A LITTLE NIGHT MUSIC zu sehen. Außerdem spielte sie Mrs. Eisenberg in der englischsprachigen Webserie North.

Zusätzlich zu ihrer Tätigkeit als Darstellerin, führt Dawn auch Regie – u.a. THE PICTURE OF DORIAN GRAY, FRANKENSTEIN und THE DEEP BLUE SEA.

Zuletzt stand Dawn als “Rebecca” in TANZ DER VAMPIRE im Stage Palladium Theater Stuttgart auf der Bühne.

Das Interview wurde im Mai 2021 geführt.

War es immer dein Ziel auf der Bühne zu stehen oder hattet du einen anderen Berufswunsch?

Schon als Kind war mir klar, dass ich genau wie meine Eltern etwas in der Kunst machen wollte. Meine Eltern hatten eine Tanzschule. Meine Mutter war Balletttänzerin und mein Vater unterrichtete Gesellschaftstanz. Ich war die einzige, die sang. Ich wollte immer in diese Richtung gehen. Eigentlich gab es keinen Zweifel: vor der Kamera oder hinter der Kamera, auf der Bühne oder hinter den Kulissen – ich wollte unbedingt mit Kunst beschäftigt sein.

Du hast ein MA Studium der englischen Sprache und Kultur und zusätzlich auch Gesangs-, Tanz- und Schauspielunterricht genommen. Was nimmst du aus deinen Ausbildungen mit?

Ich bin sowohl Englischlehrer als auch Künstlerin. Ich denke beides ist nicht so weit voneinander entfernt.

Während meines Studiums standen Theater und Literatur im Mittelpunkt und ich lernte die Themen aus Stücken zu extrahieren und Charaktere aus akademischer Sicht zu analysieren. Als Lehrer steht man jeden Tag vor der Klasse und „spielt eine Rolle“, diesmal von sich selber heraus. Ein Lehrer ist ein Entertainer und bringt den Studenten auch etwas bei. Außerdem bin ich als Lehrerin auch Pädagogin und so gehe ich auch mit den Rollen um, die ich spiele: mit Empathie und Liebe.

Das habe ich auch im Theaterunterricht gelernt: ich sollte meine Rollen nicht beurteilen, sondern mit Empathie und Verständnis auf sie zugehen. Schließlich muss ich sie spielen und verstehen, warum sie das tun, was sie tun. Auch wenn es vielleicht ein weniger netter Charakter ist.

Dawn Bullock - Credits: Isabell Schatz

Dawn Bullock – Credits: Isabell Schatz

Was waren für dich die größten Herausforderungen in deiner ersten Zeit als Darstellerin?

Ich musste wirklich viel Unsicherheit überwinden. Ich hatte keine offizielle Ausbildung zur „Musikkünstlerin“ und als ich mit Größen wie z.B. Drew Sarich und Mark Seibert auf einen Schlag auf der Bühne stand, musste ich mich mit der Unsicherheit auseinandersetzen.

Das Kreativteam hat etwas in mir gesehen, aber am Anfang dachte ich immer: „Bin ich wirklich gut genug?“

Ich erhielt jedoch viel Unterstützung von Kollegen und selbst erfahrene DarstellerInnen haben mir gesagt, dass sie dies auch fühlen. Dadurch habe ich viel Kraft gewonnen. Ich hatte sicherlich das Gefühl, mich entwickeln zu können und unterstützt zu sein.

Was braucht man aus deiner Sicht, um im Musicalbusiness erfolgreich zu sein?

Man muss beide Füße auf dem Boden halten und man selbst bleiben. Es ist wichtig, gut mit Feedback und Kritik umzugehen und bereit zu sein, sich als Künstler und als Person weiterzuentwickeln.

Wie ist es so in Rollen zu schlüpfen? Wie viel Dawn steckt in jeder Rolle?

Ich versuche in allen Rollen etwas von mir zu finden. Bis jetzt wurde ich auch in Rollen besetzt, die mir als Person gut passen. Ich habe mich immer etwas sanfter an Rebecca in TANZ DER VAMPIRE gewandt. Am interessantesten fand ich den Moment, als sie ihren Mann verlor. Bis dahin war sie hauptsächlich eine lustige Karikatur. Plötzlich sehen wir etwas sehr Menschliches in ihr: rohen Kummer. Leider musste ich in meinem Leben viel verlieren und habe das mitgenommen, um diese Rolle richtig zu erfüllen. Es war mir wichtig, dass Rebecca nicht nur als etwas Lustiges und Absurdes angesehen wurde, sondern als eine Person voll Emotionen, wie Neid, Liebe und Trauer.

TANZ DER VAMPIRE ist ja ein Musical, das viele Menschen zu tiefst fasziniert. Welche Faszination hat dieses Musical aus deiner Sicht oder mögen Menschen einfach Vampire so gerne?

Es scheint mir eine Kombination aus Musik, Kostümen, Make-up, Beleuchtung, Dekor und Geschichte zu sein. Man kann sich in dieser Welt gut „verlieren“. Jim Steinmans Musik ist natürlich einfach wahnsinnig gut und bleibt im Kopf. Darüber hinaus hat das Stück Rollen, die faszinieren. Ich denke nicht nur die Vampire, sondern auch Sarah, Alfred, Professor Abronsius, Chagal usw. Vampire sind zeitlos. Ich mag auch selbst Vampire. Ich liebe Bram Stoker‘s Dracula, habe Buffy, the Vampire Slayer und die Bücher von Anne Rice immer geliebt. Es hat etwas Romantisches gemischt mit Gefahr. Das ist sexy. Das ziehst an.

Welche Rollen würden dich zukünftig besonders interessieren und warum?

Auf jeden Fall Becky in Waitress. Ich bin ein großer Fan von Sara Bareilles und das Musical besteht aus so vielen erkennbaren Themen. Becky in Waitress ist wirklich eine riesige Bucket-List-Rolle. Ich würde auch gerne Jenna spielen, aber ich bin körperlich nicht der Typ dafür, haha.

Die Rolle der Frau Wolf in Elisabeth würde ich gerne spielen: Ich finde die Musik und die Geschichte von Elisabeth unglaublich gut.  Und dann noch die Gräfin Larisch in Rudolf: Affaire Mayerling scheint für mich fantastisch. Ich mag mütterliche Rollen, die Emotionen enthalten. Außerdem würde ich wirklich gerne eine schreckliche Bösewichtin spielen, wie Ursula in Arielle, die Meerjungfrau.

Und ganz ehrlich: Als übergroße Frau halte ich es für wichtig, dass die Menschen uns auch als wertvolle und vollständige Frauen sehen, die auch Romantik und Leidenschaft haben können. Warum kann eine dicke Frau nicht eine leidenschaftlichen Beziehung haben? Es gibt kein Musical davon, aber ich würde gerne die Rolle von Helen in Neil LaBute‘s Fat Pig spielen. Darüber hinaus werden Fatphobie und die hohen Schönheitsideale, die Frauen erfüllen müssen, angeprangert.

Dawn Bullock - Credits: Erik Bolding Fotografie

Dawn Bullock – Credits: Erik Bolding Fotografie

Was hältst du von Social Media? Zwingend notwendig für eine/n Künstler/in?

Na eigentlich ja. Heute ist es sicherlich wichtig. Ich habe eine Hassliebe zu Social Media. Ich denke, es nimmt unnötig viel Zeit in Anspruch und wenn ich nichts etwas Besonderes zu sagen habe, dann finde ich es auch schwierig etwas zu posten.

Es bringt aber Kollegen und der Kunstwelt in Verbindung. Als Künstler tritt man ein bisschen in den Hintergrund, wenn man sich nicht so viel mit Social Media beschäftigt und das ist auch nicht gut. Ich finde es jedoch sehr wichtig, man selbst zu bleiben und ich lege ganz ehrlich weniger Wert auf soziale Medien als private Person. Darin muss ich noch eine Balance finden.

Es ist sicherlich auch eine gute Plattform, um über Dinge zu sprechen, die ich für wichtig halte, wie z. B. Körperpositivität und Mindfulness.

Ich unterrichte Englisch an Kommunikationsstudenten, die alles über Personal Branding wissen, deshalb sollte ich mich ein bisschen mehr darauf konzentrieren. Früher war es weniger wichtig, aber jetzt leben wir in einer Gemeinschaft, in der es sicher wichtig ist.

Es werden auch ständig neue soziale Medien entwickelt, wie TikTok. Manchmal fällt es mir schwer, Schritt zu halten.

Wie stehst du generell zum Thema „Vermarktung“ deiner Person? Wie wichtig ist Marketing und Kommunikation für dich?

Das ist eine knifflige Frage. Ich denke, dass es in meiner Arbeit als Künstlerin wichtig ist. Ich finde es aber weniger wichtig als „Dawn“. Ich bin ein extrovertierter Introvertierter und als Person suche ich nicht wirklich Aufmerksamkeit, aber als Künstler möchte ich das schon – immerhin lebe ich davon. Als Künstlerin ist es wichtig, viel im kommerziellen Auge zu sein und sich selbst zu vermarkten. Wie ich gerade angedeutet habe, liegt die Kunst darin, diese beiden Dinge in Einklang zu bringen.

Wie wichtig sind „Fans“ im Musicalbusiness und wie sind deine bisherigen Erfahrungen mit Fans?

Wenn wir keine Fans hätten, könnte eine Show wie „Tanz der Vampire“ nicht überleben. Fans sind für dieses Geschäft extrem wichtig. Ich habe hauptsächlich sehr angenehme Erfahrungen mit Fans. Die meisten sind sehr nett, respektvoll und rücksichtsvoll. Ich fand es etwas ganz Besonderes, wie engagiert Fans sind. Das war auch der Grund, warum ich es für wichtig hielt, den kleinen Ruhm zu nutzen, den ich hatte, um Dinge wie Körperpositivität aufzudecken. Es spricht so viele Fans an und sie halten es für wichtig, darüber mit mir und einander sprechen zu können. Auf diese Weise können sich Personen wieder verbinden. Ich finde das sehr schön.

Hörst du privat auch gerne Musicals oder gibt´s da andere Musikstile, die dir gefallen?

Ich bin mit Sicherheit ein Musical Fan. So habe ich natürlich angefangen. Ich liebe aber auch Rock und Metal, Jazz, Pop, Blues, Klassik. Ich muss sagen, dass ich beim Spielen einer Show auch gerne eine Weile keine Musik um mich habe. Ich genieße auch die Stille.

Und welcher Song ist dein Lieblingssong?

Ach je. Ich kann keinen auswählen. Ich höre viel Sara Bareilles und ich liebe viele ihrer Songs. Ich würde gerne ein Konzert nur mit Sara Bareilles Songs machen. Gerade liebe ich „A Safe Place To Land“, aber „She Used To Be Mine“ ist noch immer das Lied meines Leben. Ich höre sehr gerne melancholische Musik mit durchdringenden Texten.

Dawn Bullock - Credits: Erik Bolding Fotografie

Dawn Bullock – Credits: Erik Bolding Fotografie

Hast du einen Lieblingsfilm oder gibt´s mehrere Filme oder Genres, die du besonders magst?

Ich bin ein Star Wars und ein Herr der Ringe Nerd. Ich liebe wirklich nur die ursprüngliche Star Wars-Trilogie und ich mochte auch die Hobbit-Filme nicht.

Ich bin ein echter Cinephile und ich liebe viele Genres und schaue gerne etwas tiefer: Geschichte, Musik, Regie, Schauspiel usw. Es ist nicht immer schön mit mir ins Kino zu gehen, weil ich immer Kritik habe, haha. Ich liebe Horror und klassischen Horror, wie The Exorcist und Psycho. Und ich schaue gerne Fernsehserien wie Penny Dreadful und The Haunting of Hill House.

Was ist dein Lebensmotto und warum?

„The measure of love is to love without measure“ (das Maß der Liebe ist, ohne Maß zu lieben).

Vielleicht bin ich zu idealistisch, aber ich glaube nicht, dass Liebe mit einer Liste von Bedingungen existieren kann, die jemand erfüllen muss. Man kann Grenzen haben, aber Liebe ist bedingungslos.

Welche Frage möchtest du dir gerne noch stellen?

Was sind die größten Dinge im Leben, die ich heute gelernt habe?

Der Wir Musical-Fans – Wordrap

  • Hund oder Katze: Beides
  • Urlaub am Berg oder am Meer: Am Berg
  • Facebook oder Instagram: Instagram
  • Tag oder Nacht: Nacht
  • Modetrends oder eigener Style: eigener Style
  • Schwarz oder weiß: Schwarz
  • Fantasyfilm oder Komödie: Fantasy
  • Buch oder Zeitung: Buch
  • Kraftsport oder Ausdauertraining: Kraftsport
  • WhatsApp oder Signal: WhatsApp, was ist Signal?
  • Wirtschaft oder Politik: Wirtschaft
  • Tee oder Kaffee: Kaffee!!!
  • Meine wertvollste Erfahrung in meinem Leben war: Eine Verbindung mit einer sehr wertvollen Person in meinem Leben. Keine andere Erfahrung kann damit mithalten.
  • Mein bestes unnützes Talent: Nach einigem Training kann ich verschiedene Akzente / Dialekte auf Englisch recht gut imitieren.
  • Diese Eigenschaften sind mir bei anderen Menschen wichtig: Empathie.
  • Energie tanke ich durch: Quality Time mit meinen Lieben verbringen
  • Zum Frühstück esse ich gerne: Pochierte Eier & Avocado mit Sriracha auf Toast
  • Meine Lieblingsfächer in der Schule: Musik und Englisch
  • Im Kühlschrank habe ich immer: Milch. Ich liebe Milch.
  • Lernen möchte ich noch: Französisch
  • Wenn ich 10 Mio Euro im Lotto gewinne, würde ich: Ich würde zuerst alle meine Schulden abbezahlen. Dann würde ich das meiste davon meinen Liebsten geben, um ihnen das Leben zu erleichtern. Dann würde ich einen Teil für gute Zwecke spenden. Ich würde auch ein wenig investieren, damit ich etwas für die Zukunft habe. Und den Rest würde ich auf ein Sparkonto legen.
  • Meine 3 Lieblingsmarken sind: Tim Hortons (Kanadische Kaffeegesellschaft), Starbucks, Chanel (No. 5).
  • Dafür lohnt es sich zu kämpfen: Liebe. Ich weiß, es ist ein Cliché, aber für mich sicher wahr.
  • Das größte Abenteuer meines Lebens: Tanz der Vampire in Wien.
  • Das möchte ich noch erreichen: Eine Familie mit meinen Lieben zu sein, die sehr weit weg wohnen und mit denen ich im Moment nicht zusammen sein kann.
  • Erfolg ist für mich: Wenn meine Lieben und ich zufrieden sind.

Wir Musical-Fans sagen „Danke fürs Gespräch“.

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Dawn Bullock - Credits: Isabell Schatz

Dawn Bullock – Credits: Isabell Schatz

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Wir Musical-Fans haben der jungen Musicaldarstellerin Helena Lenn ein paar Fragen gestellt.

Helena Lenn stammt ursprünglich aus dem Frankfurter Raum und zog für ihr Musicalstudium nach Wien.

Dort wirkte sie in den deutschsprachigen Erstaufführungen von „First Date“ und „The Trail To Oregon“ mit. Am Vienna’s English Theater stand sie als Rose in „Dogfight“ auf der Bühne, wofür sie den goldenen Papageno Award erhielt und spiele dort auch schon die Tochter Natalie in „Next To Normal“. Beim Verein BROADWAY ENTERTAINMENT war sie in Produktionen wie „Dracula“ (Lucy), „Shrek“ (Drache) und zuletzt als Hedda Hopper in „Chaplin“ zu sehen.

Bei „Big Fish“ war sie als Sandra Tempelton und bei „Green Day’s American Idiot“ als „Heather“ auf der Deutschlandtournee mit dabei dabei.

Im Sommer 2019 stand Helena als Magenta in der „Rocky Horror Show“ und als Teil des Ensembles von „Shakespeare In Love“ bei den Clingenburg Festspielen auf der Bühne.

Als Solistin war sie bei Konzerttouren und mit ihrer Gruppe“ Two and a half Lenns“ unterwegs.

Weiters war Helena u.a. zu sehen als Mitzi in der Tour von Bibi & Tina – die verhexte Hitparade durch Deutschland, Österreich und die Schweiz auf der Bühne, als Tabaqui im Dschungelbuch und als Schwester Mary Robert in Sister Act bei den Burgfestspielen Bad Vilbel sowie als Perla und Cover von Sandy Checks in der deutschsprachigen Erstaufführung von Spongebob – Das Musical.

In der Spielzeit 2023/24 war sie als Kate Murphy und Marian Thayer in TITANIC am Theater Erfurt und als Crystal in Der kleine Horrorladen am Schauspiel Chemnitz zu erleben.

In FOOTLOOSE – DAS MUSICAL ist sie 2024 in der Rolle der Ariel Moore auf Tour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Das Interview wurde im September 2019 geführt.

War es immer dein Ziel auf der Bühne zu stehen oder hattet du einen anderen Berufswunsch?

Ich hatte mal überlegt eine Ausbildung zum Make-Up Artist zu machen und lieber mehr hinter der Bühne zu arbeiten. Aber etwas mit Theater musste es tatsächlich schon immer sein.

Du machst deine Musicalausbildung am “AMP – International Academy Of Music And Performing Arts Vienna” (ehemals „JAM MUSIC LAB – Private University for Jazz and Popular Music Vienna“). Was nimmst du aus deiner Ausbildung mit?

Ich nehme auf jeden Fall ganz viele wundervolle Momente und Erinnerungen mit. Ich finde dieses Studium ist ein sehr emotionaler Ritt und auch ein „sich selbst kennen lernen“. Ich bin unglaublich dankbar, dass ich tolle Lehrer hatte, die mich dabei unterstützt haben. Außerdem trifft man so viele außergewöhnliche Menschen, die ich heute meine Freunde nennen darf.

Helena Lenn - Credits: Matheo_Radeck

Helena Lenn – Credits: Matheo_Radeck

Was braucht man aus deiner Sicht, um im Musicalbusiness erfolgreich zu sein?

Ich stehe ja noch ziemlich am Anfang meiner Karriere, weshalb ich natürlich noch nicht so viel Erfahrung habe.

Aber mir ist immer sehr wichtig offen für alles zu sein. Man weiß nie, wo sich eine tolle Chance ergeben könnte. Und natürlich darf man niemals aufgeben!

Aller Anfang ist schwer. Und es wird nicht immer alles so laufen, wie man es sich vorgestellt hat.

Aber wenn man weiterarbeitet und an sein Ziel oder seinen Traum glaubt, wird es sich irgendwann auszahlen. Zumindest glaube ich daran!

Wie ist es so in Rollen zu schlüpfen? Wie viel Helena steckt in jeder Rolle?

Neue Persönlichkeiten kennen zu lernen und sich in andere Personen reinzuschlüpfen, liebe ich. Es macht einfach unglaublich Spaß Rollen zu erkunden. Trotzdem denke ich, dass jeder Darsteller seinen persönlichen Touch mitbringt. Gerade das macht ja das Live-Theater so besonders. Es ist nie genau gleich.

Deshalb würde ich sagen, dass ein bisschen Helena in jeder meiner bisherigen Rollen zu erkennen war 😉

Welche Rollen würden dich zukünftig besonders interessieren und warum?

Uh… Ich liebe tatsächlich das Musical „Wicked“. Da würde ich wirklich gerne mal mitwirken. Eine meiner absoluten Traumrollen wäre ‚Jenna’ in „Waitress“!

Du bist aktuell bei „Kangaroo Entertainment“ als Public Relations Managerin & Darstellerin und bei „Broadway Entertainment“ als Make-Up Artist & Darstellerin. Was magst du lieber – die Arbeit vor oder hinter der Bühne? Oder ist der Mix einfach das spannende?

Wie oben erwähnt, hat mich der Beruf des ‚Make-Up-Artist’ schon immer sehr gereizt, weshalb ich sehr glücklich bin, dass ich beim Verein Broadway Entertainment Erfahrung sammeln kann. Auch bei Kangaroo Entertainment durfte ich schon viele Aufgaben übernehmen, die ich normal als Darstellerin nicht hätte.

Der Mix macht definitiv viel Spaß und lässt einen viele Erfahrungen sammeln – und vielleicht auch die Arbeit hinter der Bühne besser verstehen.

Helena Lenn - Credits: Peter Harbauer

Helena Lenn – Credits: Peter Harbauer

Was möchtest du in 10 Jahren gerne machen? Bist du dann noch auf der Bühne oder machst du vielleicht einen komplett anderen Job?

Also, wenn ich es mir aussuchen könnte würde ich gerne weiterhin auf der Bühne stehen.

Was hältst du von Social Media? Zwingend notwendig für eine/n Künstler/in?

Ich denke, dass man heutzutage viele Menschen über Social Media erreichen kann. Zwingend notwendig ist es nicht, aber es hilft natürlich sich selbst etwas zu präsentieren und „der Welt zu zeigen“.

Wie stehst du generell zum Thema „Vermarktung“ deiner Person? Wie wichtig ist Marketing und Kommunikation für dich als Musicaldarstellerin?

Gerade als junge Darstellerin ist es schon wichtig sich ein bisschen online zu präsentieren. Allerdings bin ich da wirklich keine Expertin. Ich nutze Instagram z.B. relativ privat, um einen Einblick in mein Leben zu geben. Ich poste sozusagen das, was mir selbst Spaß macht und gefällt.

Wie wichtig sind „Fans“ im Musicalbusiness und wie sind deine bisherigen Erfahrungen mit Fans?

Ich glaube das gesamte Business lebt von den Fans! Diese tollen Menschen, die zu Shows kommen und uns Darsteller unterstützen. Obwohl ich noch wirklich am Anfang stehe, habe ich schon so unglaublich liebe Worte von mehr oder weniger fremden Menschen gesagt bekommen. Das ist ein wundervolles Gefühl. Das ganze Musical Business ist wohl eine große Familie und die Fans gehören dazu!

Bist du auch Fan von einer/m Musicaldarsteller/-in?

Absolut! Ich bewundere viele Musical Darsteller. Die Amerikanerin Laura Osnes zum Beispiel. Sie ist eine wirklich tolle Darstellerin.

„Wir Musical-Fans“ sagen „Danke fürs Gespräch“.

Mehr zu Helena Lenn auf Facebook und Instagram.

Das Interview wurde im September 2019 geführt.

Helena Lenn - Credits: Matheo_Radeck

Helena Lenn – Credits: Matheo_Radeck

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Wir Musical-Fans haben der Musicaldarstellerin Jessica Trocha ein paar Fragen gestellt.

Jessica Trocha wuchs im Ruhrgebiet auf und sammelte am Theater Marl erste Erfahrungen auf der Bühne.

Sie blieb ihrem Kohlenpott treu und studierte an der Folkwang Universität der Künste Schauspiel, Gesang und Tanz und gastierte während ihres Studiums am Theater Bonn und Theater Dortmund. Dort war sie bereits in der Partie der Graziella in WEST SIDE STORY zu erleben und kehrte in den Spielzeiten 2019/20 und 2020/21 als Nellie in JEKYLL & HYDE auf die Bühne des Opernhauses zurück.

Jessica gewann gemeinsam mit ihrem Kollektiv den Folkwang Preis 2019 für ihre erste Stückentwicklung des Musicals „Wo man Feststeck

Im Sommer 2020 wäre sie bei den Freilichtspielen Tecklenburg in SISTER ACT und DER BESUCH DER ALTEN DAME auf der Bühne gestanden. Leider mussten diese Produktionen Covid-19-bedingt auf 2021 verschoben werden. Die durch die Pandemie entstandene Zwangspause nutze Jessica und drehte ihren ersten Kurzfilm KAMMERJAGD in Kooperation mit der Bauhaus-Universität Weimar.

Das Interview wurde im Oktober 2020 geführt.

War es immer dein Ziel auf der Bühne zu stehen oder hattest du einen anderen Berufswunsch?

Ich kann mich ehrlich gesagt nicht daran erinnern, aber bei meinem letzten Umzug habe ich durch ein altes Freundschaftsbuch aus der Schulzeit geblättert und da wussten damals schon alle, dass ich unbedingt auf die Bühne möchte. Also denke ich ja.

Du hast 2020 deine Musicalausbildung an der Folkwang Universität der Künste in Essen abgeschlossen. Was nimmst du aus dieser Ausbildung mit?

Du kommst an die Uni als junger, orientierungsloser Mensch und wirst geschliffen und poliert und ständig mit dir selbst konfrontiert bis du irgendwann nach vier Jahren glaubst zu wissen, wer du bist. Dann landest du im sogenannten „Draußen“ und beginnst wieder komplett von vorne. Um die Frage also zu beantworten: aus diesem Studium nehme ich mit, das Leben als Prozess zu sehen und keine Angst vor innerlichen und äußerlichen Veränderungen zu haben.

Was waren für dich die größten Herausforderungen in deiner ersten Zeit als Darstellerin?

Meiner Angst und meinen Selbstzweifeln gegenüber zu treten und meinem inneren Schweinehund laut und deutlich „Scheiß drauf, du kannst das!“ zu sagen.

Was würdest du jemanden raten, der Musicaldarsteller/-in werden möchte? Eine gute Entscheidung oder lieber nochmals durchdenken?

Die beste Entscheidung!

Was braucht man aus deiner Sicht, um im Musicalbusiness erfolgreich zu sein?

Ich denke nicht, dass es das eine Erfolgsrezept gibt, vor allem weil jeder Mensch Erfolg individuell definiert. Wenn ich aber daran denke, was mir geholfen hat und hilft, ist es, sich nicht zu sehr einzuschränken, sondern sich in vielfältige Projekte zu stürzen. Was sonst natürlich absolut zum Erfolg dazugehört ist Freundlichkeit gegenüber dem gesamten Kollegium. Niemand arbeitet gerne mit Egomanen zusammen.

Musicaldarsteller vereinen ja den Mix aus Gesang, Schauspiel und Tanz. In welchem dieser drei Bereiche fühlst du dich am wohlsten?

Das wechselt je nach Tagesstimmung.

Du hast bisher nicht nur in Musicals gespielt, sondern warst auch auf der Theaterbühne zu sehen. Bist du trotzdem auf Musical fokussiert oder siehst du dich als Künstlerin mit einem breiten Betätigungsfeld von Musical über Theater bis zu Film/TV, Sprechertätigkeit oder Werbung?

Positionierung ist wichtig und nötig, in allen Lebensbereichen. Aber wohin mich mein künstlerischer Weg führen wird und was ich dann am Ende sein werde, weiß ich nicht. Ich kann mich aber durchaus mit dem Ausdruck Künstlerin identifizieren.

Wie ist es so in Rollen zu schlüpfen? Wie viel Jessica steckt in jeder Rolle?

Ich liebe es, sonst wäre es nicht mein Beruf. Die Welt aus einer anderen Perspektive, aus einer anderen Sicht zu erforschen, zu sehen ist immer aufregend. Ich lerne von jeder Rolle jedes Mal etwas Neues über mich selbst.

Welche Rollen würden dich zukünftig besonders interessieren und warum?

Politische, feministische und lustige Frauenrollen.

Du hast vor deinem Musicalstudium auch Kulturwissenschaft studiert. Was konntest du aus diesem Studium mitnehmen und wie wichtig ist diese Studienerfahrung für deine persönliche und berufliche Entwicklung gewesen?

Also die ehrliche Antwort ist, dass ich beim ersten Vorsprechen an der Folkwang nicht angenommen wurde und mir dann einen Plan B überlegen musste. Deswegen kam ich auf Kulturwissenschaften in Dortmund, weil ich dort Musik- und Wirtschaftswissenschaftskurse belegen konnte. Im Grunde habe ich also Kulturmanagement studiert. Auch wenn mich das wissenschaftliche Arbeiten gelangweilt hat, hat es mich natürlich persönlich weitergebracht.

2019 hast du gemeinsam mit deinem Kollektiv den Folkwangpreis für die Musicalentwicklung „Wo man Feststeckt“ erhalten. Interessiert dich als Musicaldarstellerin denn auch die Arbeit vor bzw. hinter der Bühne oder war die Musicalentwicklung nur ein kleiner Ausflug im Zuge deiner Ausbildung?

Meinen ewigen Antrieb und meine Motivation ziehe ich aus dem Ehrgeiz, einen Teil dazu beizutragen, das Genre „Musical“ positiv mitzugestalten. Und da liegt es nahe, auch wenn ich nicht als Autorin ausgebildet bin, selber Stücke zu schreiben. Mich nervt der alltägliche Sexismus und die Darstellung der Frau, aber auch die Trivialität, mit der das Musicalgenre konfrontiert wird. Ich finde, dass es kein besseres Genre gibt, um Komödie und Drama zu verbinden und sich gleichzeitig politisch zu positionieren.

Du sprichst neben Deutsch, Englisch und Französisch auch muttersprachlich Polnisch – und außerdem Slawisch und Ruhrdeutsch. Hast du deine vielfältigen Sprachkenntnisse auch schon auf der Bühne verwenden können?

Klar!

Was hältst du von Social Media? Zwingend notwendig für eine/n Künstler/in?

Das muss jede und jeder für sich selbst entscheiden. Ich finde es wichtig, aber hinterfrage es auch oft. Letztendlich ist es ein Netzwerk und eine Plattform mit all ihren Sonnen- und Schattenseiten.

Wie stehst du generell zum Thema „Vermarktung“ deiner Person? Wie wichtig ist Marketing und Kommunikation für dich als Musicaldarstellerin?

Na ja, als Selbstständige bin ich meine eigene Firma. Dazu gehört natürlich auch, dass ich mich vermarkten muss, um Jobs zu bekommen oder um zu verhandeln. Du musst deinen Wert kennen und dafür einstehen. Manche suchen sich eine Agentur, die das für dich dann erledigt. Das ist natürlich einfach, kostet aber Geld, was du gerade am Anfang deiner Karriere nicht hast. Ich jedenfalls nicht. Es ist natürlich nicht immer einfach, aber es gehört nun mal dazu.

Wie wichtig sind „Fans“ im Musicalbusiness und wie sind deine bisherigen Erfahrungen mit Fans?

Lustige Frage! Ich weiß nicht genau, worauf die Frage abzielt, aber ich versuche sie mal so zu beantworten: Ich bin ein Bühnenmensch. Ich bin dafür ausgebildet, auf der Bühne zu stehen. Bühne ohne Publikum macht keinen Sinn. Dann würde keine Kommunikation, kein Dialog entstehen. Das Theater braucht also Menschen, so wie Menschen das Theater brauchen. Wenn daraus Fans werden, ist das doch eine schöne Bestätigung für beide Seiten.

Hast du einen Lieblingsfilm oder gibt´s mehrere Filme oder Genres, die du besonders magst?

Keine Filme, ich suchte Serien. Meine absoluten Favoriten sind zurzeit Fleabag, Russion Doll, Stranger Things, Dark, Sex Education, How to Sell Drugs Online (Fast)…

Und welcher Song ist dein Lieblingssong?

Auf Spotify laufen momentan bei mir in Dauerschleife: Watermelon Sugar von Harry Styles und Midnight Sky von Miley Cyrus. Ansonsten liebe ich die 60er und bin ein großer Fan von Nancy Sinatra.

Was ist dein Lebensmotto und warum?

Ich habe kein konkretes, kommt drauf an, was gerade so in meinem Glückskeks steht.

WIR MUSICAL-FANS sagen „Danke für das Gespräch“.

Mehr zu Jessica Trocha auf Instagram.

Jessica Trocha - Porträt - Credits: Felix Rabas

Jessica Trocha – Porträt – Credits: Felix Rabas

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Wir Musical-Fans haben dem deutschen Musicaldarsteller, Sänger und Tänzer Kevin Köhler ein paar Fragen gestellt.

Kevin Köhler absolvierte die Stage School Hamburg und hatte erste Auftritte am Altona-Theater in Hamburg, am Westfälischen Landestheater und spielte am Theater des Westens in Berlin den „Alfred“ in „Tanz der Vampire“. Im Jahr 2008 nahm Kevin an der ZDF-Show „Musical-Showstar 2008“ teil und sicherte sich dabei die Hauptrolle von „Rusty in „Starlight Express“. Danach spielte Kevin u.a. im Theater Neue Flora in Hamburg und im Apollo Theater Stuttgart im Disneys Musical „Tarzan“ und feierte in Disney´s „Der Glöckner von Notre Dame” sein 10-jähriges Bühnenjubiläum – dabei war er u.a im Theater des Westens in Berlin, im Deutschen Theater in München und im Apollo Theater Stuttgart auf der Bühne.

Das Interview wurde im Juli 2019 geführt.

War es immer dein Ziel auf der Bühne zu stehen oder hattest du einen anderen Berufswunsch?

Ich wollte als Kind immer auf der Bühne stehen. Mit 11 Jahren sah ich Starlight Express und von da an war es Sonnenklar, was ich werden wollte.

Du hast deine Musicalausbildung an der Stage School Hamburg abgeschlossen. Was nimmst du aus deiner Ausbildung mit?

Verliere nie den Glauben an dich selbst. Arbeite an deinen Träumen und Wünschen. Wirklich sich durch zu kämpfen.

Was waren für dich die größten Herausforderungen in deiner ersten Zeit als Darsteller?

Von den Fans akzeptiert zu werden. Ich spielte ja Tanz der Vampire vor Musicalshowstar. Ich kam frisch von der Schule. Und Tanz der Vampire hat eine Jahre lang bestehende Fanbase. Und ich kam als Ersatz für einen anderen Darsteller. Das ist nicht leicht. Kaum war ich auf der Bühne, ging es los in den Fanforen. Zum Teil hat es mich verletzt, was ich lesen musste. Aber natürlich war ich die ersten Shows super nervös. Ich habe noch nie vor einem Publikum von über 1000 Menschen gestanden. Das ist ganz am Anfang ein riesen Druck. Und negative Kommentare haben das in mir nicht leichter gemacht. Aber ich habe gelernt weiter zu machen und mich zu entwickeln. Wie bereits gesagt, ich kam frisch von der Schule und musste weiter Erfahrungen sammeln, da zählt nur positives Denken. Lass dich nicht durch Negativität von deinem Weg abbringen. Da habe ich erst wirklich gelernt für meinen Traum zu kämpfen. Weiter zu machen und dran zu bleiben. Das habe ich getan und nur so konnte ich wachsen. Und zum Glück konnte ich die positive Entwicklung an den Reaktionen erkennen.

Was würdest du jemanden raten, der Musicaldarsteller/-in werden möchte? Eine gute Entscheidung oder lieber nochmals durchdenken?

Man darf nie vergessen, man ist einer von Vielen. Die Konkurrenz ist sehr groß. Manchmal muss man auch mit sehr persönlichen Kritiken zurecht kommen, weil der Regisseur vielleicht einfach deinen “Typ” nicht mag. Aber solang du ein Kämpfer bist und dich nicht selbst verlierst und das gewisse Talent mitbringst… Gib Alles! Und zeig ihnen was du kannst. Folge immer deinen Träumen. Stehe nie am Ende da und sage, “Ach, hätte ich doch mal!”.

Was braucht man aus deiner Sicht, um im Musicalbusiness erfolgreich zu sein?

Habe ich mit der vorigen Frage eigentlich beantwortet. HAHA 🤣

Als Musicaldarsteller ist man ja oft unterwegs. Ist das für dich eher ein Vorteil oder würdest du einen fixen Wohnort bevorzugen?

Es gab Zeiten, da war ich gerne viel Unterwegs. Aber es gibt auch Zeiten, da ist man gern einfach mal Zuhause. Eine Basis finde ich in diesem Beruf immer sehr wichtig. Ich muss immer wissen wo ich hin gehöre.

Wie ist es so in Rollen zu schlüpfen? Wie viel Kevin steckt in jeder Rolle?

Es steckt immer ein kleines bisschen Kevin in jeder Rolle. Egal ob Terk, Rusty, Quasimodo oder Alfred. Man kann nur aus seinen eigenen Erfahrungen schöpfen und in sich selbst fühlen. Wenn jemand auf etwas reagieren muss, muss man sich immer fragen, was tut das mit mir? Habe ich so etwas ähnliches erlebt? Die Grundlage beginnt immer bei dir selbst. Und dann ist die nächste Frage… Was würde “Rusty” tun? Du, als Mensch, bist die Basis einer jeden Rolle. Von da aus baue ich auf.

Welche Rollen würden dich zukünftig besonders interessieren und warum?

“Frank Abagnale Jr.” aus “Catch me if you can” zum Beispiel. Die Songs finde ich Hammer zu singen. Ich mag den Style und die Rolle. “Mozart” wäre auch noch so ein Traum. Aber mal sehen was kommt.

Was möchtest du in 10 Jahren gerne machen? Bist du dann noch auf der Bühne oder machst du vielleicht einen komplett anderen Job?

Das kann ich noch nicht genau sagen. Ich mag es auf der Bühne zu stehen und ich weiß ich möchte es nicht missen. Ich mache auch meine eigene Popmusik. Ich mag es auch zwischendurch meine eigenen Geschichten zu erzählen. Das genieße ich zur Zeit sehr. Heißt aber nicht, dass ich nie wieder Musical spiele.

Wie entwickelst du dich als Musicaldarsteller/-in weiter? Nimmst du Gesangs-, Schauspiel- und Tanzunterricht oder besuchst du Workshops?

Klar. Man hört nie auf zu lernen. Auch ich nehme weiter Gesangsunterricht und versuche mich zu erweitern. Am Meisten lernt man allerdings in der Praxis, an Rollenarbeit. Mit jeder Rolle wächst man ein Stückchen weiter.

Was hältst du von Social Media? Zwingend notwendig für eine/n Künstler/in?

Heutzutage super wichtig. Jeder Künstler hat so seine Form sich selbst zu promoten. Die Fans auf dem Laufenden zu halten. Ich finde es ein super Mittel. Und Notwendig. Gerade auch für Projekte außerhalb des Theaters.

Wie stehst du generell zum Thema „Vermarktung“ deiner Person? Wie wichtig sind Marketing und Kommunikation für Musicaldarsteller/-innen?

Nicht nur Musicaldarsteller… Jeder Künstler, jeder Sänger, Schauspieler, Tänzer… All diese Menschen sind ihr eigenes Produkt. Und jedes Produkt braucht eine Vermarktung. Ist doch toll, dass in der heutigen Zeit jedem dieses Mittel der Vermarktung geboten ist, und dass für sich nutzen zu können. Jeder Privatmensch hat Zugriff dazu, ist doch wunderbar. Jeder hat doch so sein eigenes Publikum.

Wie wichtig sind „Fans“ im Musicalbusiness und wie sind deine bisherigen Erfahrungen mit Fans?

Fans die mich kennen, wissen, dass ich meinen Fans immer sehr offen gegenüber bin. Ich nehme mir, wenn möglich, immer sehr viel Zeit am Bühneneingang und Veranstaltungen. Ich denke das zeigt, “ja” Fans sind mir sehr wichtig. Es ist schön zu hören, wenn ich jemanden in einer Show emotional berühren konnte und sie dies mit mir teilen. Das freut mich immer sehr und gibt mir Kraft weiter zu machen und bei der Kunst zu bleiben.

Warst du früher auch mal Fan von einer/m Musicaldarsteller/-in?

Ja Starlight Express. Ich bin als Kind Rollschuh gefahren und habe mir vorgestellt ich fahre über diese Bühne. Ein Traum wurde geboren und ein Traum wurde wahr!

WIR MUSICAL-FANS sagen „Danke fürs Gespräch“.

Mehr zu Kevin Köhler.

Kevin Köhler - Credits: K. Köhler

Kevin Köhler – Credits: K. Köhler

Wir Musical-Fans haben der Musicaldarstellerin Sarah Zechner ein paar Fragen gestellt.

Sarah Zechner wurde in Judenburg in der Steiermark geboren und sammelte erste Bühnenerfahrung bei Gernot Kranners Musicalakademie Murtal.

Bereits 2010 zog sie nach Wien, wo sie den ersten Jahrgang der Oberstufe der Wiener Sängerknaben mit Schwerpunkt Vokalmusik besuchte. Nach bestandener Reifeprüfung absolvierte sie eine vierjährige Musicalausbildung an einem privaten Konservatorium in Wien.

Seit 2018 arbeitet Sarah für Theater mit Horizont, wo sie als „Dorothy“ in Der Zauberer von Oz, „Wendy“ in Peter Pan oder als „Lady Marian“ in Robin Hood auf Bühnen in ganz Österreich, Deutschland und der Schweiz zu sehen ist.

Seit 2016 ist sie Ensemblemitglied der KostProben im MuTh.

Das Interview wurde im Dezember 2020 geführt.

War es immer dein Ziel auf der Bühne zu stehen oder hattet du einen anderen Berufswunsch?

Seit ich mich erinnere kann, wollte ich auf der Bühne stehen.

Mein Papa ist Musiklehrer und hat immer mit uns gesungen und musiziert, was mit Sicherheit meine Liebe zur Musik geweckt hat. Nach einem Besuch in der „Zauberflöte“ habe ich dann – schwer begeistert von der Königin der Nacht – beschlossen, dass ich Opernsängerin werden möchte.

Ganz so ist es dann doch nicht gekommen, denn als ich zwölf Jahre alt war, hat Gernot Kranner seine Musicalakademie Murtal gegründet. Dort durfte ich erste Bühnenluft schnuppern und mein Wunsch Opernsängerin zu werden ist zum Wunsch Musicaldarstellerin zu sein geworden.

Sarah Zechner - Credits: Marco Sommer

Sarah Zechner – Credits: Marco Sommer

Du hast deine Musicalausbildung in Wien absolviert. Was nimmst du aus deiner Ausbildung mit?

Während der Ausbildung ist man gezwungen sich sehr intensiv mit sich selbst auseinanderzusetzen. Egal ob man einen neuen Monolog erarbeitet, oder ein neues Lied, man entdeckt immer wieder neue Seiten an sich selbst und analysiert, was man denn besser machen könnte. Für mich war es ganz wichtig zu lernen, meine eigene Leistung kritisch zu betrachten, ohne dabei nur die Dinge herauszupicken an denen noch zu arbeiten war, sondern auch zu sehen, was sich schon verbessert hat. Ich durfte auch wunderbare Freundschaften schließen, die mir beigebracht haben, mich nicht verunsichern zu lassen wenn jemand anders etwas gut macht, sondern stattdessen von der Person zu lernen.

Was sind für dich die größten Herausforderungen in deiner ersten Zeit als Darstellerin?

Ich hatte das große Glück, direkt nach der Ausbildung ein Engagement zu bekommen, wofür ich unendlich dankbar bin. Die größte Schwierigkeit für mich war es zu erkennen, dass man oftmals zu Auditions garnicht eingeladen wird. Die Frage „Wie soll ich einen Job bekommen, wenn ich nirgends eingeladen werde“ hat mich sehr beschäftigt. Trotzdem überwiegt immer die Freude darüber, auf der Bühne stehen zu dürfen.

Was würdest du jemanden raten, der Musicaldarsteller/-in werden möchte? Eine gute Entscheidung oder lieber nochmals durchdenken?

Ich denke, dass es wenn man wirklich für die Sache brennt, auf jeden Fall eine gute Entscheidung ist.

Trotzdem sollte man sich von Anfang an dessen bewusst sein, dass es sehr viele sehr gute Darsteller gibt und nicht immer so viele Jobs. Die Vorstellung, dass man direkt nach der Ausbildung von einem großen Theater engagiert wird, und durchgehend gut bezahlte Engagements hat ist zwar sehr schön, aber leider auch sehr unwahrscheinlich.

Ich habe mal einen Satz gelesen der mir sehr geholfen hat: „Du bist nicht weniger KünstlerIn, wenn du einen Job machst, um dir deine Kunst zu finanzieren.“ Solange man sich also dessen bewusst ist, dass man zwischen Engagements vielleicht auch beispielsweise einmal in der Gastronomie arbeiten muss, kann ich es nur empfehlen 🙂

Was braucht man aus deiner Sicht, um im Musicalbusiness erfolgreich zu sein?

Ich glaube am wichtigsten sind die Liebe zum Beruf, Durchhaltevermögen und gute Nerven.

Musicaldarsteller vereinen ja den Mix aus Gesang, Schauspiel und Tanz. In welchem dieser drei Bereiche fühlst du dich am wohlsten?

Am wohlsten fühle ich mich mit Gesang und Schauspiel.

Wie ist es so in Rollen zu schlüpfen? Wie viel Sarah steckt in jeder Rolle?

Mir macht es total Spaß immer in neue Rollen zu schlüpfen. Ich kann dadurch immer wieder neue Seiten an mir entdecken und diese ausleben. Es steckt also immer ein bisschen von mir in jeder Rolle – manchmal sind das dann Seiten, die privat vielleicht nicht so hervorstechen und umso mehr Spaß macht es dann, diese auf der Bühne rauszulassen 🙂

Sarah Zechner - Credits: Aaron Jiang

Sarah Zechner – Credits: Aaron Jiang

Welche Rollen würden dich zukünftig besonders interessieren und warum?

Meine absolute Traumrolle ist die „Sarah“ in „Tanz der Vampire“, weil es das erste Stück war, das ich in Wien auf der großen Bühne sehen durfte. Das hat mich damals sehr beeindruckt.

Ich habe die CD – als ich ca. zwölf war – rauf und runter gehört – sehr zum Leidwesen meiner Geschwister. Mein Bruder kann die meisten Lieder durch diese Zwangsbeschallung auch auswendig.

*lacht*

Wie entwickelst du dich als Musicaldarstellerin weiter? Nimmst du Gesangs-, Schauspiel- und Tanzunterricht oder besuchst du Workshops?

Ich nehme weiterhin Stunden, wann immer es sich ausgeht. Ich denke, es ist immer wichtig neues auszuprobieren, man hört ja nie auf zu lernen 🙂

Was hältst du von Social Media? Zwingend notwendig für eine/n Künstler/in?

Ich glaube schon, dass Social Media einen immer größeren Stellenwert einnimmt. Wenn Hauptdarsteller eine große Reichweite in den sozialen Medien haben, und über die Probenarbeit etc. posten, ist das natürlich eine tolle Werbung für eine Produktion. Ich persönlich nutze Social Media allerdings nur privat, ich poste je nach Lust und Laune.

Sarah Zechner - Credits: Marco Sommer

Sarah Zechner – Credits: Marco Sommer

Wie stehst du generell zum Thema „Vermarktung“ deiner Person? Wie wichtig ist Marketing und Kommunikation für dich als Musicaldarstellerin?

Vermarktung ist für Darsteller sicher wichtig, immerhin will man ja sich selbst als Produkt verkaufen. Ich selber bin darin aber leider schrecklich schlecht. *lacht*

Wie wichtig sind „Fans“ im Musicalbusiness und wie sind deine bisherigen Erfahrungen mit Fans?

Bei „Theater mit Horizont“ kommen hauptsächlich Schulen zu uns ins Theater, meine bisherigen Fans sind also im Schnitt sieben Jahre alt. Ich finde es super für Kinder zu spielen, weil sie das ehrlichste Publikum sind und sich noch voll und ganz in eine andere Welt entführen lassen. Wenn sie mitfiebern, den Bösewicht ausbuhen, jubeln wenn der Held gewinnt und nach der Vorstellung ganz aufgeregt nach einem Autogramm fragen, dann weiß ich, dass ich etwas richtig mache 🙂

Hörst du privat auch gerne Musicals oder gibt´s da andere Musikstile, die dir gefallen?

Ich höre höre privat sehr gerne Musicals, die ich noch nicht kenne und bin immer auf der Suche nach neuen Songs, an denen ich arbeiten kann. Ansonsten variiert das je nach Stimmungslage, da ist von 80er Jahren bis zu Deutsch-Pop alles dabei.

Und welcher Song ist dein Lieblingssong?

Auch das variiert je nach Stimmungslage. Aber einen Song der mich zurzeit immer total zum Tanzen bringt ist „Think about things“ von Daði Freyr. Ein weiterer Favorit ist „Manhattan“ von Sara Bareilles.

Was ist dein Lebensmotto und warum?

Ein wirkliches Lebensmotto habe ich nicht, aber ich bemühe mich immer, das Beste aus jeder Situation zu machen 🙂

„Wir Musical-Fans“ sagen „Danke fürs Gespräch“.

Mehr zu Sarah Zechner auf Instagram.

Sarah Zechner - Credits: Marco Sommer

Sarah Zechner – Credits: Marco Sommer

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