Stephen Martin Allan finished at the Canada’s National Ballet School in 2018 and got the Special Staff Ballet Award and the Musician Award. Afterwards he studied at Guildford School of Acting. Stephen is not only a dancer but also one of the youngest choreographer in London. He worked as a choreographer with several dancers of the Dutch National Ballet School, the San Francisco Ballet School and the Canada’s National Ballet School. Since autumn 2019 Stephen is playing the role of “Mr. Mistoffelees” in “CATS – The Musical” in Vienna.

The Interview is from Jan 2020.

You finished at the Canada’s National Ballet School in 2018. What did you take from your dance education?

Hard Work, Discipline and Patience

Have you always wanted to be a dancer?

I’ve always wanted to be a triple threat.

What is necessary to be successful as an artist?

Believing in yourself is the main thing for me. Alongwith that comes focus and hard work but the only person that can do it for you is you.

Which main challenges do you face at the beginning of your career as an artist?

Being young.

You are playing the role of „Mr. Mistoffelees” in “CATS – The Musical” in Vienna. What is fascinating at CATS and what do you like most about your role of “Mr. Mistoffelees”?

CATS is amazing because every night you can make your performance different. Something that Chrissie Cartwright taught me was not to stage being a Cat, just do it and physically get into the mindframe of being feline. What I like about doing Mr Mistoffelees is that I don’t have to hold back and can show my full capability.

CATS – Stephen Martin Allan (Mr. Mistofelees)- Credits: Deen van Meer

Will you focus on musicals now or are you still amenable to all types of music?

I am open to all pathways in Performing Arts. I love singing, I love choreographing, I adore acting, and dancing.

What do you like to do in ten years? Will you still be a dancer or do you work in another job?

I believe that in 10 years I will lean more to the choreographing and directing side of things.

What do you think about Social Media? Obligatory for artists?

Nowadays…. Yes. Social Media is a marketing platform for artists.

And what do you think about Marketing in general? Is it important for the career or does the artistic performance counts primarily?

Both. It’s all about marketing yourself but I believe talent plays a big part too.

How important are fans in the musical business and how is your experience with fans?

I think fans are great, they encourage performers and show their admiration to ones performance or artistic choices which is very encouraging. My experience with fans have been wonderful… coming to the stage door each day and seeing people who admire me and my performance so much truly touches me. I am also very grateful for the amount of time and money they put in to seeing a performance so many times a month!

Are you also a fan of a certain singer, dancer or actor?

Of course, I am a huge fan of Gene Kelly and Fred Astaire. Lady Gaga, Beyonce, Jessica Lange.

Thanks for the interview, Stephen.

Mehr zu Stephen Martin Allan auf Instagram.

Cats - Stephen Martin Allan - Credits: VBW - Sandra Kosel

Cats – Stephen Martin Allan – Credits: VBW – Sandra Kosel

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„Wir Musical-Fans“ haben der Musicaldarstellerin Katja Berg ein paar Fragen gestellt.

Katja Berg wurde in Gera (Thüringen) geboren und studierte Gesang, Tanz und Schauspiel an der Universität der Künste Berlin. Schon während ihrem Studiums spielte sie an der Neuköllner Oper in Berlin.

Katja stand in ihrer Karriere in einer Reihe von Musicalproduktionen und Rollen auf der Bühne – u.a. in „Hair“ am Musicaltheater in Bremen, in „Mamma Mia!“ im Operettenhaus in Hamburg, in „Sweet Charity“ am Theater Kiel, in „Les Misérables“ bei den Freilichtspielen Tecklenburg, in „Tanz der Vampire“ am Theater des Westens in Berlin, in „We will rock you“ im Musical Dome in Köln und im Apollo Theater in Stuttgart, in „Evita“ am Landestheater Neustrelitz, in „The Rocky Horror Picture Show“ an der Staatsoperette Dresden und beim Musicalsommer Amstetten, in „Natürlich blond“,  in „Love Never Dies“ und in „Der Besuch der alten Dame“ im Ronacher in Wien, in „Romeo und Julia“ bei den Thunerseespielen, in „Chess“, „Ragtime“ und „Kiss Me, Kate“ an der Oper Graz und in „3 Musketiere“ am Theater Magdeburg.

Katja gewann den 1. Preis beim „Bundeswettbewerb Gesang Berlin“, den 1. Preis und den Publikumspreis bei „Jugend kulturell – Hamburg“ und den 1. Musicalpreis „Debüt in Meran“ in Italien.

Im Januar 2020 gewann Katja bei den Broadway Musical Austria Awards „Best supporting Actress in a musical“ und 2019 für Magenta in „Rocky Horror Show“ beim Musicalsommer Amstetten.

Im Jahr 2022 war sie als Rose in Aspects of Love im Theater Münster zu sehen, feierte in der Europa Premiere des Kunze-Levay-Musicals LADY BESS als Anne Boleyn´s Geist ihr Debüt am Theater St.Gallen und stand in ELISABETH vor dem Schloss Schönbrunn als Ludovika/Frau Wolf auf der Bühne.

2023 war sie u.a. als Milady de Winter in 3 Musketiere (Rob Bolland, Ferdi Bolland) am Staatstheater Augsburg zu sehen (Künstlerische Leitung: Ulrich Wiggers, Florian Honigmann, Anna Malek Milady de Winter.

In ZAUBERFLÖTE – DAS MUSICAL steht Katja Berg als Königin der Nacht im Deutschen Theater München auf der Bühne.

Katja Berg - Milady de Winter / Drei Musketiere - Credits: Nilz Böhme

Katja Berg – Milady de Winter / Drei Musketiere – Credits: Nilz Böhme

Das Interview wurde im März 2020 geführt.

War es immer dein Ziel auf der Bühne zu stehen oder hattet du einen anderen Berufswunsch?

Als ich etwa 10 Jahre alt war beschloss ich auf jeden Fall Schauspielerin zu werden.

Dann begann ich mit 16 Jahren Gesangsunterricht zu nehmen und meine Gesangslehrerin in Gera drückte mir eines Tages eine Broschüre vom Bundeswettbewerb Gesang Berlin in die Hand.

Ich nahm daran teil, gewann einen Nachwuchspreis und im Jurygespräch riet man mir, mich für das Musicalstudium in Berlin zu bewerben.

So kam ich überhaupt auf die Idee, dass es den Beruf des Musicaldarstellers gibt indem sich Gesang, Tanz & Schauspiel miteinander verbinden lassen. Ich war überglücklich als ich in Berlin dann aufgenommen wurde.

Katja Berg - Credits: Friedrichstadt-Palast

Katja Berg – Credits: Friedrichstadt-Palast

Du hast dein Studium in Gesang, Tanz und Schauspiel an der Universität der Künste abgeschlossen. Was nimmst du aus deiner Ausbildung mit?

Disziplin war wohl das härteste was ich lernen musste. Ich war ziemlich erfolgsverwöhnt und war an unserem naturwissenschaftlichen Gymnasium das Mädchen, dass mit dem Schulchor solistisch auftrat und mit der Lehrerband auf Schulfesten sang. In Berlin stand man dann morgens an der Ballettstange und hatte bis 22 Uhr Schauspielunterricht. Ich habe wahnsinnig viel gelernt.

Besonders dankbar bin ich dem damaligen Studiengangsleiter Stanley Walden und meiner Gesangsdozentin Ute Becker für den besonderen Rückhalt und auch mal den ein oder anderen Rat in Lebensfragen.

Die zahlreichen Projekte, Workshops und Kooperationen mit z.Bsp. der Neukölln Oper, die es ja bis heute gibt, haben mich wachsen lassen und immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt.

Ich bin sehr dankbar für diese lehrreichen Jahre.

Was waren für dich die größten Herausforderungen in deiner ersten Zeit als Darstellerin?

Vertragsverhandlungen & Steuerklärungen! Haha…

Es wird einem ja alles künstlerische beigebracht. Aber dass es eine Bühnenversicherung für angestellte Künstler, eine Künstlersozialkasse oder die GVL gibt, habe ich immer nur per Zufall von lieben Künstlerkollegen erfahren. Dies sollte auf jeden Fall auch Teil einer künstlerischen Ausbildung sein.

Katja Berg - Credits: VBW / Rolf Bock

Katja Berg – Credits: VBW / Rolf Bock

Was würdest du jemanden raten, der Musicaldarsteller/-in werden möchte? Eine gute Entscheidung oder lieber nochmals durchdenken?

Reflektiere Dein Können vor Dir selbst und stets vor anderen (kleine Auftritte, Probeaufnahmen, Galas, Wettbewerbe) damit Du ein klares Bild Deiner eigenen Fähigkeiten und Grenzen erwirbst.

Umgebe Dich mit ehrlichen Menschen, die Dir gutes konstruktives Feedback geben.

Probiere aus, geh auf Reisen, habe Beziehungen und fülle Deinen persönlichen Korb an starken Emotionen, Krisen, Zweifel, Liebe… also soviel Lebenserfahrung, dass Du Deinen Charakter stärkst und Deine Authentizität und Dein individuelles Charisma formst.

Dann kann nix schiefgehen.

Was braucht man aus deiner Sicht, um im Musicalbusiness erfolgreich zu sein?

Teamfähigkeit, Lust am Lernen, Neugier, Begeisterungsfähigkeit, für große Rollen eine starke Stimme mit schauspielerischer Präsenz, Flexibilität, soziale und emotionale Intelligenz, innere Stärke für die Absagen und viel Kraft für das Weitermachen und pferdestarke Nerven für Vorsingen und Premieren. Klingt doch einfach, oder? hahaa…

Katja Berg - Credits: Theater Kiel

Katja Berg – Credits: Theater Kiel

Musicaldarsteller vereinen ja den Mix aus Gesang, Schauspiel und Tanz. In welchem dieser drei Bereiche fühlst du dich am wohlsten?

Gesang & Schauspiel

Wie ist es so in Rollen zu schlüpfen? Wie viel Katja steckt in jeder Rolle?

Ganz viel denke ich. Ich schöpfe ja aus meinem Erfahrungsschatz. Aber das können andere objektiver beurteilen. Man hat ja oft eine andere Selbstwahrnehmung.

Welche Rollen würden dich zukünftig besonders interessieren und warum?

Ich bin da wirklich für alles offen. Ich bin bei jeder Ausschreibung wie ein Kind und es fängt auch jetzt noch jedes Mal an im Bauchi zu kribbeln wenn ich mich in einer Rolle sehe. Ich passe in keine Schublade, auch wenn man mich früher gerne eher für sexy oder witzige Rollen besetzt hat, so bin ich natürlich auch dankbar für dramatische seriöse Partien. Eine Fanny Brice in „Funny Girl“ würde mich genauso reizen wie die Hexe in „Into the Woods“.

Du trägst am liebsten Jeans & Turnschuhe, magst Pistazien-Eis und Gartenarbeit und hältst mehr als 20 Paar Schuhe für Geldverschwendung. Klingt nicht nach „Musical-Diva“ und „Glamour-Leben“. Ist es aus deiner Sicht wichtig, im Künstlerberuf gerade bei großen Erfolgen „am Boden zu bleiben“?

Absolut!

Als zweifache Mama bin ich sowieso im bodenständigen Leben angekommen. Meinen Kids ist es völlig egal, ob ich das hohe C bellte oder einen Musicalpreis gewonnen habe. Deshalb geniesse ich auch mein Privatleben in vollen Zügen und halte viel von „Work-Life-Balance“. Das ist doch sowieso im Leben das Schwierigste, oder? In allem die gesunde Balance zu finden: im Essen, Schlaf, Geld ausgeben, Alkoholkonsum, soziale Kontakte, im Alleinsein oder in der Arbeit. Wenn ich viel arbeite zieht es mich nach Hause, wenn ich lange zu Hause bin vermisse ich die Arbeit.

Konsequenz und Selbstliebe ist die Kunst, die innere Balance und die Ausgewogenheit in Allem zu erlangen.

Katja Berg - Credits: Freilichtspiele Tecklenburg

Katja Berg – Mdm.Thenardier – Credits: Freilichtspiele Tecklenburg

Du hast auch schon einige Gesangs- und Musical-Preise gewonnen.

Wie wichtig sind dir solche Auszeichnungen?

Am Anfang war es sehr wichtig für mich.

Es gab mir den richtigen Schub an Selbstvertrauen und gute Kontakte die bis heute halten.

Was möchtest du in 10 Jahren gerne machen?

Bist du dann noch auf der Bühne oder machst du vielleicht einen komplett anderen Job?

Ich glaube ich werde auf der Bühne stehen bis man mich höflich bittet zu gehen … hahahaa!

Oder meine Dritten beim Singen herausfallen oder ich mir den Text nicht mehr merken kann. Ich habe da natürlich so einige andere Ideen, aber das ist Zukunftsmusik.

Die Konzentration liegt im Hier & Jetzt.

Was hältst du von Social Media? Zwingend notwendig für eine/n Künstler/in?

Ich habe mich ganze 7 Jahre gegen Facebook gewehrt. Instagram kam irgendwann dazu. Mich nervt es manchmal, manchmal liebe ich es. Ich bin da Zwiespalten. Dennoch ist es wichtiger als je zuvor. Wenn Du nicht mit der Zeit gehst fällst Du irgendwann hinten runter, davon bin ich leider mittlerweile überzeugt.

Katja Berg - Credits: AVB / Agentur Sengstschmidt

Katja Berg – Credits: AVB / Agentur Sengstschmidt

Wie stehst du generell zum Thema „Vermarktung“ deiner Person? Wie wichtig ist Marketing und Kommunikation für dich als Musicaldarstellerin?

Heute ja fast nicht mehr weg zu denken. Für uns Künstler oder freischaffende Regisseure, Maler, Komponisten etc ein sehr wichtiges Medium zur Selbstvermarktung. Es macht manchmal sogar riesigen Spass! … aber auch hier gilt, die richtige Balance 🙂

Wie wichtig sind „Fans“ im Musicalbusiness und wie sind deine bisherigen Erfahrungen mit Fans?

Ich mag es sehr gern, mit Fans nach einer Vorstellung noch über das Stück zu sprechen. Ich bin super dankbar für jeden lieben Post im Internet oder schönes Feedback am Bühneneingang… oder auch nur einen netten Plausch. Was wären wir Künstler ohne das Publikum? NIX!

Warst du früher auch mal Fan von einer/m Musicaldarsteller/-in?

Im Theaterbereich war ich nie ein richtiger Fan von jemandem. Ich habe oft die Namen der Darsteller gar nicht gekannt, weil meistens „die Show“ der Star war. Das ist heute ja etwas anders.

Katja Berg - Kiss Me Kate - Credits: Werner Kmetitsch

Katja Berg – Kiss Me Kate – Credits: Werner Kmetitsch

Aber als Barbra Streisand-Fan würde ich mich bezeichnen. Durch Filme wie „Yentl“, „Funny Girl“ oder „Hello Dolly“ wurde ich zum Musicalliebhaber.

Auch Judy Garland im „Zauberer von OZ“ faszinierte mich total. Bis heute ist „Somewhere over the rainbow“ eines meiner absoluten Lieblingslieder – wie man gerade auf meinem Instagram Account sehen kann 🙂 @katjadieberg

Was ist dein Lebensmotto und warum?

„Behandle andere so wie Du gern selbst behandelt werden möchtest.“

„Wir Musical-Fans“ sagen „Danke fürs Gespräch“.

Mehr zu Katja Berg auf www.katjaberg.de und Instagram.

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Wir Musical-Fan haben der Musicaldarstellerin Anneke Brunekreeft ein paar Fragen gestellt.

Anneke Brunekreeft wurde in Basel geboren und erhielt ihre Ausbildung an der Basel Dance Academy und an der Folkwang Universität der Künste.

In ihrer bisherigen Bühnenlaufbahn war sie u.a. in CATS (Ronacher Wien), CATCH ME IF YOU CAN (Staatstheater Nürnberg), SUNSET BOULEVARD (Opernhaus Dortmund, Oper Bonn),  ZWEI HOFFNUNGSLOS VERDORBENE SCHURKEN (Theater Heilbronn), HELLO AGAIN (Theater im Rathaus in Essen), GOETHE! AUF LIEBE UND TOD (Folkwang Universität der Künste), RENT (Scala Theater Basel) und FAME (Theater Basel) zu sehen.

Das Interview wurde im April 2021 geführt.

War es immer dein Ziel auf der Bühne zu stehen oder hattet du einen anderen Berufswunsch?

Tatsächlich bin ich als Kind durch alle möglichen Berufswünsche durch. Von der Tierärztin bis zur Astronautin war einiges dabei. Mit 12 Jahren habe ich in Basel Cats gesehen und da war mir klar, ich möchte tanzen! Ich habe mich in die Ballettwelt rein gestürzt bis ich erkannt habe, dass singen und spielen auch ganz schön Spass macht.

Dann habe ich mit 17 Jahren am Theater Basel bei Fame mitgewirkt. All die professionellen Musicaldarsteller-/innen haben mich sehr inspiriert und mir geholfen, mich für die Aufnahmeprüfungen vorzubereiten.

Parallel habe ich mir als Alternative aber auch die Bereiche soziale Arbeit und Physiotherapie angeschaut, die ich nach wie vor sehr interessant finde. Aber dann hat es ja zum Glück mit dem Musical geklappt und jetzt bin ich in dieser verrückten, bunten, aber auch immer wieder sehr herausfordernden Welt. Ich bin dafür sehr dankbar und glücklich.

Du hast deine Ausbildung an der Folkwang Universität der Künste abgeschlossen. Was nimmst du aus deiner Ausbildung mit?

Vor allem bin ich unendlich dankbar, dass ich an einer so großartigen Universität meine Ausbildung machen durfte.

Bei uns wurde sehr interdisziplinär gearbeitet. Das ganze erste Jahr haben wir mit den Schauspieler-/innen studiert und es gab immer wieder einige Projekte mit der Jazzabteilung zusammen. Ich habe in diesen Jahren sehr viel gelernt. Neben all dem gesanglichen, spielerischen und tänzerischen Unterricht bei großartigen Dozent-/innen wurde bei uns sehr viel Wert darauf gelegt als Ensemble zu arbeiten und auch zu erkennen, wer man selbst in dieser Bühnenwelt ist und was man für einen Eindruck hinterlässt.

Ich habe gelernt, dass es kein richtig und falsch gibt, wodurch das Lernen unendlich wird. Das Weiterlernen und Sich-inspirieren-lassen sollte niemals vorbei sein.

Was waren für dich die größten Herausforderungen in deiner ersten Zeit als Darstellerin?

Tatsächlich war für mich die Koordination zwischen den verschiedenen Angeboten sehr schwierig.

Ich hatte glücklicherweise nach meiner Ausbildung einige tolle Angebote – alle im Stadttheaterbereich. Da haben sich dann aber immer wieder einzelne Spieltermine überschnitten, sodass ich schlussendlich jeweils nur ein Angebot annehmen konnte. Die Koordination zwischen verschiedenen Jobs, das Reisen, der ständige Ortswechsel und die Unsicherheit, die man vor allem am Anfang noch mit sich trägt, hat mich teilweise sehr angestrengt.

Das wurde mit der Zeit jedoch leichter, und ich wusste immer mehr was ich will, was ich kann und was vernünftig ist.

Anneke Brunekreeft - Credits: Christian Ariel Heredia

Anneke Brunekreeft – Credits: Christian Ariel Heredia

Wie ist es so in Rollen zu schlüpfen? Wie viel Anneke steckt in jeder Rolle?

Das ist eine sehr spannende Frage, die ich mir selbst immer wieder stelle. Schlussendlich habe ich meine eigene Art die Emotion zu verstehen und meine eigene Stimme und eigenen Gesichtsausdrücke, die ich natürlich immer in jede Rolle mitnehme. Manchmal denke ich mir, es ist doch ähnlich, wie wenn man als Kind Piratin oder Prinzessin gespielt hat. Dies war ich und mein Körper, aber in eine andere Geschichte katapultiert, die nicht die meine ist.

Ich bin also das Medium, welches eine andere Geschichte verkörpert. Und natürlich steckt dann auch viel Anneke drin. So bleiben die Rollen auch spannend. Jede-/r Darsteller-/in bringt immer wieder etwas Eigenes in eine Rolle hinein.

Welche Rollen würden dich zukünftig besonders interessieren und warum?

Ich würde unglaublich gerne mal bei Chicago oder einer anderen Fossee Show mitwirken – es müsste nicht einmal unbedingt eine große Rolle sein. Das Tänzerische zieht mich bei diesen Stücken sehr an. Auch alle älteren Stücke interessieren mich sehr – z.B. „Ein Amerikaner in Paris“ oder „Singing In The Rain“.

Dann gibt es, leider noch nicht so viel im deutschsprachigen Bereich, richtig tolle Ensemblestücke wie „Come From Away“, in denen ohne viel Kostüme oder Requisiten, allein mit den Darsteller-/innen gespielt wird. Das finde ich großartig!

Grundsätzlich bin ich aber total offen und bin einfach so gespannt was noch auf mich zukommen wird. Das macht das ganze Abenteuer aus.

Du bist in CATS in Wien als Swing in den Rollen der Bombalurina, Cassandra, Demeter, Electra, Jenny Fleckenreich und Tantomile im Einsatz. Was macht es so besonders und auch schwierig ein Swing zu sein?

Zu Beginn hatte ich einen riesigen Respekt oder fast sogar schon Angst vor dieser Aufgabe – und jetzt würde ich nicht mehr tauschen wollen. Gerade in einem Longrun ist es so fantastisch in verschiedene Rollen zu schlüpfen. Von der kleinen, frechen Katze zur steppenden Oma. Dies hält mich total frisch und fordert mich immer wieder aufs Neue heraus.

Vor allem aber der Anfang war natürlich sehr anspruchsvoll. Als Swing macht man sich von der Seite her Notizen bis plötzlich der Tag kommt, an dem man, meist ohne viel dafür geprobt zu haben, auf die Bühne geworfen wird. „Augen zu und durch“ sozusagen. Wobei es schon gut ist, wenn die Augen offen bleiben ;-).

Wenn jede Rolle einmal gespielt wurde, pendelt sich nach und nach eine gewisse Sicherheit ein. Jedoch bedeutet die Arbeit als Swing, dass es immer wieder auch längere Perioden gibt, in der eine Rolle gar nicht gespielt wird. Dann muss man die Rolle auf einem anderen Weg frisch halten. Das macht aber alles sehr viel Spass und Freude.

Und sind dir alle deine CATS-Rollen schon ans Herz gewachsen oder hast du für eine dieser Rollen besondere Sympathien?

Ich mag jede einzelne Rolle auf ihre eigene Art total gerne. Aber natürlich gibt es Rollen, die man viel öfters spielt als Andere.

Und auch Rollen, denen man sich einfach näher fühlt als anderen. Es gibt eine Rolle, die ich genau einmal spielen musste und zwar die Electra, weil ich auf der Bühne einfach nicht so gut als Baby-Kitten durchgehe und eher für die erwachsenen Rollen eingesetzt werde. Diese Rolle hat mir aber so viel Spass gemacht. Außerdem habe ich ziemlich viele Shows als Demeter gespielt. Natürlich fühle ich mich in dieser Rolle sehr zuhause und kann das Spielen dann mehr mit einer Ruhe genießen, da ich nicht mehr aktiv an die verschiedenen Positionen und Schritte denken muss.

Anneke Brunekreeft - Credits: Christian Ariel Heredia

Anneke Brunekreeft – Credits: Christian Ariel Heredia

Du sprichst ja einige Sprachen – Deutsch, Englisch, Holländisch, Französisch und auch Schweizerdeutsch. Hast du alle diese Sprachkenntnisse schon auf der Bühne einsetzen können?

Tatsächlich wurde bis jetzt nur das Schweizerdeutsch schon als kleiner Scherz in „Catch Me If You Can“ eingesetzt. Da bin ich im roten Glitzeranzug als Schweizer Taschenmesser mit Schweizer Akzent eingesetzt worden. Das war sehr amüsant. Ich wünsche mir aber natürlich auch einmal internationaler arbeiten zu können, weil mich die verschiedenen Sprachen und Kulturen sehr faszinieren. Vor allem in Holland würde ich sehr gerne einmal arbeiten und auf holländisch spielen, da dies mein zweites Herkunftsland ist.

Was hältst du von Social Media? Zwingend notwendig für eine/n Künstler/in?

Ich habe persönlich nicht so eine Affinität für Social Media. Ich werde vermutlich nie die große Instagram-erin werden und trotzdem ist mir bewusst, wie gut diese Online-Plattformen funktionieren können in der Künstlerwelt. Gerade in diesen Zeiten, in welchen fast kein LIVE-Theater existiert, gibt uns Social Media so viele Möglichkeiten LIVE zu streamen, große Netzwerke zu bilden und schnell und weit Werbung zu machen.

Ich denke Social Media wird ein großer Teil dieser Branche sein und bleiben. Es kann uns international verbinden und man kann mit einem Klick die Person oder das Event finden, welche/-s man gerade sucht.

Wie stehst du generell zum Thema „Vermarktung“ deiner Person? Wie wichtig ist Marketing und Kommunikation für dich als Musicaldarstellerin?

Natürlich sind wir in dieser Branche davon abhängig, gesehen und gehört zu werden. Und je mehr man sich zeigt, desto mehr wird man gesehen. Ich denke, das muss jeder und jede selbst herausfinden, wie viel er/sie sich vermarkten möchte und wie viel da hinein investiert werden soll. Ich persönlich denke, dass eine gewisse Vermarktung, auf welche Art auch immer, schon sehr hilfreich ist. Sodass man immer wieder einmal irgendwo auftaucht und somit präsent bleibt.

Anneke Brunekreeft - Credits: Christian Ariel Heredia

Anneke Brunekreeft – Credits: Christian Ariel Heredia

Wie wichtig sind „Fans“ im Musicalbusiness und wie sind deine bisherigen Erfahrungen mit Fans?

Fans sind etwas sehr Schönes und Rührendes. Sie unterstützen uns und bestätigen uns immer wieder von Neuem, was mir persönlich einfach sehr viel Kraft gibt und viel Freude bereitet.

Dass Menschen so eine Begeisterung für etwas haben, da ich tue rührt mich einfach sehr und ich bin sehr sehr dankbar um all diesen positiven Zuspruch.

Hörst du privat auch gerne Musicals oder gibt´s da andere Musikstile, die dir gefallen?

Es gibt schon Phasen – vor allem wenn ich ein Stück neu kennenlerne, welches mich begeistert – in der ich diese Songs hoch und runter höre.

Meistens höre ich mir jedoch tatsächlich andere Musikrichtungen an. Vor allem weil ich viel Musik im Hintergrund höre und bei einem Musical will ich einfach mit voller Aufmerksamkeit zuhören.

Ich könnte jetzt auch nicht sagen welchen Musikstil ich mir besonders viel anhöre, da meine Playlists wild durchmischt sind. Von Ella Fitzgerald bis Billie Eilish ist da alles dabei.

Und welcher Song ist dein Lieblingssong?

Das finde ich so schwierig zu sagen. Es gibt so unfassbar viele tolle Songs. Ich hab eher so jede Woche einen aktuellen Stimmungssong. Im Moment hör ich gerade wieder viel den Song „Haus am See“ von Peter Fox.

Hast du einen Lieblingsfilm oder gibt´s mehrere Filme oder Genres, die du besonders magst?

Bei Filmen gibt es auch wieder so viel Geniales. Einen Film der mir zum Beispiel ganz tief eingefahren ist, war „La Vita e Bella“. Grundsätzlich liebe ich gut gemachte Filme, die etwas aus der Geschichte und den Menschen in einer jeweiligen Epoche erzählt. Ich liebe aber auch gewisse Pixar-Filme wie „Kung-FuPanda“. Manchmal mag ich es auch, mich in die menschliche Psyche reinzufuchsen und da fällt mir z.B. „Butterfly Effect“ ein. Es gibt ja so viele gute Filme.

Was ist dein Lebensmotto und warum?

„Leben und leben lassen.“ – diesen Satz sage ich mir immer wieder.

Wenn wir Menschen uns ständig damit beschäftigen, dass wir nicht einverstanden sind mit dem was unser Nebenan macht, werden wir ja wahnsinnig. Wir werden uns niemals alle einig sein. Ich bin absolut für offenen Austausch und Diskussionen. Das ist extrem wichtig. Ich glaube aber, dass wir uns oft über Kleinigkeiten unseres Nebenan so ärgern können, dass das Wesentliche vergessen wird.

Der Wir Musical-Fans – Wordrap

  • Hund oder Katze: Katze
  • Urlaub am Berg oder am Meer: Beides
  • Facebook oder Instagram: Instagram
  • Tag oder Nacht: Tag
  • Modetrends oder eigener Style: eigener Style
  • Schwarz oder weiß: weiß
  • Fantasyfilm oder Komödie: Fantasyfilm
  • Buch oder Zeitung: Buch
  • Kraftsport oder Ausdauertraining: Kraftsport
  • WhatsApp oder Signal: Signal
  • Wirtschaft oder Politik: Politik
  • Tee oder Kaffee: Kaffee (wobei ich mich gerade versuche etwas umzutrainieren)
  • Diese Persönlichkeit fasziniert mich: der Dalai Lama
  • Mein bestes unnützes Talent: Mit meiner Zunge die Nasenspitze zu berühren
  • Diese Eigenschaften sind mir bei anderen Menschen wichtig: Mitgefühl, Offenheit und Humor
  • Energie tanke ich durch: die Natur, meine Freunde und Familie, Musik hören und Musik machen.
  • Zum Frühstück esse ich gerne: Porridge mit viel Zimt und Honig und verschiedenen Früchten – und ab und zu mal ein Spiegelei, Frischkäse und Avocado auf leckerem Brot
  • Meine Lieblingsfächer in der Schule: Musik und Kunst
  • Im Kühlschrank habe ich immer: Hafermilch und Gemüse
  • Lernen möchte ich noch: Saxophon
  • Wenn ich 10 Mio Euro im Lotto gewinne, würde ich: ein riesiges Projekt in einem Entwicklungsstaat gründen und dort meine Finanzen reinstecken. Und ich würde mir einen kleinen Bus kaufen, diesen umbauen und um die Welt reisen.
  • Meine 3 Lieblingsmarken sind: Weleda, Sonnentor, Rituals
  • Dafür lohnt es sich zu kämpfen: für die Menschen, die man liebt und die Ziele, welche man hat.
  • Das größte Abenteuer meines Lebens: dieser Beruf
  • Das möchte ich noch erreichen: ich möchte ein bestimmtes Projekt unterstützen und meinen Beitrag dazu leisten.
  • Erfolg ist für mich: Zufriedenheit und Stabilität zu erreichen.

Wir Musical-Fans sagen „Danke fürs Gespräch“.

Mehr zu Anneke Brunekreeft auf Instagram.

Anneke Brunekreeft - Credits: Christian Ariel Heredia

Anneke Brunekreeft – Credits: Christian Ariel Heredia

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Wir Musical-Fans haben der Musicaldarstellerin Steffi Regner ein paar Fragen gestellt.

Steffi Regner wurde in Salzburg geboren und war schon von Kindheit mit der Musik verbunden. Sie lernte Klavier und machte im Kinderchor der Salzburger Dommusik ihre ersten Gesangserfahrungen. In ihrer Jugend begann Steffi mit Tanz- und Schauspielunterricht und entschloss sich 2012 an der Stage School Hamburg ihr Musicalstudium zu starten.

Nach ihrem Musical-Abschluss 2014 startete Steffi ein klassisch-pädagogisches Gesangsstudium am Hamburger Konservatorium, das sie 2019 erfolgreich abschloss.

Bisher war Steffi Regner u.a. in Phantom der Oper, Les Miserables, Sweeney Todd, Jesus Christ Superstar, Stille Nacht – ein Lied geht um die Welt, Cyrano De Bergerac, Mozart Superstar, Artus-Excalibur und Captured und in Die fabelhafte Welt der Amélie im Werk7 in München zu sehen.

In der Spielzeit 2024/2025 war Steffi Regner am Tiroler Landestheater als „Tribe“ in HAIR und im Sommer 2025 auf der Felsenbühne Staatz als Lisa Carew in JEKYLL & HYDE zu sehen. Ab Herbst 2025 geht sie als Violetta/Ensemble mit PRETTY WOMAN auf Tour.

Neben Musicalproduktionen singt Steffi auch gerne Konzerte, Gala- und Dinnershows oder auch bei Hochzeiten – und stand u.a. schon mit Hubert von Goisern, Angelika Kirchschlager, Cornelius Obonya und Hans Clarin auf der Bühne.

Das Interview wurde im September 2019 geführt.

War es immer dein Ziel auf der Bühne zu stehen oder hattet du einen anderen Berufswunsch?

Nein ich hatte nie einen anderen Berufswunsch! Mit 9 Jahren habe ich Hair im Wiener Raimund Theater gesehen- da wusste ich, das will ich auch!

Du hast deine Ausbildung zur Musicaldarstellerin an der Stage School Hamburg abgeschlossen und zusätzlich auch ein klassisch-pädagogisches Gesangsstudium am Hamburger Konservatorium absolviert. Was nimmst du aus deinen Ausbildungen mit?

Sehr viel Werkzeug, Basistraining und erste Erfahrungen rund um die Bühne. Worauf es dann beim Arbeiten wirklich ankommt, kann man aber erst in der Praxis lernen.

Stimmlich habe ich durch die beiden Studien zwei verschiedene musikalische Welten kennenlernen dürfen.

Was waren für dich die größten Herausforderungen in deiner ersten Zeit als Darstellerin?

Mich gut zu schminken 😉 Nein im Ernst, viele Kleinigkeiten die zum Job dazugehören musste ich erstmal kennenlernen. Auch mich selbst, wie ich z.B. mit Premierendruck und ständigen Auditions umgehen soll. Aber man bekommt mit der Zeit eine Art Routine, ich suche mir auch neue Herausforderungen und bin dann dankbar daran wachsen zu können. Das gehört zum Job, man darf sich nie ausruhen auf dem, was man schon kann.

Was würdest du jemanden raten, der Musicaldarsteller/-in werden möchte? Eine gute Entscheidung oder lieber nochmals durchdenken?

Eine fabelhafte Entscheidung wenn man die körperlichen und seelischen Vorraussetzungen dafür mitbringt, für das Musical brennt und nichts anderes in Frage kommt um glücklich zu werden im Job. Ich finde, wenn man sich bei all dem nicht 100%ig sicher ist, sollte man die Bühne lieber erstmal auf Amateurebene ausprobieren bevor man viel Zeit, Geld und unglaublich viel Energie in eine Profi- Ausbildung steckt. Wenn man sich dann dafür entschieden hat und die Ausbildung erfolgreich absolviert hat, heißt es dran bleiben, nicht aufgeben, Kontakte knüpfen und erste Erfahrungen sammeln.

Was braucht man aus deiner Sicht, um im Musicalbusiness erfolgreich zu sein?

Durchsetzungsvermögen, gute Selbsteinschätzung und -überzeugung, gutes Selbstmanagement, Glück und außerordentliches Talent gehören natürlich auch dazu. Dein Handwerk hast du zum Glück selbst in der Hand, das kannst du immer weiterentwickeln und daran feilen!

Wie ist es so in Rollen zu schlüpfen? Wie viel Steffi steckt in jeder Rolle?

Sehr spannend! Man lernt dadurch neue Facetten an sich kennen oder darf manche Seiten an sich ausleben, die im Alltag keinen Platz haben. Man kann natürlich eine Rolle nur mit dem füllen, was man selbst irgendwo hat, sonst wirkt es nicht authentisch. Ich glaube, dass es bei einer runden, glaubhaften Rolleninterpretation am Ende egal ist, wieviel Privatperson genau in der Rolle gesteckt hat.

Welche Rollen würden dich zukünftig besonders interessieren und warum?

Puh, viele 😉 Gesanglich ist für mich ist das klassische Musical natürlich sehr interessant, so wie Maria in West Side Story oder Maria in Sound of Music. Da kann ich meine beiden Studien reinstecken! Aber ich liebe auch die Musik der modernen Musicals, Ana in Frozen wäre z.B. ein Träumchen! Eine tolle Herausforderung wäre auch eine Rolle, in der man viel Singen und Tanzen darf, wie z.B. Bianca in Kiss me Kate.

Steffi Regner - Credits: Manuela Pickart

Steffi Regner – Credits: Manuela Pickart

Wie entwickelst du dich als Musicaldarstellerin weiter? Nimmst du Gesangs-, Schauspiel- und Tanzunterricht oder besuchst du Workshops?

Also bis jetzt hatte ich ja mein klassisches Studium mit regelmäßigem Gesangsunterricht. Nebenbei war ich aber auch bei Musical- Gesangslehrern, zur Vorbereitung von Auditionsongs. Die Auditionszenen bereite ich auch gerne mit ehemaligen Dozenten aus der Musicalausbildung vor.

In Tanzklassen war ich sooft es ging parallel zum Studium und den Produktionen, würde ich aber sehr gerne wieder öfters 😉 Zudem interessiert mich aber gerade Yoga, Atemtechniken und Mediation als Ausgleich und gute Ernährung sehr und ich versuche, mich darin weiterzubilden.

Du unterrichtest ja auch Gesang und Musical-Staging. Bist du lieber auf der Bühne oder als Pädagogin tätig?

Wenn ich es mir aussuchen kann, stehe ich lieber selbst auf der Bühne 😉 Mir macht das Unterrichten aber auch wirklich Spaß. Denn es ist erfüllend, die Freude der Schüler zu erleben, wenn man ihnen etwas gut vermitteln konnte. Außerdem lernt man selbst beim Unterrichten auch dazu. Also gerade zwischendurch richtig gerne Pädagogin, hauptsächlich Darstellerin 😉

Was möchtest du in 10 Jahren gerne machen? Bist du dann noch auf der Bühne? Bildest du junge Darsteller/-innen aus? Oder machst du vielleicht einen komplett anderen Job?

Puh, wenn man das so genau wüsste! Ich denke, in einer komplett anderen Branche würde ich nicht glücklich werden, egal in welchem Alter. Ganz loslassen wird mich die Musik und das Theater als denke ich nie. In welcher Funktion kann ich nicht voraussagen. Falls ich mal keine Lust mehr auf das viele Herumreisen habe, ist das Unterrichten sicher eine tolle Option! Bis ich offiziell Profis ausbilde, möchte ich aber erst selbst noch einiges an Erfahrung gesammelt haben!

Musikalische Einstudierung und Leitung kann ich mir auch gut vorstellen. Aber ob ich dafür gut genug Klavierspiele? 😉

Was hältst du von Social Media? Zwingend notwendig für eine/n Künstler/in?

Nein, einige Kollegen springen auf den Zug nicht auf und sind trotzdem sehr erfolgreich. Die waren aber vielleicht auch schon vor der Instagram- Zeit schon etabliert am Markt. Für jemanden neuen in der Branche ist es sicher ein wichtiges Mittel, um sich zu zeigen, Kontakte zu knüpfen, einen Eindruck von Kollegen zu bekommen und up-to-date zu bleiben was gerade in der Branche passiert. Meiner Erfahrung nach ist Social Media auch die schnellste Informationsquelle.

Wie stehst du generell zum Thema „Vermarktung“ deiner Person? Wie wichtig ist Marketing und Kommunikation für dich als Musicaldarstellerin?

Na das ist sehr wichtig! Eine Firma hat eine eigene Marketingabteilung, die dafür zuständig ist, wir müssen das für uns selbst sein! Kommunikation ist auch sehr wichtig. Als Künstler lebt man davon, Signale vom Gegenüber zu beobachten, sie aufzunehmen, zu verarbeiten und sich daraufhin gut auszudrücken. Sei es der Spielpartner, die anderen Mitarbeitern im Theater oder allen anderen Menschen.

Wie wichtig sind „Fans“ im Musicalbusiness und wie sind deine bisherigen Erfahrungen mit Fans?

Deren Unterstützung ist viel wert! Deren Rückmeldung, dass sie teilweise hunderte Kilometer für die Show auf sich genommen haben und ihnen die Show so viel Freude bereitet, ist wunderschön! Ich hab bis jetzt durchaus positive Erfahrungen mit Fans gehabt, weiß aber von Kollegen, dass das leider nicht immer so sein muss.

Warst du früher auch mal Fan von einer/m Musicaldarsteller/-in?

Es ist mir etwas peinlich, aber ja 😉 Meine Güte, andere in meinem Alter haben Pop- und Rockstars angehimmelt, ich hatte Herzrasen wenn ich damaligen Musicalstars gegenüber stand. Wenn ich jetzt mit Kollegen zusammenarbeiten darf, die ich früher total verehrt habe, ist das natürlich etwas ganz besonderes und ich muss mich erst einmal zwicken, dass das Wirklichkeit ist.

WIR MUSICAL-FANS sagen „Danke für das Gespräch“.

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Musicaldarstellerin, Schauspielerin, Tänzerin und Model Alexandra-Yoana Alexandrova hat 2018 das Studium „Musikalisches Unterhaltungstheater / Musical“ an der MUK – Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien abgeschlossen.

Davor machte Alexandra ihr Schauspieldiplom bei der Paritätischen Prüfungskommission der Bühnengewerkschaft Wien und absolvierte einen Bachelor (und fortwährenden Master) in „Theater-, Film- und Medienwissenschaft“ an der Universität Wien.

Alexandra spielte u.a. im Musical „GRIMM“ im Theater der Jugend in Wien, in „Here come the lovers“ im Theater im Zentrum in Wien, in „Jesus Christ Superstar“ auf der Felsenbühne Staatz, in der Operette „Der Vogelhändler“ bei den Schlossfestspielen Langenlois, in ANASTASIA – Das Broadway Musical im Stage Palladium Theater Stuttgart als Cover der Hauptrolle „Anja (Anastasia)“ und als Cross Swing, als Mina in DRACULA (Ulm), in GHOST – DAS MUSICAL im Stage Palladium Stuttgart), in der Titelrolle im Musical DIE SCHNEEKÖNIGIN. Außerdem war Alexandra an der Wiener Staatsoper, am Schauspielhaus Wien, an der Staatsoper Sofia und am Landestheater Schleswig-Holstein zu sehen. Als Solistin des Chors Lyspiger war sie auf Tournee in New York City und ist seit 2018 auch als Vocal-Coach tätig.

Alexandra war in Werbespots zu sehen bzw zu hören (u.a. HSE 24, XXXLutz Deutschland (mit Matthias Schweighöfer), PENNY Markt Österreich) und drehte Musikvideos und Filme (u. a. „Woman in Gold“ (USA), 2014). In der 2. Staffel von „I Can See Your Voice“ auf dem TV-Sender RTL konnte man Alexandra als singende Ballerina erleben. Mit dem Chors „Lyspiger“ war sie als Solistin auf Tournee in New York City.

2020 gewann Alexandra bei den „World Championships Of Performing Arts Virtual“ Gold in Schauspiel, Silber in Gesang und Bronze in Modeln und wäre ohne den Pandemie-bedingten Ausfall in der Rolle der Rosalia in WEST SIDE STORY bei den Seefestspielen Mörbisch im Burgenland zu sehen gewesen. 2021 spielte sie im Theater Ulm die Rolle der Mina in DRACULA und die Ellen (Cover) in MISS SAIGON im Wiener Raimundtheater (VBW – Vereinigte Bühnen Wien). Ab September 2022 war sie Ulla in „THE PRODUCERS“ am Det Ny Teater, Kopenhagen (DK) und hatte 2023 ihr erstes Solo Konzert in Schweden.

Am Landestheater in Linz war sie in SCHOOL OF ROCK als Rosalie Mullins in TOOTSIE als Suzie / Vokal-Trio 1, in DIE KÖNIGINNEN als F1 Maria Stuart und in DAS LICHT AUF DER PIAZZA als Franca Naccarelli zu sehen.

Bei den Thunerseespielen 2024 war Alexandra als Mary Poppins zu erleben und steht im Herbst 2024 in WONDERLAND am Landestheater Linz auf der Bühne.

Beim “Deutschen Musical Theater Preis 2024” wurde Alexandra-Yoana Alexandrova im Theater des Westens in Berlin als “Beste Darstellerin in einer Hauptrolle” ausgezeichnet.

Mehr zu Alexandra-Yoana Alexandrova auf KÜNSTLERFAMILIE.

Das Interview wurde im Juli 2019 geführt.

War es immer dein Ziel auf der Bühne zu stehen oder hattest du einen anderen Berufswunsch?

Da ich aus einer künstlerischen Familie stamme (Mutter Opernsängerin und Vater Balletttänzer) war ich schon seit der Kindheit immer mit auf der Bühne bzw. mit auf Tourneen und habe dieses Darstellerleben direkt mitbekommen und war ein Teil davon. Ich habe dadurch auch immer gesungen und getanzt, jedoch wollte ich meinen eigenen Weg zunächst nur im Schauspiel finden und vor allem im Film. Daher war die Bühne eine längere Zeit nur ein „Nebenjob“ für mich, indem ich beispielsweise an einem dänischen Schauspielhaus/Theater in Flensburg angestellt war, im Schleswig- Holsteinischen Landestheater gespielt habe oder als Sängerin Konzerte gehabt habe.

Ich habe dann in Wien mit mehreren Agenturen in der Film- und Werbebranche gearbeitet und habe durch mein Studium auch selbst Filme gedreht. Allerdings habe ich gemerkt, dass ich nur komplett erfüllt bin, wenn ich alle drei Sparten leben kann – und damit bin ich dann im Musical gelandet. Ich würde mich jedoch nie nur darauf begrenzen.

Ich arbeite immer noch auch in anderen künstlerischen Bereichen (vor und hinter der Bühne und Kamera) und werde mein Bestes tun auch diese Vielfältigkeit zu bewahren.

Du hast im Jahr 2018 deine Ausbildung zur Musicaldarstellerin in Wien abgeschlossen. Was nimmst du aus deiner Ausbildung mit?

Ich muss dazu sagen, dass ich das große Glück hatte mit drei Studiengangsleitern meinen Ausbildungsweg zu gehen (Erhard Pauer, Werner Sobotka und Michael Schnack) und dadurch waren die 4 Jahre unglaublich unterschiedlich! Jeder von ihnen hat etwas Eigenes mitgebracht, wovon man profitieren konnte – natürlich musste man sich als Student immer umstellen und anpassen, was nicht immer leicht war, aber schlussendlich bin ich nur unendlich dankbar, dass alles so gekommen ist.

Um die Frage zu beantworten: ich nehme ALLES mit! Ich bin in der Ausbildungszeit extrem als Persönlichkeit gewachsen, habe meine Talente entfalten können und wurde gut vorbereitet den Weg in die offene Welt gehen zu können. (Es ist jedoch immer alles anders als man es in der geschützten Universität hat, aber man hat die nötigen Attribute bekommen, um sich durchschlagen zu können.)

Alexandra-Yoana Alexandrova - Credits: Christian Schütz

Alexandra-Yoana Alexandrova – Credits: Christian Schütz

Was waren für dich die größten Herausforderungen in deiner ersten Zeit als Darstellerin?

An sich war für mich am Anfang (vor allem bei Stage Entertainment) das herausforderndste alle Grundregelungen in diesem Theaterbetrieb kennenzulernen, alle Termini und alle Prinzipien, um einen Alltag als angestellte Darstellerin richtig zu erfüllen. Das wird einem nämlich in der Universität nicht beigebracht – man lernt es in der Praxis. Dazu ist es natürlich körperlich sehr fordernd eine En Suite Produktion zu spielen mit 8 Shows in der Woche inkl. Proben tagsüber. Und dazu noch als Cover der Titelrolle und Cross Swing – wo ich ins gesamt 8 Rollen und Tracks absolut beherrschen muss – d. h. auch viel Konzentration und Kopfarbeit wurden da gefordert. Das alles unter einen Hut zu bekommen hat doch viel Zeit und Kraft in Anspruch genommen, bis es dann so wie jetzt, einfach automatisch funktioniert. Man gewöhnt sich an den Druck, aber ich denke in jeder neuen Produktion hat man anfangs den gleichen Stress. Bei mir war es nur zufällig das Glück und damit aber auch die Herausforderung direkt nach dem Abschluss in eine so große Produktion hineinzurutschen und direkt mit den Größten mithalten zu müssen, obwohl noch alles Neuland war (weil man kleinere Produktionen davor, meiner Erfahrung nach, damit nicht vergleichen kann.)

Was würdest du jemanden raten, der Musicaldarsteller/-in werden möchte? Eine gute Entscheidung oder lieber nochmals durchdenken?

Es ist immer schwierig jemanden etwas zu raten, was sein ganzen Leben verändern bzw. prägen würde. Es ist ein wundervoller Job, weil er so hervorragend vielfältig ist – jedoch verlangt er dein ganzes Ich. Man muss vollkommen darin aufgehen und es lieben, um überleben zu können, weil er auch wirklich harte Zeiten aufweisen kann. Aber ich bin ja nun wie gesagt noch nicht so lang in der Musicalbranche.

Allerdings finde ich, dass man jede Entscheidung grundsätzlich gut durchdenken sollte. Aber versuchen kann man alles und sollte man auch, bevor man es irgendwann bereut. Wenn man wirklich dafür gemacht ist, wird man jedoch nicht lang nachdenken, sondern es einfach tun, weil man nichts anderes machen möchte! 😉

Was braucht man aus deiner Sicht, um im Musicalbusiness erfolgreich zu sein?

Das ist eine schwierige Frage, die sich auch sicherlich jeder Musicaldarsteller mehrmals in seiner Karriere stellt. Ich persönlich glaube, dass viel Arbeit (tägliches Trainieren, singen, an sich arbeiten und zu Auditions gehen), Kraft, Wille, Glaube und selbstverständlich viel Talent die wichtigsten Zutaten sind.

Allerdings verändert sich leider die jetzige Welt in eine Richtung, wo eine enorme Social Media bzw. Web-Präsenz schon einiges an dem Erfolg ausmachen kann, und wenn man schon mehrere Produktionen gespielt hat und dann auch noch online aktiv ist, steigt man sehr hoch in der Erfolgsleiter.

Ich hoffe und glaube jedoch noch immer, dass in Europa die Musicals durch Talent besetzt werden und die Darsteller durch ihr Können berühmt werden und nicht durch solch andere Faktoren.

Jedoch: Erfolg ist immer subjektiv und daher schwer zu definieren.

Als Musicaldarsteller/-innen ist man ja oft unterwegs. Ist das für dich eher ein Vorteil oder würdest du einen fixen Wohnort bevorzugen?

Da ich diese Situation aus meiner Familie wie gesagt kenne, bin ich es gewohnt. Ich bin auch immer wieder gern offen für neue Städte und Länder, weil ich ein sehr neugieriger und wissensbegieriger Mensch bin. Allerdings fände ich es für das Privatleben schon von Vorteil, wenn man zumindest eine Base hat, die man sein Zuhause und Zufluchtsort nennen kann.

Alexandra-Yoana Alexandrova - Credits: Christian Schütz

Alexandra-Yoana Alexandrova – Credits: Christian Schütz

Wie ist es so in Rollen zu schlüpfen? Wie viel Alexandra steckt in jeder Rolle?

Das kommt immer darauf an welche Schauspieltechnik oder Methode ich für welche Rolle verwende. Man hat natürlich in jeder Rolle sich selbst darin, da die Rolle eben aus dem eigenen Fleisch und Blut verkörpert wird und die Rolle eben so aussieht wie man aussieht und auch so klingt wie man selbst eben klingt. 😉

Es kommt aber darauf an, was man spielen muss und wie sehr man sich selbst schützen möchte bzw. es emotional an sich ran lassen möchte. Und was ich mit Technik meinte ist, dass man z. B. mit einer „Lee Strasberg“ Methode aus den USA nur mit eigenen Erinnerungen die Rolle baut und damit gibt man sich selbst in die Rolle hinein mit den eigenen Leben – damit wäre viel mehr Alexandra in einer Rolle, als wenn man die Rolle andersrum in sich hinein schlüpfen lässt und nur auf den Text hört und damit die Rolle führen lässt.

Ich liebe alle Methoden, weil jede Rolle unterschiedlich ist. Und genau das finde ich auch an Theater so spannend – man lebt nicht nur sein eigenes Leben, sondern taucht auch in Andere hinein, somit wird es nie langweilig.

Welche Rollen würden dich zukünftig besonders interessieren und warum?

Ich würde es lieben einmal eine Jasmin (Aladdin) und eine Esmeralda (Der Glöckner von Notre Dame) zu spielen, da es beide südländische starke Persönlichkeiten sind, die von der Art her beide zu mir passen.

Allerdings ist es auch ein Traum von mir einmal eine Mary Poppins zu spielen, da ich es vom Verhalten und dem gesanglichen Klassischen, sowie auch vom Äußerlichen meiner Meinung nach gut verkörpern könnte.

Doch auch die „bösen“ Frauen wie Elphaba (Wicked) sowie Morgana (Artus Excalibur) haben mich schon immer sehr gereizt. Das starke dunkle Rollen auch ihre Schwächen haben und Gründe haben, so geworden zu sein, ist das spannende dem Publikum nahezubringen.

Andere Wunschrollen wären z. B. : Vivian (Pretty Woman), Eliza (Hamilton), Ellen (Miss Saigon), Sarah (Tanz der Vampire) etc.

Ich muss jedoch sagen, dass ich jede Rolle, die ich für eine Audition vorbereiten musste, einmal spielen möchte, da man sich doch sehr damit beschäftigt und die Seele dieser Rolle kennen- und verstehen lernt. Ich war auch für zwei Hauptrollen in Produktionen 2019 noch auf Hold, von daher man weiß nie was passiert.

Was möchtest du in 10 Jahren gerne machen? Bist du dann noch auf der Bühne oder machst du vielleicht einen komplett anderen Job?

Wie schon gesagt, kann es bei mir alles sein, solang es in der sogenannten Künstlerbranche ist. Ich mache auch gerade mein Photographie und Video Diplom und hoffe, dass ich mich damit auch noch irgendwann mit eigener Agentur selbständig machen kann. An sich hoffe ich jedoch, dass ich in 10 Jahren noch auf der Bühne stehe, jedoch auch in anderen Hinsichten mich geschafft habe weiterzuentwickeln, sodass ich vielleicht auch ein paar Treppen höher spielen kann.

Alexandra-Yoana Alexandrova - Credits: Florian Bach

Alexandra-Yoana Alexandrova – Credits: Florian Bach

Wie entwickelst du dich als Musicaldarsteller/-in weiter? Nimmst du Gesangs-, Schauspiel- und Tanzunterricht oder besuchst du Workshops?

Ich arbeite auf jeden Fall sehr viel an mir: mit mir selbst, Kollegen und anderen Darstellern oder auch Dozenten.

Ich besuche auch Workshops soweit es zeitlich geht.

Tanztraining ist im Theater geboten, aber Gesangsunterricht ist etwas komplizierter, wenn man seinen Lehrer nicht in der Stadt hat. Aber ich mache meine Übungen und versuche mich und meine Stimme immer weiter selbst kennenzulernen und zu unterrichten, soweit es eben geht, bis man eine Gesangsstunde woanders nehmen kann.

Praxis ist sehr wichtig, jedoch lese ich auch viel darüber in Theorie und versuche diese umzusetzen.

Was hältst du von Social Media? Zwingend notwendig für eine/n Künstler/in?

Wie schon oben kurz erwähnt, glaube ich nicht, dass es notwendig ist um ein guter Darsteller auf der Bühne zu sein und damit Fans zu haben! Allerdings ist es nun eben so, dass es gefragt ist, besonders um eine größere internationale Reichweite zu bekommen. Manche bekommen sogar dadurch Jobangebote wie Konzerte oder Commercials, wenn man es richtig nutzt und auch professionellen Content zu Verfügung stellt.

Ich habe auch Social Media Kanäle, jedoch bin ich vielleicht noch nicht so aktiv wie andere Musicaldarsteller, da ich glaube, dass es nur Sinn macht viel von sich Preis zu geben, wenn auch dafür Interesse besteht – sprich, wenn man genug Followers hat. Ich mache es manchmal auch gern, wenn ich auch z.B Anfragen bekomme und manchmal brauch ich auch meine Privatsphäre – es ist ganz unterschiedlich.

Aber an sich gilt für mich: Angebot und Nachfrage. Wenn ich auf einmal mehr Followers bekommen würde, die auch mehr von mir sehen möchten und dadurch ein Stein ins Rollen kommt, mit dessen Umsetzung ich einverstanden bin, wäre ich auch bereit aktiver auf Instagram und Facebook zu sein.

Aber zu versuchen künstlich mehr Follower zu bekommen um evtl. dadurch beliebter in der Branche zu sein, mache ich nicht.

Wie stehst du generell zum Thema „Vermarktung“ deiner Person? Wie wichtig ist Marketing und Kommunikation für dich als Musicaldarsteller/-innen?

Ich finde es kommt ganz darauf an, wie man sich vermarktet. Man ist als Darsteller oft ein Produkt, welches zum Beispiel von Agenturen oder Regisseuren an Produktionsfirmen angeboten wird und man muss sich dann bei Castings/Auditions beweisen. Und damit man dorthin kommt, braucht man Kontakte. D. h. Man muss sich vermarkten, bzw. besser gesagt, auf den Markt bringen! Dazu gehört an erster Stelle Kommunikation mit den richtigen Ansprechpartnern.

Eine gute Homepage und Material wie Fotos/Audios/Videos sind meiner Meinung nach verpflichtend, damit man sie versenden kann und sich damit präsentieren kann. Ich finde es also sehr wichtig, allerdings nur um dorthin zu kommen, wo man dann die Möglichkeit bekommt zu zeigen was man kann.

Sich jedoch online anders zu vermarkten als man eigentlich ist, finde ich persönlich nicht richtig und nicht zielführend. Man sollte sich geben wie man ist und sich nicht verstellen, nur um den Idealen der Social Media zu entsprechen und deren Regelungen zu folgen.

Wie wichtig sind „Fans“ im Musicalbusiness und wie sind deine bisherigen Erfahrungen mit Fans?

So wie ich erfahren habe, sind Fans sogar sehr wichtig. Sie unterstützen die Darsteller mit positiven Briefen und Nachrichten, mit Geschenken an der Stage Door und füllen tagtäglich die Zuschauerräume, da sie sogar mehrmals eine Show sehen und teilweise von weit weg dafür anreisen. Dafür haben sie meinen Größten Respekt!

Ich habe tatsächlich nur positive Erfahrungen mit Fans und ich denke jeder Darsteller macht dieses Business auch irgendwo um zu gefallen und Fans geben einem genau das – den Applaus als tägliches Brot und auch noch mündlich die Zusage für eine harte Arbeit, die man gerade hinter sich hat. Ich freue mich immer und bin dankbar, wenn Fans teilweise sogar spät Abends im Regen auf mich warten nach einer Anja-Show! Dadurch, dass ich auch noch neu in der Branche bin und so herzlich empfangen werde, ehrt mich das sehr!

Warst du früher auch mal Fan von einer/m Musicaldarsteller/-in?

Ich habe nie so wirklich in der Musicalwelt gelebt, bevor ich nicht selbst als Darstellerin ein Teil davon würde. Ich hatte auch noch nicht so viele Musicals gesehen, bevor ich nicht selbst angefangen hatte sie zu spielen. Einfach weil es mir nicht um die Musicals an sich geht, sondern darum sie selbst zu performen 😉

Ich habe jedoch tatsächlich einen Musicaldarsteller sehr gut gefunden (würde mich jedoch nie als typischen Fan bezeichnen) und hätte damals nicht gedacht, dass ich dann später mit ihm zusammen auf der Bühne stehen würde und ihn durch Proben auch persönlich kennen lernen würde. Das war Mark Seibert, den ich als Tod in Elisabeth gesehen hatte…… , das weiß er jedoch glaube ich nicht haha – nun wenn er das lesen sollte, weiß er es 😉

Dazu habe ich auch mit Annemieke van Dam und Pia Douwes gearbeitet, welche ich auch als Darstellerinnen sehe, von denen ich viel lernen kann. Sabrina Weckerlin habe ich nie persönlich kennengelernt, finde sie jedoch eine wundervolle Sängerin und könnte mich sogar ein bisschen als einen Fan von ihr bezeichnen.

An sich habe ich sehr großen Respekt vor jedem in dieser Branche, denn um sich eine lange Jahre große Karriere zu erhalten mit vielen Hauptrollen, braucht man viel Talent, Kraft und harte Arbeit!

„Wir Musical-Fans“ sagen „Danke fürs Gespräch“.

Mehr zu Alexandra-Yoana Alexandrova auf ihrer Website, Instagram, Facebook, YouTube, Spotify und KÜNSTLERFAMILIE.

Alexandra-Yoana Alexandrova - Credits: Jan Frankl

Alexandra-Yoana Alexandrova – Credits: Jan Frankl

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Alexander Auler wurde in Gütersloh geboren und begann schon mit 9 Jahren mit dem Trompete spielen. 2017 war er Finalist beim Bundesgesangswettbewerb und schloss 2019 sein Musicalstudium an der Universität der Künste in Berlin ab.

Schon während seines Studiums war Alex u.a. als Tybalt und Romeo in „Lieber Tod“ und als Stefan Berger in „Welcome to Hell“ an der Neuköllner Oper, als Artie Green in „Sunset Boulevard“ an den Vereinigten Bühnen Bozen und als Chorsänger bei „Disney´s Der Glöckner von Notre Dame“ im Stage Apollo Theater Stuttgart.

Im Herbst 2019 gab Alex als Munkustrap in CATS sein Debüt an den Vereinigten Bühnen Wien.

Das Interview wurde im Oktober 2019 geführt.

War es immer dein Ziel auf der Bühne zu stehen oder hattet du einen anderen Berufswunsch?

Ich würde sagen, dass ich relativ spät zum Musical gekommen bin, bei meiner Aufnahmeprüfung war ich 21 Jahre alt.

Nach dem Abitur wusste ich nicht so richtig, was ich machen möchte und dachte, dass ein Studium so richtungsweisend ist, dass ich erstmal eine Ausbildung zum Industriekaufmann abgeschlossen habe. Das war alles gut aber irgendwie habe ich gemerkt, dass das nicht das ist, was ich den Rest meines Lebens machen möchte.

Ich habe aber immer Musik gemacht und war Theater-interessiert, weshalb ich es dann mit der Aufnahmeprüfung in Berlin probiert habe. Glücklicherweise hat es geklappt.

Du hast 2019 dein Musicalstudium an der Universität der Künste in Berlin abgeschlossen. Was nimmst du aus deiner Ausbildung mit?

Ich hatte wahnsinnig tolle vier Jahre, von denen ich noch nicht ganz glauben kann, dass sie so schnell vergangen sind.

Bevor ich an die Uni kam, habe ich weder Gesangs-, noch Schauspiel- geschweige Tanzunterricht genommen. Ich hatte also keine wirklichen Kenntnisse in den drei Sparten. Grob gesagt nehme ich aus meinem Studium die Fähigkeiten mit, mich bei Auditions mit meinen Stärken zu präsentieren. Wir nennen das bei uns oft das „eigene Paket schnüren lernen“. Nicht jeder kann alles gleich gut, das ist oft ganz normal. Trotzdem braucht es idealerweise gute Fähigkeiten in allen drei Bereichen.

Aber es gibt natürlich noch so viel mehr, was man aus so einem Studium mitnimmt, was einem erst sukzessive bewusst wird. Manches muss erst noch verarbeitet werden, manches merkt man plötzlich in Proben oder in Auditions. Ich merke zB sehr oft gerade im Tanz, dass ich Momente habe, in denen ich denke: „Ach, das wollte mein Jazzdozent von mir.“ Das sind dann schöne Momente für mich, weil ich merke, dass sich etwas gesetzt hat und mir klar geworden ist.

Wir haben ja auch mehrere Uni-Projekte, in denen wir auch in Bereichen wie Dramaturgie und Stückentwicklung Einblicke bekommen und auch ganz banal lernen, wie ein Theaterbetrieb funktioniert, was dort für Regeln gelten, wie man sich zu verhalten hat, wer für was zuständig ist etc.

Was sind für dich die größten Herausforderungen als junger Musicaldarsteller?

Für mich als junger Musicaldarsteller ist es eine große Herausforderung hier in Wien in meinem ersten Longrun zu lernen, wie ich meine Kräfte einteile.

CATS ist ein physisch und stimmlich so unfassbar anstrengendes Stück, dass ich erstmal lernen muss, meine Kapazitäten einzuteilen und nicht alle Energie zu verfeuern und dann nicht in der Lage zu sein, sieben oder acht Shows in der Woche auf einem hohen Level zu performen.

Was würdest du jemanden raten, der Musicaldarsteller/-in werden möchte? Eine gute Entscheidung oder lieber nochmals durchdenken?

Ich bin ein eher verkopfter Mensch, aber ich finde, wenn man den absoluten Wunsch hat Musicaldarsteller/-in zu werden, dann sollte man diesen Wunsch auf jeden Fall verfolgen. Ich finde es nur wichtig zu wissen, dass es sehr viel harte Arbeit bedeutet, dass es bedeutet, immer wieder mit seinen persönlichen Grenzen konfrontiert zu werden und dass ein Studium/eine Ausbildung in diesem Bereich sehr sehr anstrengend ist.

Schon oft habe ich von sehr jungen Schülern/Schülerinnen gehört, die sich unter dem Beruf Musicaldarsteller eher die glitzernde, schillernde Musicalwelt vorstellen.

Diese Seite kann es natürlich haben, das ist aber bei weitem nicht der größte Anteil.

Was braucht man aus deiner Sicht, um im Musicalbusiness erfolgreich zu sein?

Eigentlich kann ich diese Frage nicht beantworten.

Was mich nachhaltig beeindruckt hat von Darsteller-/innen ist immer eine Authentizität, eine auf dem Boden gebliebene Ausstrahlung, egal welche Erfolg man gefeiert hat, und natürlich ganz banal, ein hohes Maß an Können.

Ich denke aber, dass Erfolg auch immer eine Art Glückssache ist, deshalb habe ich dafür keine definitive Antwort.

Alexander Auler - Credits: privat

Alexander Auler – Credits: privat

Wie ist es so in Rollen zu schlüpfen? Wie viel Alex steckt in jeder Rolle?

Das ist ja genau das, was diesen Beruf so schön macht. Das „in verschiedenen Rollen schlüpfen“. Für mich ist das ein wahnsinnig spannender Prozess und immer wieder eine Reise, auf die man sich begibt.

Ich denke, in meinen Rollen steckt ein sehr grosser „Alex-Anteil“. Ich hatte bis jetzt das Glück, Rollen zu spielen, die sehr nah an mir dran liegen. Sei es ein G20 Polizist, der mit der gesamten politischen, gesellschaftlichen Situation unzufrieden und mit seiner Beziehung überfordert ist, oder auch der beste Freund von Joe Gillis in Sunset, der bemerkt, dass sein Freund eine andere Vorstellung von Freundschaft und Loyalität hat als er.

Dennoch freu ich mich auf Rollen, die weiter weg sind von dem, was mich ausmacht. Da auf die Suche zu gehen, das zu füllen und zu erleben, finde ich wahnsinnig spannend.

Du bist seit Herbst 2019 in der Wiener Produktion von CATS im Ronacher als Munkustrap zu sehen. Was ist so faszinierend an CATS und was fasziniert dich an deiner Rolle des Munkustrap besonders?

CATS ist seit Jahrzehnten ein Meisterwerk und kann Besucherzahlen vorweisen wie kaum ein anderes Musical. Ich sehe jeden Abend sowohl Kinder als auch Erwachsene bei uns im Theater, die einen tollen Theaterabend erleben und das gibt mir natürlich enorm viel.

Wie ich schon gesagt habe, sind die Anforderungen im Bereich Schauspiel, Gesang aber vor allem Tanz für die gesamte Cast enorm. Und jeden Abend auf diese Reise zu gehen, sowohl für das Publikum als auch für mich als Mensch und Darsteller ist ein Geschenk und ich entdecke da auch immer wieder neue Aspekte und Gedanken. Unser Set ist riesig, unser Orchester umfasst 27 Menschen, wir haben eine große Cast, die jeden Abend auf der Bühne steht. Das ist einfach eine Energie, die jeden Abend sehr besonders macht.

Am Munkustrap reizt mich besonders, dass er mir sehr ähnlich ist, wie ich finde. Für das Stück ist er erstmal eine interessante Rolle, weil er nicht vorgestellt wird, wie viele der anderen Katzen, er aber trotzdem, in der Abwesenheit von Alt Deuteronimus, der Beschützer und Anführer des Tribes ist. Zusätzlich hat er eine Erzählerrolle und bezieht quasi die Menschen aus dem Publikum in das Geschehen auf der Bühne ein. Persönlich mag ich die Rolle, weil Munkustrap, so wie ich, gerne den Überblick hat und weiss, was gerade passiert. Ausserdem möchte er, dass es allen gut geht, und dass alle in Sicherheit sind. Er hat aber auch eine Entwicklung und muss am Ende doch lernen, dass die Überzeugungen und Ideale, denen er immer gefolgt ist, vielleicht auch nicht nur nach dem Schwarz-Weiss-Prinzip funktionieren, sondern, dass Empathie und Einfühlungsvermögen mehr mit ihm machen, als er gedacht hatte.

Welche Rollen würden dich zukünftig besonders interessieren und warum?

Viele!

Generell reizt mich Stephen Sondheim, die Musik ist so komplex und intelligent. Into the woods zB, Sweeney Todd, Company, Sunday in the Park with George. Da sind tolle Rollen für mich dabei. Phantom der Oper – Phantom und Raoul, grandiose Musik und auch ein Meisterwerk wie CATS. Les Misérables – Enjolras/Javert – in diesem Musical mitzuspielen ist mein großer Traum!

Und viele viele mehr!!!

Wie entwickelst du dich als Musicaldarsteller weiter? Nimmst du Gesangs-, Schauspiel- und Tanzunterricht oder besuchst du Workshops?

Die Weiterentwicklung ist ein wichtiges Thema, ich bin ja nie fertig. Mit zunehmenden Alter oder anderen Stücken, verändern sich ja auch die Anforderungen. Dem möchte ich natürlich gerecht werden und deshalb ist es wichtig, dass ich mir da auch die Zeit nehme, weiter an mir zu arbeiten.

Ich habe in der Uni z.B. jede Gesangsstunde aufgenommen, die ich für mich weiterhin durchgehe, und wenn dann die Zeit es zulässt, sind Schauspiel- und Tanzworkshops natürlich wichtig und wertvoll.

Oft lege ich aber auch Wert auf den Input von Kollegen, wenn man sich austauscht. Ich schätze es deshalb so sehr, dass ich so viele tolle Kollegen in der CATS Cast habe, von denen ich so viel lernen kann und deren Aussagen ich sehr schätze und mir zu Herzen nehme.

Was möchtest du in 10 Jahren gerne machen? Bist du dann noch auf der Bühne oder machst du vielleicht einen komplett anderen Job?

Das ist eine lange Zeit, da kann so viel passieren. Ich kann da keine Voraussagungen machen. Ich hoffe, dass ich in 10 Jahren noch immer den Job ausübe, der mir Spaß macht, dass ich zufrieden und glücklich bin und ein erfüllendes Privatleben habe.

Alexander Auler - Credits: Juliane Blume

Alexander Auler – Credits: Juliane Blume

Was hältst du von Social Media? Zwingend notwendig für eine/n Künstler/in?

Es ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite ist die Vernetzung und die Digitalisierung der Gesellschaft goldwert und wahnsinnig wichtig. Auf der anderen Seite finde ich mehr als erschreckend, wie manche Menschen im Schatten der Anonymität des Internets Hassbotschaften verbreiten und diffamieren und Inhalte vertreten, die ich absolut nicht teilen und verstehen kann.

Für uns als Künstler finde ich die Präsenz im Social Media wichtig, aber nicht zwingend notwendig. Ich mag den Austausch und die Erreichbarkeit. Aber ich finde, das ist ein Thema, was jeder für sich selber entscheiden muss, da manche Inhalte oft auch ziemlich persönlich sind.

Wie stehst du generell zum Thema „Vermarktung“ deiner Person? Wie wichtig ist Marketing und Kommunikation für dich als Musicaldarsteller?

Da ich ausgebildeter Industriekaufmann bin, kenne ich mich mit dem Bereich Vermarktung (der Person) gut aus und finde das auch relativ wichtig.

Diese Zeit ist so schnelllebig, gerade auch in unserem Business und es besteht die Gefahr, aus den Köpfen der Leute, sei es Regisseure, Intendanten, Fans etc, zu verschwinden. Ich halte es deshalb für wichtig, da offen in die Kommunikation und den Austausch zu gehen und auch regelmäßig über Spieldaten, Engagements, Infos rund um das Theater zu informieren.

Wie bei allem ist hier aber auch das Mittelmaß gesund. Man kann es da auch übertreiben, gerade im Social Media. Wenn es so weit ist, dass ich täglich mein Mittagessen poste oder auch gar nicht mehr ohne leben kann, läuft irgendetwas schief, meiner Meinung nach.

Wie wichtig sind „Fans“ im Musicalbusiness und wie sind deine bisherigen Erfahrungen mit Fans?

Ich denke der Großteil der Darsteller übt diesen Beruf aus, weil wir berühren und Menschen erreichen wollen, weil wir etwas von uns erzählen wollen. Ich freue mich über jeden, bei dem ich das schaffe und bin dankbar für jedes nette Gespräch an der Stage door oder im Social Media. Ich finde es auch erstaunlich, wie viel manche Fans auf sich nehmen, sei es der Ticketpreis oder die teilweise sehr lange Anreise, um ein Stück oder manche Darsteller zu sehen. Ich finde es schön, dass wir mit unserer Arbeit Menschen so bewegen können.

Ich habe bisher nur angenehme Erfahrungen gemacht. Gerade zur CATS Premiere mit den vielen Previews, die wir hatten, habe ich viele wohlwollende und nette Nachrichten erhalten und Gespräche gehabt. Und ich bin mir sicher, dass das mit gegenseitigem Respekt in Zukunft auch so weitergehen wird und freue mich auf viele weitere Gespräche.

Bist du auch Fan von einer/m Musicaldarsteller/-in?

Jetzt wo ich langsam anfange, mehrere Kollegen kennenzulernen, kann ich sagen, dass es so viele phantastische Musicaldarsteller und -darstellerinnen gibt, dass ich mich da gar nicht auf jemand Bestimmtes festlegen mag. Ich freu mich auf den gegenseitigen Austausch und darauf, von allen zu lernen.

WIR MUSICAL-FANS sagen „Danke für das Gespräch“.

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Alexander Auler - Credits: Christian David Gebert

Alexander Auler – Credits: Christian David Gebert

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Celina Dos Santos wurde in der Nähe von Aachen geboren und schloss ihr Musicalstudium in Wien an der MUK (Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien) im Juni 2019 ab.

Schon während ihres Studiums war Celina in einigen Produktionen auf der Bühne – u.a. im Renaissancetheater Wien, Theater im Zentrum, Theatercouch Wien, Armes Theater Wien und im MUK-Theater. Dabei arbeitete sie u.a. mit Werner Sobotka, Ruth Brauer-Kvam, Michael Schnack, Marion Dimali, Erhard Pauer, Wolfgang Türks, Christian Peter Hauser und Timo Tatzber zusammen.

Neben ihrer Tätigkeit als Darstellerin übersetzt und bearbeitet sie Stücke, wie zum Beispiel das Musical „The Theory of Relativity“, welche sie gemeinsam mit Timo Tatzber erstmalig vollständige übersetzte.

Außerdem tanzte sie bei der Jazzcompany „Sophisticated Showstars“ unter der Leitung von Ramesh Nair.

Im September 2019 startete Celina Dos Santos neben David Arnsperger, Karsten Kenzel, Sanne Mieloo und Lukas Sandmann als neues Musicalensemble-Mitglieder des Landestheaters Linz und war u.a. zu sehen in CATCH ME IF YOU CAN, WIE IM HIMMEL, TITANIC, SONGS FOR A NEW WORLD, FUN HOUSE, TOOTSIE und SCHOOL OF ROCK,

Mit der Uraufführung DIE WELLE war sie als beste Nebendarstellerin beim deutschen Musical Theater Preis 2021 nominiert und gewann mit ihren Kolleg:innen unter anderem die Kategorie Bestes Musical 2021.

2024 war Celina Dos Santos in KU`DAMM 59 als Monika Schöllack zu sehen und steht 2025 in der Wiederaufnahme von ROMEO & JULIA – LIEBE IST ALLES – dem Erfolgsmusical von Peter Plate, Ulf Leo Sommer und Joshua Lange – auf der Bühne des Stage Theater des Westens in Berlin.

Das Interview wurde im Dezember 2019 geführt.

War es immer dein Ziel auf der Bühne zu stehen oder hattest du einen anderen Berufswunsch?
Ich hatte schon einige Berufswünsche. Angefangen beim Allermädchenwunsch Vollzeitprinzessin, über Lehrerin und Blumenhändlerin, Feenkönigen oder Squaw, Astronautin oder Malerin und später als es ernster wurde, wollte ich dann recht lang Logopädin werden. Letztendlich habe ich dann irgendwie alle Wünsche im jetzigen Beruf vereint, schließlich ist man am Theater ständig irgendwer anderes.

Du hast 2019 deine Ausbildung an der MUK (Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien) abgeschlossen. Was nimmst du aus deiner Ausbildung mit?
Die größte Überraschung war für mich, wie gut die MUK uns tatsächlich auf den Beruf vorbereitet. Man bekommt im Unialltagsstress, in dem man permanent an sich feilt und nie zufrieden ist, nur selten mit, was eigentlich schon ganz gut läuft. Dass man doch nach vier Jahren bereit ist, in großen, wie in kleinen Rollen gut auf der Bühne zu sein und dass man im ganz normalen Musicalbusiness mitschwimmen kann, muss man erstmal entdecken.
In den vier Jahren setzt man sich ständig mit sich selbst auseinander. Man wird täglich damit konfrontiert, in welchen Bereichen man sich schon sicher fühlt oder was man eben noch nicht so kann, wie man im Ensemble funktioniert, wie man Alleinunterhalter ist und wo man mal hinmöchte und das meistens in einem Alter, in dem man noch keinen Schimmer davon hat, wer man überhaupt ist. Es passiert so viel. So viel Aufregendes und Schönes und so viel Selbstzweifel und Drama. Am Ende macht es einen irgendwie aus und ich hab gemerkt, dass der Weg, auf dem ich mich gerade befindet, vielleicht ein ganz guter ist.

Und das Beste, was ich mitnehme: wirklich, wirklich gute Freunde!

Was waren für dich die größten Herausforderungen in deiner ersten Zeit als Darstellerin?
Ab dem Zeitpunkt, wo man aus der Ausbildung in den Beruf wechselt, ist man ganz allein für sein Können und seine Baustellen verantwortlich. Es ist mein Verdienst, was ich aus einer Rolle mache und so liegt es gleichzeitig auch in meiner Hand, mir Hilfe zu holen, wenn ich sie brauche. Wenn diese Lehrer-Schüler-Beziehung, von der man oft genervt empfindet, dass man alleine alles besser wüsste, zu Ende geht, fällt auch ein gewisser Schutz und die ein oder andere Ausrede weg.
Und tatsächlich gesund zu bleiben, jede Erkältung ist mühsam!

Was braucht man aus deiner Sicht, um im Musicalbusiness erfolgreich zu sein?
Ich glaube neben eines solide gelernten Handwerks, sehr an den Zauber. Das Glitzern in den Augen. Dem Publikum den Spaß zu vermitteln. Die Ausstrahlung – das bleibt mir bei anderen Darsteller im Gedächtnis. Und ein bisschen Glück natürlich.

Musicaldarsteller vereinen ja den Mix aus Gesang, Schauspiel und Tanz. In welchem dieser drei Bereiche fühlst du dich am wohlsten?
Am Anfang meines Studiums fiel es mir recht schwer meine absolute Stärke in einem der drei Bereiche zu finden. In meinem Jahrgang gab es starke SängerInnen und gute TänzerInnen und ich war immer irgendwo dazwischen und damit nicht immer glücklich. Ich hab ein wenig gebraucht, um zu begreifen, dass ich einfach am liebsten alle drei Sachen gleichzeitig mache – Musical eben.

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Wie ist es so in Rollen zu schlüpfen? Wie viel Celina steckt in jeder Rolle?
Ich finde, jede Rolle ruft unterschiedliche Seiten in einem selbst hervor. Manche, die man täglich zeigt, manche, die man viel zu selten zeigt und manche, die man im Alltag nie zeigen könnte. Ich mag, diese Seiten zu suchen und zu finden, auch, wenn das nicht immer angenehm ist.
Ich wurde bis jetzt für Rollen besetzt, die, wie ich glaube, mir sehr nahe liegen. Die Frage ist also vielleicht eher wie viel Kat oder Mary oder Hilde letztendlich in mir stecken.

Welche Rollen würden dich zukünftig besonders interessieren und warum?
Vermutlich sind das Rollen, die ich noch gar nicht kenne. Ich liebe es, neue Rollen zu entwickeln, die überhaupt noch niemand gespielt hat. Die Mischung aus der Möglichkeit, alles zu probieren und seinem Instinkt zu folgen und dem Risiko, die Rolle für andere verständlich zu gestalten, find ich die größte Freiheit im Beruf.

Celina Dos Santos - Credits: Marco Sommer

Celina Dos Santos – Credits: Marco Sommer

Was hältst du von Social Media? Zwingend notwendig für eine/n Künstler/in?
Ich bin ganz schlecht darin. Ich überlege auch immer zehn Mal, bevor ich etwas poste. Finden die Leute es nervig oder sogar abgehoben, wenn ich etwas über meinen Job poste oder interessant, weil es eben nicht der alltäglichste Job ist? Ich frage dann immer eine Hand voll Freundinnen, weil ich auch unglaublich schwer einschätzen kann, was die Masse so lesen und sehen möchte. Ich glaube aber, dass es total seine Berechtigung hat und genug Darsteller sind auch sehr erfolgreich damit. Das steht aber definitiv auf meiner To-Do-List; auf Social Media mehr Erfahrungen zu sammeln und mutiger zu werden. Vielleicht liegt der Schlüssel auch darin, wie viele Kollegen Berufliches und Privates zu trennen – wobei ich mich dazu bis jetzt nie durchringen konnte.

Wie stehst du generell zum Thema „Vermarktung“ deiner Person? Wie wichtig ist Marketing und Kommunikation für dich als Musicaldarstellerin?
Ich glaube, den sogenannten „richtigen“ Leuten die richtigen Dinge von dir zu erzählen, trägt schon einen großen Teil zu deinem Bekanntheitsgrad bei. Und je mehr Menschen dich kennen und wissen, was du so machst, desto mehr Chancen hast du, bei Projekten dabei zu sein, die du schon immer mal machen wolltest oder die dich weiterbringen. Gerade, weil man als Darsteller noch so viel mehr als Musical machen kann, ist es doch super, wenn der ein oder andere dich im Hinterkopf hat und mal für einen Werbedreh oder Synchronsprecherjob vorschlagen kann. Auch wenn es sich oft (noch) komisch anfühlt, sich jemandem bei einem Glas Sekt einfach so vorzustellen.

Wie wichtig sind „Fans“ im Musicalbusiness und wie sind deine bisherigen Erfahrungen mit Fans?
Da bin ich ehrlich gesagt, noch Neuling auf allen Ebenen. So bin ich immer noch erstaunt, wenn plötzlich jemand ein Autogramm von mir haben möchte!

Bist du auch Fan von einer/m Musicaldarsteller/-in?
Nein, so direkt nicht, aber ich bin oft genug völlig begeistert von anderen Kollegen.

Was ist dein Lebensmotto und warum?
„Der Clown ist die wichtigste Mahlzeit des Tages.“, weil das Leben so viel einfacher ist, wenn man genug über sich selbst und mit anderen lachen kann. Und schöner ist es auch!

„Wir Musical-Fans“ sagen „Danke fürs Gespräch“.
Mehr zu Celina Dos Santos auf Instagram

Celina Dos Santos - Credits: Jan Frankl

Celina Dos Santos – Credits: Jan Frankl

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Nicole Klünsner wurde in Wien geboren und hat ihre Musicalausbildung an der Performing Academy in Wien abgeschlossen.

Vor dieser Ausbildung nahm sie mehrere Jahre Gesangsunterricht bei Annemieke van Dam, machte von 2016 – 2018 Sommer Workshops an der Stage School Hamburg und war zehn Jahre lang im Kindermusicalverein „Rabauki“.

Schon während ihrer Ausbildung bekam Nicole Klünsner ihr erstes Engagement in „CARMEN – das Musical“ (Musicalsommer Winzendorf). Danach war Nicole in „HEIDI – mal deine Wünsche in den Himmel“ im Theater Akzent und „LITTLE WOMEN“ in der Europahalle Mödling zu sehen. Im Sommer 2020 konnte man sie gemeinsam mit Künstlerkolleg:innen in der „Varieté Street Show Vienna“ auf den Straßen in Wien erleben. Außerdem stand Nicole im Kurzfilm „ESCAPE“ in der Hauptrolle „Aaron“ vor der Kamera. Als „Vienna Party Princess“ kann Nicole auch für Kinderfeste gebucht werden.

Zuletzt war Nicole u.a. in DRACULA im Deutschen Theater München und DIRTY DANCING on Tour auf der Bühne.

Ab Herbst 2023 war sie in TANZ DER VAMPIRE in Hamburg zu sehen.

Nicole Klünsner im Porträt.

Nicole Klünsner im Interview

Das Interview mit Nicole Klünsner wurde im Jänner 2020 geführt.

Nicole Klünsner auf KÜNSTLERFAMILIE.

War es immer dein Ziel auf der Bühne zu stehen oder hattest du einen anderen Berufswunsch?

Es war schon immer mein größter Traum auf der Bühne zu stehen. Ich habe das Glück, dass mich meine Familie immer tatkräftig bei der Erreichung meiner Ziele unterstützt hat.

Mit sieben Jahren habe ich zum ersten Mal in einem Musical namens „Lilly und die Angstfee“ gespielt und wollte danach nie wieder von der Bühne runter.

Als Kind wirst du ständig gefragt, was du mal werden willst. Zunächst war ich unsicher, ob ich gut genug dafür bin, Tanzen, Schauspielern und Singen zu meinem Beruf zu machen, aber mit ungefähr 13 Jahren habe ich meinen Berufswunsch fixiert und folge seither meinem Traum.

Du hast 2018 deine Musicalausbildung an der Performing Academy gestartet. Was nimmst du aus deiner Ausbildung mit?

Die Ausbildung an der Performing Academy ist hart und intensiv. Aber dadurch lerne ich verdammt viel und nehme unendlich viel für meine weitere Karriere mit. Unter anderem Weisheiten, Tipps und Tricks, Können in allen drei Bereichen des Musicals, Durchhaltevermögen, Frustrationstoleranz und vieles mehr.

Ich bin so unendlich dankbar meine Ausbildung mit so talentierten KollegInnen, die mittlerweile Freunde fürs Leben und Familie für mich geworden sind, machen zu dürfen. Mit diesem wilden, tanzenden, singenden Hühnerhaufen wird es niemals langweilig. Wir unterstützen uns gegenseitig sehr gut. Ich kann durch diese Ausbildung so unglaublich viel lernen, verbessere mich täglich weiter, was sich hoffentlich zukünftig auch auf der Bühne bemerkbar macht.

Nicole Klünsner - Credits: privat

Nicole Klünsner – Credits: privat

Was sind für dich die größten Herausforderungen als junge Darstellerin?

Ich denke meine größte Herausforderung ist es, meinen inneren Kritiker einmal zu überwinden, mich nicht mit anderen zu vergleichen und meinen eigenen Lebenslauf frei und ohne Vorurteile über mich selbst, zu kreieren.

Was braucht man aus deiner Sicht, um im Musicalbusiness erfolgreich zu sein?

Aus meiner Sicht braucht man auf alle Fälle eine dicke, fette Portion Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein und Spaß. Ein Darsteller muss Spaß, Leidenschaft, Lebensfreude und Dankbarkeit ausstrahlen. Denn wenn ein Darsteller nicht für seinen Job lebt, sieht und spürt es das Publikum.

Musicaldarsteller vereinen ja den Mix aus Gesang, Schauspiel und Tanz. In welchem dieser drei Bereiche fühlst du dich am wohlsten? 

Ich fühle mich in allen drei Bereichen sehr wohl, sonst hätte ich auch einen anderen Beruf gewählt. Allerdings singe ich, von diesen drei Sparten, am Längsten und denke dabei fühle ich mich am Sichersten. Am Liebsten mag ich es, wenn alles gleichzeitig passiert! 🙂

Wie ist es so in Rollen zu schlüpfen? Wie viel Nicole steckt in jeder Rolle?

Ich liebe es mich in Rollen zu versetzten, diese zu beleben und sie zu formen!

Bevor wir eine Rolle spielen, schreiben wir im Schauspiel-Unterricht von Johanna Mertinz, eine kleine Biografie über die Rolle, die mir persönlich sehr hilft in die Gedanken der Figur einzutauchen. In den meisten Fällen, war man noch nicht in der gleichen Situation, wie die Figur. Darum liebe ich es meine Geschichten, mit meiner Figur zu vereinen und dadurch die Figur durch meinen Körper sprechen und spielen zu lassen. Daher steckt auf jeden Fall, ein klein bisschen Nicole in jeder Rolle.

Nicole Klünsner - Credits: Kerstin Kukacka_Lilly SOS Robostan

Nicole Klünsner – Credits: Kerstin Kukacka_Lilly SOS Robostan

Welche Rollen würden dich zukünftig besonders interessieren und warum?

Mich interessieren so viele Facetten der darstellenden Kunst, dass ich noch gar nicht wissen kann welche Rollen mich erwarten.

Das Beste und Interessanteste geschieht meist unerwartet und ungeplant.

Aber Rollen wie „Eliza Doolittle“ aus My Fair Lady oder etliche Figuren aus Disney-Produktionen wären einmal toll zu spielen, weil ich mich sehr gut mit Ihnen identifizieren kann.

Du hast als Spezialkenntnis „Hula Hoop“ angegeben. Hast du dieses Talent schon einmal auf der Bühne brauchen können

Tatsächlich kam mir diese spezielle Fähigkeit schon zu Nutze. Bei der deutschsprachigen Erstaufführung von „Carmen – Das Musical“ beim Musicalsommer Winzendorf, durfte ich, als Teil einer Zirkustruppe im Ensemble, einen Twin-Hoop Akt machen.

Nicole Klünsner - Credits: Musicalsommer Winzendorf

Nicole Klünsner – Credits: Musicalsommer Winzendorf

Was hältst du von Social Media? Zwingend notwendig für eine/n Künstler/in?

Ich persönlich finde Social Media als Künstler zwar vorteilhaft, weil man dadurch mit Leuten die man kennenlernt in Kontakt bleiben kann, man Kontakte knüpfen kann und auf seine Person aufmerksam machen kann, aber nicht unbedingt notwendig.

Wie wichtig sind „Fans“ im Musicalbusiness und wie sind deine bisherigen Erfahrungen mit Fans?

Da ich noch nicht sehr lange als Musicaldarstellerin tätig bin, habe ich noch keine Erfahrungen mit Fans, ausserhalb meines Familien- und Freundeskreises gemacht. Aber ich bin ja noch am Anfang meiner Karriere.

Bist du auch Fan von einer/m Musicaldarsteller/-in?

Natürlich bin ich ein großer Bewunderer der Powerfrauen der Musicalwelt. U.a. Ana Milva Gomez,  Annemieke van Dam, Wietske van Tongeren oder Anna Carina Buchegger. Außerdem bewundere ich all meine KollegInnen aus meinem Jahrgang sehr und bin Fan von jeder/m Einzelnen. Keine Vorstellung wird verpasst und wenn es sich ausgeht, gehe ich öfter als einmal. 😉

„Wir Musical-Fans“ sagen „Danke fürs Gespräch“.

Mehr zu Nicole Klünsner auf ihrer WebsiteInstagram und KÜNSTLERFAMILIE.

Nicole Klünsner - Credits: Larissa Winkel

Nicole Klünsner – Credits: Larissa Winkel

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Abla Alaoui wurde in Deutschland geboren und absolvierte ihre Musical-Ausbildung an der Joop van den Ende Academy.

Schon vor ihrem Abschluss wurde Abla als Mary Robert in Sister Act in Oberhausen gecastet.

Danach folgten Engagements u.a. in der deutschsprachigen Erstaufführung von Bonnie & Clyde (als Bonnie Parker) am Stadttheater Bielefeld, in Mozart! (als Nannerl) in Wien, in Sunset Boulevard (als Betty Schäfer) in Röttingen, in Tanz der Vampire (als Sarah) und auf der MammaMia! Tour.

In der österreichischen Erstaufführung von Andrew Lloyd Webbers ASPECTS OF LOVE in Wien war sie als Jenny zu sehen und übernahm danach die Rolle der Charlotte Buff in der Uraufführung des Musicals GOETHE!.

Am Raimund Theater in Wien stand Abla in MISS SAIGON als Ellen auf der Bühne und übernahm ab Herbst 2022 die Rolle der Esmeralda im Disney Musical DER GLÖCKNER VON NOTRE DAME im Ronacher in Wien.

Anfang 2023 erscheint ihr Debütroman „Bissle Spätzle, habibi?“ beim Verlag Ullstein.

Seit Herbst 2023 steht sie in Disneys DIE EISKÖNIGIN als Anna auf der Bühne.

Das Interview wurde im Oktober 2019 geführt.

War es immer dein Ziel auf der Bühne zu stehen oder hattet du einen anderen Berufswunsch?

Ich hatte schon in sehr frühen Kindertagen unglaublich viel Spaß auf der Bühne zu singen, tanzen und spielen. Ermutigt und unterstützt von meiner Mama fand ich auch immer wieder Projekte, in denen ich mich ausprobieren konnte. Trotzdem entschied ich mich erst mit etwa 15 oder 16 Jahren dazu nach meinem Abitur den Schritt auf die professionelle Bühne zu wagen. Der Zuspruch meiner Dozenten der privaten Musicalschule bei mir in der Stadt half mir bei dieser Entscheidung. Tatsächlich zählten bis dahin nicht nur das Singen, Spielen und Tanzen zu meinen Leidenschaften. In meinen Teenie Jahren entdeckte ich das Schreiben für mich. Ich verfasste vor allem Gedichte, Kurzgeschichten und Prosa und verfolgte die ein oder andere Idee für ein Buch, trotzdem setzte sich der Wunsch nach der Bühne über die Jahre hinweg durch. Bis heute schreibe ich unglaublich gern und liebe dieses Ventil für meine Kreativität. Und wer weiß, vielleicht veröffentliche ich in Zukunft noch mal etwas. Ein Prosa Text von mir hat es im Rahmen eines Wettbewerbes schon in einen Gedichtband geschafft.

Du hast im Jahr 2014 deine Ausbildung an der Joop van den Ende Academy abgeschlossen. Was nimmst du aus deiner Ausbildung mit?

Unzählige Informationen und prägende Erfahrungen. An der Joop van den Ende Academy wurde unglaublich nah am Berufsleben gelehrt, das wurde mir schnell klar als ich die Schule verließ. Das machte sie zu einer der besten Lehrstätten in Deutschland für Musiktheater und zur besten Privatschule im deutschsprachigen Raum. Ich lernte viel über Musik, Musiktheorie, Theater- und Musicalgeschichte, übte mich in Gehörbildung und Tanzklassen. Wenn mir jemand in meinen Teenie Jahren gesagt hätte, dass ich mal Steppen könnte, hätte ich vor Freude einen Purzelbaum gemacht! Ich nahm auch Kritikfähigkeit mit. In unserem Beruf sind wir ihr fast ausschließlich ausgesetzt (und im Grunde bin ich mir der stärkste Kritiker). An der JvdEA setzten wir den Baustein damit umzugehen und die großartigen Dozenten halfen mir meine Leistung in den Sparten auszuarbeiten. Vor allem lernten wir ein Team zu sein mit Kollegen und Kreativen (sprich Regisseure, Musikalische Leiter etc.). Wichtige Erfahrungen, die mich heutzutage das Berufsleben genießen lassen.

Was waren für dich die größten Herausforderungen in deiner ersten Zeit als Darstellerin?

Für viele Darsteller ist das Thema Nervosität ein wichtiger Aspekt in ihrem Leben und ich schließe mich da in keinem Fall aus. Da wir uns in der Regel in Form von Auditions für Jobs bewerben, entscheiden oft wenige Minuten über den weiteren Verlauf unseres Jahres und womöglich auch Berufslebens. Der Druck eine ausgezeichnete Leistung bringen zu wollen, die (immer währende) Suche nach finanzieller Sicherheit und die lange Zeit, die man nicht zu Hause verbringen kann machten mir in den ersten Jahren zu schaffen. Da ich mich viel im Ensuite Business befand, waren die 8 Shows in der Woche sehr kräftezehrend und ich musste lernen, wie ich mit meiner Kraft haushalten konnte. Zum Glück ist man nie allein und mit jeder Produktion trifft man tolle Menschen, die von Kollegen zu Freunden werden. Mit ihrer Hilfe konnte ich mich einigermaßen schnell eingrooven.

Was würdest du jemanden raten, der Musicaldarsteller/-in werden möchte? Eine gute Entscheidung oder lieber nochmals durchdenken? Was braucht man aus deiner Sicht, um im Musicalbusiness erfolgreich zu sein?

Die Entscheidung Musicaldarsteller zu werden sollte immer gut durchdacht sein. Es ist verdammt schwer. Der Kampf um einen guten Ausbildungsplatz ist hart und wenn man es geschafft hat, geht niemand durch diese Ausbildung, die so sehr mit Selbstfindung und Grenzüberschreitung zu tun hat ohne viele (viele) Tränen zu vergießen. Aber gleichzeitig sollte man klar spüren, dass es das wert ist.

Manche sagen „Wenn man liebt was man tut, dann arbeitet man keinen Tag in seinem Leben.“. Ich verstehe das Sprichwort und kann nachvollziehen, wie jemand auf diese Aussage kam. Ich stimme ihm aber nur bedingt zu. Denn wenn man liebt was man tut, dann arbeitet man jeden Tag extra hart, nimmt jede Ablehnung, Kritik und Absage persönlich und geht mit all seinem Herzblut rein. Die Ausbildung ist hart, man kommt an seine psychischen sowie körperlichen Grenzen. Gleichzeitig ist es wahnsinnig erfüllend und befreiend endlich das richtige Ventil gefunden zu haben, sein kreatives Können auszuleben. Und solang man das noch ganz klar spürt ist man auf dem richtigen Weg. Dann gehen für Jahre Selbstzweifel Hand in Hand mit Misserfolgen und Ablehnung. Es herrschen leider auch Missgunst und Neid. Aber gleichzeitig trifft man auf Gleichgesinnte, die sich wie man selbst wünschen, ein großartiges Stück auf die Bühne zu bringen und bereit sind dafür etwas von sich zu geben und ihr Können und ihre Kraft zu investieren.

Sollte man den Beruf des Musicaldarstellers wirklich anstreben, so sollte man so viele Erfahrungen wie möglich sammeln. Es ist wichtig gute Grundkenntnisse in Gesang, Schauspiel und Tanz zu haben. Die meisten Musicalschulen suchen nach zwei klaren Stärken – zum Beispiel eine überdurchschnittlich stark ausgebildete Stimme und ein klar erkennbares Talent für Schauspiel. Natürlich befindet man sich noch am Anfang seiner künstlerischen Ausbildung, aber die Wahrscheinlichkeit bei einer guten Schule oder Universität aufgenommen zu werden wenn man nur eine klare Stärke aufweist, schätze ich bei der vielen Konkurrenz eher klein ein.

AblaAlaoui - Credits: Saskia Alert

Abla Alaoui – Credits: Saskia Allers

Als Musicaldarstellerin bist du ja oft unterwegs – wie z.B. bei der MammaMia! Tour. Ist das für dich eher ein Vorteil oder würdest du einen fixen Wohnort bevorzugen?

Ich fand es wunderbar den deutschsprachigen Raum zu erkunden. Ich habe durch den Beruf – und vor allem die Mamma Mia-Tour – viele Städte sehen können, die ich von selbst womöglich nie besucht hätte. Trotzdem sehnte ich mich nach einem Jahr Hotelleben sehr nach meiner Wohnung und einer vertrauten Umgebung.

Ich bevorzuge also eher einen fixen Wohnort. Meine Couch zum Beispiel.

Wie ist es so in Rollen zu schlüpfen? Wie viel Abla steckt in jeder Rolle?

Es macht unglaublich viel Spaß. Man gibt sich bis zu einem gewissen Grad selbst auf und akzeptiert die Gefühle und Bewegungen eines anderen Charakters. Es fühlt sich manchmal tatsächlich so an als würde man in eine zweite Haut schlüpfen. Trotzdem: Ich spreche nur von einem gewissen Grad, denn es steckt noch etwas von mir in all meinen Rollen. Mir sind Authentizität und Wahrhaftigkeit auf der Bühne extrem wichtig – noch viel wichtiger als perfekt geschmetterte Töne. Für mich bedeutet das ein Stück von mir selbst in jede Rolle mitzunehmen. Solange ich innerlich in Verbindung zu mir selbst stehe, nehme ich mir die Rollen viel mehr ab. Und dann haben Traurigkeit, Wut, Freude und alle anderen Emotionen meine Farben.

Du hast die Rolle der „Sarah“ in „Tanz der Vampire“ gespielt – „Tanz der Vampire“ ist ein Musical, das viele Menschen zu tiefst fasziniert. Welche Faszination hat dieses Musical oder mögen Menschen einfach Vampire so gerne?

Ich denke von Vampiren ging schon immer eine gewisse Faszination aus. Nicht umsonst sind Dracula, Edward Cullen und Co in den verschiedensten Generationen so bekannt und beliebt! Da geht es wahrscheinlich um den Gedanken von Perfektion und ewigem Leben. Bei den Musical Vampiren sind es sicher viele Elemente, die dieses Stück von Show eins an zum Kult gemacht haben: Die mitreißende Musik, die abgefahrenen Kostüme, hartnäckige Ohrwürmer, coole Story mit (für alle Neu-Vampire) überraschendem Ende und beeindruckende Kulissen. Das perfekte Rezept für einen wunderbaren Musicalbesuch. Mir ist in Wien niemand begegnet, der unsere Show gesehen und sie für nicht gut befunden hat. Wir sagen im Business immer: Once a vampire – always a vampire!

Du bist mit deinen Kolleginnen Livia Wrede und Katharina Gorgi immer wieder mal gemeinsam auf Social Media Kanälen zu sehen – ihr dürftet euch ja gut verstehen. Welchen Platz haben Freundschaften im Musicalbusiness, das ja auch von Konkurrenz geprägt ist?

Katharina Gorgi und Livia Wrede haben während Mamma Mia einen festen Platz in meinem Herzen gefunden. Die Abba Zeit hat uns einige Up’s und Down’s beschert und wir sind Hand in Hand durch dieses Jahr gehüpft (zusammen mit unserem imaginären Hund Chico.) Vor allem während einer Tour, wächst man mit seinen Kollegen sehr zusammen. Man befindet sich alle paar Tage/ Wochen in einer neuen Stadt, da ist es umso wichtiger, dass das soziale Umfeld harmonisch ist. Nicht nur mit diesen beiden habe ich nach Ende einer Produktion noch regelmäßig Kontakt. Aus so ziemlich jeder Show konnte ich die ein oder andere schöne Freundschaft mitnehmen. Dazu ist es wichtig eine gesunde Einstellung zum Thema Konkurrenz zu haben. Es ist schwer aber absolut notwendig sich immer wieder klar zu machen, dass das Talent und Können der Anderen nicht bedeutet, dass es einem selbst fehlt. Das lässt sich leicht vergessen. In unserem Business stößt man ständig auf Kritik, subjektive Einschätzungen und man muss hart arbeiten und Glück haben! Oft geht es gar nicht mehr um „besser“ und „schlechter“, sondern einfach nur darum welcher Typ für eine Rolle gefragt ist. Auf die meisten Dinge hat man keinen Einfluss. Wenn man das verinnerlicht hat, lässt es sich viel leichter leben. Konkurrenz macht es uns schwer in diesem Beruf weiter zu kommen und glücklich zu werden. Lebt also jemand in diesem Konkurrenzdenken, versuche ich mich zu distanzieren. Schließlich sagt die Art und Weise wie uns jemand behandelt meist viel mehr über die Person selbst aus als über uns.

Was hältst du von Social Media? Zwingend notwendig für eine/n Künstler/in?

Ich finde, das ist eine schwierige Frage. Social Media hat zwei Gesichter. Ich denke, es wurde schon oft und lang genug darüber gesprochen, wie einsam es Menschen machen kann, deshalb möchte ich meine Antwort nur auf meine persönliche Erfahrung beziehen. Wirklich regelmäßig begann ich Social Media Kanäle während Tanz der Vampire zu bedienen. Dabei konzentrierte ich mich mehr und mehr auf Instagram. Ich habe wirklich Spaß dabei gehabt, der Außenwelt einen Einblick in unser Business geben zu können. Vor allem das neue Feature „Storys“ hatte es mir angetan. Als mit meinem Engagement auch die Followeranzahl stieg, bemerkte ich plötzlich einen gewissen Druck. Ich fühlte mich meinen Follower verpflichtet jeden Tag guten Content zu bringen. Ich konnte lange nicht differenzieren, warum dieser Druck so rasant zunahm. Irgendwann wurde mir klar, dass ich begonnen hatte nicht nur mein Berufsleben zu zeigen, sondern auch meinen Lifestyle. Ich zeigte ab und zu meinen kompletten Tagesablauf. So nahm ich gleichzeitig meine Arbeit überall hin mit und so hörte die Arbeit auch nie auf. Das stresste mich. Irgendwann beschloss ich also, dass ich mich auf mein berufliches Leben konzentrieren wollte. Ich hörte nicht komplett auf meinen Followern ab und zu Eindrücke aus meinem Tag außerhalb des Theaters zu zeigen (vor allem leckeres Essen teile ich einfach zu gern), aber ich versuchte für den Rest meines Contents einen Job-Bezug zu finden. Heute, in einer Zeit zwischen zwei Jobs, bin ich tatsächlich seltener auf Instagram unterwegs. Ich weiß, dass ich dadurch auch Follower verliere, aber meine Followeranzahl ist mittlerweile zweitrangig geworden. Ich habe unglaublich viele Fans, die mich treu begleiten, ob ich nun regelmäßig poste oder nicht. Das wärmt mein Herz. Ob Social Media nun zwingend notwendig für einen Künstler ist – ich weiß nicht recht. Ich glaube, es ist zwingend notwendig Spaß dabei zu haben und es nicht zu ernst zu nehmen.

Abla Alaoui - Credits: Karim Khawatmi

Abla Alaoui – Credits: Karim Khawatmi

Wie stehst du generell zum Thema „Vermarktung“ deiner Person? Wie wichtig ist Marketing und Kommunikation für dich als Musicaldarstellerin?

Mir ist es vor allem wichtig authentisch zu bleiben. Das ist für mich die beste Vermarktung, noch wichtiger als einen Account auf allen Social Media Kanälen dieser Welt zu haben. Natürlich hilft es, wenn es mindestens eine Plattform gibt die Produzenten, Regisseuren oder Verlagen einen Eindruck von dir vermitteln können. Das Internet und Social Media sind nun mal Informationsquellen und als diese sollte man sie auch entsprechend füttern um sich mehrere Türen offen zu halten. Ich gehe dabei schon seit Jahren nach Gefühl, arbeite selbst an meiner Website und benutze vor allem Instagram als Tor zu sozialen und digitalen Welt.

Wie wichtig sind „Fans“ im Musicalbusiness und wie sind deine bisherigen Erfahrungen mit Fans?

Fans sind das wichtigste für unser Business! Wenn es sie nicht gäbe, könnten wir nicht so viele Theater im deutschsprachigen Raum bespielen! Es gibt verschiedene Abstufungen. Einige Menschen schauen sich einfach grundsätzlich gern und regelmäßig Musicals an. Und dann gibt es welche, die sich für ein Musical oder für einige Darsteller ganz besonders begeistern können.

Aber beide Gruppen lassen uns Darstellern unseren Traum erfüllen. Und dafür werde ich immer dankbar sein!

Ich versuche mir nach der Vorstellung immer Zeit für Fans zu nehmen. Viele reisen extra an und sind sehr aufgeregt und ich mache es mir immer zum Ziel ihnen diese Aufregung zu nehmen. Es gibt mittlerweile sehr viele die mich immer wieder besuchen und ich freue mich jedes Mal sie wiederzusehen! Ich bin froh, dass es für diese Besucher den Begriff „Fanily“ gibt, der die Worte Fan und Family so wunderbar verbindet.

Warst du früher auch mal Fan von einer/m Musicaldarsteller/-in?

Ich war und bin bis heute kein Mensch von Lieblingsdingen, es gab für mich kein Lieblingsmusical und auch keinen Lieblingsdarsteller. Ich bin ja in der Nähe von Frankfurt am Main aufgewachsen und zu meiner Jugendzeit hat es nicht allzu viele Stücke in unsere Gegend verschlagen, sodass ich auch kaum Musicals live erleben konnte. Ich erinnere mich aber noch gut daran Annemieke van Dam als Elisabeth auf Tour gesehen zu haben – das muss 2012 gewesen sein – und wie begeistert ich von ihrer Leistung war!

Wie entwickelst du dich als Musicaldarstellerin weiter? Nimmst du Gesangs-, Schauspiel- und Tanzunterricht oder besuchst du Workshops?

Ich nehme regelmäßig Gesangsunterricht und habe auch ein Teachers Training absolviert, weil ich in Zukunft sehr gern selbst unterrichten möchte. Ich mache Sport und gehe gern Tanzen. Bisher habe ich immer so viel gearbeitet, dass ich mir keine Gedanken um meine Ausdauer auf der Bühne machen musste. Sehr praktisch! Aber es ist wichtig seine Muskeln für Tanz als auch Gesang warm zu halten! Zusätzlich entwickle ich mich weiter, indem ich mir andere Stücke und Darsteller ansehe. Man kann unglaublich viel voneinander lernen. Erst vor kurzer Zeit durfte ich mit zwei wahnsinnig talentierten Darstellerinnen an einem aufregenden und tollen Projekt arbeiten und ich bin wahnsinnig dankbar für die positive Energie und Professionalität, die mir die beiden entgegen brachten.

Welche Rollen würden dich zukünftig besonders interessieren und warum?

Es interessieren mich einige Rollen, wobei es viele wahrscheinlich nicht in den deutschsprachigen Raum schaffen. Dabei geht es mir vor allem um die Entwicklung der Figur: Je größer die Reise, desto spannender ist die Rolle für mich! Mir würden beispielsweise Anastasia, Elisabeth, Eponine und Wendla reizen. Genauso wie eine der Charaktere im Musical SIX, Eliza aus Hamilton oder Die fabelhafte Welt der Amelie. Oft merke ich auch erst wie gern ich eine Rolle übernehmen würde, wenn sich die Möglichkeit durch eine Auditionausschreibung oder offizielle Verkündung dazu öffnet. Ja, ich glaube es ist am besten zu sagen, dass man für alles offen sein muss und sich die Gelegenheiten dann von allein bieten.

Was möchtest du in 10 Jahren gerne machen? Bist du dann noch auf der Bühne oder machst du vielleicht einen komplett anderen Job?

Ich würde mich freuen immer noch auf der Bühne zu stehen. Es gibt mir wahnsinnig viel und macht unglaublichen Spaß. Und selbst wenn ich verheiratet bin und Kinder habe, viele meiner grandiosen weiblichen Kollegen leben mir vor, wie gut auch das funktionieren kann. Ich schließe es nicht aus noch mal zu studieren. Mich interessieren Soziologie und Psychologie, doch gerade bin ich noch nicht bereit dazu noch einmal die Schulbank zu drücken. Ich schließe jedoch nichts aus, freue mich und bin dankbar für die unzähligen Möglichkeiten, die uns die Welt heutzutage bietet.

„Wir Musical-Fans“ sagen „Danke fürs Gespräch“.

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Abla Alaoui - Credits: Karim Khawatmi

Abla Alaoui – Credits: Karim Khawatmi

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Wir Musical-Fans haben der Musicaldarstellerin Shireen Nikolic ein paar Fragen gestellt.

Shireen Nikolic wurde in Wien geboren und studierte nach mehrjährigem Gesangsunterricht bei Claudia-Riedel Peter am Vienna Conservatory und am Jam Music Lab Conservatory for Jazz & Popular Music Vienna (Friedrich Gulda School of Music Wien)

Während ihres Musical-Studiums war Shireen sowohl als Darstellerin, aber auch als Regieassistentin tätig, wie zum Beispiel in A VERY POTTER MUSICAL, TWISTED und THE TRAIL TO OREGON. Auf der TUI Mein Schiff Flotte performte Shireen als Solistin des Entertainment Departments. In ihrem Abschlussjahr 2018 qualifizierte sich Shireen für Voice of Germany und sang sich im „Team Yvonne Catterfeld“ bis in die Battles.

In DAS ORANGENMÄDCHEN stand sie als Isabell auf der Bühne und war bei einigen CD Produktionen wie MEMPHIS oder FLASHDANCE dabei.

In FACK JU GÖHTE – DAS MUSICAL war Shireen Nikolic 2023/2024 als Zeynep auf Tour.

Das Interview wurde im November 2019 geführt.

War es immer dein Ziel auf der Bühne zu stehen oder hattet du einen anderen Berufswunsch?

Nicht immer. Als kleines Mädchen wollte ich Flugsaurier-Pilotin werden, allerdings musste ich schon früh erkennen, dass dieser Wunsch leider nur ein Wunsch bleiben würde.

Daraufhin wollte ich sehr lange Pilotin werden, doch dafür waren meine Augen zu schlecht. In der Oberstufe durfte ich schließlich das erste Mal in einem Musical mitspielen und seither war es für mich klar, dass ich Musicaldarstellerin werden möchte.

Das Interview wurde im November 2019 geführt.

Du hast 2018 deine Ausbildung am Jam Music Lab Conservatory abgeschlossen. Was nimmst du aus deiner Ausbildung mit?

In erster Linie Menschen, die ich glücklicherweise Freunde und Kollegen nennen darf. Wie auch unheimlich schöne Erinnerungen, wie zum Beispiel die Gründung des Vereins Kangaroo Entertainment, welche ich heute nicht mehr missen wollen würde.

Was sind für dich – ein Jahr nach deinem Musicalabschluss – die größten Herausforderungen?

Meine persönliche Herausforderung ist es Geduld zu bewahren. Ich bin von Natur aus ein sehr ungeduldiger Mensch, der sehr gerne und schnell seine Ziele erreichen möchte. Allerdings muss man als Musicaldarsteller eine Menge an Geduld mitbringen, weil man nicht immer sofort ein Engagement bekommt.

Shireen Nikolic - Credits: Matheo Radeck

Shireen Nikolic – Credits: Matheo Radeck

Was würdest du jemanden raten, der Musicaldarsteller/-in werden möchte? Eine gute Entscheidung oder lieber nochmals durchdenken?

Wichtig ist es zu wissen, worauf man sich bei einem Musicalstudium und beim Beruf eines Darstellers einlässt.

Solange man weiß, dass man sehr viel Zeit und Arbeit investieren muss und auch danach alles kein absolutes Zuckerschlecken wird, würde ich niemals dazu raten, es noch einmal zu überdenken.

Es ist wichtig, sein Ziel genau vor den Augen zu behalten und sich nicht von möglichen Misserfolgen entmutigen zu lassen.

Was braucht man aus deiner Sicht, um im Musicalbusiness erfolgreich zu sein?

Meiner Meinung nach muss es eine Mischung aus vielerlei Dingen sein.

Zu einem wäre da die Bühnenpräsenz. Ich persönlich liebe es, wenn mich ein Darsteller, der vielleicht nicht die größte Rolle hat und „nur“ in Reihe 4 ganz links außen tanzt, mit seiner Präsenz begeistern und/oder meine Aufmerksamkeit auf sich lenken kann.

Dann ist es meiner Meinung nach auch wichtig, einen gewissen Funken Talent und musikalisches Feingefühl zu besitzen.

Und natürlich darf die kleine Prise reines Glück und Wortgewandtheit nicht fehlen. Es gibt logischerweise noch viele weitere Aspekte, aber diese wären für mich die Wichtigsten.

Wie ist es so in Rollen zu schlüpfen? Wie viel Shireen steckt in jeder Rolle?

Es ist ein herrliches Gefühl, welches mir immer wieder einen kleinen Kick gibt. Besonders liebe ich daran, dass es nicht immer unbedingt einfach ist, sich in eine Rolle einzufühlen oder sich anzupassen. Manche sind leichter und funktionieren von Beginn an, andere benötigen einige Wochen Vorbereitungszeit und sind auch dann auch noch etwas schwer umsetzbar. Aber genau das ist das Tolle daran. Und wieviel Shireen in den Rollen steckt? Sagen wir es so: Wenn ich ein wenig Freiheit habe, dann füge ich gerne ein paar Kleinigkeiten hinzu, die Familie und Freunde gut als mein eigenes Ding erkennen können, wenn sie sich die Show ansehen. Tatsächlich konnte ich bis jetzt in jeder meiner gespielten Rollen einen Hauch meiner Charakterzüge einfließen lassen, ohne dass es großartig gestört hätte.

Welche Rollen würden dich zukünftig besonders interessieren und warum?

Bis jetzt durfte ich immer gutherzige und witzige Charaktere spielen, weshalb mich die Rolle eines Bösewichts sehr reizen würde. Ich wäre sehr gerne einmal diejenige, die letztlich stirbt oder abgeführt wird. Auch eine ernste Rolle würde mir garantiert Spaß machen. Wenn ich nun aber bestimmte Rollennamen nennen müsste, dann würden mir sofort „Catherine Howard“ aus dem neuen Musical „Six“, Alana Beck“ oder „Zoe Murphy“ aus „Dear Evan Hansen“ und „Cathy“ aus dem Stück „The last five years“ einfallen. Sonstige Musicals, in denen ich gerne einmal mitwirken wollen würde, wären: Elisabeth, Tanz der Vampire und Aladdin.

Wie entwickelst du dich als Musicaldarstellerin weiter? Nimmst du Gesangs-, Schauspiel- und Tanzunterricht oder besuchst du Workshops?

Nach dem Trubel bei „The Voice of Germany“ habe ich beschlossen eine kleine Pause einzulegen, weshalb ich eine Zeit lang nichts dergleichen getan habe. Seit wenigen Wochen nehme ich nun wieder Gesangsunterricht und gehe regelmäßig zum Sport, um nicht aus der Übung zu kommen.

Shireen Nikolic - Credits: Matheo Radeck

Shireen Nikolic – Credits: Matheo Radeck

Du bist auch Teil von Kangaroo Entertainment – ein Zusammenschluss von Darstellern, Musikern, Regisseuren, Medientechnikern und Kostümdesignern. Was macht ihr genau und sind schon neue Projekte geplant?

Der Verein Kangaroo Entertainment spezialisiert sich hauptsächlich darauf unbekannte Stücke in deutschsprachiger Erstaufführung auf die Bühne zu bringen. Bei jedem neuen Projekt stecken wir allesamt unser Herzblut hinein und versuchen dem Publikum eine unvergessliche Performance und viele Lacher zu schenken. Es gibt einige Stücke, die wir in Zukunft gerne verwirklichen wollen und für die auch schon die Rechte angefragt wurden, aber genauere Informationen darf und kann ich noch nicht preisgeben.

Du hast 2018 die Regie für „Sister Act“ übernommen? Sehen wir dich bald öfters als Regisseurin?

Sister Act war mein bisher größtes Projekt, bei dem ich als Regisseurin mitwirken durfte und ich muss sagen, dass es mir wirklich unheimlichen Spaß gemacht hat. Ich wäre absolut nicht abgeneigt auch in Zukunft öfter Stücke zu inszenieren und ihnen Leben einzuhauchen und wie oben schon einmal erwähnt: ein kleines bisschen Shireen. Geplant ist vorerst nichts, doch wer weiß welches Projekt hinter der nächsten Ecke lauert.

Was möchtest du in 10 Jahren gerne machen? Bist du dann noch auf der Bühne oder machst du vielleicht einen komplett anderen Job?

Mein Traum wäre es natürlich auch noch in 10 Jahren auf einer Bühne zu stehen, um das zu tun, was ich liebe. Allerdings bin ich auch jemand, der gerne neu dazu lernt, weshalb ein anderer bzw. weiterer Beruf nicht komplett auszuschließen wäre. Ich könnte mir auch gut vorstellen, eines Tages ein Buch zu schreiben und als Autorin mein Glück zu versuchen. Oder aber ich werde Lehrerin für Bühnenspiel und Gesang. Man weiß ja nie.

Was hältst du von Social Media? Zwingend notwendig für eine/n Künstler/in?

Heutzutage glaube ich, dass es wirklich wichtig ist auf Social Media vertreten zu sein. Ich selbst greife zum Handy oder Laptop, wenn ich einen Künstler performen sehe und gerne wissen möchte wie er heißt, oder bisher erreicht hat. Leider ist es in der heutigen Zeit unumgänglich, wenn man als Person der Öffentlichkeit im Gedächtnis bleiben oder noch mehr Bekanntheitsgrad erreichen möchte. Natürlich ist es nicht zwingend notwendig, allerdings sehr von Vorteil.

Shireen Nikolic - Credits: Matheo Radeck

Shireen Nikolic – Credits: Matheo Radeck

Wie stehst du generell zum Thema „Vermarktung“ deiner Person? Wie wichtig ist Marketing und Kommunikation für dich als Musicaldarstellerin?

Für mich persönlich ist es sehr wichtig. Letztlich geht es um „sehen und gesehen werden“ und da hilft eine gute Vermarktung weiter. Allerdings muss man auch gut bedenken, was man die Öffentlichkeit wissen lassen möchte und was genau besser nicht preisgegeben werden sollte.

Wie wichtig sind „Fans“ im Musicalbusiness und wie sind deine bisherigen Erfahrungen mit Fans?

Fans sind unglaublich wichtig und bringen mein kleines Herzchen immer zum Strahlen. Schon bei Kangaroo Entertainment gab es einige Menschen, die immer kamen und uns bzw. mich mit Blumen und Komplimenten überschütteten. Nach meiner Teilnahme bei The Voice durfte ich dann aber erst so richtig erleben, wie es ist Fans zu haben. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl Fanart geschenkt zu bekommen oder Videos, die extra für einen geschnitten wurden oder wie gesagt Blumen. Ich lege sehr viel Wert auf die Personen, die mich auf meinem Weg begleiten und mich mit unglaublichen Worten und Glücksgefühlen begleiten. Ich nehme mir für jeden einzelnen Zeit und beantworte jede Frage und Nachricht, auch wenn es manchmal länger dauert.

Warst du früher auch mal Fan von einer/m Musicaldarsteller/-in?

Na und ob. Das erste Musical, dass ich jemals lieben gelernt habe war „Wicked“. Willemijn Verkaik und Mathias Edenborn waren von da an Vorbilder, die ich am liebsten den ganzen Tag rauf und runter gehört hätte. Mathias Edenborn war mit unter ein Grund, warum ich Musicaldarstellerin werden wollte, weil ich gerne einmal mit ihm ein Duett performen wollte. Mittlerweile zählen Carin Filipčić, Ben Platt und Ana Milva Gomes zu meinen Lieblingsdarstellern.

Zum Abschluss eine ganz persönliche Frage: Du bist ja am 23.12. geboren. Wie ist das so knapp vor Weihnachten auch Geburtstag zu haben? Entgehen einem da Geschenke?

Geschenke waren ehrlich gesagt niemals wirklich Thema für mich. Natürlich freut man sich sehr über sie, allerdings war es schon immer wichtiger diesen Tag mit Freunden und Familie zu verbringen. Die Wahrheit ist, dass ich meist auf einen anderen Tag ausweichen muss, um mit den wichtigsten Menschen zu feiern, aber das stört mich nicht. So bekomme ich ein paar Tage vor meinem eigentlichen Geburtstag ein schönes Abendessen mit Freunden und am 23. Dezember dann einen tollen Tag mit meiner Mama. Ich kann mich wirklich nicht beklagen.

Wir WIR MUSICAL-FANS sagen „Danke fürs Gespräch“.

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Shireen Nikolic - Credits: Matheo Radeck

Shireen Nikolic – Credits: Matheo Radeck

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